Krebs von Angehörigen und dennoch arbeiten?

    Hallo ihr lieben, bin echt positiv überrascht von diesem Forum und es macht mir Spaß, immer wieder mitzudiskutieren.


    allerdings stelle ich nun eine Frage, auf die meine nachbarin mich stieß. Ihr Mann hat Krebs, braucht leider zur Zeit häusliche Pflege. Sie möchte aber denoch arbeiten, nicht, weil Sie das Leiden nicht erträgt, sondern eher, weil sie die Arbeit braucht, um wirklich auch zufrieden zu sein. Wie ma ja von der Kindererziehung weiß, sind nur zufriedene Eltern gute Eltern und im prinzip ist es doch auch so mit dem Partner. Da sie aber noch keine Unterstützung von der KK bekommt, stieß sie auf [Link entfernt] sind.


    Meine Frage ist, hat jemand schon Erfahrungen damit gemacht? Wißt ihr, wie vertrauenswürdig diese sind?


    Ich freue mich auf eure regen Antworten.

  • 9 Antworten

    Was für Pflegekräfte meinst du? Da musst du schon konkreter werden. Und was interessiert dich das, wenn es doch eh um deine Nachbarin geht?


    Und was heißt bezahlbar? Wenn deine Nachbarin Managerin bei BMW ist wird sie sich jede Pflegekraft leisten können, ist sie Putzkraft auf Mindestlohnbasis und der Mann Hartz IV Empfänger dann wird es nicht mal für die billigste Pflegekraft aus Bangladesch reichen.

    zuverlässig sind diese polnischen Pflegekräfte meist durchaus... und auch gut ausgebildet, hinreißend und sehr gut für die seele.


    schlimm ist nur, dass die meisten agenturen fast schon eine art moderner sklaverei betreiben - auf dem rücken von frauen, die ihre kinder in der obhut der omas zurücklassen, das wenige, was sie verdienen nach hause schicken und nicht wirklich gut sozialversichert sind!


    lies das mal

    Und selbst wenn man von "guter Ausbildung" sprechen kann, dann muss man bedenken, dass es sich nicht um medizinische Fachkräfte handelt. Man sollte also auch nicht erwarten, dass medizinische Tätigkeiten übernommen werden (was eigentlich sowieso nicht erlaubt ist).


    Und, dass auch wenn die Agenturen manchmal ganz ok bezahlen, die Arbeitsbedingungen unter aller Sau sind. Wer hier in Dtl. würde schon für bis zu drei Monate in einer fremden Wohnung wohnen wollen (möglicherweise noch Bad und Küche mit dem Arbeitgeber teilen) und pro Woche wenns hochkommt einen halben bis einen Tag pro Woche frei haben? Und das für 1000 Euro?


    Das Argument, dass es ihnen damit immer noch besser geht, als in ihrem Herkunftsland, das ist eben auch schwierig.

    Hat die Nachbarin mal versucht, eine Pflegestufe für ihren Mann zu beantragen? Wenn ja, wo wäre die angesiedelt und würde eine entsprechende Pflege ihm gerecht werden? Dann würde es ja auch die Versicherung übernehmen.


    Ich finde die Normalität für Angehörige auch sehr wichtig, damit sie einen Rückzugsraum haben. Einen krebskranken Partner zu pflegen ist sehr belastend und dabei können tatsächlich auch Spannungen entstehen, die dem Kranken nicht gerecht werden. Ich habe das alles selbst erlebt, als mein Vater aus lauter Stolz und Verantwortungsgefühl mit seinen 77 Jahren meine krebskranke und stark geschwächte Mutter versuchte, Nachts zum Klo zu bringen. Selbst zum Frisör und Behördengänge konnte er nur machen, wenn ich mal nach der Arbeit vorbeikam und jemand da war. Als wir dann die Pflege bestellten, war das eine ungemeine Erleichterung und man konnte sich auch menschlich wieder viel mehr für die Kranke einbringen.

    Außerdem darf man nicht vergessen, dass auch Angehörige auf ihre Jobs, das Einkommen und die damit verbundene Erarbeitung von Rentenansprüchen angewiesen sind. Es gibt oft genug Fälle, in denen Töchter/Söhne dann jahrelang zuhause bleiben und danach nicht mehr einsteigen können und selbst in große Probleme reinrutschen, bzw. von Altersarmut gefährdet sind.

    Die Frage ist falsch - nicht irgendein Angehöriger hat Krebs, sondern der Ehemann der Nachbarin.


    Der Mann hat häusliche Pflege (warum "leider"?) und seine Ehefrau will zur Selbstverwirklichung weiter arbeiten. So habe ich es verstanden und meine Antwort ist: No comment.

    [(...) Bezug auf gelöschten Beitrag]]


    Das Leben geht nun mal weiter. Entweder ist das Arbeiten eine absolute Notwendigkeit (wenn schon ein Partner verdienstmäßig ausfällt). Oder schlichtweg die Möglichkeit, selber irgendwie durchzuhalten und nicht völlig die Nerven zu verlieren. Ablenkung, Struktur,... Zudem eignet sich auch nicht jeder Angehörige als Pflegeperson.


    Was die ausländischen Pflegekräfte angeht: Das muss jeder für sich, in der jeweiligen realen Situation, entscheiden. Ich kenne Personen, die darauf zurückgreifen - und ich habe polnische Verwandtschaft, die dieser Tätigkeit nachgeht. Optimal ist es nicht, aber manchmal ein guter Kompromiss.

    Schade, dass mein gesamter Beitrag gelöscht wurde.


    War ja nicht nur Bezug zum Beitrag von Jantetheo bei.


    Also nochmal:

    @ isabeau:

    Hat dein Nachbar eine Pflegestufe? Käme nicht einfach eine Pflege über einen ambulanten Pflegedienst in Frage?


    Polnische Pflegekräfte dafür einzustellen (egal ob offiziell über eine Agentur oder schwarz - ich kann beides aus dem Umfeld) finde ich persönlich nicht optimal. Unterbringung, Bezahlung....wirkt auf mich auch wie moderne Sklaverei.


    Ist auch die Frage, ob der Nachbar eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung wie sie die Pflegekräfte aus Polen anbieten, wirklich braucht.