• Schwul: Zahlt Krankenkasse Hep A- und B-Auffrischung?

    Hallo, ich poste das einfach mal hier, hoffe es passt rein. Also: Ich bin gegen Hepatitis A + B grundimmunisiert, letzte Auffrischungsimpfung 10 Jahre her. Muss sie also demnächst auffrischen lassen, wenn ich den Schutz weiter will. Im Internet habe ich gelesen: Die KK zahlt bei Erwachsenen nur, wenn sie zu bestimmten Risikogruppen gehören. Bei Hep A…
  • 105 Antworten

    Na aber wie dem auch sei: dann bitte gleiches Recht für alle. Homosexuelle fordern ja mehr Gleichberichtigung in allen Punkten, dann können sie wie Heteros ja auch ihr Hep B Prophylaxe selber zahlen.


    Mein Risiko als Hetero mich mit Hep B zu infizieren ist auch nicht so verschwindend gering mit dem richtigen Lebenswandel.


    Also jetzt bitte nicht falsch verstehen, aber die sexuelle Neigung ist finde ich nichts was man jetzt besonders hervor heben müsste. Alle wollen Gleichberechtigung, aber dann doch bitte nur da wo man Nachteile hat, die Vorteile möchte man dann dich gerne beibehalten ...

    Ja, natürlich wäre das fair. Es wäre auch fair, Schwulen und Lesben ein normales Leben mit Kindern und einer Hochzeit zu ermöglichen, aber die Realität sieht halt anders aus. Und momentan fährt man eben noch "billiger" damit, die Hepatitisinfektionen mit "kostenlosen" Impfungen für Risikogruppen einzudämmen.


    Und ich finde es auch nicht besonders verwerflich, dass man versucht, alle Privilegien mitzunehmen, die man als Homosexueller haben kann, wo man doch zum Teil auch erhebliche Einschränkungen in der Ausübung seiner Sexualität hinnehmen muss.

    Bezahlte Impfungen haben ja nicht den persönlichen Schutz im Fokus, sondern haben epidemiologische Gründe. Die Gesamtheit der Gesellschaft soll also durch Impfung auf Kosten der Gesellschaft geschützt werden. Jemand, der in best. Länder reist, kann als Heimkehrer ein epidemiologisches Risiko darstellen. Aufgrund seiner Sexualität als epidemiologisches Risiko betrachtet zu werden, hmmmm, es klingt für mich nicht nach Gleichbehandlung oder Bevorzugung. Aber so ist es ja immer, betrachtet man den Output (kostenfreie Impfung) als persönlichen Benefit, ist das Motiv dahinter egal.

    Zitat

    erhebliche Einschränkungen in der Ausübung seiner Sexualität hinnehmen muss.

    Und die wären?


    Im übrigen kann ich genauso zu einem Epidemirisiko werden, wenn ich ständig wechselnde Partner habe und das eventuell noch in Risikobehafteten Ländern. Wird mir die Kasse dann auch die Impfung zahlen, daß ich mein Vergnügen weiter leben kann?


    Muß ich meine Sexualität nicht eventuell schon mit genug Einschränkungen leben, weil ich auf Afroamerikaner stehe und die in Deutschland nicht so dick gesäht sind? Bekomme ich dann von der Kasse auch nen Bonus, weil ich in meiner Sexualität eingeschränkt bin?

    Zitat

    Und die wären?

    Sie dürfen nicht heiraten. Sie dürfen nicht gemeinsam Kinder adoptieren. Das Erbrecht zwischen den Lebenspartnern ist wesentlich schlechter als bei verheirateten Paaren. Lesbische Frauen bekommen keinerlei finanzielle Unterstützung, wenn sie in eine Kinderwunschklinik gehen und werden dort oft abgelehnt. Schwule dürfen kein Blut spenden. Und das sind nur die "greifbaren" Probleme.


    Homosexuelle werden auch immer noch diskriminiert, auf der Straße angepöbelt, verprügelt, beschimpft. Sie dürfern, sofern es der Pfarrer genau nimmt, auch nicht in die Kirche oder sowas. Es gibt bestimmt auch noch viel mehr, aber da ich selbst nicht homosexuell bin, kann ich grade nur das aus meinem Gedächtnis kramen, was mir meine Freunde erzählt haben. Sie bemerken auch die Heteronormativität im Alltag, die man als Hetero gar nicht so wahrnimmt.


    Wenn man unter Ausübung der Sexualität natürlich versteht, dass sie Sex haben dürfen, wie jeder andere auch, dann gibt es kaum mehr Einschränkungen. Aber auch Homosexualität beschränkt sich eben nicht auf Sex.

    Zitat

    Muß ich meine Sexualität nicht eventuell schon mit genug Einschränkungen leben, weil ich auf Afroamerikaner stehe und die in Deutschland nicht so dick gesäht sind? Bekomme ich dann von der Kasse auch nen Bonus, weil ich in meiner Sexualität eingeschränkt bin?

    "Afrosexualität" ist halt jetzt auch keine sexuelle Orientierung. Du könntest umziehen oder dir eben andere Männertypen suchen (ich weiß übrigens, dass das Quatsch ist, ich will nur etwas klarmachen). Mit dieser vermeintlichen Bevorzugung der Schwulen versucht man ja nicht, derene Lebenswandel zu unterstützen, sondern ein Gesundheitsrisiko mit verhältnismäßig kleinen finanziellen Mitteln einzudämmen. Dass du keine Männer findest, die dir zusagen, ist kein Gesundheitsrisiko in diesem Sinne.

    Warum soll aber die Krankenkasse abfangen, was in Deutschland allgemein versäumt wird?


    Ich finde es auch nicht gut, daß Homosexuelle nur eine Lebenspartnerschaft eintragen können und nicht "richtig heiraten". Ich finde es nicht gut, daß sie im Erbrecht nicht gleich gestellt sind und auch steuerlich nicht. Aber das alles ist nicht Problem der Krankenkasse. Da muß im Staat Deutschland was passieren.


    Und wegen der Sache mit dem Afroamerikaner. Klar, war nur ein Beispiel. Nun machen wir es anders: ich hasse Kondome, hab aber gern jeden Tag nen anderen in der Kiste...ich brauch Abwechslung. Da kann ich mir natürlich auch jede Menge einfangen. Ist das als Argument für die Kasse ausreichend, daß auch ich diese Impfung bekomme? Oder brauch ich gleichgeschlechtliche Kontakte?


    Und warum zahlt z.B. meine Kasse nicht ausreichende Vorsorgeuntersuchungen, die dann Folgekosten für die Allgemeinheit ersparen, weil eine Krankheit eventuell entdeckt wird, bevor sie immense Kosten verursacht?


    Haben wir nicht allgemein ein Problem mit der Kostenübernahme der Kassen?

    Nun, das wird wohl ganz unemotional gegeneinander aufgerechnet...jedes Jahr erkranken so und so viele Menschen an Hep. und davon sind x Prozent schwul. Diese Menschen kosten y Euro, eine Impfung aber nur z Euro. Variable z scheint niedrig genug zu sein, damit es sich lohnt. Im Endeffekt dient es eben der einfach zu kalkulierenden Kostenniedrighaltung, was ja dann im Sinne aller ist. Dein Beispiel wäre quasi eine Ausnahme und damit raus aus der Statistik und damit auch keine Begründung für eine Sonderbehandlung auf Kassenkosten.


    Mir gefällt das auch nicht, aber solange es die Kosten niedrig hält, wäre es auch irgendwo blöd, mich darüber zu beschweren.

    @ PiMa:

    Welche Früherkennungsuntersuchungen werden bei Euch nicht finanziert?


    Und gleich zum Thema: Männer kriegen auch Brustkrebs, aber eben viel seltener. Sollte man ihnen im Rahmen der Gleichbehandlung regelmäßige Mammographien bezahlen?

    Beim FA wird kein Ultraschall mehr bezahlt und der aussagekräftigere Abstrich muß auch selbst bezahlt werden.


    Sehtest und Augenvorsorgeuntersuchung bei Kindern unter sechs Jahren zahlt die Kasse nicht mehr, wenn nicht der Kinderarzt einen Verdachtsmoment hat.

    Zitat

    Beim FA wird kein Ultraschall mehr bezahlt

    In welchem Fall? Ich hab noch nie was für einen Ultraschall bezahlt, brauchte aber schon öfter einen.

    P.S.: Du bist nicht zufällig in der AOK? Von denen hab ich nämlich auch schon oft gehört, dass die kaum was übernehmen.

    Wenn man einen braucht (weil irgendwas abgeklärt wird) dann übernimmt die Krankenkasse den natürlich. Aber den nur zum gucken, ohne Beschwerden muss man idR selber zahlen.

    Pfifferling meint den Vaginalultraschal, den muss man, wenn er "nur" zur Krebs-Vorsorge gemacht wird, schön selber zahlen.