Leben ohne Gallenblase - Erfahrungen?

    Liebe Forenmitglieder,


    nach zwei Koliken wurden bei mir viele kleine Steinchen in der Gallenblase festgestellt, Kommentar vom Arzt:"Die muss raus." Da sie nicht entzündet ist, ist es eine elektive Operation - also planbar. Meinen ersten Termin zur Besprechung im KH habe ich Mitte Januar.


    Ich muss ehrlich sagen, ich bin ein bisschen durch den Wind. Ich wurde noch nie so richtig operiert, habe noch Mandeln, Blinddarm etc. Ich fühle mich, als wenn mich mein Körper gerade im Stich lässt und irgendwie alles innen am verrotten ist:Ich hab ne Schilddrüsenunterfunktion, eine rheumatische degenerative Autoimmunerkrankung, Verdacht auf Endometriose und Verdacht auf PCO. Bei den letzteren beiden wurde nicht wirklich eine Abklärung angegangen, da man "sowieso nichts anderes machen könne, als die Pille zu nehmen", welche mir natürlich angeboten wurde. Und nun verabschiedet sich das erste Organ komplett.


    Bei den "6 F's" (fat, female, over fourty, fertile, fair, family) passe ich nicht wirklich ins Muster: ich habe keine Kinder, bin schlank, in meiner Familie gab es noch keinen Fall. Okay, ich bewege mich in Richtung 40 und bin blauäugig (aber dunkelhaarig, wg. "fair").


    Meine Frage an alle, die die OP bereits hinter sich haben: wie lebt es sich ohne Gallenblase? Wie ist das mit dem Essen und der Verdauung? Habt ihr zu- oder abgenommen? Unterstützt ihr die Verdauung mit Medikamenten? Habt ihr ggf. sogar psychisch eine Veränderung bemerkt?


    Ich binn sehr dankbar für jeden Erfahungsbericht!

  • 31 Antworten

    Hallo,

    ich habe keine Kinder, bin schlank, jeder in meiner Familie hat seine Galle noch..... ich nicht.

    Ich lebe mich ohne Galle hervorragend, viel, viel besser als zum Schluss mit, ich esse alles, nehme keine Medikamente und dass eine Gallenblasenentfernung eine psychische Veränderung hervorrufen soll habe ich noch nie gehört.

    Die durchschnittliche OP-Zeit sind 45 Minuten bis eine Stunde, ich war am 1. Post-OP-Tag topfit und ab da ging es mir sehr gut.

    Liebe Dackellove,


    vielen Dank für Deinen Bericht! Mit der Psyche.. In die Richtung habe ich was in dem einen oder anderen Artikel gelesen (sogar einen in der FAZ), wo es u. a. um eine ganzheitliche Körper-/Seelebetrachtung geht inklusive verschiedenster Zuschreibungen bezüglich der Galle(nblase) in unterschiedlichen Kulturen, TCM usw. Dann die sprichwörtlichen Verknüpfungen mit Ärger/Wut ("da kommt mir die Galle hoch"). Deswegen hatte ich es mit in meinen Fragenkatalog aufgenommen, ob der/die ein oder andere persönlich den Eindruck hat/hatte, dass sich da psychisch was (zum Positiven oder Negativen) geändert hätte.


    Wenn ich fragen darf: Wie war das denn mit dem Abbau des aufgepumpten Bauchs? Da habe ich ein bisschen Sorge vor.

    Hallo,


    der "aufgepumpte Bauch" wird direkt nach OP-Ende wieder abgelassen, das Gas entweicht durch die Arbeitstrokare. Es kann sein, dass ein kleiner Rest zurückbleibt, dieser wird vom Körper resorbiert. Man wacht nicht auf und sieht aus wie ein Ballon :-)

    In meinem Freundeskreis habe ich drei Menschen ohne Galle. Es geht ihnen wesentlich besser als mit, da sie immense Koliken hatten vorher.

    Sie haben überhaupt keine Probleme.

    Zitat

    Voll Drama.... Ich fühle mich, als wenn mich mein Körper gerade im Stich lässt und irgendwie alles innen am verrotten ist:


    Meine Eltern, meine Schwester, Freundinnen, sie alle leben (lebten) seit Jahrzehnten ohne Galle. Früher mit Bauchschnitt, spätere, moderne OP's mit SChlüssellochtechnik.


    Nie wieder ein Problem gehabt....

    Vielen Dank für die weiteren Rückmeldungen, das beruhigt mich alles ziemlich. Auch der erste Schock/Frust ist nun abgeklungen. Ist halt nunmal so. Gut, dass man mittels OP Abhilfe schaffen kann.

    Maerad schrieb:

    In meinem Freundeskreis habe ich drei Menschen ohne Galle. Es geht ihnen wesentlich besser als mit, da sie immense Koliken hatten vorher.

    Sie haben überhaupt keine Probleme.

    Ich bin operiert worden wegen Steinen und Koliken.

    Alles wunderbar verlaufen und ich würde es immer wieder tun.

    Ich hatte mehrere Koliken, sehr unangenehm, hab aber die Entfernung der Gallenblase immer wieder hinausgezögert. Der Krankenhausbetrieb in Düsseldorf war chaotisch, es waren drei Anläufe nötig. Dann kurz vor Feierabend wurde ich noch schnell "erleichtert". Das Schlimmste danach waren der gereizte Rachen und die Magenschmerzen, aber als wir zwei Rhiopan-Beutel aufgetrieben haben, ging das vorbei. Nach zwei Tagen Heilung und Beobachtung konnte ich wieder gehen. Vorher etwas Training mit dem Bewegungstherapeuten, Treppe hoch und runter, über den Hof, um das Haus, dann konnte ich blitzschnell gehen, weil sie das Bett wieder brauchten.

    Leben ohne Gallenblase? Kein Problem! Keine Einschränkung beim Essen, ich kann alles verdauen, auch durchaus fettes Essen. Oftmals gibts abends ein Bier oder ein Glas Rotwein, auch das scheine ich gut zu vertragen. Es gibt eine gewisse Unverträglichkeit für Bohnenkaffee und für Milch, Milchkaffee, Schlagsahne, aber das muss mit der Gallenblase nichts zu tun haben. Ich bin 1,75 m groß und 78 Kilo schwer, also eher ein schlanker Typ. Ich bin 69 Jahre alt. Die PO hätte ich schon 2 Jahre früher machen sollen, das hätte einiges erspart.

    gib mal in google ein:

    Durchfall nach Gallen op med1

    und lies dich durch, allerdings schön ist das nicht.

    In meinem Falle kann ich sagen, meine Mutter hatte die Gallenblase raus und keine Probleme, mein Leben ist nicht mehr das selbe seit meine raus ist.

    Seit dem kann ich nur noch essen, wenn ich vorher ein Medikament einnehme (Pulver)

    Tue ich das nicht habe ich sofort nach dem ersten Bissen sinnflutartige Durchfälle und daran wird sich auch zeitlebens nichts mehr ändern.

    Nennt sich dann: Gallensäureverlustsyndrom oder auch Postcholezystektomiesyndrom.

    Essen kann ich alles, aber nicht ohne Colestyramin. Zugenommen habe ich nicht.

    Psychische Veränderung: in meinem Falle leider ja.

    Nicht mal der Chirurg (ehemaliger Nachbar von mir) wusste das es eine derartige Komplikation nachher geben kann. Die operieren nur aber Nachsorge falls nötig macht der Hausarzt.

    Ich drück dir die Daumen das bei dir alles gut geht :)

    Hallo,

    ist die OP Schon erfolgt? Wenn ja, wie geht es dir? Ich habe in meinem Freundes- und Familienkreis auch einige Leute ohne Gallenblase und die haben alle überhaupt keine Probleme- im Gegenteil ihnen geht es nach eigener Aussage sogar besser als zuvor. Ich hoffe auf jeden Fall, dass es dir gut geht und du keinerlei Probleme hast. Wäre schön, wenn du dich hier kurz melden könntest und schreibst wie es dir geht.