Bösartiger Lungenkrebs und keine Chemo

    Hallo


    Bei mein Schwager wurde im Dezenber 2017 Lungenkrebs diagnostiziert. Er ist bösartig und inoperabel. Fernmetastase ca 40 Stück waren im Gehirn zu finden. Er hat bis jetzt ein Zyklus Chemo und Bestrahlung bekommen. Das war Dezember 16 und Januar 17. Seitdem macht er eine Immunkur. Er muss morgens und abends eine Tablette nehmen. Als er Diagnose bekam war er eine Woche auf Palliativ gelegen. Der Tumor selber ist 2 cm gross und verwuchert. Eine Op möchte der Arzt nicht durchführen da es ein zu hohes Risiko für Folgeschäden wäre. Er hat eine dreiwöchige Kur hinter sich.


    Im Mai hatte mein Schwager Arztgespräch gehabt. Auf Lungenkrebs selber ist Arzt gar nicht eingegangen. Er meinte nur das die Metastasen etwas weniger wurde.


    Ich frage mich gerade warum mein Schwager keine Chemo bekommt.Damit kann man doch den Krebs zerstören

  • 81 Antworten

    Die Frage sollte der Patient mit dem Arzt erörtern. Er könnte sich im Krebszentrum Heidelberg auch noch beraten lassen.


    Hier weiß niemand um die genauen medizinische Umstände und die hier gestellte Frage ist doch gar nicht beantwortbar.

    Die Entscheidung wird immer von Arzt und Patient zusammen getroffen.

    Zitat

    Als er Diagnose bekam war er eine Woche auf Palliativ gelegen.

    Wenn er nach Chemo und Bestrahlung auf der Palliativmedizin gelegen hat, werden sie sich gemeinsam gegen eine weitere radikale Behandlung entschieden haben, da das Risiko an der Behandlung zu versterben dann relativ groß ist.


    Palliativ heißt ja, den Sterbenden zu helfen nicht zu leiden, das muss schon schlimm gewesen sein, dass er dort untergebracht worden ist.


    Man sagt im Volksmund, dass Chemo die einzige Therapie ist und das stimmt so auch, aber so einfach ist es eben auch nicht. Wenn der Körper zu stark vom Krebs geschwächt ist, kann eine Chemotherapie töten. Das muss man mal so klar sagen, denn genau das ist meiner Schwester passiert. Sie starb am Krebs, aber ohne Chemo hätte sie noch ein paar Monate gehabt. Und ich denke genau um dieses Abwägen der Therapie geht es bei deinem Schwager eben auch.

    Wobei das Abwarten keine Heilung verspricht, sondern eben nur Verlängerung des Lebens.


    Chemotherapie kann den Krebs "auslöschen", aber es ist ein unheimlich anstrengender Kraftakt für den Körper.


    Als würde man dir Kloreiniger in die Blutbahn spritzen...


    Es zerstört auch die guten gesunden Zellen, es zerstört einen Teil deines Blutes, das kann dich umbringen, wenn der Körper das nicht mehr mitmacht.


    Ich denke die lebensverlängernde Maßnahme für den Schwager ist eben dieses "fast nichts tun", anstatt der Chemo.


    Man wägt ab: Mit Chemo hohe Wahrscheinlichkeit des Todes nach 2. Chemo Zyklus. (Da man immer und immer schwächer wird, steigt das Risiko eben auch)


    Ohne Chemo hat er noch so und so viele Monate. Also lassen wir ihm die Monate.


    Natürlich ist das nur eine Vermutung aus eben Angehörigensicht.

    @ Xirarin

    das mit deiner Schwester tut mir total leid.


    Er war erst auf Paliativ gewesen und dann bekam er Chemo und Betrahlung


    Mir macht das ganze auch Angst. Habe Angst das er nicht mehr lange zu leben hat.


    Er ist doch noch so jung

    Hallo Mäusefreak


    Ich bin Angehörige, meine Mama hatte Unterleibskrebs und ein Onkel ebenfalls Lungenkrebs.


    Das mit der Chemo ist so eine Sache, die ich besonders bei meiner Mama mitbekommen habe. Diese wird NUR gemacht, wenn die Blutwerte stimmen, sind da Ungereimtheiten wird sie nicht gemacht selbst wenn der Patient möchte. War bei meiner Mama auch so, in dieser Zeit gab es dann nur eine schwache "Erhaltungschemo" leider besteht die Gefahr das der Krebs woanders erneut weiter wuchert - was auch so war.


    Und Chemo, wird sicher dein Onkel auch schon wissen ist kein Spaziergang und manchmal leider nur "Leiden verlängernd" statt "Leben verlängernd" vor allem wenn er schon gestreut hat - denn den Krebs zerstören tut die Chemo ja nur dann wenn er a) solange er nicht gestreut hat und b) man ihn RECHTZEITIG entdeckt (was oft leider nicht der Fall ist...


    dein Onkel wird sicher über seinen Zustand informiert worden sein, auch über Chancen mit und ohne Chemo - vielleicht will er das so?


    Du schreibst das dein Onkel schon auf der Palliativ gelegen hat, was bedeutet das es wohl keine Heilung mehr geben wird denn auf diese Station kommen Menschen für die es keine Chance auf Heilung mehr gibt. (hab selbst auf Palliativ gearbeitet)


    wünsch dir als Nichte jedenfalls viel Kraft @:) %:|

    Zum einen ist Dein Beitrag ein wenig widersprüchlich. Es gab Chemo, aber Du beklagst, dass keine erfolgt. Wichtiger wäre, warum sie abgebrochen wurde... Entweder der gesundheitliche Zustand ist zu schlecht. Oder die Aussicht auf Erfolg so gering, dass der Betroffene lieber ein paar Wochen weniger, die dafür aber ohne Chemo-Nebenwirkungen in Kauf nimmt.


    Chemo KANN Krebs heilen, es gibt aber keine Garantie. Und bei massiven Metastasen sieht es oft einfach nicht sonderlich gut aus, so hart es klingt. Außerdem hat jeder Mensch das Recht, sich einfach aus eigenen Gründen gegen eine Behandlung zu entscheiden.

    Zitat

    Ich frage mich gerade warum mein Schwager keine Chemo bekommt.Damit kann man doch den Krebs zerstören

    Man kann es versuchen. Aber nicht immer ist eine Chemo aussichtsreich. Und nicht immer will der Patient weitere Zyklen Chemo durchstehen.


    Nach deiner Beschreibung ist eine vollständige Heilung eher unwahrscheinlich. Und da entscheiden sich viele Patienten, dass die Nebenwirkungen der Chemo ein etwas verlängertes Leben für sie in keiner Relation zueinander stehen.

    Er bekam ein Zyklus Chemotherapie.Seitdem nicht mehr.Mein Schwager meint das Immunkur so ähnlich wie Chemo ist.


    Ich habe echt Angst das er bald sterben muss


    Körperliche Verfassung ist noch gut bei ihm.


    Er hat seitdem ca 15kg abgenommen

    Ganz drastisch: Mit einem inoperablem Tumor und Metastasen wird er früher oder später sterben. Wann das sein wird, kann hier niemand und vermutlich auch die Ärzte nicht wirklich sagen. Sinnvoll ist, diese Tatsache zu akzeptieren und für sich einen Weg zu finden, damit umzugehen.

    Nicht jeder Tumor spricht auf eine Chemotherapie an und nicht jeder Krebs kann durch eine Chemotherapie geheilt/"vernichtet" werden. So einfach ist das leider nicht.


    Gerade bei Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium kann man mit Chemo relativ wenig erreichen. Nicht jeder möchte sich den Strapazen einer Chemotherapie aussetzen wenn wenig bis gar keine Aussicht auf Erfolg besteht.


    Erfreulicherweise hat die Krebsforschung in den letzten Jahren sehr viele Fortschritte gemacht und neben Chemotherapien werden zunehmen Immuntherapeutika eingesetzt, die oft dort Erfolge erziehlen wo eine Chemo nicht weiterkommt. Ich nehme an, dass dein Schwager solche Immuntherapeutika bekommt. Dieses werden wahrscheinlich in seinem Stadium hilfreicher sein als Chemotherapie.

    Die Methadon-Sache ist übrigens mehr eine falsche Fährte als eine "Hoffnung". Die Studie wurde mit 20 Leuten (ca.) durchgeführt und lässt noch gar keine Rückschlüsse auf wirkliche und verlässliche Effekte zu. Die Ärztin, die mit diesen "Ergebnissen" in die Öffentlichkeit gegangen ist, wird von allen offiziellen Seiten erheblich kritisiert, weil sie so vielen Menschen unnötig und ohne Sinn und Verstand Hoffnung gemacht hat. Der nächste Schritt hier ist erstmal eine langzeitige und umfassende klinische Studie, bevor überhaupt über den wirklichen Einsatz von Methadon als Chemo-Unterstützung nachgedacht werden darf (so die Deutsche Krebshilfe!).


    Ich vermute, sie hat sich finanzielle Hilfe für diese Studie erhofft. Sonst kann ich mir das nicht erklären, wie man so einen Schritt gehen kann, von dem sie ja gewusst haben muss, dass er in den Medien wie ein Wundermittel aufgegriffen werden würde...

    Das würde ich ein wenig relativieren. Ich habe aktuell beruflich mit einigen Fällen zu tun, und da sehen die Ärzte (z.T. Zweit- & Drittmeinung) im Methadon eine Chance. Allerdings in einer Situation, wo es nicht mehr viel zu verlieren gibt. Solange es vertragen wird und der Patient sich keine falschen Hoffnungen macht, sondern es als Experiment sieht: Why not.

    Die Chance spreche ich (bzw. die Krebshilfe-Zentren) ja auch nicht ab! Nur den Hype um die Veröffentlichung dieser Studienergebnisse, die suggerieren, man wüsste schon, wie es wirkt, also so, dass es quasi berechnet werden könnte. Da hat einfach noch keine richtige Studie stattgefunden, die auch mal eine Vergleichsgruppe beobachtet und nicht nur Einzelfälle rückwirkend darstellt.