Sinnlose Mammografie/Brustkrebs-Screenings?

    Zum Thema gibt es ja seit ca. 2 Jahren diverse Berichte im Fernsehen und Anderswo, ein Beispiel:


    http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/grafik-des-tages-brustkrebs-so-viel-bringt-das-mammografie-screening-a-982523.html


    Wurde Das in diesem Forum schonmal diskutiert? Ich finde Nichts.


    Es scheint ja so zu sein daß die ganzen Vorsorgeuntersuchungen über Jahrzehnte ein Riesengeschäft waren. Unterm Strich kein Nutzen aber viel produziertes Leid(Angst, sinnlose OPs usw.)


    Muß man den Frauen ganz klar sagen: Geht nicht zur Vorsorge! Oder wie ist der aktuelle Stand der Dinge??

  • 46 Antworten

    Ich kann nur für mich sprechen... Vorsorge beim Frauenarzt mach ich jährlich... Mammographie wird es bei mir als Vorsorge nicht geben. Der Nutzen ist in meinen Augen nicht gross genug und es gibt wenige die eine Mammo wirklich gut auswerten können.

    Viele verteidigen die gängige Praxis, vor allem die medizinischen Berufe – klar, irgendwie: Bringt Kohle, und die Gläubigkeit wird von der "obersten Kirchenbehörde" angeheizt. Ich glaube, dass die allermeisten echt daran glauben.


    Es ist ein Glaubenskrieg. Siehe z. B.: "Vorsicht Vorsorge!", ein kritisches Buch.


    Die autonomen Menschen lassen sich dazu nichts vorschreiben, egal wie sehr ihnen ein schlechtes Gewissen eingeredet wird. Sie entscheiden selbst.

    Man darf auch die psychische Belastung dieser Screenings nicht vergessen, erst wartet man Tage auf die Ergebnisse und wenn dann ein Befund da ist, weiß man noch lange nicht, was er bedeutet. Also wieder neue Untersuchungen, um dann zum großen Teil das Ergebnis zu bekommen, das ist nichts. Oder vor der Frage zu stehen, ob die winzige Verkalkung, die man gefunden hat, entfernt werden soll oder nicht, weil kein Mensch weiß, ob und in welchem Zeitraum sich daraus Krebs entwickeln könnte..

    Zitat

    Muß man den Frauen ganz klar sagen: Geht nicht zur Vorsorge!

    Nein, das ist ja auch wieder zu viel des Guten. Denn das kann jede selbst entscheiden. Zumal "Vorsorge" ja nicht automatisch nur Mammographie ist.


    Ein bisschen mehr Wind könnte man der Vorsorge-Hysterie allerdings aus den Segeln nehmen. Da wird einem ja teilweise eingeredet, dass man schon mit einem Bein im Grab steht, wenn man nicht laufend zu sämtlichen Fachärzten rennt, um Vorsorge zu betreiben...

    Ich mach die Mammographie regelmäßig und das schon ne Weile, zuerst beim FA auf eigene Kosten und letztes Jahr wurd ich von der KK angeschrieben und bin da hin.


    Was die Ängste anbelangt,


    wenn ich welche hätte, bzgl. dem Ergebnis, ob jetzt positiv, würd ich nicht hin gehen, aber so ist das für mich nur ne Vorsorge, wie die jährl. beim FA oder beim Zahnarzt usw.


    Man bekommt nun auch ab 50 ne Darmspiegelung von der KK bezahlt,


    auch die nehm ich wahr.


    Ob nun Nutzen oder nicht, stört mich recht wenig.


    Wenn nun irgendwann mal was ausbrechen sollte und es wird zu spät erkannt, brauch ich mir schon keine Vorwürfe zu machen, daß ich die Vorsorgen (Früherkennung) nicht in Anspruch genommen hab.

    Ich denke bei der Mammografie geht es hauptsächlich auch darum dass es bei der Untersuchung zu einer nicht unerheblicher Strahlenbelastung kommt. Wo dann einfach die Risko-Nutzen- Abwegung in Frage kommt. Genau aus diesem Grund, wird die Mammografie ja nicht bei jungen Mädchen/Frauen durchgeführt bzw nur unter bestimmten Voraussetzungen.


    Ansonsten find ich "Vorsorge" so ein bisschen Einstellungssache. Die einen gehen halt und sehen es wirklich als "Früherkennung" denn das so eine Untersuchung keinen Krebs verhindern kann, sollte klar sein.


    Die anderen gehen eben nicht und sagen sich wahrscheinlich "ich geh das Risiko ein und vertrau meinem Körper...wird schon nix sein und wenn, dann kann mir immer noch geholfen werden"


    Ich gehöre auch zu ersterem...mache alle – für mich- notwendigen Vorsorgen (bisher sind das nur Frauenarzt und Hautarzt).

    Zitat

    "ich geh das Risiko ein und vertrau meinem Körper...wird schon nix sein und wenn, dann kann mir immer noch geholfen werden"

    Oder sie sehen es eben nicht als Risiko. Die meisten Knoten werden soweit ich richtig informiert bin nach wie vor durch die Frauen selbst ertastet. Wie man richtig abtastet wissen trotzdem nicht alle und bekommen es auch bei weitem nicht von jedem Frauenarzt gezeigt.

    mnef.... stimmt laut meinem FA. Er meinte bloss mal, dass bei einer grossen Brust das Ertasten des hinteren Bereiches nicht so effizient ist wie bei einer kleinen Brust.


    Durch die Mammo werden viele Frauen in Angst versetzt bei denen eigentlich nichts los ist. Und ein paar Brustkrebszellen hat jeder Frau denke ich. Hab mal von nem Arzt gesagt bekommen, dass man dies bei jeder Frau finden würde – aber der Körper hungere die Zellen selbst aus. Meistens funktioniere dieser Schutzmechanismus des Körpers. Aber durch die Mammo wird bei vielen eben operiert oder Kalkablagerungen werden als Krebs angeschaut etc. Denn nicht jeder hat genug Erfahrung eine Mammo richtig auszuwerten. Aber das Geschreih nach Vorsorge und Mammo flammt meistens dann auch wenn wieder neue Krebsmedis auf den Markt kommen.

    Ja, klingt logisch. Aber besser nicht soo effizient als deshalb gar nicht erst tasten.


    Wobei man sich damit auch wieder selbst verrückt machen kann. Es gibt ja auch eine Menge gutartige Verhärtungen (das ist auch die Mehrzahl der Tumore der Brust, glaube ich?) oder einfach drüsiges Gewebe.

    ihr haltet es also für sinnlos, wenn man z.b. von einem elternteilen weiß, dass brustkrebs in der familie liegt, dann auf vorsorge wert zu legen? natürlich kann man krebs dadurch nicht verhindern, aber durch die vorsorge kann es frühzeitig erkannt werden – so es denn tatsächlich grund dafür gibt.


    ich finde, wie schon jemand schrieb, dass das jeder für sich selbst entscheiden muss. ich habe bisher jedes mal meinem frauenarzt gesagt, dass ich auf beiden seiten an brustkrebs erkrankte verwandtschaft habe/hatte und die info war lediglich: ab 30 zahlt die kasse. da ich das noch lange nicht bin, besteht meine vorsorge aus nichts. sorgen machen solle ich mir auch nicht. ich halte es aber für falsch – und evtl. sogar für dumm :-X - das thema damit völlig abzuhaken und ganz 'auf den eigenen körper zu vertrauen'.