Leberwerte GOT und GPT verschlechtern sich

    Liebe alle,


    bin derzeit in Sorge, da sich zwei meiner Werte (GOT und GPT) anscheninend ständig verschlechtern. Ich rauche nicht, bewege mich ausreichend (auch wenn es mehr sein könnte) und meine Ernährung ist eigentlich vernünftig. Auch was den Alkohol anbelangt, habe ich ein reines Gewissen - ich trinke an sich schon nicht viel, und seit ich von diesen verschlechterten Werten weiss, habe ich das auch praktisch auf Null gestellt.


    Aber zu den Details:

    Ende Mai hatte ich mit einem Helicobacter plyori und einer milden Gastritis zu tun. Im Rahmen diverser Untersuchungen wurde auch eine Blutabnahme gemacht (noch bevor ich mit einer 2-wöchigen Antibiotikakur gegen den Helicobacter begonnen habe) und hierbei kam zufällig raus, dass die beiden Leberparameter "leicht erhöht" waren:

    GOT 43 U/l (Ref: < 35)

    GPT 81 U/l (Ref: < 35)


    Mein Hausarzt meinte, das wäre nicht weiter schlimm, wir sollten das nur mit etwas Zeitabstand kontrollieren.


    Ende August wurde also kontrolliert und der Befund zeigte wider Erwarten eine Verschlechterung:

    GOT 67 U/l (Ref: < 35)

    GPT 111 U/l (Ref: < 35)


    Auch hier wurde mein Hausarzt noch nicht unruhig, er veranlasste

    • einen Ultraschall des Oberbauchs (ohne Befund),
    • sowie ergänzende Blutanalysen: Langzeitzucker, Fette, CRP, div. Tumormarker, Schilddrüsenhormone, alles ohne Befund - sowie eine Hepatitis-Infektionsserologie, anhand derer auch eine Hepatitisinfektion ausgeschlossen werden konnte.

    Bei einer weiteren Blutabnahme wurden noch erhoben:

    • Immunglobuline G,A,M (ohne Befund)
    • diverse Autoantikörper (ohne Befund)
    • sowie eine EBV-Infektionsserologie (zeigte nur, dass ich anscheinend in der Vergangenheit eine EBV-Infektion hatte)


    Die neuerliche Überprüfung vergangene Woche (Ende September) ergab dann wiederum deutlich verschlechterte Werte:

    GOT 101 U/l (Ref: < 35)
    GPT 204 U/l (Ref: < 35)


    Ich bin nun wirklich besorgt, da ich für die nunmehr deutliche Verschlechterung keine Erklärung habe - war vor der letzten Blutabnahme eigentlich felsenfest davon überzeugt, dass sich alles wieder in die richtige Richtung bewegt, daher war das dann ein ziemlicher Schock...


    Ich habe für morgen einen Termin bei meiner Internistin/Hepatologin vereinbart, aber ich wollte vorab mal hier nachfragen, ob es jemandem ähnlich ergangen ist bzw ob jemand eine Idee hat, wie es zu diesen Werten kommen kann.


    Danke und liebe Grüsse,

    s.

  • 21 Antworten

    Wie sieht es aus mit Medikamenten? Schadstoffen am Arbeitsplatz?


    Und was heißt "Alkohol nicht viel, praktisch auf Null gestellt"? KOMPLETT Null wäre sicherlich sinnvoller...

    Hallo an euch drei und vielen Dank für eure Reaktionen bzw Rückfragen.


    Sunflower_73 schrieb:

    Wie sieht es aus mit Medikamenten? Schadstoffen am Arbeitsplatz?


    Und was heißt "Alkohol nicht viel, praktisch auf Null gestellt"? KOMPLETT Null wäre sicherlich sinnvoller...

    Ad Medikamente: Musste Mitte bis Ende Juni Antibiotika gegen den Helicobacter nehmen (Eradikationstherapie), das waren ziemliche "Bomben": 3 verschiedene Antibiotika plus ein Magenschutz, das 2 x pro Tag über 2 Wochen.
    Wie ich oben geschrieben habe, waren die Leberwerte schon vor der Antibiotikaeinnahme erhöht. Habe den Arzt auch extra darauf angesprochen, ob es denn nicht zu einer weiteren Verschlechterung der Werte kommen würde - der Arzt meinte, das könne schon sein, ich sollte die Eradikationstherapie aber auf jeden Fall machen.


    Im Anschluss an die Antibiotikaeinnahme war dann meine Verdauung ziemlich durcheinander, also habe ich für einige Wochen Omnibiotic eingenommen.

    Abgesehen davon habe ich auch noch im für 3 Wochen ein Eisenpräpatat genommen (vom Hausarzt verschrieben).

    Ansonsten war da ausser einem Aspirin gegen Kopfschmerzen im September nichts mehr.


    Ad Alkohol: das habe ich wohl missverständlich ausgedrückt. Zwischen den Blutabnahmen im Mai und Ende August habe ich im Rahmen einer Familienfeier (Anfang August) mal was getrunken, natürlich habe ich aber ab dem zweiten verschlechterten Befund gar keinen Alkohol mehr zu mir genommen. Mir ist vollkommen bewusst, dass es in meinem Fall nur NULL Alkohol geben kann!


    AB01 schrieb:

    Sind GGT und AP im Normbereich?

    GGT ist in allen drei Befunden im Normalbereich, wenn auch mit steigender Tendenz:

    Ende Mai: 11 U/l

    Ende August: 20 U/l

    Ende September: 29 U/l

    Referenzbereich: < 40


    AP wurde nur im Befund Ende August bestimmt und lag da ebenfalls im Normalbereich (Wert: 42 U/l, Referenzbereich: < 104)


    Maerad schrieb:

    Wurden auch LDH und CK sowie CK-MB gemessen?

    Nein, LDH und CK / CK-MB wurden nicht gemessen.



    Noch etwas ist mir aufgefallen:

    habe zwischenzeitig noch einen Blutbefund von einem Check-Up Anfang Februar gefunden - in diesem Befund sind sowohl GOT als auch GPT noch komplett normal (dh auch nicht mal ansatzweise in Richtung Obergrenze des Rererenzbereiches gehend). Das mach für mich diese ganze Sache noch rätselhafter...keine Ahnung, was zwischen Anfang Februar und Ende Mai passiert ist, dass es zu einer derartigen Veränderung kommen konnte...


    Hm. Wie auch immer.

    Ich war gestern bei meiner Internistin/Hepatologin. Sie hat nochmals einen Ultraschall von Leber, Gallenblase/Gallenwegen, Pancreas, Nieren und Milz gemacht - alles ohne Befund.

    Da sie offensichtlich auch nicht weiss, was los ist, hat sie mich nun zur Begutachtung an eine Spezialambulanz im AKH (Wien) überwiesen, da dauert es aber natürlich, bis ich einen Termin bekommen...Mitte November, sagte man mir...bis dahin gehe ich hier im Kreis und grüble...


    Ich versuche nun trotzdem, ruhig zu bleiben und mein Möglichstes zu tun um einer weiteren Verschlechterung entgegenzuwirken...also sprich überhaupt kein Alkohol, viel Wasser, mehr Bewegung...

    Nur in punkto Ernährung bin ich etwas unschlüssig, habe hierzu nämlich bislang keine Anweisungen erhalten...ich weiss nur selbst, dass ich Zucker weglassen und nichts Fettiges essen (habe ich auch bisher nicht gemacht) soll. Ansonsten soll es "ausgewogen" sein...was immer das auch heisst....wäre sehr dankbar für ein paar Tips!


    So. Lang ist es geworden...tut mir leidX-\


    Möchte mich noch mal für eure Rückfragen bedanken und würde mich freuen, wenn es noch ein paar Inputs gibt (speziell betreffend der Ernährung).


    Vielen Dank und liebe Grüsse.@:)

    Wie alt bist du denn? Hast du neben dem H. Pylori noch was anderes, zb Schilddrüsenprobleme? Bist du übergewichtig oder warum denkst du dass das mit deiner Ernährung zu tun hat?


    Auf die Uniklinik zu gehen ist sicher die richtige Entscheidung, normal ist das ja nicht, kann natürlich sein dass die Medikamente einen bereits bestehenden leichten Leberschaden noch verschlimmert haben, oder es ist was ganz anderes unabhängig davon...vllt ist es gar nicht schlecht dass der Termin erst Mitte Novemeber ist, wenns von den Medis ist gehen sie vllt wieder runter bis dahin. Falls du es nicht so lange aushältst, kannst du auch zu den UniProfs in die Ordination gehen, das sollte dann aber wirklich ein Hepatologe sein und kein genereller Internist/Gastroenterologe, es gibt auch einen sehr guten Kassenhepatologen der früher im AKH war.

    orbitus schrieb:

    Wie alt bist du denn? Hast du neben dem H. Pylori noch was anderes, zb Schilddrüsenprobleme? Bist du übergewichtig oder warum denkst du dass das mit deiner Ernährung zu tun hat?


    Auf die Uniklinik zu gehen ist sicher die richtige Entscheidung, normal ist das ja nicht, kann natürlich sein dass die Medikamente einen bereits bestehenden leichten Leberschaden noch verschlimmert haben, oder es ist was ganz anderes unabhängig davon...vllt ist es gar nicht schlecht dass der Termin erst Mitte Novemeber ist, wenns von den Medis ist gehen sie vllt wieder runter bis dahin. Falls du es nicht so lange aushältst, kannst du auch zu den UniProfs in die Ordination gehen, das sollte dann aber wirklich ein Hepatologe sein und kein genereller Internist/Gastroenterologe, es gibt auch einen sehr guten Kassenhepatologen der früher im AKH war.

    Hello orbitus *:)

    Nein, habe keine Schilddrüsenprobleme (SD wurde von einem SD-Experten überprüft).


    Bin 42 Jahre alt und normalgewichtig.


    Wg Ernährung: soweit ich gelesen habe, kann man ja vieles falsch machen...zu süss, zu fettig, zu kohlenhydratlastig, zu viel Protein, zu wasweissichnoch...mit entsprechenden Auswirkungen auf die Leber und ihre Tätigkeit. Daher möchte ich mich bis ich näheres weiss gerne möglichst "leberschonend" ernähren bzw. die Leber nicht noch zusätzlich durch etwas belasten, das ich selbst in der Hand habe...


    Und wegen des Termins im AKH: war gestern zur Vereinbarung dort, eine Ärztin hat vorab meine gesammelten Befunde durchgesehen (lediglich zur ersten Einschätzung, sie hat nicht mit mir darüber gesprochen) und meinen Fall offensichtlich mal als "nicht dringlich" eingestuft....mir wurde nur mitgeteilt, ich solle mich Mitte Oktober melden und einen Termin für Mitte November vereinbaren.


    Ich verstehe die Vorgehensweise, da es wahrscheinlich wirklich viele dringlichere Fälle gibt...aber natürlich würde ich gerne schon so bald wie möglich wissen, was da gerade bei mir abläuft und wie ich da gegensteuern kann. Ich möchte wirklich nicht sehenden Auges in ein gröberes gesundheitliches Problem laufen...daher wäre ich natürlich an einem früheren Termin interessiert...könntest du mir den Namen des Hepatologen verraten? Gerne per PM? Wäre ganz toll! @:)


    Danke für deine Inputs und liebe Grüsse

    Hallo MajaDDFB *:)

    ZacPac sagt mir leider nix, meine Therapie bestand aus 3 Antibiotika: Anaerobex, Amoxicillin 1000mg und Clarithromicin 500mg - das ganze zuzüglich Durotiv 40mg (d.i. Esomeprazol).


    Dh deine Werte haben sich dann nach einiger Zeit wieder eingependelt?


    Liebe Grüsse @:)

    Du solltest dich mal auf aih und pbc testen lassen. Das sind Erkrankungen der Leber. Das heißt aber nicht das du das hast. Ein kleiner Denkanstoß. Was die Ernährung betrifft, kannst du essen was du möchtest. Was du nicht verträgt, merkst du.

    Nicki13 schrieb:

    Du solltest dich mal auf aih und pbc testen lassen

    Daran dachte ich auch schon. Aber sapientia schrieb dass Sie auf Autoimmunantikörper und Immunglobuline getestet wurde. PBC würde ich bei normaler AP fast ausschließen.

    Nicki13 schrieb:

    Du solltest dich mal auf aih und pbc testen lassen. Das sind Erkrankungen der Leber. Das heißt aber nicht das du das hast. Ein kleiner Denkanstoß. Was die Ernährung betrifft, kannst du essen was du möchtest. Was du nicht verträgt, merkst du.

    AB01 schrieb:
    Nicki13 schrieb:

    Du solltest dich mal auf aih und pbc testen lassen

    Daran dachte ich auch schon. Aber sapientia schrieb dass Sie auf Autoimmunantikörper und Immunglobuline getestet wurde. PBC würde ich bei normaler AP fast ausschließen.


    Hallo und danke an euch beide,


    weiss nicht, welche Parameter für die Diagnostik von AIH und PBC herangezogen werden, bislang bestimmt wurden (Anfang September):


    Immunglobulin-G

    Immunglobulin-A

    Immunglobulin-M


    sowie folgende Autoantikörper:

    Leber-Nieren-Mikrosomen Auto AK

    Lösliches Leberantigen Auto AK

    LC 1 Auto AK

    Mitochondrien M2 Auto AK

    Gliadin deamidiert lgG AK

    Gliadin deamidiert lgA AK

    t-Transglutaminase lgA Auto AK


    Alle diese Werte waren in bester Ordnung.


    LG, s

    Die Bestimmung von SMA Antikörpern fehlt leider. Wenn das positiv ist, könnte das eine Hinweis auf AIH sein. Bzw. erhöht das dessen Wahrscheinlichkeit.

    Da AMA negativ ist und auch AP nicht nicht erhöht ist, sollte PBC eher unwahrscheinlich sein.

    ja im Zac Pac war amoxi und ich weiß das es bei mir vom Amoxi war das ich das später noch mal wegen einer anderen Sache nehmen musste da haben sich meine leberwerte auch erhöht.

    Bei mir hat es einige Wochen gedauert bis sie Langsam!! Gesunken sind


    Grüße