Zu fetthaltige Ernährung nach Gallenblasenentfernung.

    Meine Gallenblase muss leider besser früher als später entfernt werden.

    Ich weiß, dass die meisten nach einer Cholezystektomie keine Probleme haben und weitgehend normal weiter essen. Es wird jedoch dazu geraten sehr fettige Mahlzeiten zu vermeiden.
    Aber was passiert, wenn man nach Abheilung (also nicht unmittelbar nach der OP - sagen wir ab einen Monat danach) doch sehr fetthaltig isst? Hat man danach dann halt einfach nur einen Fettstuhl oder Durchfall oder kommt es zu Bauchschmerzen bis potentiell hin zu Darmkoliken?


    Ich würde vermuten, das eher nicht zu Durchfall, da die Verdauung ja gebremst ist. Aber... Schmerzen oder gar Koliken?
    Kann hier jemand aus Erfahrung sprechen?

  • 10 Antworten

    Du musst wohl selbst herausfinden, was du verträgst und was nicht. Probleme können übrigens nicht nur bei zu viel Fett sondern auch bei blähenden Dingen wie Kohl oder Bohnen auftreten. Ich habe z.B. starke Probleme mit Rosenkohl, Linsen und Kidneybohnen. Da kann ich starke Blähungen bis hin zu Durchfall und Schmerzen im Darm bekommen.

    Ich würde dir auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung anraten. Meiden solltest du zu viel süßes, fettiges, Fast Food und Fertigprodukte. Sonst kann es sein, dass du gar noch Gallengangsteine bekommst. Das ist trotz entfernter Gallenblase durchaus möglich.

    _Parvati_ schrieb:

    .

    Entschuldige bitte, aber die Frage bezog sich konkret auf die Folgen von zu fettem Essen. Alles Andere ist für mich bei dieser Frage irrelevant da bekannt. Trotzdem danke für die Antwort.

    Experimentierfreudig schrieb:
    _Parvati_ schrieb:

    .

    Entschuldige bitte, aber die Frage bezog sich konkret auf die Folgen von zu fettem Essen.

    Die Antwort wäre wie bei blähenden Speisen: Es kann zu Durchfall und zu Schmerzen kommen.

    ...und da es bei 100 Menschen in 100 facher Betrachtung verschieden sein kann, könnte -

    was lehrt es dich? '

    Der gesunde Menschenverstand würde sagen: ik pass ma da ma vorsichtich ran... Det werd ik schon merken tun...

    _Parvati_ schrieb:

    Die Antwort wäre wie bei blähenden Speisen: Es kann zu Durchfall und zu Schmerzen kommen.

    Also tatsächlich Durchfall? Das hätte ich nicht erwaretet. Find ich - als einer der Morbus Crohn hat - jetzt aber nicht soo tragisch. Geht ja dann auch wieder vorbei.
    An den Schmerzen sind vermutlich zu starken Blähungen schuld, die du im vorherigen Kommentar ja auch erwähnt hattest... würde ich vermuten. Zumindest kenne ich halt mittelstarke Bauchschmerzen die von Blähungen verursacht werden.


    BenitaB. schrieb:

    ...und da es bei 100 Menschen in 100 facher Betrachtung verschieden sein kann, könnte -

    was lehrt es dich? '

    Der gesunde Menschenverstand würde sagen: ik pass ma da ma vorsichtich ran... Det werd ik schon merken tun...

    Ich frage darum, weil es mich interessiert. Genau aus dem Grund, warum auch in Beipackzetteln mögliche Nebenwirkungen aufgeführt sind. Und ich frage schon jetzt - vor der OP - ebenfalls darum, weil es mich einfach interessiert und warte nicht ab, bis es soweit ist. Davon abgesehen habe ich eine sehr Kohlenhydrat arme quasi Ketogene Ernährung und da ist Fett nun mal der Hauptenergielieferant.

    Experimentierfreudig schrieb:
    _Parvati_ schrieb:

    Die Antwort wäre wie bei blähenden Speisen: Es kann zu Durchfall und zu Schmerzen kommen.

    Also tatsächlich Durchfall? Das hätte ich nicht erwaretet. Find ich - als einer der Morbus Crohn hat - jetzt aber nicht soo tragisch. Geht ja dann auch wieder vorbei.

    Es geht natürlich nur vorbei, wenn man dann auch seine Ernährung anpasst. Ansonsten kann es sein, dass man quasi jeden Tag Durchfall hat und das ist sicher alles andere als gut! Dann kann es zu Flüssigkeitsverlust und Nährstoffmängeln kommen. Und wenn man eh schon Erkrankungen des Magen-Darm-Traks vorliegen, sollte dieser nicht noch unnötig zusätzlich belastet werden.


    Zitat

    An den Schmerzen sind vermutlich zu starken Blähungen schuld, die du im vorherigen Kommentar ja auch erwähnt hattest... würde ich vermuten. Zumindest kenne ich halt mittelstarke Bauchschmerzen die von Blähungen verursacht werden.

    Ja, der Schmerz wird vermutlich durch die Blähungen verursacht. Kolikartige Schmerzen würden wiederum für Steine oder Gallengrieß sprechen.


    Zitat

    Davon abgesehen habe ich eine sehr Kohlenhydrat arme quasi Ketogene Ernährung und da ist Fett nun mal der Hauptenergielieferant.

    Ich bezweifle, dass du mit der Ernährungsart zukünftig klarkommen wirst. Aber das wirst du wohl einfach austesten müssen. Was dir bewusst sein sollte ist auch, dass ein übermäßiger Fettkonsum, gerade an gesättigten Fettsäuren, die Steinbildung begünstigen kann.

    Ich kann jetzt nur für mich sprechen. Mal vertrage ich fettes Essen, dann gibt es Tage da geht gar nichts. Völlegefühl und Schmerzen nach dem Essen. Und das ist auch unabhängig von meiner PSC.

    _Parvati_ schrieb:

    Ansonsten kann es sein, dass man quasi jeden Tag Durchfall hat


    Kolikartige Schmerzen würden wiederum für Steine oder Gallengrieß sprechen.


    Ich bezweifle, dass du mit der Ernährungsart zukünftig klarkommen wirst. Aber das wirst du wohl einfach austesten müssen. ...die Steinbildung begünstigen kann.

    Soweit bei Morbus Crohn eh Normalzustand.

    Ich redete von Darmkoliken. Wenn zu schlecht Verdautes durch die Peristaltik nicht weiter befördert werden kann. Und nachdem die Gallenblase einen Monat vorher entfernt wurde, sollten da doch eigentlich weder Steine noch Gries (Sludge) sein.


    Ja, das ist wohl die Frage... wobei diese Ernährungsart an sich grundsätzlich kein Problem sein sollte über den Tag verteilt - zumindest nach dem was man von Ketanern ohne Gallenblase so ließt.
    Der Typische Keto-Diät Anwender isst aber auch nicht unbedingt gerne mal ne halbe Tüte Erdnüsse oder Cashews oder eine Schweinshaxe. Letztere gibt es bei mir auch nur vielleicht einmal im viertel Jahr, aber genau das ist halt die Frage, ob man ohne Gallenblase auch mal den Abend über 100g Nüsse essen kann (oder eben die Haxe) - oder das eher zu einem Problem führen wird. Und wenn ja, welches. Verstopfung oder Druchfall?
    Es gibt auch Studien bzgl. Fettreicher Ernährung dahingehend, dass diese eben gerade die Steinbildung vermeidet, weil durch den höheren Bedarf an Galle die Gallenblase deutlich mehr durchgespült wird und damit der Bildung von Steinen vorbeugt. Aber das ist wie gesagt nicht das Thema, erst recht nicht, wenn die Gallenblase erst mal entfernt wurde.

    Nicki13 schrieb:

    Ich kann jetzt nur für mich sprechen. Mal vertrage ich fettes Essen, dann gibt es Tage da geht gar nichts. Völlegefühl und Schmerzen nach dem Essen. Und das ist auch unabhängig von meiner PSC.

    Primär sklerosierende Cholangitis? Kam die erst nach dem Entfernen der Gallenblase?
    Sind die Schmerzen dann eher Völlegefühl-Schmerzen (also quasi von einem zu vollen Magen der den Nahrungsbrei versucht weiter in den Zwölffinger Darm zu drücken, das aber nicht ganz schafft, bzw. schlecht vorverdautem Nahrungsbrei, der sich seinen Weg durch den Dünndarm zwängt) oder auch eher Blähungsschmerzen?

    Experimentierfreudig schrieb:


    Ich redete von Darmkoliken.

    Die jeweiligen Koliken kann man leider nicht immer genau auseinanderhalten. Deswegen sollte man bei kolikartigen Schmerzen im Bauch auch immer Gallensteine als Ursache in Betracht ziehen, selbst, wenn die Gallenblase bereits entfernt wurde. Es kann früher oder später durchaus wieder zur Steinbildung kommen und zwar nicht mehr in der Gallenblase (die ist ja nicht mehr da) sondern in den Gallengängen. Das ist zwar selten, aber durchaus möglich.


    Zitat

    Wenn zu schlecht Verdautes durch die Peristaltik nicht weiter befördert werden kann. Und nachdem die Gallenblase einen Monat vorher entfernt wurde, sollten da doch eigentlich weder Steine noch Gries (Sludge) sein.

    Nach einem Monat ist das schon unwahrscheinlich aber tatsächlich nicht unmöglich.


    Zitat

    Der Typische Keto-Diät Anwender isst aber auch nicht unbedingt gerne mal ne halbe Tüte Erdnüsse oder Cashews oder eine Schweinshaxe. Letztere gibt es bei mir auch nur vielleicht einmal im viertel Jahr, aber genau das ist halt die Frage, ob man ohne Gallenblase auch mal den Abend über 100g Nüsse essen kann (oder eben die Haxe) - oder das eher zu einem Problem führen wird. Und wenn ja, welches. Verstopfung oder Druchfall?

    Das kann dir eben keiner genau sagen, was passieren wird. Vielleicht verträgst du die halbe Packung Nüsse, vielleicht aber auch nicht. Das musst du einfach testen und dann siehst du ja, was passiert. Dein Körper wird dir schon mitteilen, was du im zumuten kannst und was nicht.


    Zitat

    Es gibt auch Studien bzgl. Fettreicher Ernährung dahingehend, dass diese eben gerade die Steinbildung vermeidet, weil durch den höheren Bedarf an Galle die Gallenblase deutlich mehr durchgespült wird und damit der Bildung von Steinen vorbeugt.

    Das Durchspülen der Gallenblase- und der Gallengänge ist durchaus sinnvoll - zumindest hin und wieder - aber ein Dauerzustand sollte es nicht sein.