Zungen- bzw. Rachenkrebs durch Oralsex - Impfung sinnvoll?

    Hallo,


    ich habe gerade im Internet gelesen, dass das Risiko für Männer, an Zungen- bzw. Rachenkrebs auf Grund von durch Oralsex bei(!) der Frau (Cunnilingus) übertragene Humane Papillomviren (HPV) zu erkranken, anscheinend deutlich erhöht ist.


    Hier ein paar Links:


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    Studie bestätigt


    Oralsex erhöht das Krebsrisiko deutlich


    Dass ungeschützter Sex Viren übertragen kann, ist nicht neu. Weniger bekannt ist, dass man sich beim Oralsex mit Viren anstecken kann, die Krebs auslösen. Eine neue US-Studie zeigt nun: Wer das Humane Papillomvirus HPV-16 im Mund trägt, hat ein um 22-fach erhöhtes Risiko, an Krebs in Mund oder Hals zu erkranken.


    http://www.t-online.de/lifestyle/gesundheit/id_56448894/krebs-durch-oralsex-hpv-viren-erhoehen-das-krebsrisiko.html


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    GESUNDHEITS-NEWS


    HPV-Ansteckung durch Oralsex erhöht das Risiko für Hals- und Kopfkrebs


    http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/hpv-ansteckung-durch-oralsex-erhoeht-das-risiko-fuer-hals-und-kopfkrebs-2016012254779


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    Oralsex erhöht das Krebs-Risiko


    Besonders Männer sollten auf Krebs-Anzeichen achten.


    http://www.blickamabend.ch/news/douglas-und-dickinson-hatten-recht-oralsex-erhoeht-das-krebs-risiko-id4591837.html


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    Warum "besonders Männer"? Nun, Frauen sind in der Regel gegen das HP-Virus geimpft, weil es ja bisher besonders als Erreger für Gebärmutterhalskrebs in Erscheinung getreten ist:


    http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_humane-papillom-viren-hpv--impfung-gegen-krebs_919.html


    Deshalb meine Frage: Ist es nicht für einen Mann, der gerne Oralsex auch bei wechselnden Frauen praktiziert, sinnvoll, so schnell wie möglich ebenfalls so eine Impfung gegen HPV an sich vornehmen zu lassen?


    Könnte man als Mann mit einer solchen Bitte an seinen/einen Arzt herantreten?


    Wenn ja: Welche Fachrichtung? "Haut- und Geschlechtskrankheiten"? Ich meine, als Mann zum Frauenarzt, welcher ja üblicherweise die Impfung gegen HPV vornimmt - das wäre vielleicht doch ein wenig merkwürdig.


    Oder kann man einfach einen Allgemeinmediziner beauftragen, den Impfstoff für einen zu bestellen?


    Vielen Dank im Voraus für Antworten.

  • 18 Antworten

    Nu ma Butta bei die Fische: ich kenne keinen Mann mit Rachenkrebs, ich habe auch keine Bekannten, die von Männern mit Rachenkrebs erzählen.


    Man kann sich das Leben auch gruselig fürchten.


    Mal davon ab: ich kenne einige Männer, die haben Krebs, aber janz woanders.

    HP Viren können auch bei Männern im Genitalbereich Krebs verursachen. Die Viren sind die selben. Wenn man sich also Impfen lassen möchte kann man das tun. Es ist nur sehr wahrscheinlich dass man als erwachsener Mann bereits Träger ist.

    Also, ganz von der Hand zu weisen ist das Risiko jedenfalls nicht:

    http://www.blickamabend.ch/news/douglas-und-dickinson-hatten-recht-oralsex-erhoeht-das-krebs-risiko-id4591837.html

    Man weiß seit einigen Jahren, dass diese Viren Krebs verursachen, sowohl bei Männern als auch bei Frauen, an den Genitalien oder eben auch im Mund-/Rachenbereich, auch wenn das durch HPV ausgelöste Cervixkarzinom viel häufiger ist als Krebs im Mund-/Rachenbereich. Aber zur Krebsentstehung gehören immer mehrere Faktoren dazu.

    Zitat

    Nun ja klar, ich werde in jedem Krankenhaus kranke Menschen treffen, auch mit sehr seltenen Krankheiten.Ob das dann für einen selbst relevant ist.... ???

    Ich habe Lungenkrebspatienten bisher auch nur im Krankenhaus gesehen, persönlich aber nie einen getroffen, obwohl ich sehr viele Raucher kenne. Heißt aber nicht, dass Lungenkrebs nicht relevant ist.


    Ich denke, wenn es eine einfache Möglichkeit gibt sich gegen Krebs zu schützen, dann wäre es sinnvoll diese zu nützen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit an einer bestimmten Krebsart zu erkranken eher gering ist. Aber lässt man sich nicht impfen und bekommt es dann, wird man sich im Nachhinein ziemlich ärgern. Außerdem sind Impfungen auch immer ein Schutz für Leute mit denen man in Kontakt ist, zB Partner/Partnerin, sofern dieser nicht geimpft ist bzw nicht geimpft werden kann. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man schon mal mit HPV in Kontakt gekommen ist, wenn man bereits sexuell aktiv war, insbesondere bei mehreren PartnerInnen. Das heißt aber nicht, dass man bereits mit allen Stämmen in Berührung gekommen ist. Vielleicht auch mit keinem davon, eventuell nur mit einem low-risk Stamm. Dann würde sich die Impfung aber trotzdem noch auszahlen. Letztenendes muss jeder selber wissen, ob er sich impfen lassen will. Ich habe es damals gemacht, musste sogar privat bezahlt werden (über 500€) und ich finde die Entscheidung immer noch gut. Das muss natürlich jeder abwiegen, ob sich das auszahlt sich gegen ein paar seltene Krebsarten impfen zu lassen. Ich bin aber zB auch gegen Hepatits B geimpft, obwohl ich früher weder Sex ohne Kondom hatte, noch mit Blut Kontakt hatte, so gesehen sehr unwahrscheinlich daran zu erkranken. Trotzdem ist der Nutzen der Impfung für mich gegeben (mittlerweile sowieso, da ich im medizinischen Bereich tätig bin). Das kann man jetzt mit allen Impfungen durchspielen, wie hoch das Risiko ist wirklich zu erkranken. Es gibt sicher Leute, die sind gegen alles geimpft und hätten vielleicht nie eine dieser Krankheiten bekommen. Trotzdem macht das Impfen Sinn, weil man nie weiß, ob es einen trifft oder nicht.

    Bevor du dich impfen lassen kannst, musst halt erstmal im Blut eventuelle AKs bestimmen lassen. Denn ich hab Dir schonmal gesagt, die Impfung bringt nix, wenn Du das Virus schon in dir hast. Aber anscheinend willst Du das ja nicht hören.

    Also man kann sich auch ohne Titerbestimmung impfen lassen. Natürlich ist es klug sich vor einer Auffrischungsimpfung zuerst den Titer anzusehen, weil man dann nicht alle 5 Jahre zur Impfung rennt, sondern nur alle 15 Jahre. Aber müssen tut man gar nichts. Außerdem ist es sehr unwahrscheinlich, dass man bereits mit allen Stämmen in Kontakt gekommen ist, ein bisschen hilft die Impfung dann immer noch, und zwar gegen die anderen Stämme. Außerdem gibt es Studien, dass auch bei Frauen, die davor mit HPV in Kontakt gekommen sind, sich dann impfen ließen, die Krebsrate trotzdem niedriger war.