Falsch erhöhtes Ferritin - trotzdem Eiseninfusion?

    Hallo zusammen


    Ich wäre sehr froh, wenn mir jemand etwas zu dieser Frage sagen könnte:


    Mein Leben lang hatte ich immer wieder einen zu niedrigen Ferritin-Wert. Das war bisher kein Problem, ich ging deshalb alle 1 bis 2 Jahre (ich merke das jeweils sehr gut) zum Arzt und mache 1 oder 2 Eiseninfusionen und dann ist der Wert meistens wieder auf ca. 80.


    Nun hatte ich vor einigen Monaten eine Operation (Gallenblasenentfernung). Nach der Operation stieg der Ferritin-Wert auf fast 300. Das ist ein klares Zeichen, das irgendwelche entzündlichen Prozesse im Körper ablaufen oder der Wert ist erhöht wegen Leberzellschädigungen. Nun nach fast 9 Monaten ist der Ferritin-Wert immer noch erhöht, auch das CRP ist leicht erhöht, was natürlich nicht gut ist. Ein MRI wird demnächst gemacht. Hinzu kommt, dass ich wieder ganz deutliche Anzeichen von Eisenmangel habe: starker Haarausfall, müde, etc. Ich weiss genau, dass es wieder so weit für eine Eiseninfusion wäre.


    Der Ferritin-Wert ist im Grunde falsch erhöht, wie bei Entzündungsprozessen eben üblich. Meine Frage ist nun: Kann es trotzdem sein, dass ich zu wenig Ferritin habe? Ist das eine andere Art von "Ferritin"? Würden Eiseninfusionen nützen oder wären sie evtl. sogar schädlich bei schon hohen Werten?

    Mit meinem Arzt habe ich es bereits besprochen. Er ist völlig überfragt und ist eher gegen Infusionen. Ich möchte es aber probieren, da ich nicht weiter mit dem mir bekannten Haarausfall und der Müdigkeit leben möchte.


    Liebe Grüsse

    Skolka

  • 5 Antworten

    Wurde denn Eisen im Blut und Hämoglobin angeschaut? Der Ferritin allein ist ja in dem Fall nicht aussagekräftig.

    Die Frage ist auch ob du in dem Zustand eine Infusion bekommen solltest - denn die ist ja schon riskanter als bspw. eine Tablettenkur.

    Transferrin und Transferrinsättigung sollten bestimmt werden.


    Und, wie Nala85 richtig schreibt, das komplette Blutbild am besten inkl. Hämatokrit und MC-Werten.


    Wie sind denn die Werte? Gibt es ein aktuelles Blutbild inkl. Referenzwerten? Bei Ferritinmangel sieht man häufig auch Folsäuremangel, Mangel an Vitamin B12, Mangel an Vitamin D3 u.a.

    Das komplette Blutbild habe ich, wird auch alle 2-3 Monate überprüft. Alle Werte sind sehr gut, auch HB, etc. Ausser - wie gesagt - das leicht erhöhte CRP und das herhöhte Ferritin.


    Eisen-Tablettenkur nützt bei mir nichts, hat man schon vor 20 Jahren aufgegeben.


    Meine Frage ist wirklich nur:

    "Der Ferritin-Wert ist im Grunde falsch erhöht, wie bei Entzündungsprozessen eben üblich. Kann es trotzdem sein, dass ich zu wenig Ferritin habe? Ist das eine andere Art von "Ferritin"? Würden Eiseninfusionen nützen oder wären sie evtl. sogar schädlich bei schon hohen Werten?"


    @ Seldom

    Inwiefern hätten Transferrin und Transferrinsättigung einen Einfluss auf die Fragestellung?


    Der Haarausfall macht mich echt fertig, und es gibt von den Blutwerten her keine Anhaltspunkte. Auch der Hormonstatus ist im grünen Bereich.

    Deshalb tippe ich ja darauf, dass es irgendwie doch mit dem Ferritin zu tun hat, weil das seit 20 Jahren immer genau damit zusammenhing.


    LG, Skolka


    Seldom schrieb:

    Bei Ferritinmangel sieht man häufig auch Folsäuremangel, Mangel an Vitamin B12, Mangel an Vitamin D3 u.a.

    Alles perfekt...

    Transferrinsättigung zeigt Eisenstatus auch bei akutem entzündlichen Prozess, also erhöhtem CRP, gut an.


    Blutwerte "im grünen Bereich" ist zu wenig aussagekräftig.


    Manche kommen mit niedrigen Normwerten gut zurecht, also kein Handlungsbedarf.


    Sind jedoch Symptome da, muss man sehr genau hinsehen. Blutbild in absoluten Zahlen inkl. Referenzwerten, dann Zusammenschau.