Chronische Gastriris - Ursachenforschung, eventuell atropische Gastritis?

    Hallo Leute,

    möchte euch hier so kurz wie möglich meine Leidensgeschichte präsentieren und dann möglichst zur ursächlichen Lösung des Problems vordringen.


    Seit gut 2 Jahren habe ich, meist nach Alkoholkunsum, alle paar Monate eine akute Gastritis entwickelt. War mit 12 Wochen Schonkost alles wieder gut. Im April diesen Jahres auch wieder, daher schickte mich mein Hausarzt zur Maganspiegelung. Befund: Zwölffingerdarmgeschwür und Helicobacterbefall. Eine Tripeltherapie wurde verordnet. Mit Beginn dieser Therapie wurde jedoch alles immer schlimmer. Die Gastritis, die ich schon wieder durch Schohnkost im Griff hatte, wurde sehr schlimm, dazu Durchfall, Schwindel, Magenkrämpfe.... Dennoch zog ich die Therapie durch. Danach weiter anhaltend Gastritis. Beschwerden sind hauptsächlich stechender Schmerz unter den linken Rippenbogen, nach dem Essen meist erstmal Besserung, später Druck-/ Völlegefühl und häufiges Aufstoßen. Auch ein aufblähen des Bauches war sehr tpisch zusammen mit übelriechenden Winden. Wurde zunächst mit Pantoprazol 40mg, später 80mg behandelt, habe auch Rantidin probiert, alles jedoch ohne Erfolg. Eine zweite Spiegelung zeigte eine Gastitis Typ C an, Helicobacter wurde nicht mehr nachgewiesen.Weiter mit Pantoprazol behandelt. Ich versuchte verschiedene Ernährungsweisen, zunächst Vollwert-Schonkost, dann Vegan mit vielen frischen Gemüsesäften, später über ein paar Wochen eine ketogene Ernährung. Brachte alles keine nennenswerten Erfolge. War vor ein paar Wochen im KH zu einem Komplettcheck, nochmal eine dritte Magenspiegelung (Antum- und Korpusgastritis, nicht aktiv) weiterhin wurden Sonografie und Darmspiegelung durchgeführt und die Blutwerte gecheckt, alles aber ohne Auffälligkeiten laut der Ärzte. Lediglich ein Morbus Meuchelgracht (erhöhtes Bilirubin) wurde festgestellt, aber das steht mit den Beschwerden nicht im Zusammenhang.


    Was mir jedoch aufgefallen ist: Die Hämoglobinwerte sind bei mir in jeder Messung am unteren Limit, die Erytrozyten (und auch Trombozyten) sind unter dem Minimalwert. B12 Status ist in Ordnung, ABER: Ich supplementier auch schon von Anfang an B12! Bin aus dem KH entlassen worden mit dem Befund einer leichten Gastriris (40 mg Pantoprazol wurden empohlen) und den Verdacht auf eine Reizmagen / Reizdarm und Anpassungsstörung. Wobei ich den Mensch kennen lernen will der nach 3 Monaten Dauerschmerzen und Verdauungsproblemen immer noch pyschisch völlig auf der Höhe ist, fürchte die Ärzte machen es sich hier etwas einfach und verdrehen Ursache und Wirkung. Wie dem auch sei, hab mich an die ärztlichen Ratschläge gehalten, weiter PPI geschluckt und Trimipramin zum einschlafen genommen. Die Beschwerden blieben.


    Vor kurzem habe ich das Buch "Ein Lob der Magensäure" gelesen. Hab zu der Zeit bereits angefangen die PPI abzusetzen. In dem Buch habe ich erfahren, dass eine chronische Gastritis sehr häufig auf zu wenig Magensäure zurück zu führen ist (Atropische Gastritis). Mache daher gerade Versuche mit Betain HCL Kapseln, also praktisch künstliche Magensäure, die ich zum Essen nehme. Ich hatte anfangs starke Bedenken und mich daher nur zögerlich gesteigert, aber muss sagen, mir geht es damit echt besser. Vertrage damit auch mal wieder etwas schwerere Speisen. Nehme bis zu 4 Kapseln zu 650 mg Betain HCL, aber mit der Dosierung experimentiere ich noch. Werde demnächst auch noch Zink (30mg), einen komplex aus essentiellen Aminosäuren sowie Vitamin A und Süßholzwurzelextrakt (DGL) substituieren, wie in dem Buch empfohlen, mal schauen was sich tut...


    Die atropische Gastitis würde auch ins Bild passen bezüglich der leichten Blutarmut. Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht oder Anregungen dazu?

  • 4 Antworten

    Hallo Philipp,


    wie du bereits im Thread von Phil gelesen hast, geht es mir so ähnlich wie dir. Leider kann ich dir auch nicht irgendwelche ratsamer Tipps geben, da ich mich zur Zeit sehr hilflos fühle.

    Wir können nur hoffen, dass es uns irgendwann besser geht, was ich momentan aber sehr anzweifle. Dies macht sich, wie bei dir auch, schon psychisch bemerkbar. Was ja kein Wunder ist, nach so vielen Monaten!

    Habe morgen wieder einen Termin bei meiner Gastroentrologin, mal schauen, was dabei rauskommt.

    Manchmal beruhigt es einen, wenn man weiß, dass man nicht alleine mit diesen Problemen ist.


    LG

    Rena

    Hallo Rena,

    ja, wirklich irgendwie schön zu wissen das man nicht allein da steht, jedoch würde ich dir und auch jedem anderen Betroffenen die erlösende Heilung von Herzen gönnen...

    Mir geht es momentan ein wenig besser, aber von einem durchschlagenden Erfolg kann noch lange keine Rede sein. Ich habe festgestellt, dass ich frisches Obst ziemlich gut vertrage. Versuche allgemein mehr Rohkost zu integrieren und erwäge sogar mal testweise komplett auf Rohkost zu gehen.

    Was mir auch hilft, ich trinke nicht zu den Mahlzeiten, sondern lasse immer min. 1h vorher und 2h danach Pause bevor ich wieder trinke. Außerdem trinke ich fast ausschließlich "Staatlich Fachingen", da das Wasser einen hohen Gehalt an Mineralien und vor allem an Hydrogencarbonat hat. Damit wirkt es neutralisierend auf den Magensaft (deshalb auch die Pause). Komme somit etwas besser klar, aber dennoch habe ich nicht das Gefühle wieder richtig zu funktionieren. Sobald noch Stress dazu kommt ist es ganz vorbei...

    Würde mich über einen regen Austausch freuen, ich hoffe wir finden den Schlüssel zur Gesundung!

    Achso, das mit dem Betain HCL hat bei mir nichts gebracht. Scheint wohl wirklich so zu sein, dass ich tendenziell zu viel Magensäure produziere bzw. die Neutralisation der selbigen nicht mehr richtig funktioniert. Die Blutarmut rührte zudem wohl von der Einnahme der PPI, mittlerweile hat sich das wieder normalisiert.

    eine atrophie der magenschleimhaut hätte man auch spätestens in der histologie gesehen?


    Habe ebenfalls seit 1,5 monaten schwere darm probleme. Meine kolo war größtenteils o.b. und die gastro von heute zeigte bei mir eine akute gastritis. Ob es typ a,b oder c ist wird sich hoffentlich in der histo zeigen.


    Mein b12 spiegel war auch am unteren referenzwert ..wogegen ich sunday natural b12 mha500 kapseln nehme. Ebenso sind meine trombozyten leicht erniedrigt und mein hb wert ander unteren grenze. Bin auch oft blass , und oft abgeschlagen.

    Mich würd es nicht wundern bei mir wenn bei der histo typ a rauskommt. Allerdings ist der ja eher selten.


    Bei mir wurden allerdings auch unspezifische entzündungen des darms im sono und mrt gesehen. Kann sein dass der mangel auch daher rührt.


    Jedenfalls bekomm icj jetzt erstmal vollle ppi dröhnung mit 40mg pantozol 1-0-1. Was ich hoffentlich sehr schnell wieder absetzen kann. Wär bei typ a auch kontraproduktiv?