• Gallenkolik - Gallensteine - OP?

    Hallo zusammen... ich hatte in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (1.7 auf 2.7.) eine Gallenkolik. Begonnen hat die Kolik um 1:30 Uhr. Natürlich konnte ich die extremen Schmerzen nicht zuordnen. Ich habe die Nacht nicht geschlafen, um 5 Uhr musste ich brechen. um 8 Uhr habe ich beim Arzt angerufen - ich sollte auf 10 Uhr vorbeikommen. Die Ärztin…
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    Schaden werden die bestimmt nicht, ist ja im wesentlichen nur Zucker.

    Du redest von den Globulis oder? Ich glaube Pfefferminz hat sich auf die Säureblocker bezogen ;-)

    Ups, dann nehme ich alles zurück |-o


    Aber nehmen würde ich die bei einem berechtigten Verdacht auf Gallenkolik trotzdem nicht.

    Komme gerade von meiner Ärztin. Also erst einmal hat sich meine EBV-Theorie zerschlagen. Hat mit Serologin telefoniert und die Werte sagen aus, dass die Infektion mindestens 4 Monate zurückliegt, auch wenn ein Wert außergewöhnlich hoch ist.


    Von den Leberwerten war sie überrascht und meint, dass es durchaus mit der Galle zu tun haben kann, wusste aber nichts mehr von den Gallensteinen (konnte auch keine Befunde mehr finden ??? ).


    Blut abgenommen. Morgen wieder hin.


    Warum ist mir aber seit Mitte/Ende Mai nur schlecht und schwindlig?

    Gibt es eigentlich Alternativen zur Operation? Ich dachte da an die bei Nierensteine bwährte Zertrümmerung mit Stoßwellen. Wenn man dann wieder 10 Jahre Ruhe hätte, wäre mir das lieber als eine Entfernung der Gallenblase.


    Ich vermute, daß meine Gallenblase auch ziemlich voll mit Steinen ist. Seit vielen Jahren hab ich so 1-2 mal im Jahr kleine Mini-Koliken bekommen. Der Schmerz war jedenfalls ganz charakteristisch direkt unter den Rippen auf der rechten Seite. Nach ein paar Minuten war der Spuk immer vorbei und ich hab dem keine große Bedeutung beigemessen. Vor 9 Tagen bekam ich jedoch wieder solche Schmerzen, aber es dauerte 2 Tage bis die Schmerzen vorbei waren. 6 Tage später kam aber der Schmerz schon wieder, insbesondere beim tiefen Einatmen im Liegen. Bei Bewegung draußen verschwanden dann die Beschwerden wieder und ich konnte problemlos tief durchatmen. Gestern Abend bekam ich dann eine richtige Kolik mit wellenartigen, heftigen Schmerz. Nach etwa 90 Minuten war der schwere Schmerz wieder vorbei, aber der Schmerz beim tiefen Einatmen ist geblieben. Übelkeit hab ich bislang keine gehabt, aber da ich jetzt kaum noch was esse, fühle ich mich natürlich nicht ganz so wohl wie sonst. Ich hab gottseidank die letzte Nacht einigermaßen gut geschlafen. Das Allgemeinbefinden ist also nicht schlecht. Ich war bislang noch nicht beim Arzt, aber jetzt muß was unternommen werden.


    Ich bin männlich, 60 Jahre alt, normalgewichtig, Nichtraucher, esse wenig Fleisch, trinke keinen Alkohol aber viel Milch und esse viele Milchprodukte. Mein Konsum an Milchprodukten dürfte schätzungsweise das fünffache des Durchschnittsbürger betragen und ich vermute, daß die Steine von diesem exzessiven Milchkonsum herrühren. Ansonsten bin ich eigentlich kerngesund und habe in meinem Leben noch keine 50 Tabletten geschluckt. Mit Ärzten habe ich eigentlich nichts zu tun. Ich bewege mich sehr viel.

    Also, die Sache mit der Zertrümmerung der Gallensteine mit Stoßwellen hat sich leider nicht bewährt, deswegen wird das nicht mehr gemacht. Es ist einfach so, daß die Steine wiederkommen, und dann geht das Drama von vorne los, eventuell bis zu einer Vereiterung der Gallenblase und zum Durchbruch mit Sepsis. Das ist bei mir passiert, und es kann schneller passieren, als es einem lieb ist, denn ich hatte die erste echte Gallenkolik ca. 4 Wochen vorher.

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    Gestern Abend bekam ich dann eine richtige Kolik mit wellenartigen, heftigen Schmerz. Nach etwa 90 Minuten war der schwere Schmerz wieder vorbei, aber der Schmerz beim tiefen Einatmen ist geblieben.

    Die wird wiederkommen, und dann bringt sie noch Gäste zur Party mit.... {:(

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    Übelkeit hab ich bislang keine gehabt, aber da ich jetzt kaum noch was esse, fühle ich mich natürlich nicht ganz so wohl wie sonst.

    Da hast du noch Glück gehabt. Ich habe bei meiner ersten Kolik gekotzt wie ein Reiher und konnte nicht mehr aufhören, selbst als gar nichts mehr hochkommen konnte.


    Was heißt, du ißt kaum was? Hast du keinen Appetit, oder kannst du Essen zur Zeit kaum anschauen, und es schmeckt alles wie Pappe? Beobachte mal deine Gesichtsfarbe. Wenn du gelb wirst, sofort ins Krankenhaus! Und ich meine SOFORT!

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    Ich war bislang noch nicht beim Arzt, aber jetzt muß was unternommen werden.

    Höchste Zeit, daß du zum Arzt kommst damit!

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    Mein Konsum an Milchprodukten dürfte schätzungsweise das fünffache des Durchschnittsbürger betragen und ich vermute, daß die Steine von diesem exzessiven Milchkonsum herrühren

    Wäre recht untypisch. Galle wird meist von fettigem, schwer verdaulichem oder scharf gewürztem Essen ausgelöst. Du solltest im Moment eher fettarm essen, wenn nötig, reduziere auf Tee und Zwieback!

    Noch was zum Wiederkommen der Gallensteine: die kommen teilweise von der Leber. In meinem Fall mußte ich ca. 8 Wochen nach der Gallen-OP nochmal ins Krankenhaus, damit mir ein kleiner Stent aus dem Gallengang gezogen werden konnte (Schlauch schlucken), der wegen der Komplikationen bei mir da rein mußte. Hinter diesem kleinen Stent hatte sich ein Steinchen versteckt, das der Arzt dann gleich mit entfernt hat. Du siehst, 10 Jahre Ruhe wäre eine Illusion. Aber meines Wissens wird diese Zertrümmerung heutzutage überhaupt nicht mehr gemacht, hat sich einfach nicht bewährt.

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    Also, die Sache mit der Zertrümmerung der Gallensteine mit Stoßwellen hat sich leider nicht bewährt, deswegen wird das nicht mehr gemacht. Es ist einfach so, daß die Steine wiederkommen, und dann geht das Drama von vorne los

    Es ist mir schon klar, daß die Ursache der Steinbildung durch Entfernung der Steine nicht beseitigt wird. Aber ich denke mir, daß die Steinbildung seine Zeit braucht und das man dann für Jahre Ruhe hat. Bei Nieren ist es genauso, nur daß die Nieren absolut lebensnotwendig sind und man sie deshalb nicht entfernen darf. Die Gallenblase ist zwar sicherlich weniger wichtig als ein Niere, aber im Laufe der Evolution sollte sie sich nicht ohne Grund entwickelt haben. Sie muß also durchaus auch Vorteile haben, etwa beim Fett-Stoffwechsel.

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    Die wird wiederkommen, und dann bringt sie noch Gäste zur Party mit....

    Welche Gäste denn?

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    Was heißt, du ißt kaum was? Hast du keinen Appetit, oder kannst du Essen zur Zeit kaum anschauen, und es schmeckt alles wie Pappe? Beobachte mal deine Gesichtsfarbe. Wenn du gelb wirst, sofort ins Krankenhaus! Und ich meine SOFORT!

    Ich hab das Problem eigentlich ignoriert, bis ich die akute Kolik bekommen hatte. Da wollte ich eigentlich sofort zur Notaufnahme ins Krankenhaus fahren, hab mich aber dann doch entschlossen, erst mal im Internet nachzuschauen. Unter den Maßnahmen


    gegen so eine Kolik fand ich dann das dämliche Wort "Nahrungskarenz" und da hörte ich dann sofort mit dem Essen auf.

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    Höchste Zeit, daß du zum Arzt kommst damit!

    Allzu viel macht der Arzt bei einer akuten Kolik auch nicht. Er verabreicht dem Patienten in der Regel nur starke Schmerzmittel und ein Entkrampfungsmittel verpasst. Operiert wird sowieso erst, wenn die Kolik vorbei ist und die Gallenblase frei von Entzündungen ist. Da ich bislang noch nie eine Schmerztablette eingenommen hatte, und ich vor 9 Jahren auch ein ziemlich großflächige Gürtelrose ohne Schmerzmittel durchgestanden habe, dachte ich mir "Wer so ein fünfwöchige Schmerzhölle durchsteht, den kann auch so eine Kolik nicht erschüttern", wobei man Schmerz nicht einfach mit Schmerz vergleichen kann. Außerdem war ich sehr beruhigt, daß die Lage des Schmerzes meine ursprüngliche Vermutung "Gallenstein-Gallenkolik" ziemlich gut bestätigten. Es fehlt nur die Übelkeit.

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    Wäre recht untypisch. Galle wird meist von fettigem, schwer verdaulichem oder scharf gewürztem Essen ausgelöst. Du solltest im Moment eher fettarm essen, wenn nötig, reduziere auf Tee und Zwieback!

    In Milch und insbesondere Käse ist natürlich ne Menge Fett drinnen. Tee und Zwieback hab ich nicht im Hause, aber Fett werde ich - so gut es geht - vermeiden. Nachdem ich gestern obige Zeilen geschrieben habe, habe ich gestern meinen Allgemienzustand an einer Steigung mit 150m Höhenentschied, die ich bis zu 4 mal am Tag hinauflaufe, getestet. Das ist ist ein exzellenter Test für die körperliche Verfassung und der fiel gar nicht gut aus. Nach 2/3 der Strecke mußte ich eine längere Pause machen, bevor ich den Rest der Strecke in Angriff nehmen konnte. Außerdem waren meine Schritte deutlich kürzer, und ich erholte mich nur sehr langsam als es wieder flach wurde. Dann hab ich wieder mit dem Essen begonnen. Heute früh habe ich dann denselben Test noch einmal gemacht. Die Schritte waren immer noch recht kurz, aber ich konnte auf eine Pause verzichten, wenn auch nur mit Mühe. Ich erholte mich danach auch etwas schneller. Insgesamt eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu gestern. Wenn ich mich entsprechend fühle, werde ich heute Nachmittag den Test noch einmal machen. Ich hoffe, daß in den nächsten Tage die Schmerzen völlig abklingen und dann will ich auch mal eine Ultraschalluntersuchung machen lassen, nicht nur von der Gallenblase sondern auch von den Nieren. Das sollte weitgehend dieselbe Diagnostik sein.

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    Noch was zum Wiederkommen der Gallensteine: die kommen teilweise von der Leber. In meinem Fall mußte ich ca. 8 Wochen nach der Gallen-OP nochmal ins Krankenhaus, damit mir ein kleiner Stent aus dem Gallengang gezogen werden konnte (Schlauch schlucken), der wegen der Komplikationen bei mir da rein mußte. Hinter diesem kleinen Stent hatte sich ein Steinchen versteckt, das der Arzt dann gleich mit entfernt hat.

    Ich vermute hier eher, daß die Ärzte das Steinchen bei der Operation schlichtweg übersehen hatten und sich diesen Pfusch nicht eingestehen wollten. Wenn die Gallensteine mit einer nennenswerten Häufigkeit auch von der Leber kommen könnten, dann müßte es auch nach Entfernung der Gallenblase solche Koliken geben können. Mein Vertrauen in die ärztliche Kunst ist gering. Ich selber hab zwar bislang fast nichts mit Ärzten zu tun gehabt, aber ich sehe, was um mich herum geschieht. Wenn man dann noch die vernichtenden statistischen Analysen zu Mammographie und PSA-Test liest, dann bekommt man regelrecht einen Wutausbruch über diese Geschäftemacherei zu Lasten des Patienten. Wie heißt es doch so schön: Es gibt keine gesunden Menschen sondern nur zu wenig untersuchte.

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    Aber ich denke mir, daß die Steinbildung seine Zeit braucht und das man dann für Jahre Ruhe hat.

    Wenn das Ungleichgewicht der "Zutaten" der Gallenflüssigkeit gestört ist, kann das ziemlich schnell gehen. Außerdem sind die Nebenwirkungen der Medikamente wohl nicht ohne, ein weiterer Grund warum das nicht mehr gemacht wird.

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    aber Fett werde ich - so gut es geht - vermeiden.

    Komplettverzicht ist wiederum auch nicht gut, kann nur zu noch mehr Steinen führen. Was bei mir ein ziemlich sicherer Auslöser war, ist Koffein.

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    Wenn die Gallensteine mit einer nennenswerten Häufigkeit auch von der Leber kommen könnten, dann müßte es auch nach Entfernung der Gallenblase solche Koliken geben können.

    Gibt es ja auch. Die Gallenflüssigkeit wird in der Leber hergestellt, auch wenn man keine Gallenblase hat. Die Flüssigkeit wird dann über die Gallengänge in die Gallenblase zum speichern ??weshalb es auch schlecht ist, wenn durch kompletten Fechtverzicht keine Flüssigkeit gebraucht wird?? und/oder direkt in den Verdauungstrakt geleitet. Die Wahrscheinlichkeit, dass in den Gängen etwas entsteht ist zwar geringer, weil ja die Flüssigkeit mehr in Bewegung ist, aber unmöglich ist es nicht.

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    Welche Gäste denn?

    Meiner Erfahrung nach ist jede Kolik noch schlimmer als die vorhergehende. Extrem schlimm wurde es bei mir einen Tag vor der OP. Ich war nach Hause geschickt worden, weil es mir so mies ging, habe gute Chefs. Und dann kam zuhause die Mutter aller Gallenkoliken. Ich habe ich wortwörtlich am Boden gekrümmt und nur noch mit Schnappatmung Luft in die Lungen bekommen. Heute weiß ich, daß das vermutlich der Durchbruch der Gallenblase war.


    Vielleicht bei dieser Gelegenheit noch die Geschichte von meiner Mutter. Ich kam als ca. 12-Jährige von der Schule nach Hause... und fand meine Mutter bewegungslos zusammengekrümmt in Fötalhaltung unter der Garderobe im Flur. Ich dachte erst, sie wäre tot, weil sie überhaupt nicht ansprechbar war und völlig katatonisch, aber es war eine Gallenkolik, wie die Rettungssanitäter dann feststellten. So kann das im Extremfall aussehen.

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    Allzu viel macht der Arzt bei einer akuten Kolik auch nicht. Er verabreicht dem Patienten in der Regel nur starke Schmerzmittel und ein Entkrampfungsmittel verpasst. Operiert wird sowieso erst, wenn die Kolik vorbei ist und die Gallenblase frei von Entzündungen ist.

    Das stimmt. Allerdings war das Schmerzmittel damals eine echte Erlösung. Ich wurde ja mit Gelbsucht zum ersten Mal ins KH eingewiesen und hatte eigentlich nur das Gefühl, mir geht's mies, aber große Schmerzen hatte ich meiner Ansicht nach nicht. Zu dem Zeitpunkt saß bei mir ein Steinchen im Gallengang fest und verhinderte den Abfluß der Gallenflüssigkeit, und die überschwemmte statt dessen die Leber und die Bauchspeicheldrüse, die das beide nicht so prickelnd fanden. Also, ich bekam Novalgin IV... und auf einmal ging's mir so massiv besser! Ich habe das Zeug umgehend "Rosa Wolke" getauft, obwohl es in keiner Weise einen Drogen-Effekt hatte, es ist einfach so schön, wenn der Schmerz nachläßt, der einem gar nicht voll bewußt war!


    Übrigens bin ich im KH (4 Tage Aufenthalt) auch mit Antibiotika bombardiert worden, schlicht und einfach, um eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse zu verhindern. Denn das kann einen ziemlich schnell umbringen!

    Zitat

    Nach 2/3 der Strecke mußte ich eine längere Pause machen, bevor ich den Rest der Strecke in Angriff nehmen konnte. Außerdem waren meine Schritte deutlich kürzer, und ich erholte mich nur sehr langsam als es wieder flach wurde. Dann hab ich wieder mit dem Essen begonnen. Heute früh habe ich dann denselben Test noch einmal gemacht. Die Schritte waren immer noch recht kurz, aber ich konnte auf eine Pause verzichten, wenn auch nur mit Mühe. Ich erholte mich danach auch etwas schneller.

    Bitte sei vorsichtig mit solchen Belastungstests. Wenn du eine Entzündung im Körper haben solltest, dann kann das schon ausreichen, daß du dein Herz beschädigst. Meine Mutter hatte mal so eine unentdeckte Herzmuskelentzündung, und bezahlt bis heute dafür!

    Zitat

    Wenn die Gallensteine mit einer nennenswerten Häufigkeit auch von der Leber kommen könnten, dann müßte es auch nach Entfernung der Gallenblase solche Koliken geben können.

    Passiert bei mir immer mal wieder. Aber die Steinchen erreichen gar nicht erst die Größe, daß sie wirklich Ärger machen könnten, ich merke das dann nur daran, daß es in der Gallengegend ab und zu mal fiese Stiche gibt. Dauert ca. 1-2 Stunden, dann war's das wieder. Das kommt ca. 3-4 mal pro Jahr bei mir vor.

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    Mein Vertrauen in die ärztliche Kunst ist gering. Ich selber hab zwar bislang fast nichts mit Ärzten zu tun gehabt, aber ich sehe, was um mich herum geschieht.

    Mir scheint, du bist einer von denen, die lieber irgendwelchen Statistiken vertrauen, anstatt sich selber mal ein Bild zu machen. Ich habe einen guten Hausarzt, der mich damals stehenden Fußes ins KH eingewiesen hat, als es nötig war, aber der mich auch ohne Rezept wegschickt, wenn ich bloß mit einer Erkältung bei ihm aufschlage. Egal, ob HNO, Orthopäde, Zahnarzt - keiner von meinen Ärzten versucht mir irgendwas aufzuschwatzen, egal ob Zahnkrone oder Operation, was ich nicht brauche. Ich habe gelernt, mich auf ihr Urteil zu verlassen und bin damit bisher immer gut gefahren. Die Ärzte im KH waren ebenfalls alle gut. Bei mir wurde damals im OP von laparoskopisch auf offene OP umgestiegen, und es wurde Prof. Dr. Chefarzt aka Halbgott in Weiß hinzugerufen. Daß in nach 8 Tagen bereits entlassen wurde, habe ich diesen Ärzten zu verdanken, das hätte auch anders ausgehen können! Wie gesagt, beginnende Sepsis! Ich weiß heute, daß ich in den ersten 2-3 Tagen nach OP sehr sorgfältig überwacht wurde, eben auf Anzeichen, daß die Sepsis sich ausweitet, tat sie aber zum Glück nicht, weil im OP saubere Arbeit geleistet wurde.

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    Wie heißt es doch so schön: Es gibt keine gesunden Menschen sondern nur zu wenig untersuchte.

    Muß ich meinem Hausarzt mal unterbreiten. Ich denke, er wird einen Lachanfall kriegen!

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    Gibt es eigentlich Alternativen zur Operation? Ich dachte da an die bei Nierensteine bwährte Zertrümmerung mit Stoßwellen. Wenn man dann wieder 10 Jahre Ruhe hätte, wäre mir das lieber als eine Entfernung der Gallenblase.

    Zertrümmerung mit Stosswellen macht man wohl tatsächlich nicht mehr, ABER es gibt noch die Möglichkeit die Steine mit Medikamenten aufzulösen. Ich denke nicht dass das eine Lösung für einen nicht-Tablettenschlucker wie dich ist, da man die Tabletten sehr lange nehmen muss, ich glaube sogar ungefähr ein Jahr lang :-/ . Da ist wohl die Entfernung der Gallenblase die bessere Lösung, da kommst du mit viel weniger Tabletten aus. Natürlich ist da erst die Vollnarkose, aber ich habe z.b. nur bis 2 Tage nach der OP noch Schmerztabletten genommen und ich glaub ich hätte sogar früher aufhören können :-)


    Da du scheinbar sehr gesund lebst, wird das Leben ohne Gallenblase vermutlich weitgehend problemlos sein. Also ich lebe ähnlich wie du und habe wirklich (ausser das erste halbe Jahr) kaum Probleme - und wenn ich mal etwas fettiges Essen möchte (manchmal kommt man ja kaum drum rum), nehme ich ein natürliches Leber-Gallenpräparat zu mir damit die Verdauung nicht verrückt spielt.


    Ich verstehe absolut dass du zögerst, ich habe mir das auch sehr gut überlegt - immerhin ist es doch die Entfernung eines Organs! Ich bereue es nicht... Muss aber jeder selbst entscheiden.


    Auf jeden Fall solltest du erstmal rausfinden ob es überhaupt wirklich die Gallenblase ist bevor du dir soviele Gedanken machst ;-)

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    Mein Konsum an Milchprodukten dürfte schätzungsweise das fünffache des Durchschnittsbürger betragen und ich vermute, daß die Steine von diesem exzessiven Milchkonsum herrühren

    Wäre recht untypisch. Galle wird meist von fettigem, schwer verdaulichem oder scharf gewürztem Essen ausgelöst. Du solltest im Moment eher fettarm essen, wenn nötig, reduziere auf Tee und Zwieback!

    Das sind aber 2 verschiedene Dinge wovon ihr da redet. rwittma spricht davon wie die Gallensteine entstanden sein könnten und Cornelia59 davon wie der Gallenfluss angeregt wird (wodurch die Steine bewegt werden und Koliken ausgelöst werden).


    Steine entstehen wenn irgend etwas mit der Zusammensetzung des Gallensafts nicht stimmt, was genau dieses Missverhältnis im Gallensaft auslöst ist weitgehend unerforscht (Ernährung/Genetik/Lebensweise) und wird auch bei jedem Menschen anders sein. Kann mir gut vorstellen dass rwittma mit den Milchprodukten da einen möglichen Auslöser hat.

    So mal wieder ein Update: ich fühle mich wieder richtig wohl. Die Schmerzen sind recht schnell wieder verschwunden (da war wohl der Gallengang ein bißchen entzündet). Es dauerte dann etwas länger, bis ich auch körperlich wieder richtig fit war. Ich bin gerade wieder oben erwähnten Berg hinaufmarschiert. Diesen habe ich zwar schon mal schneller bewältigt, aber der Schritt war raumgreifend und kraftvoll und das Bedürfnis nach einem Päuschen kam gar nicht erst auf. Das ist ein wunderbarer Test für körperliche Fitness, besser als ein Belastungs-EKG, weil ich die Belastung genau kennen und schon tausende Male mich ihr unterzogen habe. Ich nenne diesen Berg deshalb auch scherzhaft den Berg der ewigen Jugend.

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    Wenn das Ungleichgewicht der "Zutaten" der Gallenflüssigkeit gestört ist, kann das ziemlich schnell gehen.

    So ein Ungleichgewicht kann doch nicht über Nacht kommen. Mein Lebensstil hat sich eigentlich seit Jahren nicht geändert. Ich versuche ihn zu optimieren, gehe dabei allerdings recht behutsam vor. Am Heiligenabend 2013 hatte ich allerdings einen Knöchelbruch, der eine Operation erforderte und zu längerem Bewegungsmangel führte. Ich brauchte lange Zeit, bis ich wieder meine volle Bewegungsfreiheit erreichte. Ich konnte allerdings schon davor recht gut Rad fahren. Seit Oktober bin ich auch wieder zu Fuß wieder richtig fit und sehr aktiv. Möglicherweise hat die Bewegungspause aber die Bildung von Gallensteinen begünstigt. Bewegungsmangel gilt ja als eine der Ursachen. Normalerweise bewege ich mich sehr viel, weit über dem Durchschnitt nicht nur meiner Alterklasse.

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    Meiner Erfahrung nach ist jede Kolik noch schlimmer als die vorhergehende. Extrem schlimm wurde es bei mir einen Tag vor der OP. Ich war nach Hause geschickt worden, weil es mir so mies ging, habe gute Chefs. Und dann kam zuhause die Mutter aller Gallenkoliken. Ich habe ich wortwörtlich am Boden gekrümmt und nur noch mit Schnappatmung Luft in die Lungen bekommen. Heute weiß ich, daß das vermutlich der Durchbruch der Gallenblase war.


    Vielleicht bei dieser Gelegenheit noch die Geschichte von meiner Mutter. Ich kam als ca. 12-Jährige von der Schule nach Hause... und fand meine Mutter bewegungslos zusammengekrümmt in Fötalhaltung unter der Garderobe im Flur. Ich dachte erst, sie wäre tot, weil sie überhaupt nicht ansprechbar war und völlig katatonisch, aber es war eine Gallenkolik, wie die Rettungssanitäter dann feststellten. So kann das im Extremfall aussehen.

    Du scheinst familiär in dieser Richtung vorbelastet zu sein. Bei mir haben jedoch alle Blutsverwandten - so weit mir das bekannt ist - noch ihre Gallenblase. Das jetzt ausgerechnet ich, der gesündeste weit und breit, seine verlieren soll, leuchtet mir nicht ein. Bei meiner Mutter wurden zwar Gallensteine festgestellt, aber weil sie keine Probleme verursachen, hat man bei ihr nichts unternommen. Ein Durchbruch der Gallenblase wie bei dir scheint ein seltener Extremfall zu sein. Wenn ich die Erfahrungen so sichte, dann würde ich zwei Fälle unterscheiden. Einmal der schwere Fall, wo der Gallenstein den Gallengang so verstopft, daß die Gallenflüssigkeit nicht mehr ausreichend in den Darm abfließen kann. Nur dann bekommt wohl Übelkeit, Gelbsucht usw.. Beim zweiten Fall, der offenbar bei mir vorlag, kann die Gallenflüssigkeit noch in ausrechendem Maße abfließen. Dann gibt es zwar auch sehr unangenehme Kolikschmerzen aber Übelkeit usw. bleibt einem erspart.

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    Bitte sei vorsichtig mit solchen Belastungstests. Wenn du eine Entzündung im Körper haben solltest, dann kann das schon ausreichen, daß du dein Herz beschädigst. Meine Mutter hatte mal so eine unentdeckte Herzmuskelentzündung, und bezahlt bis heute dafür!

    Die Gefahr der Herzmuskelentzündung wird meiner Meinung nach massiv übertrieben. Typischerweise sind davon fit gespritzte Menschen, insbesondere Sportler, die die Zeichen ihres Körpers ignorieren, davon betroffen. Genau das mache ich nicht. Ich höre sehr genau in meinen Körper hineine und wenn der eine Pause verlangt, dann mache ich die auch. Wenn man allerdings bei Normalbelastung nicht viel merkt, dann muß man eben die Belastung erhöhen, um zu sehen, ob da etwas nicht stimmt. Genauso sehe ich auch den Nutzen des Belastungs-EKGs.

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    Mir scheint, du bist einer von denen, die lieber irgendwelchen Statistiken vertrauen, anstatt sich selber mal ein Bild zu machen.

    Die Medizin beruht zum größten Teil statistischen Erkenntnissen, um die man dann meist ein bißchen herumzimmert. Das wäre eigentlich nicht schlecht, wenn mit Statistik verantwortlich umgegangen wird. Leider stehen die meisten Forscher unter Ergebnisdruck, dann wird getrickst und das führt dann zu schlechten Ergebnissen. So etwas passiert selbst in Wissenschaften mit viel stärkerem wissenschaftlichen Fundament wie der Physik. Ich erinnere nur an den Skandal um Jan Hendrik Schön, der nie so das breite Licht der breiten Öffentlichkeit erblickte, aber meiner Meinung nach der größte Wissenschaftsskandal aller Zeiten ist und bis heute nicht richtig aufgearbeitet wurde. Ich selbst bin promovierter Mathematiker mit - das bilde ich mir jedenfalls ein - einer breiten naturwissenschaftlichen Bildung.

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    Zertrümmerung mit Stosswellen macht man wohl tatsächlich nicht mehr, ABER es gibt noch die Möglichkeit die Steine mit Medikamenten aufzulösen. Ich denke nicht dass das eine Lösung für einen nicht-Tablettenschlucker wie dich ist, da man die Tabletten sehr lange nehmen muss, ich glaube sogar ungefähr ein Jahr lang :-/ .

    Ein Jahr lang Medikamente einnehmen will ich natürlich überhaupt nicht. Auf der anderen Seite besitzen fast alle Wirbeltiere eine Gallenblase. Die Evolution hat hier ein ganz eindeutiges Urteil gefällt: Die Gallenblase ist ein nützliches Organ, das sich positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirkt. Das operiert man nicht einfach so heraus und was weg ist, ist weg. Die Ärzte haben dann ihr Geschäft gemacht und ich steh möglicherweise dann dumm da. Für einen Couch-Potato mag die Gallenblase irrelevant sein, aber ich verlange meinen Körper noch erhebliche Leistungen ab und möchte auch noch einmal - ohne Pause - auf das Stilfser Joch mit dem Fahrrad hinauffahren. Ich halte die Stoßwellen-Therapie, auch wenn man sie öfter wiederholen muß, für den Königsweg, weil der körperliche Eingriff minimal ist.

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    Auf jeden Fall solltest du erstmal rausfinden ob es überhaupt wirklich die Gallenblase ist bevor du dir soviele Gedanken machst

    Die Anzeichen sind schon sehr eindeutig. Ich möchte auf jeden Fall mal eine Ultraschalluntersuchung der Galle und der Niere auf Steine machen lassen und erst auf der Basis dieser Erkenntnisse nach gründlicher Abwägung des Für und Wider eine Entscheidung treffen.

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    Steine entstehen wenn irgend etwas mit der Zusammensetzung des Gallensafts nicht stimmt, was genau dieses Missverhältnis im Gallensaft auslöst ist weitgehend unerforscht (Ernährung/Genetik/Lebensweise) und wird auch bei jedem Menschen anders sein. Kann mir gut vorstellen dass rwittma mit den Milchprodukten da einen möglichen Auslöser hat.

    Auf Wikipedia werden folgende Risikien für Gallensteine angeführt:

    Auf mich trifft kein einziges dieser Risiken zu außer einem mittlerweile vorrübergegangenen Bewegungsmangel. Exzessiver Genuß von Milchprodukten ist eigentlich das einzig ungewöhnliche an meinem Lebensstil. Deshalb ist ein Verdacht in dieser Hinsicht doch irgendwie naheliegend.

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    Ein Jahr lang Medikamente einnehmen will ich natürlich überhaupt nicht.

    Das Medikament zum Auflösen von Steinen ist ein Gallensäurenersatz und nennt sich Ursodeoxycholsäure. Das Mittel hat kaum Nebenwirkungen. Möglich sind Höchstens Durchfall, weicher Stuhlgang und sehr selten Ausschlag. Ich nehme das Mittel schon über 6 Monate ein. Bisher hatte ich keine Probleme damit. Ich muss das Zeug wahrscheinlich sogar ein Leben lang einnehmen und im Gehensatz zu dir bin ich auch erst 30 Jahre alt! Gallenblase habe ich zwar keine mehr aber ich neige zu Gallengangsteinen und soll das Mittel vorbeugend einnehmen.


    Wenn man sich dazu entschließt die Steine mit dem Mittel aufzulösen, dann dürfen die Steine nicht sehr groß sein und es müssen Cholesterinsteine sein, sonst wirkt das Mittel nicht. Außerdem ist es auch hier nicht nur mit einer Einnahme von einem Jahr getan. Denn danach können die Steine ebenfalls wieder kommen. Also wäre hier auch eine lebenslange Einnahme nötig. Und es bleibt trotzdem noch ein Restrisiko einer erneuten Steinbildung unter dem Medikament.


    Du wirst dich über kurz oder lang entscheiden müssen. Entweder Gallenblase raus oder Medis einnehmen. Nimm es mir jetzt nicht übel, aber du bist nun mal auch in einem Alter wo gehäuft Krankheiten auftreten können, die medikamentös behandelt werden müssen oder wo man auch mal nicht um eine OP drumherum kommt - vorbildliche Lebensführung hin oder her!