Abführen vor Darmspiegelung

    Bei mir ist eine Koloskopie geplant. Da ich beim letzten Abführen sehr, sehr starke Schwierigkeiten hatten, die Lösung zu trinken - 1 Liter in 1 Stunde plus 2 Liter Wasser, ggf. wiederholen - , habe ich einen Horror, dies nochmals zu tun.


    Mit der Klinik habe ich jetzt vereinbart, zum Abführen eine Magensonde legen lassen und die Lösung mittels Beutel einlaufen zu lassen.


    Hat jemand Erfahrung damit?

  • 16 Antworten

    Und die Klinik hat sich darauf eingelassen? Kann ich mir kaum vorstellen. Zumal es Präparate gibt, wo man nicht endlose Liter trinken muß.


    Und so einen Schlauch stundenlang in der Nase zu haben ist Dir angenehm? Das Legen auch?


    Manchmal ist es sehr nützlich, sich einfach zu sagen: da muß ich durch. Das macht keinen Spaß, das haben Millionen Menschen auf der Welt schon überstanden, auch mit dem Gefühl, gleich kommt es hoch, aber das Leben ist kein Ponyhof.


    Trägst Du wenigstens die Kosten für das Procedere privat? Oder meinst Du, es ist gerechtfertigt, das der Krankenkasse aufzubürden?

    Danke für die Antworten.


    Es ist mit der Klinik so besprochen.

    Zitat

    Trägst Du wenigstens die Kosten für das Procedere privat? Oder meinst Du, es ist gerechtfertigt, das der Krankenkasse aufzubürden?

    Kosten enstehen nicht, da Krankenhäuser über Fallpauschalen abrechnen und ich ohnehin nochmals stationär muss. Die Sonde und der Beutel sind wohl Cent-Beträge und im Budget enthalten. Das Abführmittel ist übrigens in der Klinik Standard.


    Ich wollte eigentlich nicht hören, dass und wie es auch anders geht, sondern ob jemand das auch so gemacht hat und wie die Erfahrung war. Ich will damit verhindern, dass die Spiegelung wegen unzureichender Entleerung abgebrochen werden muss und das Ganze nochmal von vorne beginnen muss.


    Wer hat schon mit Magensonde angeführt oder hat schon "stundenlang" eine solche in der Nase gehabt?

    Wenn ich logisch denke, wird ja wohl die gleiche Menge, die man oral aufnehmen könnte, dann in den Magen gespült.


    Ich hatte 3 Stunden Zeit, die erste Tour zu trinken. Und am nächsten Morgen kamen sie um 5 Uhr mit der 2. Portion, damit ich um 9 Uhr Startbeginn sauber bin.


    Wo ist der Unterschied zwischen Trinken und in den Magen kippen? Da kann man auch nicht gleich 2 Liter reintun, sondern eben langsam.. Und wenn man auch eine 2. Tour fährt, hättest Du den Schlauch auch eben über Stunden hinweg intus, man legt ja schließlich nicht alle 30 Minuten neu....

    Zitat

    Wo ist der Unterschied zwischen Trinken und in den Magen kippen? Da kann man auch nicht gleich 2 Liter reintun, sondern eben langsam..

    Da ist ein großer Unterschied. Mir hat das Mittel einen regelrechten Würgereiz im Rachen erzeugt, und der Geschmack des Mittels führte zu einem "Ekel", den ich so schnell nicht überwinden kann.


    Das Einführen per Sonde erfolgt mit ca. 20 ml/min, so dass in einer Stunde gut ein Liter hineinläuft. Nebenher kann ich dann Wasser trinken. Die Schwester hatte mir beim letzten Aufenthalt erklärt, dass das mit dem Sondenlegen kein Problem wäre und ich nicht er einzige bin, beidem sie schon eine Sonde gelegt hat und sie überzeugt ist, dass ich das tolerieren würde. Das Problem mit dem Ekel und mit dem Würgereiz hatte sie verstanden.

    Na, dann viel Spaß mit der Magensonde! Ich hatte jetzt zwar noch keine Magensonde, aber eine 24 h Ph-Metrie und so eine Magensonde geht ja den gleichen Weg... Anfänglich hatte ich mit der Ph-Metrie-Sonde auch Würgereiz und angenehm war das auch nicht gerade, das Ding 24 h von der Nase bis in die Speiseröhre drin zu haben. Klar, wirst du die Sonde nicht 24 h angelegt haben. Aber dir kann es da genauso passieren, dass du da einen Würgereiz hast, ohne, dass du von dem Zeug einen Schluck getrunken hast.


    Ich hatte schon mehrere Darmspiegelungen mit verschiedenen Mitteln. 2 x mit KleanPrep, da musste ich 4 Liter davon trinken, besonders gut ging es mir damit auch nicht, aber noch schlimmer war MoviPrep, von dem ich 2 Liter trinken musste. Mir ist davon kotzübel geworden, habe Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen bekommen. Trotzdem ging es irgendwie. Die Einnahme ist ja auch zeitlich begrenzt. Die letzten Male hatte ich immer Picoprep und das war bisher das Beste, was ich von den Abführmitteln bekommen habe. Man muss davon nur je 1 Glas am Tag vor der Untersuchung und am Tag der Untersuchung trinken. Es schmeckt ähnlich wie eine Vitamin-Brausetablette und kriegt man auch gut runter. Ich verstehe nicht, wieso man sich da lieber eine Magensonde legen lässt, anstatt sich nach Alternativen umzuschauen. So Literlösungen lassen sich z. B. auch mit klarem Apfelsaft zur Hälfte mischen, sodass man sie auch besser runter bekommt und eiskalt aus dem Kühlschrank klappt es auch besser. Aber nun, nun bekommst du ja schon deine Magensonde dafür.

    Zitat

    Ich hatte schon mehrere Darmspiegelungen mit verschiedenen Mitteln. 2 x mit KleanPrep, da musste ich 4 Liter davon trinken, besonders gut ging es mir damit auch nicht, aber noch schlimmer war MoviPrep, von dem ich 2 Liter trinken musste. Mir ist davon kotzübel geworden, habe Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen bekommen. Trotzdem ging es irgendwie.

    Schon beim Lesen dieser Zeiten wird es mir regelrecht übel.


    Ich glaube, mit der Magensonde wird es trotzdem "irgendwie gehen".

    Das wird gehen, denn die Methode mittels Sonde abzuführen ist vor Darmoperationen nicht unüblich, z.B. bei älteren oder geschwächten Patienten. Manchmal sitzen diese währen des Zuführens der Spüllösung gleich im Toilettenstuhl und müssen nicht extra auf die Toilette rennen. Im Mehrbettzimmer ist dies allerdings nicht so ideal.

    Während meiner Ausbildung habe ich es auf der Inneren mehrfach erlebt.


    Ältere Menschen wurden stundenlang auf denToilettenstuhl gesetzt, mit Magensonde.


    Ganz ehrlich, ich finde das grausam und entwürdigend, gerade im Mehrbettzimmer :(v


    Heutzutage gibt es doch so viel verschiedene Lösungen, auch welche von denen man kleinere Mengen nur trinken muss. Lass dich noch mal beraten. Gerade über das schon erwähnte Picoprep. Manche sind halt teurer, die muss man dann selber kaufen.


    Und ja, auch das legen der Magensonde ist unangenehm. Der Schlauch würde dich auch zum würgen bringen.


    Schluck mal eine bissfeste Makkaroni nur halb runter, dann bekommst ein Gefühl dafür.


    Und dann stell dir vor, du hättest sie dir erst durch die Nase gezogen und die andere Hälfte bleibt dann im Nasen-Rachenbereich.


    Man übersteht alles, aber freiwillig würde ich mir das nicht antun, wenn es einen einfacheren Weg gibt.

    Zitat

    Heutzutage gibt es doch so viel verschiedene Lösungen, auch welche von denen man kleinere Mengen nur trinken muss. Lass dich noch mal beraten. Gerade über das schon erwähnte Picoprep. Manche sind halt teurer, die muss man dann selber kaufen.

    Viele Kliniken haben ihr Standard-Präparat, das man nicht eigenmächtig ändern darf und kann. Die Darmentleerung muss vollständig sein, ansonsten muss man das ganze wiederholen.

    Zitat

    Und ja, auch das legen der Magensonde ist unangenehm. Der Schlauch würde dich auch zum würgen bringen.

    In deutschen Kliniken werden jährlich zig-Tausend Magensonden gelegt, Liegedauer wenige Tage bis einige Wochen (!). Und offensichtlich werden diese toleriert. Oft bekommen junge Mädchen, die an krankhafter Magersucht leiden, eine Sonde gelegt


    Ein Video einer Krankenpflegeschule erklärt und zeigt das Legen der Sonde. Entweder ist die Patientin extrem tapfer oder es ist wirklich nicht so schlimm. Von einem Würgereiz ist nichts zusehen


    https://www.youtube.com/watch?v=3zE2NhX-xFM


    Ab Minute 13 wird das Legen der Sonde gezeigt.


    Der Schreiber hat sich wohl für eine Magensonde entschieden, und die Klinik ist darauf eingegangen, und wir sollten jetzt nicht versuchen, ihn davon abzubringen. Und er wird wohl so mobil sein, selbständig die Toilette aufzusuchen.

    Zitat

    Und ja, auch das legen der Magensonde ist unangenehm. Der Schlauch würde dich auch zum würgen bringen.... Und dann stell dir vor, du hättest sie dir erst durch die Nase gezogen und die andere Hälfte bleibt dann im Nasen-Rachenbereich. Man übersteht alles, aber freiwillig würde ich mir das nicht antun, wenn es einen einfacheren Weg gibt.

    Zitat

    Na, dann viel Spaß mit der Magensonde! Ich hatte jetzt zwar noch keine Magensonde, aber eine 24 h Ph-Metrie und so eine Magensonde geht ja den gleichen Weg... Anfänglich hatte ich mit der Ph-Metrie-Sonde auch Würgereiz und angenehm war das auch nicht gerade, das Ding 24 h von der Nase bis in die Speiseröhre drin zu haben. Klar, wirst du die Sonde nicht 24 h angelegt haben. Aber dir kann es da genauso passieren, dass du da einen Würgereiz hast, ohne, dass du von dem Zeug einen Schluck getrunken hast.

    Ich hatte inzwischen die Darmspiegelung bekommen und hatte das Abführmittel wie vereinbart über die Sonde bekommen.


    Beim Legen der Magensonde gab es einen leichten Schmerz in der Nase. Das Vorschieben ging vollkommen ohne Würgereiz ab. Nachdem die Sonde lag, verspürte ich im Rachen ein leichtes Fremdkörpergefühl im Rachen, das aber nach wenigen Stunden verschwand. Die Sonde blieb 18 (!) Stunden liegen, also bis klar war, dass das Abführen erfolgreich war. Denn am Ende der Darmspülung soll der Stuhl ähnlich aussehen wie Kamillentee.


    Die Abführlösung und das nachfolgend zu trinkende Wasser wurden wurden einfach mit einer Pumpe eingeflößt. Gespürt habe ich von der Flüssigkeit nichts.


    Die Sonde blieb über Nacht liegen, und das hat nur insofern gestört, da ein teil der Sonde aus der Nase herausragte. Die Schwester hatte das Ende aber mit einem Pflaster im Gesicht befestigt. Ich konnte gut schlafen.


    Ich würde das jederzeit wieder so machen. Es war tatsächlich wesentlich angenehmer als die Lösungen zu trinken. Und es war auch kein Horror. Es kam übrigens nichts Schlimmes bei der Untersuchung heraus.

    Ich schrieb:

    Zitat

    In deutschen Kliniken werden jährlich zig-Tausend Magensonden gelegt, Liegedauer wenige Tage bis einige Wochen (!). Und offensichtlich werden diese toleriert. Oft bekommen junge Mädchen, die an krankhafter Magersucht leiden, eine Sonde gelegt

    Und da klingen die Äußerungen von Schlabbermaul durchaus glaubhaft.


    Mir scheint, einige Schreiberinnen wollten sich nur wichtig machen und Horrorgeschichten über Magensonden verbreiten.


    Übrigens werden Sonden zum Abführen spätestens dann gelegt, wenn es auf normalem Wege nicht geklappt hat. Und es gibt in der Medizin wirklich viel Schlimmeres als eine Magensonde.

    @Schlabbermaul

    Hast du im Mehrbettzimmer oder im Einzelzimmer gelegen? Konntest du die Toilette aufsuchen oder musstest du auf die Bettpfanne oder Toilettenstuhl?

    Leider hat wohl niemand Erfahrungen gehabt mit einer Sonde. Nur Hinweise von Leuten, die das nicht aus eigener Erfahrung kennen.


    Ich selbst habe jetzt feststellen können, dass eine Magensonde doch nicht so schlimm ist wie oftmals befürchtet.


    Auch mit Magensonde kann man die Toilette noch rechtzeitig erreichen, da der Stuhldrang sich langsam ankündigt. Ich konnte dank einer Zusatzversicherung in einem Einzelzimmer mit Nasszelle liegen.