Latenzzeit bei rauchbedingtem Lungenkrebs

    Habe hier ja schon einmal allgemein die o. g. Frage gestellt (http://www.med1.de/Forum/Lungenkrebs/206808/). Nun konkret:


    Alter: 30 Jahre


    Rauchbeginn mit 20 Jahren


    Packungsjahre: durchschnittlich auf den Gesamtzeitraum gerechnet wohl eine Packung am Tag


    Inhalationstiefe wohl normal, dh. nach meinem Dafürhalten weder besonders tief noch besonders flach inhaliert, soweit man das selbst beurteilen kann. Allerdings habe ich immer eher "schnell" geraucht, dh. ich brauchte für eine Zigarette nur vergleichsweise kurze Zeit.


    Wenn man von einer Latenzzeit von mindestens etwa 10 Jahren ausgeht, bestünde bei mir das Risiko einer Erkrankung an Lungenkrebs. Kann mir jemand sagen, ob bei mir unter Berücksichtigung der übrigen Faktoren ein Ausbruch der Krankheit gleichwohl eher unwahrscheinlich ist oder ob die Faktoren für eine solche Prognose eindeutig günstiger (z.B. erheblich weniger Packungsjahre) ausfallen müssten.

  • 16 Antworten

    Godis

    "bestünde bei mir das Risiko einer Erkrankung an Lungenkrebs."


    Ja, die Wahrscheinlichkeit besteht. Wie hoch sie ist, kann niemand GENAU sagen. Alles andere wäre wissenschaftlich völlig unhaltbar.


    Nochmals die Fakten:


    - Jeder, der raucht, hat ein erhöhtes Risiko, an Lungekrebs zu erkranken.


    - Je länger einer raucht, je früher er anfängt, und je mehr er raucht, desto höher das Risiko.


    - Die meisten Menschen erleiden Lungenkrebs zwischen 50 und 70 Lebensjahren.


    - Kommen andere Belastungen (Asbest, Metalle, Oxide, best. Chemikalien etc.) hinzu, multipliziert sich das Risiko nochmals.


    - Von den männlichen Patienten sind >97% Raucher, 2,5% sind Nichtraucher.


    - von den weiblichen P. sind >= 75% Raucherinnen, ca. 25% sind Nichtraucherinnen.


    - Frauen haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Frauen erkranken bei vergleichbaren Parametern ca. doppelt so häufig wie Männer.


    - Auch bei Rauchstopp sinkt das Erkrankungsrisiko nie wieder auf das eines Nichtrauchers, es kommt aber nach 20 oder mehr Jahren in dessen Nähe.


    Alles andere ist unwägbar. Wer sein Risiko minimeren will, sollte NIE rauchen.


    Gruß

    Habe ja bereits (hoffentlich für immer) aufgehört. Wie auch immer könnte von sorglos weiter rauchen ohnehin keine Rede sein. Ich denke, früher oder später ist das Thema bei jedem langjährigen Raucher gegenwärtig, bewusst oder verdrängt, ob man es nun Angst, ständiges schlechtes Gewissen oder wie auch immer nennt. Es ging mir insofern auch nicht darum, mir das Risiko bzw. die Risiken des Rauchens schönzureden.


    Dass eine wissenschaftlich abgesicherte Prognose des Risikos im Einzelfall nicht möglich ist, ist mir natürlich bewusst. Es ging mir eigentlich nur darum, dass man immer von der "langen Latenzzeit" liest, ab und an auch Aussagen wie man "müsse schon 20 Jahre geraucht haben" und dass bei den meisten die Krankheit im Alter zwischen 50 und 70 Jahren diagnostiziert wird, dass das Risiko für Raucher/innen, die bereits im Teenageralter begonnen haben größer ist, etc.


    Was ich jedoch bislang (zumindest im Internet) noch nicht gefunden habe, sind Angaben darüber wie häufig die Krankheit z.B. im dritten oder vierten Lebensjahrzehnt diagnostiziert wird und wie die übrigen Parameter wie Rauchbeginn etc. relevant sind. Dabei ist mir, wie gesagt, auch klar, dass solche Statistiken nicht geeignet sind, verlässliche Aussagen über das persönliche Risiko zu treffen.

    @ PinkFloyd1966:

    Jedenfalls vielen Dank für die Beiträge.

    Godis

    "Habe ja bereits (hoffentlich für immer) aufgehört."


    Das war mit Abstand das Beste, was Du für Dich tun konntest.


    Nochmal zur Statistik und damit zur Riskoabschätzung:


    Die Daten, die ich habe, beziehen sich auf männliche Patienten. Das Lebenszeitrisiko eines männlichen Nichtrauchers, im Laufe des Lebens ein Lungen-Ca. zu entwickeln beträgt demnach ca. 2/1000 bis 4/1000 (0.002 bis 0.004), also einer von 500 bis 1000.


    Ein mittelstarker Raucher (20 bis 30 Jahre, 1 Packyear) liegt bei ungefähr 1/10 bis 1/8 (0.1 bis 0.125) einer von 10 etc.


    Starke Raucher (20 bis 40 Jahre Rauchdauer, >= 2 Packyear) kommen auf ca. 1/4 oder weniger (<=0.25).


    Jetzt kannst Du Dir abschätzen(!!!), wo Du in etwa von Deinem Rinsiko her liegst.


    Zu Lungen-Ca.-Patienten <= 40J. habe ich keine verlässlichen Daten, denke aber mich daran zu erinnern, dass diese Gruppe zahlenmäßig sehr klein ist.


    Gruß

    Latenzzeit bei rauchbedingtem Lungenkrebs

    Liebe Godis,


    Du hast schon 10 pack years geraucht. Wenn du jetzt hörst auf, die Risiko für Lungenkrebs zu bekommen ist noch für die nächste 15 Jahre noch zu berucksichtigen.Wenn du weiter rauchen willst dann ist besser jährlich ein Röntgen Thorax Übersicht machen (als Kontrolle).{:(

    man gewöhnt sich diese blöde Sucht ab

    wenn man hier im Lungenkrebsforum liest. Auch ich habe Angst und bin als Kettenraucher wieder auf Entzug (ich habe schon einige Entwöhnungsphasen hinter mir)


    Ich rauche seit mehr als 20 Jahre, mindestens 30-40, Light-Zigaretten und inhaliere meist sehr schnell (Streßraucher) Bin knapp 40 und höre aus gesundheitlichen Gründen auf.


    Bereits seit Jahren räuspere ich sehr viel, habe Beschwerden beim Schlucken. Vor ein paar Monaten hatte ich akutes Bronchitis, und oftmals Beschwerden beim Atmen (mal sticht die linke, mal die rechte Brustseite).


    Ich weiß, dass es 5 Minuten vor 12 ist, mein Opa starb an Lungenkrebs (er wurde allerdings immerhin 72 Jahre bei sonst bester Gesundheit und war wirklich starker Raucher und dazu noch filterlose) und ich habe auch panische Angst, an dieser Krankheit zu erkranken.


    Die Statistik von PinkFloyd1966 ist ja wirklich erschütternd:


    Starke Raucher (20 bis 40 Jahre Rauchdauer, >= 2 Packyear) kommen auf ca. 1/4 oder weniger (<=0.25).


    Demnach bekommt jeder 4. starke Raucher Lungenkrebs.

    Motivation

    Liebe Kosto,


    Du brauchst nur eine starke Motivation...nicht eines starkes Angst!


    Warum willst du noch rauchen?


    Warum willst du nicht mehr rauchen?


    Nach Analyse findest du die richtige Motivation für die Entscheidung.


    Ich bin Exraucherin...bei uns sind so viele Nikotinrezeptoren im Gehirn!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! ...aber du kannt auch ein Gewinner sein!


    M.f.G,


    Lorelei

    ja, ihr Raucher

    also ich habe aufgehört zu rauchen aus Angst vor Lungenkrebs oder sonstigen gravierenden Gesundheitsschäden. Leider ist mir das 20 Jahre zuvor nicht gelungen und ich weiß auch warum: Es ist so schwer...............ich möchte auch noch nach einem Jahr ständig gerne rauchen...........


    gesundheitsmäßig geht es mir immer schlechter: Hatte ich vorher mäßige Allergien, die Atemwege betreffend, hat sich das verstärkt. Husten tue ich mehr als zuvor......(stauballergisch bedingt durch Arbeit usw.)


    mir geht es jedenfalls schlechter als vorher und die Aussicht darauf, dass ich mein Lungenkrebsrisiko kaum minimieren kann, motiviert auch nicht gerade..........


    da muss man sich echt fragen, ob die seelischen Schäden durch das Nichtrauchen nicht mehr körperliche verursachen als das Rauchen...........möglicherweise eine krasse Sicht der Dinge..................


    Kuller

    Ja, Sinch

    Wollte noch kurz was zum Essen als Ersatz sagen: Habe ich mir monatelang gegönnt..........täglich auch mind. 10 km gejoggt. Na ja, 10 kg. sind drauf.


    So, das Essen kann ich mir nicht mehr abgewöhnen, ist tatsächlich zum Ersatz geworden.


    Jetzt habe ich Rollen am Bauch und dicke Oberschenkel. Fühle mich unwohl und wer möchte schon dick sein....................>:(

    @kuller

    Naja, es muss ja nicht gleich richtig viel verputzt werden^^!!!


    Außerdem könnte man Sport und Ernährung auf ein gesundes Niveau steuern und festigen. Wieso heißt Essen bei vielen immer, fett werden. Man kann viel viel Essen, aber eben gesund, und das auch ohne dick zu werden.