Mein Bruder 67 hat Krebs

    Kleinzelliges Bronchialkarzinom Stadium IV nach uicc - zentrales bc Links mit tumormanifestation kontralateral und entlang der venösen Gefäße bis zum lungenapex beidseits, links führend.


    Zerebralen und ossären metastasierung sowie v.a. LK metastase rechts supraklavikulär


    Rausfordernd der Linken Nebenniere, zunächst metastasensuspekt.


    Malignomsuspekte weichteilformation dorsal der rechten Niere


    - histologie: niederdifferenziertes kleinzelliges lungenkarzinom, cd56- positiv, synaptophysin positiv, cd45 weitgehend negativ.


    Bei copd Diagnose und nach zwei dorsolateralen hirnstamminfarkten und einem symptomatischen mediaaneurysma von 5 mm rechts.


    Jetzt gibt es 1. Chemotherapie und dann Bestrahlung.


    Meine Frage...macht das alles noch einen Sinn? Klar, man sollte immer Hoffnung haben und kämpfen...doch irgendwie habe ich das Gefühl dass man diese Diagnose nicht mehr mit chemo und Bestrahlung weg bekommt?

  • 16 Antworten

    Nun ja, ein Kleinzeller, noch dazu in Verbindung mit COPD hat keine wirklich gute Prognose, aber ich denke, das weisst du selber.


    Die Chemo und Bestrahlungen erfolgen warscheinlich als Palliativmassnahme, heisst keine Heilung, aber Erhaltung der Lebensqualität für den Rest der Zeit, der noch bleibt.


    Mein Vater hatte einen Nichtkleinzeller, er lebte ab Diagnosestellung noch genau 1 Jahr und 3 Tage. Und bis auf die letzte Woche ging es ihm (dank?) Chemo und Bestrahlung wirklich verhältnismässig gut und er konnte am normalen Leben teilhaben.

    Ja, danke! Genau, die Chemotherapie und Bestrahlung erfolgt Palliativ - mir drängt sich ja darauf hin die Frage auf...ob das nicht ein schlechter Tausch ist, denn durch die Bestrahlung und Chemotherapie erfolgen ja wieder andere schlimme Beschwerden...


    Sollte man denn da nicht lieber auf die Chemotherapie und Bestrahlung verzichten? Ich weiß...Hoffnung besteht immer und nichts zu tun ist sicher schlimm...aber...ich stelle mir - wenn...mein Ende etwas anders vor...möchte selbst nicht kotzend und mit Übelkeit und anderen schlimmen Symptomen verbringen. Appetitlosigkeit und tausend anderer Begleiterscheinungen. ":/

    Ich würde da erstmal abwarten. Nicht alle reagieren schlimm auf die Chemo.


    Wie oben bereits geschrieben, ging es meinem Vater bis auf die letzte Woche gut bis sehr gut, er konnte am Leben teilnehmen ohne gross eingeschränkt zu sein. Klar hatte er mal zwischendrin nen Durchhänger, nen Tag an dem es ihm nicht so gut ging (Übelkeit), aber das konnte man wirklich an einer Hand abzählen und die Frage ist, ob diese Übelkeit ohne Chemo nicht auch dagewesen wäre.


    Ihn jat die Müdigkeit oft gestört, wobei es hiess es käme vom Krebs und nicht von der Chemo.


    Eventuell kommt ja für deinen Bruder auch die Immuntherapie in Frage, die scheint wesentlich sanfter zu sein als die normale Chemo.


    Wichtig ist, dass ihr über das Thema sprecht, auch was später gewünscht ist (Palliativstation, Hospiz- da sind Wartezeiten, eventuell schon drum kümmern) . Sachen klären, die noch zu klären sind.


    Kennst du krebs-kompass.de ? Das Forum hat mir bei Fragen und in der schweren Zeit sehr geholfen.

    Vielen Dank für "Krebs-Kompass" da werde ich mich mal einlesen.


    Mariposa - ich weiß das er "kämpfen" will... Das hat er seinem Sohn versprochen und vor allem... Weil ich ihm einrede er müsse kämpfen... Nun, dann las ich was Chemo und Bestrahlung alles anrichten kann - verbrannte Speiseröhre etc. deshalb bin ich darauf gekommen, dass es eventuell eine Sünde wäre ihm so etwas einzureden.


    Er hat jetzt den zweiten Chemo block auch gut überstanden und darf deshalb morgen auch schon wieder nach Hause. Das einzige sind die Haare, die fallen ihm aus aber da macht er sich nichts draus.

    Er hat jetzt überall Metastasen.. die Chemotherapie und die Strahlentherapie waren insofern gut, dass die vorhandenen Tumore (am Hals etc) zurück gingen. Dadurch bekam er wieder besser Luft.


    Nun..wir treffen uns dieses Wochenende weil er nicht bis Weihnachten warten wollten- er hat Angst er schafft es nicht bis dahin. Wir wohnen alle in verschiedenen Städten und meine Eltern sind beide jetzt so bewegungsarm, dass wir nicht dort hin können. Er hat einen Tumor im Kopf dazu bekommen und an den Nieren.


    Gott sei Dank hat man die Schmerzen im Griff, so muss er wenigstens nicht da leiden.

    Hallo und auch mein ganz starkes Mitgefühl! Du siehst das völlig richtig. Ich stelle mir das so vor, dass der Schwerkranke bis zuletzt das Empfinden braucht, dass noch etwas gegen seine Krankheit getan wird. Das beschäftigt ihn nicht nur, sondern gibt ihm eine gewisse Hoffnung, die jeder immer noch braucht und an die man sich klammern kann.


    Sprich bitte mal ausführlich mit den Ärzten, der Oberarzt sollte es schon sein, wie sie sich das weitere Vorgehen vorstellen. Zur Palliativmedizin gehört auch eine umfangreiche Schmerztherapie, damit der Patient wenigstens noch ein paar schöne Stunden hat - selbst wenn die Schmerzmittel seine Leidenszeit geringfügig verkürzen. Darüber solltest Du mit dem Oberarzt ein Einverständnis erzielen - oder die Klinik wechseln. Dir und Deinem Bruder viele Kraftsterne: :)*

    Mein Beileid :°_


    Und dir und deinen Angehörigen viel Kraft für die nächste Zeit, bis die Trauer verarbeitet ist. :)*


    Dieser verdammte Krebs ist einfach ein Teufel. Ich hoffe, dass ihr in den Monaten noch ein paar schöne Momente hattet und er nicht zu viel leiden musste.

    Hallo Liebe Phoebe.


    Gerade erst lese ich, dass dein Bruder verstorben ist. :°_


    Es tut mir sehr Leid für dich und deine Familie. :)*


    Früher schrieb ich hier sehr viel unter einem anderen Namen, auch in deinen Treats.


    Liebe Grüße @:)