Kann ein 18 jähriger Sportler Lungenkrebs bekommen (an Dr. Schneider)

    hallo herr doktor!


    ich bin vor kurzem 18 geworden. ich hab panikattacken und deshalb einige fragen an sie. ich hab mit 13 das rauchen angefangen und mit ca. 15 zwei jahre aufgehört. ich spile seit 8 jahren handball auf(derzeit auf landesebene) habe für die bayrische auswahl gespielt und die mittelfränkische laufbahn der gesamtauswahl durchquert. ich habe letzten sommer wieder mit rauchen angefangen. habe aber wieder auf höchsten fünf zigarillos reduziert. rauche keine zigaretten! ich huste seit ein paar monaten regelmäßig ab(tag für tag) um zu kontollieren ob blut in meine spucke oder in den bronchien ist. habe aber keine erkältung ist deswegen nicht verschleimt. ist jetzt schon länger her aber es ist mal bisschen blut da gewesen. könnte das durch das abhusten der trockenen bronchien kommen??? wie ist das wenn man durch lungen-ca blut spuckt. kommt ein plötzlicher hustenanfall oder merkt man es nur durch zufälliges abhusten? hab beim sport keine probleme. will auch kein röntgenbil machen lassen. denken sie das ist in ordnung. kann ein 18 jähriger (kein profi)sportler lungenkrebs bekommen. hab eigentlich keine probleme. keine atemnot usw. hab nur angst. bitte haben sie verständnis.

  • 11 Antworten

    an mechtro_17

    Hallo,


    ich glaube, das Problem ist nicht wirklich reell...


    Da es in der Regel viele (d.h.>20) Jahre dauert bis sich der Nikotin-bedingte Lungenkrebs zeigt, ist man mit 18 nicht wirlich gefährdet. Somit also zunächst Entwarnung! Ich habe nur sehr wenige Patienten kennengelernt, die vor dem 30. Lebensjahr Lungenkrebs entwickelt haben, aber ausgeschlossen ist es auch nicht. Andererseits glaube ich auch nicht, daß ich in diesem Forum eine Kampagne gegen das Rauchen anfangen muß *:) Also: keine Panik bitte, aber vielleicht nicht mehr Rauchen als unbedingt nötig, denn in 10 oder 20 Jahren sieht es vielleicht dann doch anders aus...


    MfG, Schneider

    @ Dr. Schneider

    Zitat

    Also: keine Panik bitte, aber vielleicht nicht mehr Rauchen als unbedingt nötig,

    Es ist in diesem Zusammenhang die Frage zu stellen, was im Zusammenhang mit inhalativem Tabakkonsum "nötig" ist. Durch chem. Analysen des Urins von Rauchern lässt sich feststellen, dass die Reduktion der pro Zeiteinheit aufgenommenen Nikotinmenge um einen bestimmten Faktor k keine linear entsprechende Freisetzung von Karzinogenen im Körper des Rauchers zur Folge hat.


    So wurde bei Analysen der NNK-Abbauprodukte im Urin von Rauchern, die ihren Konsum um 90% senkten, lediglich eine Reduzierung des NNK-Abbauproduktewertes um gemittelt 46% (also knapp die Hälfte) beobachtet.


    Des Weiteren verweise ich in diesem Zusammenhang auf die epidemiologische Untersuchung von Tverdal, der ermittelte, dass bereits bei einem geringen Konsum von Zigaretten (1-4/d) das Risiko für ein Bronchial-Ca. um den Faktor 3 (Männer) bis 5 (Frauen) erhöht ist.


    Das einzig richtige Verhalten kann m. E. daher sein, komplett auf das Tabakrauchen zu verzichten, notwendigenfalls durch eine Entwöhnungstherapie.

    @PinkFloyd1966,

    vielen Dank für die umfangreichen wissenschaftlichen Details...


    Ich wollte keinesfalls hier im Forum jemanden zum Rauchen auffordern und hatte eigentlich auch angenommen, daß das so verstanden wurde.


    Und wenn schon Zitat, dann bitte vollständig!


    Bleiben wir doch einmal sachlich, für den Beginn oder das Fortsetzen des inhalativen Nikotinkonsums gibt sehr häufig reelle Gründe (extreme berufliche Belastung, private oder familiäre Krisen etc.). Deshalb kann man sich der Problematik nicht so unkritisch annehmen. Ich glaube nicht, daß man einen Raucher mit mathematischen Exempeln dazu bringen kann, sein Laster aufzugeben, dazu bedarf es meist wiederum bestimmter Ausnahmesituationen.


    Letztlich muß man natürlich schon auch sagen, daß ein gesicherter direkter, also proportionaler Zusammenhang zwischen der Gesamtmenge inhalierter Tabakeinheiten (meist ausgedrückt in sogenannten Packungsjahren, d.h. Anzahl der durchschnittlich gerauchten Zigaretten pro Tag multipliziert mit der Anzahl der Raucherjahre) besteht, aber eben auch einige Nicht- oder Nieraucher Lungenkrebs bekommen. Man kan sein individuelles Lungenkrebsrisiko schon minimieren, aber auch nicht mehr als das!


    Und so und nicht anders wollte ich verstanden sein.


    Mit freundlichen Grüßen,


    Schneider

    Re: Dr. Schneider

    Zitat

    für den Beginn oder das Fortsetzen des inhalativen Nikotinkonsums gibt sehr häufig reelle Gründe (extreme berufliche Belastung, private oder familiäre Krisen etc.).

    Was nun den Beginn einer "Raucherlaufbahn" betrifft, so entsteht dieser zum größten Teil aus gegebenem oder vermeintlichem Gruppenzwang heraus. Berufliche Belastung kann da als Grund nicht angeführt werden, weil Jugendliche, die mit dem Rauchen beginnen i.d.R. 12 bis 15 Jahre alt sind und somit noch keiner beruflichen Tätigkeit nachgehen. Auch belegen mehrere Statistiken, dass die leistungsfähigsten Schüler Nichtraucher sind. Rauchen wirkt sich (auf Dauer) nicht positiv auf die Konzentrationsfähigkeit aus und macht den Menschen auch nicht psychisch belastbarer.


    Jeder Mensch wird im Laufe des Lebens mit Situationen konfrontiert, die es unter erhöhter Anstrengung zu meistern gilt. Allgemein bekannt ist auch, dass Drogen -gleich welcher Art- hierbei dieschlechtesten Ratgeber sind.


    Rauchen ist und bleibt eine Sucht, die auf purer Unvernunft beruht.

    Zitat

    aber eben auch einige Nicht- oder Nieraucher Lungenkrebs bekommen.

    In der Tat ist das so. Leider belastet nicht nur Zigarettenrauch unsere Lungen (wobei man nicht verschweigen darf, dass auch Passivraucher an Lungenkrebs erkranken). Ein großer Teil der Nichtraucher fällt darüber hinaus dem Lungenkrebs zum Opfer, weil er täglich kanzerogenen Substanzen ausgesetzt ist, die man mit Lungenkrebs nicht sofort in Verbindung bringt, aber auf Dauer ihren Beitrag leisten, dass ein Mensch mit entsprechender Veranlagung (Genetik / Immunschwäche) daran erkrankt. Nitrosamine, Formaldehyd, Benzol usw. sind nun einmal nicht nur im Zigarettenrauch enthalten. Menschen, die jahrelang mit Asbest, Arsen oder aromatischen Kohlenwasserstoffen in Berührung gekommen sind, mögen nie eine Zigarette geraucht haben und sie erkranken in vielen Fällen doch an Lungenkrebs. Das ist aber kein brauchbares Argument, um die vom Rauchen ausgehenden Gefahren in irgend einer Weise schönzureden.


    Mit freundlichen Grüßen

    Nachtrag

    Dr. Schneider, Sie schrieben an mechtro_17

    Zitat

    aber vielleicht nicht mehr Rauchen als unbedingt nötig

    Könnten Sie den Laien bitte mal aus ärztlicher Sicht erklären, wieviel Zigaretten ein junger, sporttreibender Mensch rauchen sollte, um sein gesundheitliches Risiko möglichst gering zu halten? Welche Zahl außer Null würden Sie empfehlen und mit welcher Begründung? 8-)

    @ Dr. Schneider

    Zitat

    Ich wollte keinesfalls hier im Forum jemanden zum Rauchen auffordern und hatte eigentlich auch angenommen, daß das so verstanden wurde

    Nein, das wurde meinerseits schon richtig verstanden. Aber ich habe als Wissenschaftler täglich mit Zahlen und den entsprechenden Fakten zu tun. Ein unbedarfter Leser wird Ihre Aussage jedoch möglicherweise ganz anders interpretieren.


    Und die Zahlen sprechen im Falle der Zurodnung der Prävalenz des Tabakrauchens zur Inzidenz des Lungen-Ca. eine eindeutige Sprache: Im Falle der männlichen Bevölkerung (und zu der rechne ich den User mechtro_17) kann man nach vielen Kohortestudien davon ausgehen, dass 98% dieser Patientengruppe Raucher sind oder waren.


    Siehe u.a. http://www.uni-essen.de/imibe/…/EPI_UE3_Arbeitsblatt.pdf


    Auch das von Ihnen vorgetragene Argument, es gäbe individuelle, in der Person des Rauchers liegende, Gründe für das Rauchen "extreme berufliche Belastung, private oder familiäre Krisen etc." kann so nicht stehen bleiben. Rauchen ist Drogenkonsum und Menschen sollten in der Lage sein, auch ohne diese Konsumdrogen ihr Leben zu bewältigen.


    Mit freundlichem Gruß

    Das eigentliche Prob bei Rauchern wird heruntergespielt...

    Die Jugend heutzutage raucht mehr als alle Generationen zuvor (mehr Dreck eingeschlossen).


    Ich würde die Gefahr des Rauchens selber nicht nur auf Lugenkrebs reduzieren. Viel schlimmer und oft auch verhängnisvoller sind die Arterienverengungen und Herzprobleme.


    Das Herz hat ein Schmerzempfinden, die Lunge wiederrum nicht und wenn ein Blutstau oder zu wenig Blut durch den Körper gepumpt wird, entwickeln sich Depressionen und natprlich ein gewisses (höheres) Infarktrisiko.


    Nur das, dass allgemein - zumindest heutzutage - schneller geht (durch den ganzen Dreck und die zuoft ungesunde Ernährung und den Sportmangel) ist niemandem so recht bewusst.


    Man wird fauler, gewöhnlicher und das lässt Immunsystem, Kreislauf und Herz sehr leiden...


    Der zusätzliche Drogenkonsum, von zb. Marijuana und auch Alkohol, machen diesen Faktor - eben weil immer übertrieben wird -schwindelerregend. Die Jugend (Gesellschaft(verallgemeinert)) "dreckt" mehr als je zuvor.


    Ein schönes Leben noch, warum nur treibt Wissenschaft und Profit die Welt in ein solches Unglück...

    sinch

    Zitat

    Ich würde die Gefahr des Rauchens selber nicht nur auf Lugenkrebs reduzieren. Viel schlimmer und oft auch verhängnisvoller sind die Arterienverengungen und Herzprobleme.

    Korrekt. Aber mechtro fragte explizit nach Lungenkrebs.

    Zitat

    Ein schönes Leben noch, warum nur treibt Wissenschaft und Profit die Welt in ein solches Unglück...

    Für den Profit würde ich das bejahen, für die Wissenschaft eindeutig verneinen! Schließlich zeigen seriöse Wissenschaftler sein viele Jahrzehnten die Gefahren des Tabakkonsums detailliert auf (dass es auch einige unseriöse Wissenschaftler gibt, die aus Profitgier oder Prestigesucht der Tabakdrogenindustrie willfährig zur Hand gehen, lasse ich nicht unerwähnt). Aber der überwiegende Teil der Forscher sagt ganz klar aus, dass der Konsum von Tabak ein tödliches Risiko ist.


    Nur leider richten sich viele Menschen nicht nach diesen Erkenntnissen und rauchen weiter oder fangen es sogar an. Das Problem ist eben, dass auf eine Zigarette nicht der sofortige Tod folgt (sonst würde kein Mensch rauchen) sondern dass u. U. viele Jahrzehnte zwischen Erstkonsum und tödlicher Krankheit liegen.


    mfg

    fast das selbe problem!! @ Dr. med. C.P. Schneider

    Hallo,


    bin im April 18 geworden. Habe seit letztem jahr also (mai 06 - mai 07) bis zu diesem mai einen HUsten gehabt der ist total unspäktakulär verlaufen ohne irgendwie blut mit dabei oder so!!! Und ist halt jetzt eben wieder weg und lebe mein leben im moment aber seit ca. 3 wochen, wenn ich z.B von der Couch aufstehe und mich mit dem brustkorb zur seite bewege knagst alles und an der linken und rechten seite kitzelt es immer so ganz leicht. Habe mir mal die symtome bei so einer schlimmen Krankheit angeschaut ist aber jetzt gottseidank nix dabei!! Bitte um Auskunft was es dennoch sein könnte!!! MIr persönlich geht es eigentlich gut habe immer einen bärenhunger, keinen gewichtsverlust, und keinen bluthusten, nur 1 x mal in einem haringh ganz ganz wenig blut drin hatte aber paar tage davor häftige nasenbluten weil mir ein ball auf die nase ist:-(, also würde mich über antwort freuen!!

    @illmatico

    Hi,


    Ferndiagnosen machen wir hier aus Prinzip nicht. ;-)


    Was es sicher nicht ist: Lungenkrebs. Was es sein könnte, sagt Dir Dein Doc. Wahrscheinlich ist es nichts.

    Zitat

    haringh

    Wassollndassein?