Plötzlich ist alles anders - Wie helf ich meinem Mann am besten?

    Vor 4 Wochen begann der Alptraum. Bei einem Wochenendausflug hatte mein Mann plötzlich Ausfälle. Sehstörungen, Orientierungslosigkeit... Die Diagnose: Lungenkrebs und mehrere Metastasen im Hirn, die bereits eingeblutet haben. Er bekam und bekommt immernoch Cortison und erstmal ging es ihm wieder gut. Dann kam der 1. Krampfanfall und seitdem ist er sehr verwirrt. Nichts ist mehr wie vorher. Sonst war doch immer er der, der alles im Griff hatte. Jetzt muss ich ihn an die Hand nehmen, dabei begreif ich selbst noch garnicht wirklich, was da grad passiert. Ich möchte für ihn stark sein, aber das ist so schwer. Seit etwa 2 Wochen bekommt er Bestrahlungen und danach soll es dann mit der Chemo losgehen. Was kann ich tun um ihm da durchzuhelfen?

  • 8 Antworten

    Einfach nur bei ihm sein.


    Ihn fragen, was er in diesem Moment gerne möchte.


    Ich wünsche dir viel Kraft, das durchzustehen. :)*

    bei so einem thema würde ich mir vermutlich wirkliche fachliche beratung/unterstützung wünschen. therapeuthen für angehörige und sowas.


    aber du musst jetzt echt stark sein. ich denke man kann sich da nix vormachen, das es eine harte zeit wird. :)* :)* :)*

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    Ich möchte es dir wirklich nahe legen, dir -wie die Torte schon dazu rat- fachliche Beratung/ Unterstützung zu zuziehen genau so wie einen guten Therapeuten für dich zu suchen.


    Oftmals erfährt man in solchen Situationen ein Rückzug von seinem Umfeld (muss aber nicht sein) und fühlt sich dadurch noch mehr isoliert. Ein guter Therapeut kann wirklich helfen und eine Stütze sein, wenn andere aus dem Umfeld mit deiner/eurer Gesamtsituation nicht wissen wie umzugehen oder sich nicht einfühlen können.


    Wie du deinem Mann helfen kannst? Einerseits in dem du für ihn da bist; bei ihm bist. (wenn du es dir zutraust: recherchiere nach Informationen) Andererseits auch zu dir schaust und deine psychische Gesundheit pflegst. Musst einfach schauen, dass es im Gleichgewicht bleibt.


    :)* :)* :)*

    Oh je, das ist eine schwere Situation.


    Deinem Mann kannst du helfen, indem du bei ihm bist, und dem du eine gewisse Stabilität aufrechterhältst, ihm das Gefühl gibst, dass das Leben weitergeht.


    Ganz wichtig ist aber, dass du dich um dich selber kümmerst. Auch du brauchst dringend Hilfe und Unterstützung. Es hilft niemandem, wenn du dich komplett aufreibst. Hol dir alles an Unterstützung, was du kriegen kannst, ganz lebenspraktisch und moralisch. Setz Prioritäten, halt dich nicht mit unwichtigen dingen auf. Habt ihr Kinder? Wenn ja dann schau dass du auch für sie Hilfe suchst.


    Ich wünsch euch viel Kraft.

    Tut mir leid zu hören. So etwas krempelt das Leben von jetzt auf gleich um. Wie du es schreibst: Plötzlich ist alles anders. Davon trifft jedes Wort ins Schwarze.


    Man braucht sehr viel Zeit, um sich mit dieser neuen Situation auseinanderzusetzen. Am Anfang rasen die Gedanken und man muss sich erst mal halbwegs wieder ordnen. Alles sortieren. Schlimm sind am Anfang die Tage, wo sich "nichts bewegt", d.h. die Therapie geplant werden muss, Untersuchungen noch und nöcher. Und danach kommt eine emotionale Achterbahnfahrt mit besseren und schlechteren Zeiten.


    Ich will dir keine zu große Hoffnung machen, vermutlich haben die Ärzte schon mit euch gesprochen, wie groß die Chancen auf eine Genesung sind. Was man in dieser Zeit lernen muss, ist, jeden Tag so zu akzeptieren, wie er ist. Obwohl man manchmal morgens aufwacht und sich wünscht, es wäre alles nur ein böser Traum und man könnte die Zeit zurückdrehen.


    Die Psyche spielt bei dem Kampf gegen den Krebs eine große Rolle. Lernt, offen, über eure Gefühle zu reden (sofern dein Mann klare Gedanken fassen kann). Eure Wünsche und Erwartungshaltungen. Auch über die Zeit, in der du eventuell allein zurückbleibst. Das ist ein schweres Thema, aber es ist gut, wenn man Zugang dazu findet. Unausgesprochene Dinge machen Angst und belasten mehr als ausgesprochene Dinge. Und ihr solltet keine unnötigen Belastungen mit euch herumtragen.


    An praktischen Tipps kann ich dir mitgeben, dass er auf ausreichend Bewegung achten soll, auch wenn er glaub, es ginge nicht. Immer nur soviel, wie man verkraften kann. Aber immer wieder, und sich immer wieder "hocharbeiten". Und dazwischen Ruhe und Erholung. Der Sympathikus und der Parasympathikus müssen in der Waage sein, damit der Organismus gut funktioniert. Nach einer Chemo-Phase hilft Reishi (Glänzender Lackporling) bei der Entgiftung und man regeneriert sich schneller.


    Das sind sehr traurige Dinge bei euch, aber es wird immer irgendwie weitergehen. Deine höchste Priorität ist, ihm zur Seite zu stehen, aber auch für dich Rückzugsräume zu schaffen. Damit du im Leben auch für dich wieder Kraft schöpfst.


    Und wir sind natürlich auch gerne für dich da. @:)

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    Vielen Dank für eure Antworten x:) :-x


    Ich bin für ihn da. Aber so, wie es die letzten 4 Wochen gelaufen ist, geht's nicht. Morgens zu ihm ins Krankenhaus, ne Stunde nach Hause was essen und dann los zur Arbeit. Gestern hab ich dann den Klappmann gemacht. Nun bin ich auch erstmal krankgeschrieben und habe Zeit alles zu verarbeiten. Erstmal sortieren, was da alles auf mich eingestürzt kam. Und ja, Hilfe suchen!


    Meine Kinder (hab ich mit in die Beziehung gebracht) sind schon erwachsen. Natürlich müssen auch sie mit der Situation erstmal zurecht kommen.

    das tut mir sehr leid :(


    es gibt spezielle psychologen für krebskranke.


    frag in eurem krankenhaus ob es einen psychoonkologen gibt.


    wenn du dich nicht fühlst, dann bleib so lang krankgeschrieben wie du das brauchst.


    es geht hier jetzt um dich und deinen mann.


    sei für ihn da, aber akzeptier es auch wenn er mal alleine sein will. für ihn ist da ja noch viel mehr zu verdauen.


    ich wünsche euch viel kraft.

    Das tut mir sehr leid für Euch, das ist erschreckend, wenn es so ohne irgendeine Vorwarnung auf einen einprasselt.


    Weißt Du welche Art Lungenkrekbs es ist?


    Kannst Du evtl. mit zum Onkologen, Dich auch mit beraten lassen? Es gibt auch psychoonkologische Beratungen, die sind nicht nur für die Patienten selbst da, sondern auch für Angehörige.


    Liegt ein Staging des Tumors vor?


    Wichtig ist, und das ist es für uns alle, egal ob jemand schwer erkankt ist oder nicht (und auch ich muss mich da immer wieder dran erinnern): Nutzt die Zeit, die Euch auf der Welt gegeben ist. Nutzt die Zeit mit den Menschen, die Euch wichtig sind. Nutz Du, liebe Angelika, die Zeit mit Deinem Mann. :)*

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