(Vorsorge-)MRT mit gadoliniumhaltigen Kontrastmittel

    Hallo,


    Ich habe morgen wieder ein MRT/MRCP von Leber und Gallengängen. Das soll jährlich stattfinden und ist morgen das dritte Mal. Grund ist eine Gallengangserweiterung und entzündliche Prozesse, aufgrund denen ich jahrelang erhöhte Leberwerte hatte. Seit der Einnahme von Ursofalk (1 Gramm pro Tag) haben sich die Werte normalisiert. Krebsmarker sind unauffällig.

    Leider gab es in meiner Familie einen Fall von Gallengangskrebs. Und nachgewiesenermaßen genetische Veränderungen bezogen auf die Zusammensetzung der Galle und auf den Gallesäurentransport.


    Nun habe ich viel negatives zu gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln gelesen. Aber genau das bekomme ich. Der Arzt meint, dass es ohne das Kontrastmittel keinen Sinn macht.


    Ich weiß nun nicht so recht was ich tun soll. Mein Bauch rät mir von dem Zeug ab. Aber auf der anderen Seite könnte ein bösartiger Prozess übersehen werden, wenn ich es ablehne.


    Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

  • 7 Antworten

    AB01


    Hallo -

    AB01 schrieb:

    Ich weiß nun nicht so recht was ich tun soll. [ ... ]
    Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

    ... zieh's durch, also das MRT/MRCP (!)

    Denn damit:

    AB01 schrieb:

    Der Arzt meint, dass es ohne das Kontrastmittel keinen Sinn macht.

    ... hat Dein Doc v.a. in diesem Falle - Deiner anstehenden speziellen diagnostischen Abklärung - leider recht.


    Aus deinen Erläuterungen geht nicht hervor, dass Du gerade vor einer Lebertransplantation stehst bzw. eine solche in den letzten vier Wochen hattest?

    Auch benennst Du an dir keine schweren Nierenfunktionsschäden als angezeigt.

    Sind event. dahin schwere Ausprägungen von Herz-Kreislauferkrankungen bekannt?

    ... oder läßt Du dich als Patient der Altergruppe 75+ (Lebenjahre) zuordnen?


    Trifft nur eines dieser signifikanten Erkrankungs-/Prädispositionsmuster auf Dich zu - so würde Deine Überlegung, deinem vor beschr. "BauchGefühl nachzugeben" sicher eine bedeutendere Gewichtung zukommen ...


    Steht aber all' dies so nicht ernsthaft in Erwägung zu ziehen - so würde ich persönlich das Risoko-Nutzen-Verhältnis zu Gunsten der KM-Untersuchungsreihe klar favorisieren - ich würde es (MRT inkl. KontrastMittel) so fahren lassen.


    Auch bist Du ja während der Untersuchung durch die, im Nebenraum anwesenden ärztlichen MitarbeiterInnen und die Ärztin/Arzt (Behandler) akribisch auch überwacht.

    ( > via entspr. Monitoring ~Überwachung d. Systemfunktionalität )


    Wahrscheinlich werden sie Dir OMNISCAN oder Gadovist (Produktnennung hier > weil es andere, in D zugelassene paramagnetische MRT-KM nicht gibt) i.V. (Handrückenzugang?/Armbeuge?) applizieren ... diese KM sind i.d.R. wirklich sehr gut verträglich.


    Ich bin da auch kein besonderer Freund von diesen "Tinkturen" ... aber ich habe z.Bsp. mit OMNISCAN schon mehrfache (7x / v.a. kranial + spinale) MRT's gefahren bekommen - ohne einen Zwischenfall ... noch nicht mal Unwohlsein und/oder Schwindel - nix.

    Wenn die Radiologen und die MTRA's dort gut drauf sind und ihr Fach verstehen, werden sie dich mit mind. 1 großen Glas Wasser für ca. 30 Min. noch in eine "Warteschleife" setzen - zur Beobachtung in der Praxis/Klinikum u.a. behalten.


    Rein chemisch > ist z.Bsp. die Verweildauer bis zum vollständigen Abbau dieses OMNISCAN im Körper mit gut 2,5 ~ 3 Std. (pharmkol. Nachweis) angegeben.

    Besondere weitere Signatur-Hinweise werden diesbzgl. nicht genannt ...

    d.h. HALT > eine event. "Schwangerschaft" - dürfte bei Dir wohl ausgeschlossen sein.

    [ GRINS ]


    Also - Kopf hoch: Ergebnis zählt ... sicher nicht um jeden Preis, aber um ein dennoch überschaubares "RestRisoko" (~Übelkeit, Schwindel u.a.).


    Ich wünsche Dir viel Erfolg und ein gutes Gelingen ... v.a. besonders gute Ergebnisse deines zu erwartenden Befundes!


    Liebe Grüße - Yonas

    Danke für Deine Antwort Yonas.

    In den letzten beiden Jahren wurden bereits 2 MRT mit diesem Kontrastmittel durchgeführt. Mir geht es nicht (mehr) um direkte Reaktionen auf das KM. Vielmehr mache ich mir Sorgen um die Spätfolgen. Auch wenn seit Ende Feb. 2018 die Zulassung für alle linear gebundenen gadoliniumhaltigen KM ruht, sind für MRT der Leber immer noch zwei zugelassen. Und ich denke eins von beiden habe ich bekommen und werde es auch morgen bekommen.

    Ich weiß dass googeln nicht immer sehr sinnvoll ist. Dennoch würde ich die verschiedenen Berichte nicht als Unsinn einstufen. Und umsonst gab es letztes Jahr auch keine Beschränkung dieser KM von offizieller Stelle.

    Ich bin momentan an dem Punkt die MRT morgen ohne KM durchführen zu lassen (sofern es denn dann überhaupt gemacht wird).
    Aber sicher werde ich dann immer im Hinterkopf haben, dass (sofern nichts auffälliges festgestellt wird) vielleicht was übersehen würde, was man mit KM hätte sehen können... :-/

    Ich habe mal den letzten MRT Befund rausgesucht. Als KM wurde Gadovist verabreicht. Das zählt laut Recherche zu den KM mit niedrigem Risiko, da makrozyklisch gebunden. Ein klein wenig beruhigt mich das jetzt schon, wenngleich sicher dennoch das Risiko besteht, dass das gadolinium aus seiner "Hülle" entweichen kann.

    Ich hatte schon etliche MRT-Untersuchungen mit dem Kontrastmittel DOTAREM. Ich hatte damit keine Probleme. Wichtig ist, dass die Nieren hinreichend funktionieren, damit das Kontrastmittel alsbald wieder ausgeschieden wird.

    Wenn sich auch nur alle Menschen über ungesunde Ernährung und deren Spätfolgen solche Gedanken machen würden...


    Manchmal müssen Dinge eben sein. Und tatsächlich sterben wir alle. Mein Vater nach zig Operationen bis zum 70, Lebensjahr, Nierenkrebs. Er starb ohne weiteren Krebs an Altersschwäche mit 92. Hat am Tag vorher noch eine Zigarre geraucht. Wie immer seit mehr als 60 Jahren....


    man kann sich auch unnötig verrückt machen und im Kopfkino tödlichste Filme laufen lassen - oder einfach nur das Leben genießen und was aus ihm machen. Darüber entscheidet jeder frei....

    Liverpool schrieb:

    Eine MRCP ohne KM ist genauso nützlich wie einfach keine MRCP zu machen. Wenn du das KM ablehnst, wird man die Untersuchung nicht machen.

    Das stimmt nicht, MRCP wird i.d.R. ohne KM gemacht. Beim MRT der Leber ist das leider anders.

    Ich hatte vor der Untersuchung mit der Radiologin gesprochen, die entgegen meiner Erwartung nicht meinte dass es ohne KM nicht durchführbar sei. Nur müsse sie ein paar Sequenzen beim MRT weglassen. MRCP würde sowieso ohne KM durchgeführt.