Chronische Analfissur und Morbus Crohn

    Hallo zusammen!


    Ich weiß hier gibt es schon einige Einträge zum Thema Analfissur und ich habe mich schon reichlich belesen. Nur leider gestaltet sich der Fall bei mir etwas komplizierter...


    Nach mehreren Jahren mit chronischen Durchfällen die alleine schon das Leben zur Hölle machen, bekam ich im Oktober 2017 die Diagnose Morbus Crohn. Gleichzeitig wurde eine chronische Analfissur diagnostiziert, die die starken Schmerzen beim Stuhlgang erklärten. Ich bekam Cortison gegen den M. Crohn und Dilitazemsalbe für die Fissur. Hat beides nicht geholfen. Das Cortison hat leider nicht so recht angeschlagen, sodass ich weiterhin unter täglichen Durchfällen leide. Beginnend morgens nach dem Aufstehen (und wehe die Toilette ist nicht frei), dann über den Vormittag meist 2-3x. Zum Abend hin habe ich häufig, aber nicht immer, Ruhe. Die Analfissur hat sich seit Oktober nur verschlimmert. Die Salbe war gefühlt sinnlos. Es gab zwar Wochen in denen es mal besser war, aber wirklich geholfen hat es nicht. Stattdessen hatte ich immer häufiger Blutungen, zum Teil richtig heftig.


    Seit ca. 3 Wochen hat sie die Lage extrem zugespitzt. Wo ich bisher zumindest über den Tag kam, kann ich inzwischen nicht mehr sitzen, nicht mehr laufen, ja eigentlich gar nichts mehr tun vor Schmerzen :-( Ich bin am verzweifeln, sitze jeden Tag nur noch heulend und schreiend auf Klo, mir wird richtig schwindelig und übel, z.T. mit Würgereiz, einfach nur aus Schmerzen. Nach dem Stuhlgang halten die Schmerzen über Stunden an. Und ich habe wahnsinnige Angst vor jedem weiteren Stuhlgang. Bedingt durch den M. Crohn bleibt es halt nicht bei 1x am Tag, ich bekomme also überhaupt keine Ruhe rein.


    Also war ich kürzlich nochmals beim Proktologen. Die Fissur ist tiefer geworden und die Vorpostenfalte inzwischen so groß, dass sie den kompletten After bedeckt. Auf der Vorpostenfalte selbst hat sich eine zweite Fissur gebildet. Meine Muskulatur ist inzwischen so verkrampft, ich komme kaum einen Zentimeter mit dem Finger rein. Habe jetzt erneut Dilitazemsalbe verschrieben bekommen, diesmal in Kombi mit Analdehner. Es ist die Hölle!!! Ich versuche zumindest Abends zu dehnen, morgens hab ich keine Chance bei den häufigen Stuhlgängen. Inzwischen gehe ich nach jedem Stuhlgang duschen und versuche die Fissuren auszuwaschen, sofern das durch diese verdammte Vorpostenfalte halt möglich ist. Wenn ich es schaffe schmiere ich kurz vor dem Stuhlgang Posterisan akut drauf, in der Hoffnung die Schmerzen zu mildern. Bringt aber gefühlt nichts.


    Was soll ich noch tun? Ich verzweifle wirklich. Ein Problem einzeln ist schon die Hölle, aber beides zusammen?! Ich hasse mein Leben inzwischen so sehr, ich komme ja auch gar nicht mehr vor die Tür. Termine müssen ständig abgesagt werden, entweder wegen Durchfall oder weil ich vor Schmerz keinen Schritt mehr tun kann.


    Lokale Schmerzsalben (Lidocain) helfen wie gesagt nicht wirklich, Dilitazemsalbe lockert da auch gar nichts. Rectogesic zweimal probiert, danach aber Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme gehabt, Schmerzen und Krämpfe sind geblieben. Normale Schmerzmittel zur Linderung darf ich wegen M. Crohn nicht nehmen (also ASS, Ibu, Diclofenac, etc.), maximal Paracetamol. Aber das hilft alles eh nicht. Hatte damals im KH sogar Morphium bekommen - hat mich komplett weg gedröhnt, die Schmerzen sind aber trotzdem geblieben.


    Der Proktologe sagt von einer OP würde er absehen, die Gefahr von Fisteln und weiteren Entzündungen wäre bei mir zu groß...


    Also: Habt ihr noch Tipps für mich? Bin über jeden Rat dankbar.

  • 10 Antworten

    Warst du mal beim Gastroenterologen? Darmspiegelung? Wer hat denn Morbus Crohn diagnostiziert?


    Was wurde die Monate vor der Diagnose gegen den Durchfall gemacht? Loperamid? Flohsamen?


    Ich würde mir auf jeden Fall eine zweite Meinung einholen. Wieso bekommst du denn wieder das verschrieben, was schon nicht geholfen hat?! Sehr komisch.

    Wichtig wäre natürlich erst einmal den Crohn zu behandeln, denn wenn du den nicht in den Griff bekommst, bekommst du natürlich auch die Fissur nichtin den Griff.


    Dazu ist es erst einmal wichtig, dass du dir einen CED-erfahrenen Gastroenterologen suchst.


    Wie viel Cortison hast du denn bekommen? Meist verschreiben nicht erfahrende Ärzte viel zu wenig und dafür viel zu lang. Cortison ist bei CED als Akutmedikation 1. Wahl, aber nicht als Dauermedikament, da gibt es ganz andere Sachen.


    Wichtig ist eben da Ruhe reinzubringen, damit die Fissur heilen kann und natürlich kann man auch bei CED operieren, so ein Quatsch. Such dir bitte einen Fachmann.

    @ Verhueter:

    Ja, ich war öfter beim Gastro als ich zählen kann, auch bei Veschiedenen. Bisher auch drei Magen- und drei Darmspiegelungen hinter mir, sowie mehrere MRTs. Die Darmspiegelung im Dez 2016 schien noch nicht eindeutig auf M. C. hinzuweisen, erst als ich im Okt 2017 im KH gelandet bin (da weiterhin Durchfälle, 7kg abgenommen, wochenlang Fieber, Gelenkschmerzen, Erythrema nodosum) wurde sehr schnell und sicher die Diagnose gestellt. Allein ein Ultraschall gab schon Verdacht, durch die vielen Verengungen und Entzündungsherde. Die Spiegelungen und MR-Sellink gaben dann Gewissheit. Von den extremen Entzündungswerten in Blut und Stuhl mal zu schweigen.


    Vorher gab es nur Loperamid bei Bedarf. Auf Eigeninitative habe ich Flohsamen und Chiasamen probiert, um Wasser im Stuhl zu binden. Bringt aber nichts.


    Warum der Proktologe ein zweites Mal die gleiche Salbe verschreibt verstehe ich auch nicht. Scheinbar ist das das Mittel der Wahl und diesmal ja in Kombi mit Analdehner, er meinte es müsste damit in einigen Wochen besser werden.

    @ kleiner_drachenstern:

    Ich habe im KH mit 60mg Prednisolon angefangen und dann nach zwei Wochen im Wochenrhythmus reduziert, da eine Langzeittherapie ja ziemliche Nebenwirkungen hat. Da die Kontrollultraschalle nicht gut waren, haben wir den Abstand erhöht, d.h. Reduzierung erst jede zweite Woche. Ende Januar war dann komplett ausgeschlichen. Seit zwei Wochen nehme ich Azathioprin als Immunsuppressivum, aber das dauert ja seine Zeit bis es wirkt, laut Gastro 3-6 Monate.

    Ich möchte nichts falsches empfehlen, weil ich nicht unter Durchfall leide. "Nur" über viele Jahre an einer Entzündung, die vom Darm kommt und weil etwas Sekret nach aussen den gesamten Intimbereich entzündet. Nach vielen Salben, oft mit Cortison und gegen Hautpilz jetzt auf Salbe gegen Fissur bestanden. Dazu einen Analfissurstift über Internet. Sehr teuer, aber gut angepasst. Lässt sich ohne Schmerzen einführen, weil extra Material. Jetzt Salbe Rectogesic (man bekommt gleich kurze Zeit Kopfschmerzen, die aber schnell nachlassen und jetzt nach 8 Tagen nichts mehr) und Zäpfchen DoloPosterine, meine Entzündung klingt ab. Davor fürchterlich Juckreiz, die Hölle. Wasserlassen ging nur mit warm Wasser gefüllten Toiletteneinsatz, dadurch brannte nichts.


    ImRehaladen.Toiletteneinsatz :)^ ist super. Viele Ärzte aufgesucht, Darmspieglung proktologische Untersuchung Hautarzt. Nichts gravierendes festgestellt "naja ist eine Entzündung am Darmausgang. Nehmen sie mal die Salbe Cortison usw. ;-D ".


    Abstrich wurde nie gemacht.


    Bin selbst auf Idee mit Fissur gekommen. Was nutzt außen Creme wenn Übel von innen kommt. Baumwollpads, gibt es bei Rossmann hab ich immer welche vor. Achtet drauf, Baumwolle nicht Kunstwatte. Momentan fühle ich mich richtig gut. Salbe ist sehr teuer, 100 gr fast 200 Euro. Wird wohl mit ein Grund sein das Ärzte anderes verschreiben.

    Du musst nicht jedes mal duschen, kauf dir solch Toiletteneinsatz. Mach warmes Wasser rein und setz dich rauf. Wenn was überschwappt läuft durch schrägen hinteren Teil in die Toilette. Extra so hergestellt. Dann noch mal dasselbe und sauber nachspülen bzw. reinsetzen und schon bist sauber. Liest sich komisch. Hat nichts mit eklig zu tun, in der Not macht man vieles. Bei mir war das Brennen beim Wasserlassen so stark das ich mitten dabei aufhörte. Deswegen den Sitz gekauft. Schlimm, alles wegen Entzündung. Hoffe, dass ich das hinter mir habe. Nie wieder solch Schmerzen. *:)

    Hallo zusammen!


    Kleines Update zu meiner Problematik. Vielleicht hilft/interessiert es den ein oder anderen mit ähnlichen Problemen. Und vielleicht habt ihr noch Rat für meine aktuellen Baustellen...


    Nach der M.Crohn Diagnose im Oktober 2017 und dem extremen Schub im März 2018 (erneut KH, Verdacht auf Abzess, wurde zum Glück ausgeschlossen; andauernd hohes Fieber, Durchfälle, Gelenkschmerzen, Abgeschlagenheit, starke Gewichtsabnahme), wurde ich nach erneuter Prednisolon-Behandlung auf Azathioprin eingestellt. Das Prednisolon hat nur kurzzeitig geholfen, denn beim Ausschleichen gingen die Probleme weiter (breiige Stühle bis Durchfall, mehrmals täglich). Wir sind mit dem Prednisolon nochmal zurück auf Höchstdosis gegangen, um dann nochmal das Ausschleichen zu probieren. Azathioprin bekam ich in Höchstdosis, doch selbst nach 7 Monaten konnte ich keine Besserung feststellen. Das Cortison hat ganz schöne Spuren hinterlassen in der Zeit: angefangen vom typischen "Mondgesicht" (ich sah im Gesicht mit meinen 50kg aus als würde ich mindestens 80kg wiegen, komplett dick und aufgedunsen), Haarausfall, Steroidakne, Gewichtszunahme durch anhaltenden Appetit und fehlendes Sättigungsgefühl, Schlafstörungen, zunehmende Gesichtsbehaarung (als Frau sehr unangenehm), Blähbauch...

    Nach Absetzen des Cortisons (Aza blieb weiter in Höchstdosis bei 125mg) gingen diese Probleme zwar zurück, jedoch hatte ich wieder vermehrt Gelenkprobleme. Ich bekam eine Arthritis (wahrscheinlich durch M.C. verursacht) in Knien, Fingern Händen, Hüftgelenken, Füßen... Zusätzlich stellte sich eine sehr schmerzhafte Sehnenentzündung im linken Fuß ein mit starker Schwellung. Rötgen und MRT des Fußes gaben jedoch keinen Aufschluss. Im Gesicht entwickelte sich zeitgleich eine periorale Dermatitis. Rund um Mund, Nase und Kinn begann die Haut sich extrem zu schuppen, stark gerötet, teilweise mit Pusteln - es war furchtbar! (wahrscheinlich durch Absetzen des Cortisons) Alles Cremen halft nicht. Nach Google hieß es "Nulldiät", auf alle Kosmetik verzichten. Das war extrem schlimm, die Haut riss blutig auf und schuppte sich weiter. Also wieder Cremes versucht (aus der Apotheke, ohne Parfum, z.B. Eucerin und Co., sowie Neurodermitis-Salben). Es wurde nur geringfügig besser, dafür breiteten sich die schuppige Bereiche nun auch zwischen den Augen und Augenbrauen aus. Es war zum verzweifeln. Oder vielmehr ist es immer noch!


    Da auch mein Darm durch den M. Crohn nicht in Ordnung war (obwohl Blutwerte inzwischen deutlich besser), die Gelenkschmerzen so heftig wurden dass ich kaum noch laufen oder etwas greifen konnte, andauernde Schwäche-/Müdigkeit, kaum noch Leistungsfähig, dann die periorale Dermatitis, der Fuß... beschlossen wir das Aza abzusetzen und stattdessen Humira zu spritzen, ebenfalls ein Immunsuppressivum.

    Mit dem Humira geht es mir besser (jetzt seit 6 Wochen in Behandlung). Die Gelenkschmerzen lassen nach und sind erträglicher (hauptsächlich "nur" noch Knie und Finger), mein Darm macht zwar ab und zu immer noch Probleme, ist aber auch noch im Rahmen. Mein Fuß schmerzt nicht mehr, ist aber nach 3 Monaten immer noch dick (hat jemand eine Idee? Vielleicht Physio/Lymphdrainage?) und mein Gesicht ist weiterhin von der perioralen Dermatitis geplagt. Zwischenzeitlich leicht besser, aber die vom Arzt verschriebene Cortisonsalbe hat es gefühlt verschlimmert, jetzt sehe ich wieder total scheckig und pustelig im Gesicht aus. Es ist zum Verrückt werden... Habt ihr noch Ideen was ich dagegen machen kann?


    Die dritte große Baustelle sind nach wie vor meine Analfissuren. Obwohl die schlimme chronische Fissur vom letzten Jahr inzwischen weitgehend ausgeheilt ist (das war ein langer schmerzhafter Weg), entstehen gefühlt im wochenrhythmus neue Fissuren, an allen Stellen. Die erste chronische lag ventral (was wohl eher untypisch ist) mit großer Mariske/Vorpostenfalte, dazu hatte ich ja im ersten Beitrag einiges geschrieben. Ich weiß nicht wie ich es letztlich in den Griff bekommen habe... ich glaube das regelmäßige abduschen des Afters nach dem Stuhlgang, sowie weich halten des Gewebes mit PosterisanPotect haben auf Dauer geholfen. Dennoch kommen ständig neue Analfissuren. Dorsal (die "typische" Stelle), aber auch mehrere rund um. Zeitweise hatte ich gleichzeitig 3-4 Fissuren!!! Die dann natürlich auch immer wieder bluten und zu schmerzen führen. Glücklicherweise nicht so heftig wie die erste, da ich durch Hygiene und Creme dem glaube ganz gut entgegen wirke. Dennoch frage ich mich: Warum??? Ich habe keine heftigen Durchfälle mehr wie früher (meist weich, manchmal breiig), auch keinen harten Stuhlgang. Ich wasche den After gründlich ab, damit sich keine Keime in den Analfalten einnisten und creme nach um die Haut geschmeidig zu halten. Was soll ich denn noch tun? Warum kommen die Fissuren ständig wieder? Es ist zum verzweifeln.


    Also in Kurzfassung:

    - M. Crohn Problematik durch Humira einigermaßen im Griff

    - Arthritis in Folge von M. Crohn, wird langsam besser

    - starke periorale Dermatitis (wahrscheinlich durch lange Cortisonnahme), was kann man hier noch machen?

    - ständig neue Analfissuren trotz strenger Hygiene und Hautpflege; habt ihr noch Ideen?

    @ SunnyRain:


    Ich schaue oefter die Ernaehrungsdocs und in einer Sendung haben sie fuer einen Morbus Crohn Patienten eine Diaet zusammengestellt, die ihm auch gut geholfen hat.

    Vielleicht wendest du dich einmal an sie oder suchst im Internet nach deren Diaetplaenen.

    lizflanz :

    Ja die kenne ich, dort hatte ich mir auch schonmal eine Liste runtergeladen welche Lebensmittel z.B. tabu sind. Hatte mich in der Ernährung ja auch schon umgestellt. Allerdings ohne großen Erfolg. Und ins TV möchte ich da eigentlich nicht.


    Aber meine Hauptproblematik sind derzeit auch die Wiederkehrenden Fissuren und die Dermatitis. Beides bekomme ich einfach nicht in den Griff.