Angst, dass mein Partner Lungenkrebs hat

    Hallo zusammen,

    Ich muss hier mal meine Sorgen niederschreiben, da ich nicht weiß wohin mit meinen Gedanken.


    Mein Partner ist Mitte 40 und seit Jahrzehnten Raucher (1 Schachtel pro Tag). Wir haben ein kleines Kind und ein paar harte berufliche Jahre hinter uns, die kaum Raum und Zeit für die Familie und für Erholung ließen


    Vor 4 Wochen hatten wir beide ne Art Sommergrippe, ich bekam Antibiotika vom Arzt und blieb eine Woche im Bett. Mein Partner hat zum Monatsanfang eine neue Arbeit begonnen und ist natürlich nicht zum Arzt, wg der neuen Arbeit.


    So ganz auskuriert hat er sich nicht, da er sofort mit Mehrarbeit (incl Wochenende) gestartet ist und er sich natürlich nicht zu Beginn krank melden wollte.


    Nun klagt er über Schmerzen im Brustkorb, den morgendlichen Husten als Raucher hat er aber schon seit Jahren, das ist nicht neu. Er ist körperlich fix und fertig und ziemlich matt, alles tut weh. Heute hat er vorm schlafen gehen zum ersten mal selbst gesagt, er hat Angst, dass er richtig krank sein könnte, dass er Lungenkrebs haben könnte... Und er hat geweint. Ich auch. Sorgen mache ich mir schon länger, zwar nicht konkret wg Lungenkrebs, aber dass die letzten Monate/Jahre nicht gesundheitsfördernd waren, wissen wir beide.


    Er will morgen nun endlich zum Hausarzt gehen und sich untersuchen lassen, denn selbst wenn er "nur" eine verschleppte Grippe hat, ist damit ja nicht zu spaßen. Ich hab einfach Angst um ihn. Er ist meine große Liebe, unser Kind ist noch so klein, es braucht doch Mama UND Papa noch so lange. Ich mag gar nicht dran denken, dass mein Partner wirklich ernsthaft krank sein könnte. :°(


    Lungenkrebs wäre so endgültig irgendwie. Wo man von vorne rein das Gefühl hätte, dass sich kämpfen nicht lohnt?


    Eigentlich weiß ich nicht, was für antworten ich erwarte. Vielleicht gar keine. Ich weiß nur gerade nicht wohin mit meiner Angst und möchte mit niemanden in unserem Umfeld darüber reden. Ich musste die Gedanken einfach mal raus lassen. Danke fürs zuhören.

  • 25 Antworten

    Zur Verschaffung von Klarheit würde eine Röntgenuntersuchung der Linge hilfreich sein. Dazu sollte der Hausarzt eine Überweisung ausstellen. Als Privatpatient kann man jederzeit zu einer radiologischen Praxis gehen und eine Durchleuchtung der Lunge machen lassen.

    Er hat vermutlich Bronchitis. Nicht Krebs. Bei Lungenkrebs bis man Schmerzen hat (meistens Rückenschmerzen) kann man schon längst wegen Sauerstoffmangel nicht mehr Treppen steigern. Der Tumor muss riesig sein, vor Schmerzen auftreten. Bis dahin sind schon längst andere Symptomen vorhanden.

    Eben, da geb ich Luci32 Recht. Er hat vermutlich "nur" eine dicke, fette, verschleppte Bronchitis. Oder vielleicht im schlimmsten Fall eine Lungenentzündung? Als ein Familienmitglied eine Lungenentzündung hatte, war die Person auch körperlich ziemlich hinüber, der Brustkorb schmerzte und auch sonst tat ihr alles weh; vor allem aber schmerzte das tiefe Einatmen.


    Nicht gleich an das Schlimmste denken. Alles Gute!

    Emax

    Danke für die Info, ich werde es ihm morgen gleich sagen. Er war früher durch einen ehemaligen Job ne Zeitlang in so einem Programm, wo er Routine mäßig alle 2 Jahre zum Lungen röntgen musste. Das hat aber vor 5 oder 6 Jahren geendet, da der damalige Job dann zu lange zurück lag.


    Luci32

    Danke auch dir für die Antwort. Ich hoffe sehr, dass es etwas in die Richtung ist, aber die Angst ist halt trotzdem da. Vermutlich auch bedingt durch unser Kleinkind und die Sorge, dass es ohne Vater aufwachsen müsste. Und da mein Partner halt so spät erst Papa wurde, ist diese Angst von Haus aus etwas größer.

    Myrmidone

    Danke für deine Worte. Normalerweise denke ich nicht immer gleich ans schlimmste, vielleicht hat es mich vorhin einfach aus der Bahn geworfen, da er selbst so Angst hat und es ansprach und auch geweint hat. So kenne ich ihn nämlich nicht. Er sagte auch, dass diese Angst seit ein paar Tagen in ihm sitzt, da er seitdem das Gefühl habe, dass eben gesundheitlich etwas ganz und gar nicht passe. Solche Aussagen sind total neu von ihm. Er ist eher jemand, der alles mit "nix schlimmes, bestimmt halb so wild" kommentiert hat.

    Also, Lungenkrebs bedeutet nicht gleich das Todesurteil. Mein Vater (Baujahr 61) hatte bereits 2 mal Lungenkrebs. Beim 2. Mal musste ihm ein Teil der Lunge entfernt werden.

    Hm, irgendwie wurde nicht der ganze Text abgeschickt. Letztes Jahr wurde bei ihm noch Prostatakrebs entdeckt. Aber auch das konnte gut behandelt werden. Er arbeitet weiterhin und lebt auch sonst ganz normal.

    Meine Nachbarin hatte Lungenkrebs. Zuerst hatte sie Husten und Atemschwierigkeiten. Dann habe ich ihr bewusstlos im Hausflur gefunden, dann hat sie wirklich massiv abgenommen. Erst dann kam der.Diagnose. Erst 3 Jahre später hatte sie überhaupt etwas Schmerzen. Hauptsächlich wegen die Metastasen. Nicht in die Lungen. Bis dahin musste sie nach jeden paar Stufen Pause machen und rang um Luft.


    Sie hat 60 Jahre lang mind. 40 Zigaretten am Tag geraucht und war 76.

    IchmachmirdieWelt

    Oh, da habt ihr aber auch ganz schön viel mitgemacht, vor allem dein Vater. Schön dass alles so gut gegangen ist und er normal weiterleben kann :)^:)^:)^


    Darf ich fragen, wie es zur Diagnose Lungenkrebs kam? Also welche Symptome voraus gingen etc? Wie es bemerkt wurde? Natürlich nur wenn du antworten möchtest.

    Das kann ich dir ehrlich gesagt gar nicht sagen. Er hat mit mir nie darüber gesprochen. Ich habe das alles immer nur von meinem Bruder erfahren, der sich mit ihm ein Haus teilt. Ich werde mal meinen Bruder fragen, ob er es noch weiß.

    Ich finde, es wäre genau jetzt eine gute Gelegenheit, sofort mit dem Rauchen aufzuhören. Eine Lungenentzündung oder verschleppte Bronchitis evtl. mit Bakterienbefall ist nicht toll. Dazu noch rauchen, erst recht nicht. Und mit kleinem Kind schon dreimal nicht. Da sollte er ansetzen.

    danke, das ist uns bewusst. Er hat es seit meiner Schwangerschaft immer wieder versucht, aber er ist ein Stress-Raucher und die Arbeitsbedingungen haben es nicht leichter gemacht. (Er hat nie zuhause oder unterwegs mit Kind geraucht, nur auf Arbeit. Und bevor er das Kind genommen etc hat, war er immer erst duschen und normale Klamotten anziehen.)


    Aber er will es nun mit professioneller Hilfe endlich richtig angehen, da er es alleine nicht geschafft hat.

    (Bitte keine Vorwürfe a la wenn man es will schafft man es auch, das wissen wir selbst)


    In den letzten 8 Jahren gab es jedoch weitaus größere Baustellen, als das Rauchen.

    Zitat

    Lungenkrebs wäre so endgültig irgendwie. Wo man von vorne rein das Gefühl hätte, dass sich kämpfen nicht lohnt?

    Nicht jede Form von Lungenkrebs ist "endgültig". Und zu kämpfen lohnt sich immer. Meine Mutter hatte die bösartigste Form von Lungenkrebs und hat sich von der Prognose "6 Monate" durch Therapie und OPs immerhin auf 7 Jahre weitere Lebenseit durchgekämpft. Wenn ich von eurer Lebenssituation lese, ist eine solche Therapie aber auch nicht das, was ihr jetzt unbedingt durchmachen möchtet.


    Ich glaube aber auch, dass die Schmerzen kein Indikator für Lungenkrebs sind. Das habe ich von verschiedenen Quellen, auch in Arztgesprächen, übereinstimmend gehört. Wenn man den Lungenkrebs spürt, ist es schon das Endstadium.


    Ein bisschen mulmig ist mir das Mutmachen aber schon. Nicht wegen der Gefahr, dass man sich irren könnte. Aber wegen der Möglichkeit, dass die zerstreuten Ängste bei deinem Partner dazu führen, sich wieder sicher zu fühlen und die Gesundheit nicht mit dem nötigen Ernst zu behandeln. Natürlich hat man nicht zwingend Lungenkrebs, wenn man starker Raucher ist. Aber die Gefahr steigt mit jedem Jahr. Im Laufe seines Lebens bekommt jeder zehnte Raucher Lungenkrebs, wenn auch nicht unbedingt schon mit 40. Würde dein Partner 1000 Euro riskieren mit der Gefahr, diese zu 10% zu verlieren? Sicher nicht. Warum man dann eine 10%ige Lungenkrebsgefahr ignoriert, ist mir schleierhaft. Nur für das bisschen Genussucht.


    Also: sei nicht zu sehr besorgt. Dein Partner hat sicherlich keine gesunde Lunge und die Symptome sind ein deutliches Warnsignal der Organe. Aber es muss nicht unbedingt Krebs sein. Nur sollte er dies zum Anstoß nehmen, unbedingt seine Sucht loszuwerden und auf seine Gesundheit zu achten. Um eine Sucht zu überwinden bedarf es "lediglich" innerer Stärke. Die kannst du ihm von außen auch mitgeben und ihn darin unterstützen. Vieles läuft das mental ab - die Entzugserscheinungen von Nikotin sind nicht so schlimm, dass man sie professionell begleiten müsste. Nutzt euer Potenzial als Paar und bestärke ihn jeden Tag und belohne ihn für jeden Tag, den er ohne Zigarette übersteht. Vor allem lass ihn sofort aufhören. Bloß keine Pläne wie "nach dem Arztbesuch" oder "zum Jahresende". So etwas funktioniert nie. Ehrlich. Punkt. Wenn so ein Spruch kommt, weißt du direkt, dass er nicht bereit ist.


    Und jetzt schnell zum Doc mit ihm, er soll sich und seine Lunge mal ordentlich auf den Kopf stellen. Ich drücke euch die Daumen, dass es etwas Harmloseres ist. Und gleichzeitig soll er sofort das Rauchen einstellen. :)^:)z:)_

    Hab gerade mit meinem Bruder gesprochen. Beim ersten Mal kam es nur durch Zufall raus. Er war eigentlich wegen etwas anderem beim Arzt. Und beim zweiten Mal wurde es durch die Routineuntersuchung festgestellt, die ja nach einer Krebserkrankung alle 6 Monate stattfindet.