Lungenkarzinom 80 Jahre

    Hallo,
    Ich wende mich an euch, da ich und auch der Rest meiner Familie gerade mit der Tatsache konfrontiert werden, dass der Opa ein primäres Lungenkarzinom hat (T4) wächst in Richtung Herz inkl. Metastase im Kopf, welche die Schädeldecke noch nicht durchbrochen hat. Laut dem Arzt handelt es sich um einen rasch wachsenden bösartigen Tumor.
    Genaue Diagnose heißt T4N2m1


    Es wurde uns gesagt (am Telefon..) dass er ihm noch bis Weihnachten gibt ohne Behandlung.



    Meinem Opa geht es gut, er sagt selbst er fühlt sich fit, qualmt wie seit 60 Jahren seine Zigaretten....



    Er weiß nicht ob er eine Chemotherapie noch will, er hat Angst davor und möchte nicht leiden.



    Wir wissen absolut nicht, wie das jetzt weiter gehen soll.. der Arzt meinte man müsse eine Bronchoskopie machen um dann eine Chemo zu beginnen die das ganze aber nur hinauszögert.



    Ich habe mit ihm gesprochen (habe versucht ihm Mut zu machen..) darauf hin möchte er jetzt die Bronchoskopie machen.



    Wie ernst ist die Lage? Wie lange kann man die Symptome stoppen? Lohnen sich die Nebenwirkungen der Chemo in Relation zur gewonnen Lebenszeit?

    Hat jemand einen ähnlichen Fall?



    Bitte sagt was dazu...



    Danke!

  • 18 Antworten

    Hallo,


    Das muss dein Opa ganz alleine abwägen. Ich würde ihn auch zu nichts drängen. Meine persönliche Meinung ist keine chemo. Es wird ihm mit chemo nicht mehr gut gehen und vielleicht hat er so zwei Monate länger dafür aber mit all den Konsequenzen der chemo. Aber das ist meine Meinung. Er muss entscheiden. Eine Therapie mit Heilung wird es nicht mehr geben.

    Miki15 schrieb:

    Hallo,


    Das muss dein Opa ganz alleine abwägen. Ich würde ihn auch zu nichts drängen. Meine persönliche Meinung ist keine chemo. Es wird ihm mit chemo nicht mehr gut gehen und vielleicht hat er so zwei Monate länger dafür aber mit all den Konsequenzen der chemo. Aber das ist meine Meinung. Er muss entscheiden. Eine Therapie mit Heilung wird es nicht mehr geben.

    Es gibt auch alte Menschen, die eine Chemo sehr gut wegstecken - dennoch ist so eine immer mit sehr, sehr, sehr, sehr viel Aufwand verbunden. Sollte es zu Nebenwirkungen kommen, wird dein Opa auch stationär gehen müssen - so hat er dann evt. noch mehr Zeit, die er dann aber evt im KH verbringt.


    Dein Opa muss das entscheiden und niemand sollte ihm da reinreden und jede Entscheidung akzeptieren!

    Ich kann nur das Erlebte widerspiegeln. In meinem Umfeld gab es bisher niemanden dem es mit chemo gut ging. Vielleicht keine krassen Nebenwirkungen, aber gut ging es ihnen auf keinen Fall. Die chemo hat ein paar Wochen hinaus gezögert das wars dann aber auch. Wenn ich aber sehe zu welchem Preis, dann ist meine Meinung keine chemo. Aber ich schrieb schon das ist meine Meinung. Es muss jeder persönlich entscheiden. Unser Arzt sagte die meisten Krebs Patienten sterben nicht am Krebs sondern an der chemo, weil sie den Körper enorm schwächt. Letztendlich ist es dann auch so gewesen :°(

    Das soll niemandem den Mut nehmen, es gibt auch Fälle da wird dank der chemo überlebt.

    Ich selber würde wohl den anderen Weg nehmen.

    Miki15 schrieb:

    Es muss jeder persönlich entscheiden. Unser Arzt sagte die meisten Krebs Patienten sterben nicht am Krebs sondern an der chemo

    scheint ja ein äußerst kompetenter Arzt zu sein.


    Ja eine chemo ist gift, gibt aber auch genug die es damit geschafft haben. Persönlich gehe ich ja ohnehin davon aus, dass es längst ein Mittel gegen Krebs gibt. Aber das wird von der Pharmaindustrie zurückgehalten, mit der Chemo lässt sich schließlich viel mehr Geld verdienen. Aber das ist ne andere Geschichte

    Ich kann mich nur nicht damit abfinden, dass er in 4 Wochen nicht mehr leben soll. Er ist fit, wäre seine Nase nicht zugegangen (hier wurde eine metastase? Entfernt..) hätte man von der Lunge garnichts gemerkt..


    Wie heftig ist so eine Chemo? Wie lange kann man theoretisch mit so einer Chemo leben? Gibt es dann eigentlich noch einen erträglichen Alltag?..

    Es ist durchaus auch so, dass Chemotherapien nicht zur Heilung oder zur Verlängerung der Gesundheit eingesetzt werden, sondern auch dazu, das Sterben leichter und weniger schmerzhaft zu machen.

    Bei meinem Schwiegervater (damals 63) wurde vor drei Jahren ein Lungenkarzinom im Stadium IV festgestellt. Ihm wurden ohne Chemo ein paar Monate, mit Chemo vielleicht ein Jahr oder ein wenig mehr gegeben.

    Er entschied sich damals für die Chemo, allerdings ging es ihm dadurch sehr schnell sehr viel schlechter, weil sie ihn so stark geschwächt hat. Gestorben ist er letztlich knapp vier Monate nach der Diagnose, trotz aller Therapieversuche.
    Ich würde deinem Großvater abraten, wenn es ihm jetzt gerade noch gut geht.

    Alles Gute! :)*

    Ich finde es nicht gut, hier einfach zu- oder abzuraten. Das sollte die Aufgabe eines behandelnden Arztes sein, der mit dem Großvater und seiner Familie spricht. Das sollte auch nicht am Telefon geschehen.

    Gerade Chemotherapien sind so unglaublich vielfältig, in ihrer Wirkweise, in ihrer Anwendung, auch wie sie vertragen werden. Da sollte wirklich kein "meine Oma hat das so und so erlebt"-Fall verallgemeinert werden.

    Das “Problem“ ist, er war in seinem Leben noch nie in einem Krankhaus, außer jetzt zum entfernen der Metastase. Man merkt er grübelt nur noch, hat sich binnen einem Tag so verändert, normalerweise ist er nur am Witze machen etc.


    Das die finale Entscheidung nicht mit diesem Thread zusammen hängt ist klar. Ich erhoffe mir nur, von anderen zu hören, die sagen mir haben sie auch nur 12 Monate gegeben mit der Diagnose und heute sitze ich immer noch hier.


    Sollte das absolut ausgeschlossen sein, macht eine Chemo keinen Sinn mehr und man muss den Tatsachen ins Auge blicken...

    Nichts ist absolut ausgeschlossen und wie gesagt: Viele Chemotherapien helfen einfach dabei, dass die Erkrankten etwas leichter sterben können, weil sie sich nicht so arg quälen müssen. Nicht alle Chemos haben katastrophale Nebenwirkungen.


    Letztlich ist es die Entscheidung deines Opas. Wenn er nicht ins Krankenhaus will, ist das traurig, weil er möglicherweise nicht mitbekommt, welche Möglichkeiten er noch hat. Aber auch das gehört zum Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben dazu. Mir sagte mal eine Beraterin: Nicht wissen wollen ist das erste Recht des Patienten/der Patientin. Heftig für die Angehörigen, aber wahr.

    hikleines schrieb:

    Ich finde es nicht gut, hier einfach zu- oder abzuraten.

    Ja, du hast recht, hikleines.

    Ich hätte lieber schreiben sollen, dass es im Falle meines Schwiegervaters nicht so gut gelaufen ist. Hab das so verallgemeinert, weil es nach dem Erlebnis damals für mich heute klar wäre, welche Entscheidung ich treffe. Das ist also ein sehr subjektiv gefärbter Rat. Und natürlich kann es auch ganz anders laufen.

    Die Prognose scheint ungünstig zu sein und er ist auch schon 80. Vielleicht ist es sinnvoll, sich von einem Palliativmediziner eine Meinung einzuholen und auch Kontakt mit einem Onkopsychologen herzustellen.

    Das wird jetzt wohl alles die Tage passieren müssen.


    Was ist im Rhein Neckar Kreis die beste Anlaufstelle/Klinik für die Thematik, kann da jemand was zu sagen? Gibt es vielleicht gerade im Bereich (kleinzelliges) Brinchialkarzinom einen Spezialisten der zu empfehlen wäre?

    Andere Erfahrungsberichte hier werden Dir nicht weiterhelfen - weil Dein Opa Dein Opa mit seiner eigenen Geschichte ist. Man hat keine Glaskugel und kann vorher nicht sagen, was "hilft" oder besser wäre.

    Ich verstehe, dass ihr als Familie hofft, aber bitte lasst die Entscheidung ganz Deinem Opa und respektiert sie dann. Es ist sein Körper, er alleine muss für sich entscheiden was er möchte.

    Alles Gute @:)