Eierstockkrebs / genetisch?

    Hallo,


    ich habe ein paar wichtige Fragen.


    Meine Mutti 57 Jahre alt und hat insgesamt 7 Geschwister, 3 Schwestern und 4 Brüder.

    Ihre Mutter ist in einem Alter von glaube 67 Jahren an Brustkrebs verstorben. Ihre Schwester (55 Jahre alt) ist vor 2 Jahren an Eierstockkrebs erkrankt. Die anderen beiden sind jünger (ca. 45 Jahre alt).


    Ich mache mir jetzt natürlich Sorgen, auch um meine Schwester (24 Jahre alt), dass der Krebs genetisch ist.


    Bei meiner Tante hat man angeblich irgendwas getestet und meinte, es sei nicht genetisch. Als ich mit Ihrer Tochter, meiner Cousine, gesprochen habe, wusste sie nicht ob ein Gen-Test gemacht wurde. Sie sagte, eher nicht.


    Falls meine Tante sich testen lassen hat, reicht es dann oder muss sich meine Mutti auch auf BCRA testen lassen?


    Weiß jemand zufällig wie hoch in etwa das Risiko, dass es genetisch ist?


    Viele liebe Grüße


    Chris

  • 5 Antworten

    Danke für den Link Elisada.


    Meine Cousine war doch verunsichert und hat sich da jetzt informiert.


    Es wurde ein Bluttest auf BCRA gemacht und es soll nicht genetisch sein. Sie wurde durcheinandergebracht, weil die Ärztin damals noch von einem anderen Test gesprochen hat. Sie war aber in einer anderen Klinik mit dem Ergebnis und man hat ihr gesagt, dass das sehr aussagekräftig ist und der andere Test eher zu Forschungszwecken gedacht ist.


    Warum meine Tante erkrankt ist wird spekuliert. Sie hat einen großen Bauernhof und Felder wo natürlich gespritzt wird. Das hat sie dann auch immer gegessen. Ihr Handy hat sie auch immer in der linken Hosentasche getragen und der linke Eierstock war dann auch betroffen. Keine Ahnung ob das eine Rolle gespielt hatte. Vielleicht hatte sie einfach nur großes Pech.


    Ich habe auch keine Ahnung, ob es trotzdem ratsam wäre die Eierstöcke entfernen zu lassen wenn jemand in der Familie sowas hatte. Die Ärztin hatte ihr wohl aber gesagt, dass die Risikogruppen Familienmitglieder zählen, wo der Krebs in vermehrter Form in einem recht jungen Alter (ca.30 - 40 Jahren) auftritt. Ich bin zwar ein wenig beruhigter aber so ganz ohne Sorge bin ich nicht.


    Viele Grüße

    Eierstöcke grundlos entfernen birgt zu viele Risiken! Hormonmangel, Osteoporose,... Manist sofort in den Wechseljahren, und das ist wenig sinnvoll.

    Wichtig ist, dass man regelmäßig zur Vorsorge geht und die reguläre Vorsorge auch durch Ultraschall ergänzt wird.

    Mehr kann man nicht machen - und alles andere ist wilde Spekulation. Bauernhof/Pestizide, Handy,...: Eher Zufall als DER Auslöser. Einen eindeutigen Auslöser gibt es oft einfach nicht.

    Und der BRCA-Einfluss betrifft wirklich die außergwöhnlich JUNG Erkrankten. Mit Ü40/50 gehört man da nicht mehr zu.


    Mein Vater ist der jüngste von insgesamt 9 Kindern. Alle seine Schwestern (5) hatten Brustkrebs. Da ist nie etwas getestet worden (die sind einfach zu alt, zu früh gestorben,...). Ich habe das Thema mal angesprochen, getestet hat mich auch niemand. Aber meine Gyn weiß um die Problematik und hat entsprechend die Vorsorge ergänzt. Nicht zuletzt, weil ich grobes Brustgewebe habe und schon mehrfach Eierstockcysten. Mir reicht die umfangreichere Vorsorge voll und ganz, zumal mir aus der Arbeit mit Krebspatienten bewusst ist, dass es eh nie eine ultimative Sicherheit gibt. Krass formuliert.


    Und was man auch nicht aus den Augen verlieren sollte: Durch die heutigen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden werden Dinge a) schneller erkannt und b) können deutlich besser/erfolgreicher behandelt werden. Bei meiner Ma war selbst die totale Überraschung Darmkrebs keine Katastrophe. OP und fertig, seit fast 10 Jahren geheilt sogar ohne Chemo. Weil dank Vorsorge ausreichend früh erkannt. Auch SO kann es gehen.

    Hallo Sunflower_73,


    vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.


    Meine Mutti und meine Schwester machen regelmäßig Brustkrebsvorsorge. Da war bisher alles i.O. Bei Eierstöcken ist das glaube nicht so einfach. Kann man bei der Vorsorge erkennen, dass da was nicht in Ordnung ist? Ich weiß nur, dass es über die Marker geht.


    Auf einer BRCA Info Seite steht: „Bei einer nachgewiesenen Mutation des BRCA1-Gens liegt lt MGZ das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, bei 24-40 %. ( für Brustkrebs 50-80 %) Bei einer Mutation des BRCA2-Gens für Eierstockkrebs bei 11-18 %.( 40-70 %für Brustkrebs)“


    Meine Tanten (Mutters Schwestern) sind ja 40, 45 und 55 Jahre alt, meine Mutti 57, wenn es eine BRCA Mutation wäre, dann wäre wahrscheinlich eine von ihnen schon an Brustkrebs erkrankt, da die Wahrscheinlichkeit noch höher ist als beim Eierstockkrebs. Meine Oma war auch glaube 67, als sie den Brustkrebs bekam, spricht ja auch nicht für einen genetische Erkrankung.


    Auch beim Mann ist bei einer BRCA Gen Mutation das Risiko stark erhöht, an einem Prostatakrebs zu erkranken, aber keiner von den 4 Onkeln (Mutters Brüdern) hat Krebs.


    Die Eltern meiner Großeltern sind angeblich auch nicht an Krebs gestorben und haben recht lange gelebt. Von daher denke ich, dass ich meine Lieben beruhigen kann, und mich auch. Ich habe seit 7 Montan eine EBV Infektion und Stress\Sorgen sind nicht gerade förderlich ;) Habe schon die Nacht schlecht geschlafen.


    Das mit Deiner Vaters Schwestern ist natürlich sehr traurig. Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass Du gesund bleibst.


    Ich gebe Dir Recht, dass die Behandlungsmethoden heute besser sind, allerding hat meine liebe Tante leider einen schlechten Arzt gehabt. Er hat die erhöhten Marker verharmlost wodurch sie leider viel zu spät operiert wurde. Freut mich aber, dass Deine Mutti offensichtlich in den richtigen Händen gelandet ist.


    Gruß


    Chris

    @ Chris:

    Kurz zur Ergänzung: Ich mache mir keine Sorgen um mich. Ich habe mich mit der Thematik beschäftigt aufgr. der Häufung und der beruflichen Konfrontation mit der Thematik. Ich habe mein Fazit ("Vorsorge") - und ansonsten gilt: Es kommt, wie es kommt. Mehr kann ich nicht tun und wenn was ist, muss man dann neu sortieren.