Darmverkürzung, wer hat Erfahrung ?

    In zwei Wochen steht mir eine Darmverkürzung bevor, weil mein Dickdarm zu lang ist und ich schon ein Lebenlang Bauchschmerzen , Verstopfung und heftige Blähungen habe. Jetzt, mit meinen 36 Jahren hat man erst festgestellt, dass mein Dickdarm viel zu lang ist.


    Wer hat bereits Erfahrungen mit einer Darmverkürzung und diesen Beschwerden gemacht ? Und wie ist das Leben danach ? Sind die Beschwerden dann weg ? Vor allem diese heftigen Blähungen und Verstopfung !


    Wie ist die OP verlaufen ? (Bei mir soll es endoskopisch gemacht werden). Ist es sehr schmerzhaft ?

  • 16 Antworten

    Ich kenne da jemanden..

    Hallo Kerstin2866!


    Ich kenne jemanden, der auch an einem überlangen Dickdarm leidet.


    Schau mal auf der Seite http://www.morbus-hirschsprung.de und wende Dich an Monsti. Sie hatte ähnliche Beschwerden wie Du und bei ihr wurde zusätzlich Morbus Hirschsprung festgestellt. Sie wurde vor ca. 2 Wochen operiert. Ich weiß daher nicht, ob Du sie vor Deiner OP noch "erwischst".


    Alles Gute und viele Grüße


    Steffi

    Hallo,


    mir steht wahrscheinlich das gleiche bevor. Ich leide seit Jahren unter chronischer Verstopfung. Mich würde auch tierisch interessieren, wie das Leben nach der OP abläuft. Hab schon mehrfach mitbekommen, dass es oft nicht bei einer OP bleibt :-(


    Viele Grüsse


    Neroli

    Dickdarm-Verkürzung

    Hallo!


    Ich leide zwar nicht an einem überlangen Dickdarm, jedoch unter Morbus Hirschsprung. Mir wurde daher im Oktober 2003 der halbe Dickdarm entfernt. Ich weiß aber nicht, ob dies miteinander vergleichbar ist.


    Durch MH war der Enddarm nicht mit Nervenzellen versehen und vor dem "nervenlosen" Stück hatte sich ein Megakolon (Riesendarm) gebildet. Dadurch dass mittlerweile der halbe Dickdarm betroffen war und nicht mehr arbeitete, wurde er entfernt. Ich hatte ebenfalls starke Verstopfungen, die nur mit Kleanprep zu beseitigen waren.


    Mir geht es seit der OP wieder sehr gut. Ich habe keine Verstopfung mehr, eher im Gegenteil weichen/breiigen Stuhlgang - selten bishin zum Durchfall. Ich muss außerdem etwas beim Essen aufpassen, denn z.B. Salat oder einfach Gemüse haben neuerdings eine sehr durchschlagende Wirkung.


    Die Frage ist wahrscheinlich, wieviel Dickdarm entfernt wird - je weniger Dickdarm erhalten bleibt, desto mehr neigt man zu Durchfall. Angeblich soll sich der verbliebene Dickdarm in den meisten Fällen der neuen Situation anpassen, d.h. das fehlende Stück ersetzen. Ich hab noch nichts bemerkt ;-)


    Viele Grüße


    Steffi

    @ Neroli:

    die OP ist meine große Hoffnung endlich mal ein Leben


    ohne Bauchschmerzen zu führen. Und ich hoffe, dass es bei dieser einen OP bleibt ! Melde mich, wenn ich operiert bin !

    @ Steffi:

    Also von MH hat mir noch kein Arzt was gesagt. Diese


    Krankheit kannte ich bisher auch nicht. Werde aber auf jeden Fall


    nochmal meinen Arzt drauf ansprechen.


    Jedenfalls tat es sehr gut von Dir zu hören, dass es Dir nach der


    OP sehr gut geht. Das macht mir Hoffnung !


    Danke für Deine Antwort !


    Gruß


    Kerstin

    Hallo Kerstin,


    eine Hirschsprungkrankheit kann man, soweit ich weiss, mit einem Drucktest erkennen. Wurde bei mir in der Klinik gemacht und dadurch dann ausgeschlossen...


    Viele Grüsse und viel Erfolg


    Moni

    Drucktest?

    Hallo Insula!


    Was meinst Du denn für einen Drucktest?


    Ich kenne die drei üblichen Untersuchungen, die eigentlich auch alle durchgeführt werden, um MH auszuschließen:


    - Kolon-Kontrast-Einlauf (Röntgendarstellung des Dickdarms zwecks eventuellem Megakolon)


    - Darmspiegelung inkl. Großzangenbiopsie (Nachweis von Nervenzellen oder auch nicht)


    - Rektomanometrie (Messung des Schließmuskeldrucks)


    Ach, Du meinst bestimmt letzteres?


    Viele Grüße


    Steffi

    Rektomanometrie

    Also ich weiß nicht, aber ich habe gehört, dass diese Untersuchung nicht unbedingt klare Ergebnisse bringt. Bei mir konnte man danach MH nicht wirklich feststellen, aber auch nicht ausschließen ??? Eine Großzangenbiopsie ist die sicherste Methode.


    Viele Grüße


    Steffi

    Hallo Steffi,


    was bitte ist die Großzangenbiopsie???? Noch nie gehört! Würde mich brennend interessieren. Versteh ich auch gar nicht, weil ich hab mal gehört, dass man ohne das der Darm operiert wird, gar nichts über die Nervenzellen aussagen kann. Aber ich bin mit den ganzen Ärzten mittlerweile so gefrustet, dass ich gar nicht mehr weiss wem ich da noch glauben bzw. vertrauen kann...


    Verdutzte Grüsse


    Moni

    Großzangenbiopsie

    Hallo Moni!


    Bei einer normalen Darmspiegelung werden mit einer kleinen Zange oberflächlich aus der Darmschleimhaut Proben genommen, um später das Gewebe auf Zellveränderungen zu untersuchen.


    Um MH nachzuweisen, nimmt man größere Zangen, um in das tiefer gelegene Gewebe zu kommen, denn dort liegen die Nervenzellen. Die Proben werden in bestimmten Abständen genommen, um das "nervenlose" Gebiet besser eingrenzen zu können, falls es zu einer OP kommt.


    Das Ganze wird als normale Darmspiegelung gemacht, d.h. Abführmittel nehmen, Beruhigungs- und Schlafspritze usw. Allerdings musste ich dann immer noch eine Nacht im Krankenhaus bleiben, da die Gefahr größer ist, dass es im Nachhinein zu Blutungen kommt.


    Viele Grüße


    Steffi

    Darmverkürzung

    Hallo Kerstin (und alle anderen),


    wie Steffi geschrieben hat, hatte ich einen überlangen Dickdarm. Die Diagnose MH hatte sich bei der Biopsie nicht bestätigt; sie nannten es generalisierte Darmlähmung (oder so ähnlich), bei der es nicht gereicht hätte, den Dickdarm "nur" auf die Normallänge zu kürzen.


    Vom 15.1. bis vorgestern war ich in der Uniklinik Innsbruck - so lange deshalb, weil meine OP leider nicht komplikationslos verlaufen war. Am 22.1. erfolgte eine subtotale Dickdarmresektion per großem Bauchschnitt (30 cm, vom Brust- bis zum Schambein). Dummerweise starb der verbliebene Restdickdarm gleich danach ab, und ich bekam eine Bauchfellentzündung mit Sepsis. Bei der folgenden Not-OP wurde auch der restliche Dickdarm entfernt und im rechten Unterbauch ein Dünndarmstoma (künstlicher Darmausgang) angelegt. War leider alles nicht lustig, zumal um Haaresbreite tötlich.


    Dazu muss ich aber sagen, dass ich wegen chron. Polyarthritis u.a. ständig Cortison nehme. Möglicherweise hatte ich die üblen Komplikationen nur deshalb, genau weiß man es aber nicht. Fest steht, dass so etwas in der Klinik Innsbruck vorher noch nie passiert ist, so dass ich das Theater jetzt unter "mal wieder Pechvogel" abhake.


    Irgendwann im Herbst kann mein Stoma wieder zurückoperiert werden, d.h. sie verbinden dann den Dünndarm direkt mit dem Mastdarm. Bin schon gespannt darauf, wie meine Verdauung anschließend funktioniert. Wenigstens werde ich nie wieder in meinem Leben Verstopfung haben ...


    Liebe Grüße von


    Monsti