Meine Erfahrung mit Krebs

    Hallo.


    Die Medizin ist soweit fortgeschritten. Hat wirksame Medikamte entwickelt um das HIV in Schach zu halten und den Betroffenen die Chance gegeben nen normal langes Leben zu führen. Oder Medikamente, die gegen die Schweinegrippe wirksam sind... Aber der Krebs... dagegen will wohl nix wirklich helfen. Ist doch "nur" ne Zellmutation. Man kann Tiere und Menschen klonen... in die DNA eingreifen... beim Krebs geht es nicht???


    Ich hab vor 2 Jahren ne Kollegin verloren an Krebs, die ich sooo lieb hatte. Das war am Ende nur noch ein Verrecken - sorry, kann man anders nicht sagen. Sie hatte Magenkrebs, mit Kruckenberg-Tumoren im Unterbauch.


    Von vorne:


    Sie war eine sehr aktive und sportliche junge Frau. Gerade mal 46 Jahre alt. Hatte nie geraucht und auch nie übermässig getrunken.


    Sie war sehr gesundheitsbewusst und trieb viel Sport.


    Aber dann fing es an. Sie hatte ein Gefühl der "Schwere" im Magen. Hatte Aufstossen, wenn sie Fleisch gegessen hatte. Kein Arzt hat es wirklich ernst genommen. Sie bekam Präperate gegen Aufstossen, gegen das Völlegefühl. Sie wurde sogar von Ihrem Hausarzt schon als "Simulatorin" tituliert, die nur "Aufmerksamkeit haben will".


    Dann kamen die Schmerzen im Unterbauch... Laut Ultraschall sollten es Zysten gewesen sein. Aber harmlos. Die sollten operativ entfernt werden.


    Diese "Zysten" wurden dann auch operativ entfernt... aber es waren keine Zysten... es waren Kruckenberg-Tumore.


    Also Metastasen, die meistens vom Magen-Krebs her kommen. Nur im Magen konnte man mit einer Spiegelung nix finden. Da sie aber privat versichert war, durfte sie sich von einem speziellen privaten Doc untersuchen lassen. Und der fand dann den "Ursprungskrebs"... er war tatsächlich im Magen... nicht mal Fingernagel groß.


    Wieso haben denn das die Kassen-Ärzte nicht rausgefunden???


    Dann wurde ihr der Magen rausgenommen. Mit Essen war dann nicht mehr viel. Die nächsten Monate waren sehr "ruhig"... also die Therapie - Chemo - schien anzuschlagen.


    Aber dann zeigte der Krebs sein richtig böses Gesicht. Er war metastiert in die Knochen.


    Da war mir klar, das es auf das "Ende" zu geht.


    Ich erinner mich an einen Besuch bei ihr... sie war im Krankenhaus, wegen Chemo und weinte bitterlich, das sie doch noch Leben will.


    Ich nahm ihre Hand - zu mehr war ich nicht fähig - und meinte nur "wird alles gut". Mehr konnte ich nicht sagen.


    Aber ich sah wie sie ausgemerzt war von diesem Krebs, wie sie abgemagert war.


    Sie sprach dann - wie sie es immer gemacht hat - sehr locker über alles. Das sie den nächsten Ruhr-Marathon mitlaufen möchte... ich sass da und dachte mir, das wünsch ich Dir von ganzem Herzen.


    Ich hatte damals Probleme mit meinen Freund... und SIE half mir noch dabei und gab mir Tipps. Wie immer hatte sie Recht.


    Aber ich spürte, das sie nicht mehr lange da sein wird.


    Sie war in ihren letzten Tagen auch noch sehr aktiv... war sie. Aber dann ging es stündlich bergab... multiples Organversagen.... war dann die Todesursache... auf ne Obduktion wurde verzichtet. Wobei sie wirklich Stunden vorher noch richtig "fit" wirkte.


    Ich erwarte keine Antworten... aber während die Welt noch wegen Jacko trauert.


    Ich sage DANKE Hildegard, das es Dich gab. Du hast mir selbst in Deinen schlimmsten Stunden noch den "Kopf gewaschen". War immer für Dich der kleine schwule Schützling. Aber ich schaue in die Sterne und da bist DU!


    DANKE!


    Für Hildegard!

  • 21 Antworten

    Mein Opa ist auch an Krebs gestorben.. Zum Glück hab ich davon nicht wirklich viel mitbekommen, da die Erwachsenen immer drumrumgeredet haben, und ich eigentlich gar nicht wusste, dass er Krebs hat.


    Hab mich auch schon gefragt, warum es in dem Bereich der Krebsforschung relativ wenig wirklich wirksames gibt..


    Deswegen möchte ich mich später beruflich mit diesem Gebiet befassen..


    Schönen Abend noch:-)

    Der Krebs...oder andes: Einer der schlimmsten Tode!


    Ich habe im April diesen Jahres auch meinen Vater an Darmkrebs verloren - er war 43 Jahre alt.


    Immerwieder kommen die Bilder seiner letzten Tage hoch...er war nicht mehr er selbst. Man wusste gar nicht mehr, was er überhaupt noch merkte. Und bis heute frage ich mich immer noch: "Hätte er vielleicht überleben können??". Aber nicht nur das - man hat ihn im Krankenhaus nicht ernst genommen!! Man hat ihn sozusagen wie einen Irren behandelt!! Und wenn ich daran denke, ich könnte kotzen! Wirklich so richtig kotzen!! >:(>:(>:(


    Aber wie gesagt...der Krebs...er ist SO heimtückisch, man kann nie wieder ruhig sein, wenn man Erfahrungen damit hatte. Das einzige was man hoffen kann ist, dass irgendjemand etwas unglaubliges erfindet, dass den Krebs besiegt oder sogar ganz verhindert... :)-

    jennna das tut mir echt leid:°_


    wünsche dir ganz viel kraft..:)* ich habe momentan das gefühl das vermissen hört niemals auf..mein neffe stand mir auch sehr nahe,wie ein kleiner bruder.bei ihm ging es relativ schnell,er starb nach 2tagen im krankenhaus.es tat gut das wir alle bei ihm sein konnten(sind eine gross familie) und in einer elternwohnung untergebracht wurden.es kam sogar extra noch ein pastor und hat ihn getauft als er schon fast tot war:°(


    warst du auch dabei als dein vater starb?


    wünsche dir und deiner familie auch alles alles gute:)-


    lg

    Hey Ihr Lieben.


    Ja, wenn man einmal persönlich mit dem Thema Krebs Erfahrung gemacht hat. Dann ist man anders als vorher...


    Man wird so nachdenklich.


    Und die Frage kommt oft auf "warum"???


    Warum gibt es diese schreckliche und in den meisten Fällen unheilbare Krankheit? Ich verstehe es auch nicht. Der Krebs ist wie ne Geisel... eine schreckliche.


    Und bei all dem medizinischen Fortschritt, den man so miterlebt. Dagegen gibt es nix... gar nix... gegen so dümmlich mutierende Zellen. Ich find das unfassbar.


    Ja Chemo und Bestrahlung... kann nur im Anfangsstadium wirken. Wenn der Krebs einmal wütet, dann ist er nicht mehr aufzuhalten. So ist es doch.


    Alles nur noch "pallivativ". Wie ich dieses Wort hasse.


    Jetzt hat es noch nen Bekannten von mir erwischt. Gerade mal 41 Jahre alt. Zungenkrebs... hat in den Hals metasiert. Nen großes Geschwür um die Halsschlagader rum und um wichtige Nerven. Traut sich kein Chirug dran.... ne, kann nicht sein, oder? Er könnte ja sterben bei der OP oder gelähmt sein.


    So wird er - wenn nix getan wird - auf jeden Fall sterben. Er wird ersticken. Aber kein Chirug hat Mumm ihm das Teil aus dem Hals zu holen. Ich find das paradox. Doch lieber bei der OP sterben als qualvoll zu ersticken. Oder nicht?


    Ich kann da die Ärzteschaft oft nicht verstehen... haben Ihren Eid geschworen, das man für jeden Patienten nur das Beste tut. Aber dann Schiss vor der eigenen Courage. "Die Risiken sind zu groß"... wenn es nicht so traurig wäre, müsste ich jetzt lachen... ohne Behandlung stirbt er doch eh. Das Ding im Hals wütet immer mehr. Er kann den Kopf nicht mal mehr grade halten so fett ist der Tumor.


    Aber er wird nach Hause geschickt, ja ist so. Ohne es versucht zu haben. Selbst wenn die Chancen nur bei 5 oder nur bei einem Prozent liegen würden, wenn man ihn operiert. Nein man entlässt ihn in 100% Qualen.


    Das konnte Hippokrates mit seinem Eid doch nie gemeint haben.

    @ endufrau

    Das ist das Letzte? Ich denke nicht.


    Wenn es um das Ende geht sollten auch Ärzte Stellung beziehen. Aber davor drücken sie sich. Wer sonst als nen Weißkittel sollte das können.


    Wird sich von den Weißkitteln oft vor gedrückt.

    Kenne diese super Profs.... die nett labern.. sonst keine Ahnung haben.


    Wenn ich mal Krebs habe... will die Giftspritze. Nur nicht leiden willl.


    Aber das lässt euer "Ethos" ja nicht zu. Kein Mensch will leiden. Dann lieber tot.


    Denk mal drüber nach.

    @ schnecke 1985

    Ich würds wohl auch nicht wirklich tun. Aber Gedanken daran dürften wohl legitim sein, wenn es keine Hoffnung mehr gibt und man nur noch am leiden ist.


    Ich denke schon, das jeder Mensch das Recht hat in Würde zu sterben.

    KREBS - wenn wir dieses Wort als Todesursache hören, dann zucken alle in unserer Familie und sind dankbar für das Glück, dass unseren Betroffenen bisher zuteil wurde. :)z


    Meine bessere Hälfte erkrankte vor 5 Jahren an Knochenkrebs an der Schulter. Das erste Glück war - es ist operabel, das Zweite - es war früh genug und das Dritte - es gab keine Streuungen. Seit April 2009 gilt die Erkrankung als geheilt. Ist halt die Frist der engmaschigen Nachsorge.


    Vor 3 Jahren dann meine Bruder mit Hodenkrebs. Und bisher alles toi, toi, toi :)_ Hier sind die Heilungschancen auch bei 95 %.


    Aber wir kennen auch anderes: haben vor 2 Jahren einen guten Freund durch Lungenkrebs verloren, vor 5 Wochen unsere Hausärztin auch Lungenkrebs und letzte Woche einen Freund an Darmkrebs. Und wir kennen auch wie verdammt schnell es alles gehen kann. Die 11-jährige Tochter einer Freundin hatte 6 Wochen zwischen erkennen des Gehirntumors und ihrem Tod.