V.a. Bronchialcarcinom

    Hallo zusammen. Ich weiß gar nicht ob ich richtig bin, denn das o.g. Thema betrifft nicht mich sondern meine Mutter. Ich fang einfach mal an zu erzählen.

    Meine Mutter hat seit etwa 9 Monaten immer wieder Rückenschmerzen, die trotz Physio und Schmerzmitteln kaum besser wurden. Im Oktober dann Röntgen der BWS. Darauf war eine Atelektase im rechten Oberlappen die Vermutung. Außerdem Skoliose. Den Befund erhielt meine Mutti aber erst vor 2 Wochen. Dann endlich eine Überweisung zum CT für vergangene Woche. Heute die Besprechung mit Ihrem HA. Es sieht nicht gut aus. Es wurde eine Raumforderung von 9x8x7 cm gefunden im rechten Unterlappen. Soweit ich den Befund beurteilen kann, wurden im Bauchschmerzen keine Metastasen gefunden. Lymphknoten mediastinal 9mm und infrakranial Max 15mm. Was bedeutet das?

    Auf jeden Fall geht es am Mittwoch Vorstationär ins KH und wir wissen nicht was auf sie zukommt. Kann mir das jemand sagen?;(

  • 18 Antworten

    Zunächst einmal werden die CT Bilder genau angeschaut und ggf. eine weitere Aufnahme angefertigt. Eine Raumforderung wird dann mittels einer Bronchoskopie genau beurteilt. Man gewinnt (wenn möglich, denn manchmal ist die Raumforderung zu klein oder ganz ungünstig gelegen) Probematerial und das wird dann eingeschickt. Nur so kann man die Dignität (ob gut-oder bösartig) sicher feststellen. Falls bösartig werden die Zellen auch so genau aufgearbeitet, dass man den Tumortyp bestimmen kann. Dann gibt es eine Szintigrafie, um zu beurteilen, ob es Metastasen (v.a. im Skelett) im restlichen Körper gebildet haben. CT Oberbauch (manchmal reicht auch Ultraschall aus) auch, da Bronchialkarzinome am ehesten in die Leber streuen und Lebermetastasen auch über weiteren Krankheitsverlauf entscheiden.
    Auch ist wichtig, ob die Raumforderung (sollte sie bösartig sein!) der Primärtumor ist oder es nur eine Metastase ist. Das weiß man nach der Bronchoskopie.
    Die Lymphknoten, die im Halsbereich gefundenwurden (wonach du fragtest) sind eben grenzwertig große Lymphknoten und die muss man dann auch biopsieren. Das macht man zum Teil auch während der Bronchoskopie.
    Die können auch ganz harmlos sein, aber der Radiologe muss eben alles beschreiben, was er sieht. Völlig ohne Wertung. Die Bewertung findet erst danach mittels weiterer Diagnostik statt.

    Das bedeutet im Umkehrschluss: Ja, es gibt eine Raumforderung. Aber was es für eine ist, weiß man noch nicht und somit kann man noch nicht den Kopf in den Sand stecken. :)


    (Eine Bronchoskopie ist eine Spiegelung der Lunge, welche stationär unter Sedierung stattfindet.)

    Je nach Alter der Patient*innen reichen eben wie oben schon erwähnt auch teilweise Sonografie aus. Wie alt ist deine Mutter? Man schaut dann nämlich nach Strahlenbelastung und Nutzen-Risiko.

    Huhu Sorgenmiez. Danke für die ausführliche Antwort. Hätte man Metastasen im Bauchschmerzen nicht schon auf dem CT gesehen?

    Meine Mutter ist 63 Jahre alt. Sie ist topfit. Arbeitet Vollzeit in der Pflege und kümmert sich noch Im meinen Onkel. Irgendwie ist das alles noch so unrealistisch.

    Auf jeden Fall fahre ich sie morgen zum KH. Leider darf niemand mit rein wegen Corona. Sie ist sehr nervös und hat Angst vor dem was kommt.

    Ich habe auch sehr große Angst. Ich habe meinen Papa vor fast 16 Jahren verloren, von jetzt auf gleich. Dann meine Oma. Vor 5 Jahren beide Großeltern mütterlichseits innerhalb von 6 Monaten und vor einem Jahr starb meine Tante nach 2 Jahren Kampf an Lymphdrüsenkrebs.

    Ich versuche ruhig zu bleiben und für meine Kinder da zu sein aber so richtig klappt es nicht.

    Wenn man nur ein Thorax CT gemacht hat (wovon ich ausgehe, da das üblich bei einem auffälligen Thorax Röntgen), dann sieht man nur angeschnitten die ersten Oberbauchorgane. Also teilweise die Leber, Milz und Galle. Aber wirklich nur angeschnitten und nicht komplett. Das kommt auch darauf an wie weit der Radiologe „nach unten“ fährt. Manchmal hat man auch die komplette Leber mit drauf. Aber nicht immer. Jetzt kenne ich den Befund nicht. Das muss da auch immer mit beschrieben sein. Da steht dann meist sowas wie „Zum Teil miterfasste Oberbauchorgane ohne Hinweis auf pathologische Veränderungen.“ Oder es werden kleine Leberzysten gesehen. Oder eine vergrößerte Leber. Das muss aber wie gesagt im Befund stehen, weil der Radiologe verpflichtet ist alles zu beschreiben, was er sieht.


    Ich verstehe, dass das alles ein großer Schock sein muss. Lungenkarzinome können sich teilweise auch schnell und völlig symptomlos entwickeln. Hat sie denn eine Raucheranamnese? Schadstoffbelastungen oder familiäre Disposition?
    Versuche ruhig zu bleiben und zunächst müsst ihr sowieso erst einmal abwarten. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr am liebevolle Fachärzt*innen gelangt. Das alles allein durchstehen zu müssen, muss mit das schlimmste aktuell sein.

    Ja es steht tatsächlich "partiell erfasste Bauchorgane"! So ein Mist. Hab gehofft das es zumindest keine Metastasen gibt :-(

    Mir kommt das schon sehr groß vor und ich hab leider den Fehler gemacht und gegoogelt. Leider liest man viele Horrorgeschichten.

    Allein anhand der Größe wäre es ja schon Stadium 4.

    Ja sie ist Raucher seit etlichen Jahren. Eine erbliche Veranlagung ist mir nicht bekannt.

    Jetzt zunächst ruhig bleiben und die Biopsie abwarten. Je nach Tumortyp ist auch ein Bronchialkarzinom kein Todesurteil. Lass die Finger von Google und von Foren. Noch steht nichts fest und somit musst du dich auch nicht über Karzinome und Tumorverläufe belesen.
    Dazu kommt, dass dies auch alles individuell ist. Es gibt bei Krebs keine allgemein geltenden Aussagen.

    Du hast Recht aber ich bin wirklich sehr unruhig. Meine Mama wird ja morgen noch nicht aufgenommen. Weißt du zufällig auf welche Untersuchungen sie sich für morgen einstellen kann?

    Wo hat sie denn den Termin? Ist es eine Klinik mit pulmologischer Fachabteilung oder ein Fachkrankenhaus? Hat sie eine Einweisung erhalten?

    Sie hat den Termin in einer Klinik mit Lungenabteilung. Laut Einweisung geht es zunächst um die vorstationäre Aufnahme. Am Telefon sagte man uns das sie wieder nach Hause darf aber einige Stunden einplanen müsse.

    Es darf aufgrund von Corona keine Begleitperson dabei sein.

    Okay. Dann wird es nur um die regulären Dinge gehen. Manche Abteilungen nehmen vorher schon mal Blut (Gerinnungswerte etc.) und schreiben ein EKG. Außerdem wird sicherlich eine Bodyplethysmografie (Lungenfunktion) und evtl. eine Diffussionsuntersuchung gemacht. Blutdruck, Puls und Sättigung gehören zu Standard Vitslwerten und werden sicher auch gemessen. Außerdem wird es ein Aufklärungsgespräch mit einer Pulmologin/einem Pulmologen, sowie ein Gespräch mit der Anästhesie geben. Eine Bronchoskopie muss vorher ja besprochen werden. Es wird ne Menge Zettelkram zum Ausfüllen geben und am Ende dann einen Termin für den stationären Aufenthalt.

    Oh je, da kommt ja was auf sie zu. Meinst du es wird auch schon ein Gespräch mit einem Onkologen geben?

    Darf ich fragen ob du selbst auch betroffen bist?

    Wird es eher nicht, weil ja noch gar nicht fest steht, dass es ein Karzinom ist. Man wird einfach den weiteren Ablauf, also Untersuchungen besprechen und sie dahingehend aufklären.


    Nein, ich bin nicht selbst betroffen. Ich arbeite in der Pulmologie. :)

    Okay, ich danke dir. Ich glaub zwar nicht das es positiv ausgeht aber wir warten nun erst einmal die Untersuchungen ab