Erfahrungen funktionelle Rekonstruktionsplastik

    Teil 1


    GERD -Schluss jetzt


    Seit 2004 begleitet mich der GERD mit seinen Freunden Savery und Miller. Gefragt wurde ich nicht. Sie waren einfach da. Haben gleich die Freunde Reflux, Hiatushernie, Makroreflux, chron. Gastritis und Barrett mitgebracht. Alle gemeinsam haben über Jahre immer wieder Krankheitszeichen gesetzt: Aufstoßen, Sodbrennen, Brennen hinterm Brustbein, Engegefühl am Brustbein und echt schlimme Übelkeit.


    Aufgrund meiner illegal eingewanderten Untermieter wurden über die Jahre viele Gastroskopien durchgeführt und es wurde mir schon seit Jahren zur Fundoplicatio geraten. Die Illegalen sollten raus, dem Randalieren in meinem Körper ein Ende gesetzt werden. Pantoprazol war mein ständiger Begleiter, denn der sollte die Störenfriede in Schach halten. Dies ging mal besser, mal schlechter. Mal mit 2x20mg, mal 2x40 oder deutlich höher...


    In diesem Jahr (2016) haben die illegal eingewanderten Untermieter es übertrieben und alles an Krankheitszeichen aufgeboten, was ging. Mein Pantoprazol und ich hatten nix mehr im Griff, im Gegenteil, eher noch unerwünschte Nebenwirkungen. Zusätzlich machten noch die diversen über Jahrzehnte im Darm "Ansässigen"was sie wollten und im Darm gab es zu der eh schon Slow-Transit-Zeit nun einen komplett Streik, also No-Transit (Verschluss).


    Aber der Darm ist ne andere Baustelle und hat seine eigene Geschichte...


    In diesem Jahr also echt gebeutelt, entschloss ich mich nun, nachdem nicht nur die Gastroskopie, sondern auch PH-Metrie, Manometrie und Rö-Breischluck das Ausmaß der jahrelangen Störenfriede (Mietnomaden) zeigte, etwas zu tun. Zumal mir ein Arzt nun zu einem Endo-Stimulator riet. Also plötzlich nicht Fundoplicatio... Ich bekam schon den Aufklärungsbogen dafür mit und leider hatte er keine Broschüren, ich solle das Verfahren mal googeln...


    Ich googelte und ich war sauer (diesmal nicht nur Speiseröhre und Magen, auch ich). Der Arzt hat sich keinerlei Zeit genommen, mir alles gut zu erklären und das Für und Wider der unterschiedlichen Verfahren zu erläutern, drückt mir nur den Bogen in die Hand.


    Dann habe ich eine Herzerkrankung, wo der Stimulator nicht angezeigt wäre. Die Elektroden sitzen zwar am Schließmuskel der Speiseröhre, aber auf der anderen Seite ist der rechte Vorhof. Mich googeln zu lassen ist unverschämt, auch wenn ich im Gesundheitswesen arbeite. Der Arzt muss seine Entscheidungen dem Patienten schon noch erläutern.


    Ich recherchierte und habe mich für Zweitmeinungen entschieden. Für meine Baustelle Magen/Speiseröhre in C-R und später meine Baustelle Darm in Köln-P.


    Mittlerweile bin ich operiert und habe eine funktionelle Rekonstruktionsplastik erhalten, also Reposition des gastroösophagealen Übergangs mit titanmeshaugmentierter hinterer u vorderer Hiatoplastik und halt funktioneller Rekonstruktionsplastik. Also quasi Wiederherstellung der eigentlichen Anatomie Zwerchfell, Speiseröhre, Schließmuskel, Magen mit leichter Ringbildung (keine Wahnsinns-Manschette) oder kurz gesacht=》 der GERD und seine Kumpels wurden zwangsentsorgt.


    Die OP war am 06.12.16 - NIKOLAUS!


    Einen Tag später nachmittags Rö-Breischluck zur Kontrolle und ab da dann Nahrungsaufnahme möglich.


    Die postoperative Schmerztherapie war Käse, ehrlich. Ich habe mich doch sehr gewundert und bei Nachfragen und Erwähnung, man habe noch starke Schmerzen , wurde halt gesagt, es sei so üblich und man könne da am nächsten Tag in der Visite nachfragen.... Ich kenne das post-OP anders. Aber es gibt einige Dinge, die ich anders gelernt habe und zum Glück woanders anders gelebt werden.


    Ansonsten ist OP gut verlaufen und ich durfte am 09.12. bereits nachmittags das KH verlassen.


    Die Aufklärung vorher empfand ich zur Zeit der Aufklärung sehr ordentlich, hatte sich doch der Chefarzt 55 Min seiner Zeit genommen, um mich über alle Verfahren telefonisch zu informieren. Wo gibt es das noch?


    Allerdings fielen dann nach der OP doch einige Aussagen der Ärzte, die mir so in dem Ausmaß nicht bekannt waren. Aber abwarten.


    Wir wählten die Methode, da sie für meinen Darm auch wohl die schonendste Methode sei. Teil 2 folgt..

  • 2 Antworten

    Teil2


    Wir wählten die Methode, da sie für meinen Darm auch wohl die schonendste Methode sei. Hier liegt aber der Hase im Pfeffer, denn die Aussagen unterscheiden sich hier und ich darf weitere 2 bis 3 Monate mit einer Zunahme meiner derzeit eh bestehenden Problematik rechnen. Abwarten.


    Was mir der Oberarzt zum Glück vorm Verlassen des KH erklärte war, dass sich mein Zustand ca. 7 Tage post OP erst einmal deutlich verschlechtern wird und ich Schmerzen bekomme und deutlichere Schluckstörungen.


    Warum?


    Nachdem die Schmerzen aufgrund der Gase zurückgehen, schwillt ca. 7 Tage nach OP der OP-Bereich an und erst dann kommt der Wundschmerz. Dies kann einige Tage andauern. Trinken wird gehen, Essen nicht. Flüssignahrung ist hier angezeigt! Also klar, 6 bis 8 Wochen ist Essen und Trinken eh anders und eingeschränkt, aber hier noch stärker.


    Da warte ich nun mit ordentlich Respekt drauf...


    Einer anderen Patientin, die nach 3 Monaten nach Einsetzen Magnetring da war, hatte man das nicht gesagt. Als es soweit war, bekam sie verständlicherweise Angst.


    Wichtig!


    6 bis 8 Wochen nach der OP darf man weder Würgen noch Erbrechen, da sonst die Nähte ausreißen.


    Deshalb die Nahrung in der Zeit gut breiig kauen.


    Sich Zeit zum Essen nehmen und dabei gut trinken.


    Keine faserigen Nahrungsmittel, also kein Fleisch oder nur püriertes Fleisch essen. Kein Würstchen, Paprika etc. Diese Nahrungsmittel können hängen bleiben und dann einen Würgereiz auslösen. Keine Salate/Rohkost.


    Kohlensäure in der ersten Zeit ist unangenehm, besonders wenn man eh noch mit den Gasen kämpft.


    Ich werde man weiter berichten, denn es gibt iwie wenig Erfahrungsberichte.


    Bisher war der Weg nach OP nicht schön, aber auszuhalten!

    Teil 3


    Die Prophezeiung


    Der Arzt prophezeite mir für 7 bis 8 Tage nach der Op nichts Gutes. Es würde mir schlechter gehen als vorher, ich würde Schmerzen bekommen und könnte schlechter schlucken.


    Donnerstag, Tag 9 nach der OP=》


    Zum Glück tritt die Prophezeiung so nicht ein. Aber anders.


    Seit diesem Tag habe ich 2 bis 3 x am Tag Schluckbeschwerden. Dies äußert sich wie ein Krampf, das Essen rutscht nicht richtig und es schmerzt etwas. 5 bis 10 Min blubbert es heftig und dann steigen Luftblasen auf. Schluckauf ist da und der schmerzt. Lefax/Sab etc. hilft nicht wirklich, weder 30 Min vor der Mahlzeit, noch während der Blubberei.


    Dies begleitet mich nun täglich.


    Am Montag Tag 13 nach OP artet das echt heftig aus. Es blubbert heftigst über 2,5 Stunden. Ich spucke ca. 2, 5 Tassen Luftblasen/mit Speichel aus. Mir tut der Brustkorb weh, ich bin danach voll fertig.


    So will ich das nun nicht wirklich täglich.


    Vor den Mahlzeiten werde ich nun Prokinetika und Entschäumer nehmen. 30 Min Abstand. Hoffentlich hilfts....


    Medis vorher bringen nix - nothing. Ich habe nun alle paar Tage die Schluckkrämpfe....


    Also Weihnachten ist da. Laaangsam essen und kauen und bloß vorsichtig, was ich in mich stecke. Speckbohnen waren keine gute Idee und das eine Gläschen Sekt auch nicht. Mir geht's danach schlecht. Also lasst sowas besser sein.


    4 Wochen nach der OP kann ich gut essen, ähm schlucken. Ich vertrage nichts, was nur annähernd blähen könnte und nur kleine Mengen. Esse ich zu viel, habe ich in jedem Fall heftige Schmerzen hinterm Brustbein. Und viel ist nicht viel. Getränke gehen nur ohne Kohlensäure.


    Diese Schmerzen hinterm Brustbein habe ich immer mal wieder und warte mit Spannung, wie sich das entwickelt. Sie sind manchmal nicht erklärbar da.


    Meine andere Baustelle Darm spielt auch noch verrückt. Aber da muss ich im Februar nach Köln-Porz..... Nach dieser OP war es klar, dass der Darm zunächst noch irritierter sein wird, als ohnehin schon.


    Bisheriges Fazit=》


    Die monatelange Übelkeit war sofort nach OP weg. Deshalb hat sich OP gelohnt. Reflux auch weg. Kein Sodbrennen, keine Magenmedis mehr....


    Die restlichen Beschwerden gehen hoffentlich noch weg.


    Wer hat noch Erfahrungen?


    OP wird in CR und D durchgeführt. In D sitzt der Arzt, der Methode entwickelt hat.