Gallensteine nach Gallenentfernung vor 3 Jahren

    Hallo... vielleicht kann mir wer helfen: :°(


    Meine Mama hatte 2013 eine Gallenentfernung mit sehr vielen Komplikationen (Leber hatte 2 Abszesse, Bauchfellentzündung). Im August hatte sie nun eine Kolik und vorigen Samstag wieder eine mit heftigen Schmerzen. Sind sofort ins KH gefahren.


    Am Mittwoch wurde eine ERCP durchgeführt und eine Erweiterung des Gallengangs durchgeführt. Es liegt nur der Verdacht auf Gallensteinabgang vor. Leider waren die Ärzte und das Pflegepersonal sehr unfreundlich :(v .


    Meiner Mama geht es sehr schlecht weil sie in dauernder Angst lebt das es nochmal zu so einer Kolik kommt da es dann laut Ärzten schlimm ausgehem kann ...


    Ist das schon mal jemand passiert. Was können wir tun? ???


    Hat irgendjemand ständig Steine oder auch ein wuseln in der Leber? :-/


    DANKE !!!

  • 7 Antworten

    Hallo Steinli,


    die Ängste deiner Mutter kann ich sehr gut nachvollziehen. In meiner Familie sind Gallensteine auch schon seit Jahren ein Problem. Mein Vater hat keine Gallenblase mehr. Mein Bruder (40) hatte bereits mit 7 Jahren eine Gallenblasenentfernung und hatte selbst Jahre später immer wieder Probleme mit Steinen und Grieß in den Gallengängen. Aufgrund dessen hat er auch eine generalisierte Angststörung entwickelt und kann aufgrund seiner körperlichen und psychischen Probleme nicht mehr arbeiten. Zudem wäre eine Gallenkolik bei ihm tatsächlich fast mal schief gegangen.


    Ich (32) blieb leider auch nicht verschont von den Steinen und auch nicht davon, sieben Jahre nach der Gallenblaentfernung wieder eine Kolik zu bekommen. Zum Glück sind die Steine allein abgegangen. Aber danach hatte ich auch große Angst wieder Steine zu bekommen und auch Angst dass es genauso verläuft wie bei meinem Bruder. Da ich zu dem Zeitpunkt in Psychotherapie war wegen anderer Probleme, habe ich diese Ängste auch mal beim Therapeuten angesprochen und jetzt kann ich besser damit leben.


    Ich nehme, im Gegensatz zu meinem Bruder, auch noch ein Medikament ein, was die Steinbildung verhindern soll. Ursofalk nennt sich das Mittel und ist ein Gallensäurenersatz. Mein Arzt meinte, es kann helfen, muss aber nicht. Zumindest habe ich seit der Einnahme keine Probleme mehr. Allerdings muss man das Medikament auch ein Leben lang einnehmen.


    Was auch sehr wichtig ist, ist eine gesunde Ernährung, regelmäßige Essenszeiten, keine zu großen und fettigen Portionen und Bewegung und Sport. Mein Bruder hat selbst zugegeben, dass sein ungesunder Lebensstil erheblich zur Steinbildung beigetragen hat. Seit er mehr darauf achtet, hat er auch nicht mehr so oft Steine. Die letzte Kolik ist jetzt fünf Jahre her. Davor hatte er Koliken in Monats- oder gar Wochenabständen.


    Was ich deiner Mutter also raten kann ist:


    - ein gesunder Lebensstil


    - Medikament einnehmen, was die Steinbildung verhindert bzw. die Gallenflüssigkeit "verflüssigt"


    - den Gang zum Psychotherapeuten, falls die Ängste vor erneuten Steinen überhand nehmen

    Mir ist noch etwas eingefallen... Ich weiß ja nicht, wie alt oder jung deine Mutter ist, aber falls deine Mutter hormonell verhüten sollte (Pille, Dreimonatsspritze, Hormonspirale o.ä.) dann wäre es besser keine Hormone mehr zuzuführen, da diese die Steinbildung erheblich begünstigen.

    Liebe Parvati!


    Achherje. Da habt ihr sicher auch ganz schön was mitgemacht.


    Vielen Dank für deine Geschichte und Tipps.


    Meine Mama hält schon sehr streng Diät.


    Sie ist 58 Jahre alt.


    Meine Mama hat auch immer so ein wuseln in der Leber wenn sie etwas trinkt und isst und manchesmal hat sie Schmerzen nach dem essen. Der Arzt sagt das der Gallengang der von der Leber weggeht zu eng ist.


    Das mit der Angsstörung, das könnte bei ihr auch schon so sein.


    Hast du auch öfters Schmerzen bzw. merkst du das deine Leber arbeitet?


    Vielen Dank nochmal für deine Hilfe.


    LG steinli

    Und hattest du bei den Koliken auch Schmerzen bis zur Bewusstlosigkeit?


    Was kann man in so einem Notfall schnell machen außer die Rettung zu rufen.


    Meine Mama lebt 25km von mir entfernt was für mich in so einer Situation ein Wahnsinn ist wenn sie mich anruft und fast nix sagt.

    Zitat

    Meine Mama hält schon sehr streng Diät.

    Uh... da schrillen bei mir die Alarmglocken. Kannst du mal genauer beschreiben, was hier unter einer sehr strengen Diät zu verstehen ist?


    Wichtig ist wirklich, dass sie sich ausgewogen ernährt, regelmäßig mind. 3 Mahlzeiten zu sich nimmt, aber sich nicht zu sehr vollstopft. Sie sollte schon alles essen, was sie verträgt und was gesund ist (FastFood ist auch hin und wieder mal OK), aber sie sollte keinesfalls hungern oder z.B. auf Fette verzichten.


    Stell dir vor, die Gallengänge wären Abflussrohre. Was würde passieren, wenn Abflussrohre nur ungenügend durchgespült werden? Genau, sie würden irgendwann verstopfen. Bei Gallengängen ist das ähnlich. Sie müssen arbeiten. Sie müssen gefordert werden.


    Das heißt: Eine Currywurst kann man schon mal essen, aber nicht jeden Tag und nicht drei Currywürste hintereinander ;-D

    Zitat

    Meine Mama hat auch immer so ein wuseln in der Leber wenn sie etwas trinkt und isst und manchesmal hat sie Schmerzen nach dem essen. Der Arzt sagt das der Gallengang der von der Leber weggeht zu eng ist.

    Das Problem mit dem engen Gallengang hat mein Bruder auch. Da können auch Stents helfen, aber die müssen halt regelmäßig erneuert werden und das bedeutet, dass man sich alle sechs Monate einem Eingriff unterziehen müsste. Auf Dauer keine Option... es sei denn, es geht nicht anders.


    Man hat aber keine Schmerzen aufgrund eines zu engen Gallengangs. Schmerzen nach dem Essen sind eigentlich immer ein Anzeichen, dass Steine oder Grieß im Gang vorhanden sind. Entweder geht das von allein ab, oder es müsste hier noch einmal ein ERCP durchgeführt werden. Zumindest sollte hier mal eine MRT-Aufnahme der Leber gemacht werden, um zu sehen, ob tatsächlich was in dem Gallengang ist. MRT deswegen, weil eine Sonografie oft nicht ausreichend ist, da hier kleine Steine oder Grieß nicht erkannt werden können.

    Zitat

    Hast du auch öfters Schmerzen bzw. merkst du das deine Leber arbeitet?

    Nach dem Essen habe ich keine Schmerzen. Aber ich habe starke Probleme mit Narbenschmerzen und Verwachungen durch die Gallen-OP. Die Schmerzen waren teilweise so schlimm, dass ich manchmal dachte eine Kolik würde sich anbahnen. Aber so stark wie eine Kolik war der Schmerz dann doch nie und fühlte sich auch ein wenig anders an, aber war schon zum verwechseln ähnlich.


    Mein Hausarzt ist zum Glück auch Schmerztherapeut und hat mir dann eine Therapie mit Procain-Spritzen empfohlen, die unter die Narben gespritzt werden. Das kommt aus der Alternativmedizin. Hat mir aber sehr gut geholfen. Hin und wieder muss ich eine solche Spritzenkur erneuern, da die Wirkung manchmal nur ein paar Monate und mit viel Glück bis zu drei Jahre anhält.

    Zitat

    Und hattest du bei den Koliken auch Schmerzen bis zur Bewusstlosigkeit?

    Nein! Mein Bruder auch nicht. Es ist sogar extrem ungewöhnlich, dass man bei einer Gallenkolik bewusstlos wird. Soviel mir mal erklärt wurde, ist es sogar notwendig, dass der Körper bei einer Kolik wach bleibt. Ich kann dir jetzt aber nicht erklären warum und weshalb. Ich kann mich diesbezüglich auch irren. Da kenn ich mich leider zu wenig aus.

    Zitat

    Was kann man in so einem Notfall schnell machen außer die Rettung zu rufen.

    Das musst du wohl einen Arzt fragen. Das beste wäre, wenn man gar nicht erst ohnmächtig wird. Bei den ersten Anzeichen einer Kolik gleich starke Schmerzmittel (am besten Novalgintropfen) und krampflösende Medikamente (z.B. Buscopan) einnehmen.


    Bei einer Nierenkolik wird auch geraten, Treppen zu steigen und zu hüpfen. Kann ich übrigens auch bei einer Gallenkolik empfehlen. Hüpfen jetzt nicht unbedingt, absr trotz extremer Schmerzen kann es helfen in Bewegung zu bleiben. Das kann helfen, dass der Stein leichter abgeht und die Kolik demzufolge schneller nachlässt. Sitzen ist kontraproduktiv. Das schnürt die Bauchregion ein. Wenn es nicht anders geht, dann lieber gerade(!) hinlegen (auf den Rücken oder auf die linke, nicht jedoch rechte Seite legen). Nicht die Beine anziehen oder sich krümmen. Mir persönlich hilft es auch im Liegen die Arme über Kopf zu strecken. Das schafft den Bauchorganen viel Raum.


    Das ist alles nur meine persönliche Erfahrung! Nachmachen auf eigene Gefahr!

    Hallo Parvati!


    Entschuldige dass ich mich erst jetzt melde. Meine Mama hat einen guten Internisten gefunden der ihr das Ursofalk und Gallesyn verordnet hat. Sie nimmt 3x1tgl 250mg ein.


    Am 1 Tag ging es ihr sehr gut ab dem 2 wieder sehr schlecht. Wie lange hat es bei dir gedauert bis es gewirkt hat?


    Hoffe es geht dir gut.


    LG Steinli

    Hallo Steinli,


    hat der Internist nochmal ein Ultraschall gemacht? Konnten Steine festgestellt werden? Falls tatsächlich noch Grieß oder Steinchen im Gallengang sitzen, kann es 6-12 Monate dauern, bis sich diese durch das Ursofalk auflösen.


    Zum Gallesyn kann ich jedoch nix sagen. Das nehme ich nicht ein.

    Zitat

    Wie lange hat es bei dir gedauert bis es gewirkt hat?

    Die Frage kann ich nur schwer beantworten, weil ich nicht wissen kann ob es wirkt oder nicht ;-) Zumindest haben sich bei mir bisher keine neuen Steine gebildet, aber ob das am Medikament liegt oder nicht ist in dem Fall schwer feststellbar.


    Geht es aber darum, noch vorhandene Steinchen oder Grieß aufzulösen, sollte man spätestens nach 6-12 Monaten eine Besserung feststellen können. Sollte sich jedoch eine erneute Kolik anbahnen, sollte das Ursofalk auf keinen Fall eingenommen werden! Packungsbeilage lesen!