Angst vor Zungenkrebs

    Hallo. Vielleicht kann mir ja hier jemand weiterhelfen.


    Ich habe schon sehr lange (ca. 10 Jahre) eine Zungenentzündung auf der Seite die immer wieder kommt und weisse Ränder bildet die nicht weg gehen. Seit 2002 habe ich auf dieser Seite eine Brücke drin. Damaliger Zahnarzt sagte aber nur dazu, es könnte an der Brücke liegen, er denkt eher an Vitaminmangel und ich solle ein Blutbild machen lassen. Das war unauffällig. Hausarzt vermutete eine Pilzinfektion, Abstrich negativ. Antwort: Sie müssen damit leben oder eine neue Brücke machen lassen, was ich aber aus Kostengründen nicht konnte :(v . Ein anderer Zahnarzt sagte dazu gar nichts, ausser wieder das gleiche es liegt an der Brücke und machte mir gleich einen Kostenvoranschlag von ca. 3000 Euro. Konnte ich mir nicht leisten. Also habe ich die ganzen Jahre damit gelebt und mir gegen die Schmerzen mit Mundgel geholfen.


    Seit 2 Jahren bin ich bei einer guten Zahnärztin. Auch sie meinte es liegt höchstwahrscheinlich an der Brücke. Wir planen eine neue. Aber auch da musste ich es aus Kostengründen einstweilen hinten anstellen. Nun hatte ich Ende September einen Kontrolltermin, den die andere Zahnärztin machte die noch in dieser Praxis tätig ist. Sie überwies mich zum Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen zur weiteren Abklärung. Dort war ich letzte Woche und kam völlig geschockt wieder aus der Praxis. Er sagte mir knallhart ins Gesicht dass es was bösartiges sein wird und ich unbedingt zu einer Zungenbiopsie gehen soll. Davor habe ich jetzt wahnsinnige Angst, vor der Biopsie und vor dem Ergebnis. Er meinte so eine lange Entzündung wird meistens bösartig. Das es von der Brücke kommt kann gut sein meinte auch er.


    Warum konnte mir das nie jemand eher sagen?? Ich hatte jetzt vor kurzem erst ein Blutbild das völlig in Ordnung ist. Würde man "Krebs" nicht auch dadurch feststellen, z.B. über den Entzündungswert? Ich hatte nie Probleme was auf Krebs hindeuten könnte, es wächst auch nicht. Es hat sich halt immer wieder entzündet und es haben sich an der Zungenseite weisse Ränder gebildet. Kann mir jemand helfen?? Wie läuft denn so eine Biopsie ab? Oder hat jemand ähnliche Erfahrungen und eine andere Diagnose?? Denn in 10 Jahren konnte mir kein Arzt sagen was das ist!!


    Ich habe so Angst!! Ich freue mich auf Antworten.


    LG Jutti :°(

  • 45 Antworten

    Ja stimmt. Angsterkrankung habe ich seit 1995. Ich nehme aber seit 2 Jahren Citalopram dagegen, was mir der Hausarzt empfohlen hat. Damit lebt es sich ganz gut. Diese Angst erlebe ich jetzt ganz anders. Mir hat noch nie ein Arzt so etwas gesagt, vor allem so plötzlich.......ich versuche ein Bild zu posten.

    Sieht für mich (da Pilz ausgeschlossen wurde) nach einer Leukoplakie aus. Kann unter anderem durch mechanische Reizungen (deine Brücke) entstehen. Bei der Biopsie wird unter lokalen Betäubung ein bisschen herausgeschnitten und untersucht. Es kann eine Krebsvorstufe sein, muss aber nicht. Dennoch sollte die Leukoplakie entfernt werden.

    Im Allgemeinen nicht, aber manche Formen tun weh oder wenn grad ne frische Wunde entstanden ist.


    Mehr als die Biopsie abwarten kannst du wohl nicht, aber ich würde mir aber in naher Zukunft doch mal Gedanken über eine neue Brücke machen. Selbst wenn es keine L ist, ist ständige Reizung an keiner Körperstelle gut.

    Hallo


    Das gleiche hatte ich auch zwischen Zahn und Backen. Es wurde eine Gewebeprobe entnommen. Es war eine Leukoplakie. Es wurde dann mit Laser behandelt. Alles wurde betäubt und ich hatte dabei keine Schmerzen. Bei mir kam es von einer schlecht sitzenden Brücke. Nun ist alles wieder ok.lg

    Hi du.


    Hat der MKG dir einen Termin in der Uniklinik vereinbart? Oder will er die Biopsie selbst vornehmen? Falls er das nicht gemacht haben sollte, dann mach aber allerhöchste Eisenbahn morgen früh selbst einen Termin dafür aus. Die Bilder sprechen wirklich für sich, genauso wie die Aussage des MKGs. Dumpfbackige Aussagen wie die von Naidee bitte einfach in die Tonne kloppen.


    Biopsie an der Zunge läuft folgendermaßen: Du wirst auf einen zahnarztbehandlungsstuhl-ähnlichen Stuhl gesetzt. Der schmucke Assistenzarzt der Uniklinik wird selbst nochmal tasten und schauen, dann gibt's eine Betäubungsspritze in die Zungennerven, dann wird gestanzt (tut nicht weh), dann wird genäht (sieht etwas ekelig aus Patientenperspektive aus, also mach die Augen einfach zu). Eventuell kommen die selbstauflösenden Fäden wenige Stunden später schon wieder von alleine raus. ;-) Aber solange es nicht losblutet wie sonstwas macht das nichts.


    Dann heißt es 1 Woche lang warten, und dann geht's weiter.


    Falls du in einer Woche nach Biopsiebefund mehr Hilfe brauchst, kann ich dir den Link zur Selbsthilfegruppe Zungenkarzinom schicken.


    Grüße, und Daumen sind gedrückt daß es noch nicht entartet ist. Oder zumindest noch nicht gestreut hat und daß die Malignität sich im Rahmen hält.

    Noch was:


    - "Hätte man das nicht am Blutbild sehen müssen?" => nein.


    - "wächst auch nicht" => okay, aber ein paar der Stellen sehen wirklich verdächtig aus. Siehe Aussage des niedergelassenen MKGs. Üblicherweise wachsen einem da auch keine Ballons aus der Zunge hinaus, sondern er frißt sich langsam seitlich ins Gewebe hinein.


    Falls die Fragestellung aufkommen sollte: MKG oder HNO? => MKG. Es geht um den vorderen, beweglichen Teil der Zunge.


    Und geh zu einer Uniklinik, nicht zum Dorfkrankenhaus. Nichts gegen Landärzte, aber bei dem, was da möglicherweise ansteht, willst du nur die Experten ranlassen, die das schonmal gemacht haben.




    Meiner kam im Übrigen aus einer Erythroplakie statt einer Leukoplakie, aber auch aus einer ~10 Jahre lang ignorierten komischen Stelle. Vor daher, nochmal: Ab zur Biopsie mit dir.

    ... und falls du mehr Infos zum Ablauf so einer Krebsgeschichte wissen willst, damit du mehr Stoff zum ängstigen hast ;-) , dann frag ruhig.


    Ansonsten erwarte ich hier morgen einen Bericht dazu, daß du einen Termin vereinbart hast oder schon bei der Biopsie warst. :)*