Gastritis , jetzt ist Schluss!

    Hallo liebes Forum,


    unvorstellbar aber wahr, wir haben das Jahr 2017. Nun quält mich mein Magen-Darm-Trakt seit gut 9-10 Jahren - ohne Pause. Den Punkt "nicht mehr zu wollen/können!" - habe ich im Jahr 2016 erreicht und aus meiner Hilflosigkeit heraus entschieden : 2017 hau ich auf den Putz. Ich kann und will wirklich nicht mehr.


    Begonnen hat alles ganz diffus - ich bekam immer häufiger nach dem Verzehr von Hauptmahlzeiten (also warmes Mittag oder Abendessen) Durchfall. Ja wirklich -unmittelbar danach. Keine 10-30 Minuten später musste ich auf die Toilette. Angekündigt hat es sich durch druckartige Schmerzen im Oberbauch, mittig(über Bauchnabel). Der Durchfall ist aber nicht so wie bei einer Magendarm-Grippe. Es ist eher so, als würde mein Verdauungstrakt alles sturzartig auf einmal loswerden wollen. Meistens muss ich auch nur einmal - dann ist alles raus. Ab und an aber auch 2-3 Mal , da ist der Durchfall dann aber auch fast wie Wasser und nicht "nur" teilweise unverdaut, wie üblich.


    Wie ich mich dabei fühle, kann sehr unterschiedlich sein. Manchmal sind die krampfartigen Schmerzen so stark, dass ich Schweißausbrüche bekomme . Mir wird dann auch sehr schlecht, oft stehe ich kurz vorm Erbrechen. Danach fühle ich mich schlapp, aber die Krämpfe hören im Darm auf, die Schmerzen im Magen allerdings nicht.


    Manchmal werde ich einfach nicht wirklich satt, ich kann essen - sollte im Normalfall satt sein - verspüre aber dennoch ein Hungergefühl im Magen - dieser Zustand ist ein sicheres Indiz dafür, dass ich Durchfall bekomme. Mein Magen fühlt sich dann irgendwie wie ein Fass ohne Boden an.


    Über die Jahre hat es sich leider so entwickelt, dass ich nun nicht nur bei Hauptmahlzeiten die Probleme bekomme , sondern bei jeder Nahrungsaufnahme. Bei Getränken nicht, außer bei Kaffee. Allerdings tragen "falsche" Getränke wie Cola, Säfte usw wesentlich zur Verschlimmerung bei.


    Als ich dann wirklich nur noch bei 42 / 43 Kilo angekommen bin, wurde ich ins Krankenhaus eingewiesen und es wurde eine Gastritis diagnostiziert. Ich bekam Pantozol, was absolut gar nichts gebracht hat - ich hatte das Gefühl , dass es damit nur noch schlimmer wurde. Die Gastritis war stark ausgeprägt, ich habe die Fotos vom Magen damals gesehen und es sah aus wie aus dem Lehrbuch. Zöliakie, Fruktose / Laktose - Intoleranzen wurden ausgeschlossen.


    Mit der Diagnose bin ich zu meinem damaligen Hausarzt. Schon bevor ich im Krankenhaus war, durfte ich mir an dem Tag, an dem ich wegen meiner Beschwerden zu ihm bin, anhören, dass es sich wohl um Reizmagen/darm handeln wird.


    Auch bei der zweiten Vorstellung bekam ich das zu hören. Ich sei ja eine sehr junge, dünne Frau - die machen sich generell zuviel Stress , daher kommt das. Er verschrieb mir eine große Packung Loperamid und meinte, die kann ich bedenkenlos über lange Zeiträume nehmen .


    Ich war wirklich am Ende. Seit diesem Zeitpunkt begleitet mich Loperamid und seit gut 3 Jahren nehme ich fast täglich 2 mg - ab und an 4 mg.


    Ich quälte mich Jahre später zum nächsten Arzt. Schon am ersten Tag bekam ich zu hören "Reizmagen" , sie sind eine junge Frau, die haben das oft. Ich solle mich doch mehr entspannen.


    Auch wenn ich jetzt "gestresst" klinge, so muss ich sagen, dass ich eigtl nicht der Typ für "Disstress" bin. Vor meiner "Erkrankung" war ich sehr spontan, lebenslustig, aktiv , fit und gesund. Auch habe ich mich IMMER sehr gesund ernährt - ich bin von Zuhause aus gar nichts anderes gewohnt (bei uns gab es alle Schaltjahr mal eine Cola). Wir waren jeden Sonntag wandern und ich verbrachte mehr Zeit draußen in der Natur als sonst wo.


    Nun zieht mein Leben regelrecht an mir vorbei und ich habe einfach nur pures Glück Eltern zu haben, die mich finanziell noch immer absichern - andernfalls müsste ich mein Studium aufgeben. Ich habe mich über die Jahre komplett zurückgezogen und empfinde relativ wenig Freude am Leben. Die letzten 8 Jahre könnte ich aus meinem Leben streichen und es würde sich nichts verändern. Allerdings kenne ich die Wurzeln dieser depressiven Verstimmung und weiß, wie ich sie theoretisch loswerden könnte.


    Ich habe den Arzt wieder gewechselt und bin nun bei einer Ärztin. Sie ist sehr behutsam im Umgang mit mir und sie schätzt mein Interesse an der Problematik d.h ich kann mit ihr offen reden und ggfs. einen eigenen Verdacht äußern. Ihre männlichen Kollegen könnten sich, was das angeht, wirklich eine Scheibe abschneiden.


    Vor 2 Wochen hatte ich dann erneut eine Magen und Darmspiegelung. Leider habe ich erst in einer Woche einen Termin bei ihr, wo ich dann die Ergebnisse mitgeteilt bekomme.


    Doch zuvor wollte ich mich hier in diesem Forum erkundigen, ob es Menschen gibt, denen es ähnlich ergeht. Jeder Tipp ist willkommen, da ich da ganz offen mit meiner Ärztin darüber sprechen kann.


    Ich schließe eiskalt jeglichen Reizmagen/Darm-Quatsch ,welcher Stress-bedingt ist, aus. Sorry, aber ich kann es einfach nicht mehr hören. Die Problematik besteht bei mir immer, teilweise auch Nachts. Wenn ich mal keinen Durchfall habe, habe ich breiigen Stuhl - Verstopfung habe ich nie. Generell bin ich mittlerweile von der "Diagnose" nicht mehr überzeugt und halte Reizdarm / Magen für eine Art Sammeldiagnose um diversen , unbekannten Krankheitsbildern einen Namen zu geben.


    Ich habe zig "Diäten" probiert, (Verhütungs)Pille weg gelassen, Tagebuch geführt. Nichts brachte Aufschluss oder Veränderung.


    Ich trinke keinen Tropfen Alkohol(niemals) , bin Nichtraucher, steh nicht wirklich auf Süßes bzw wenn zieh ich Obst vor. Ja , ich trinke nicht mal Kaffee. Mache normalerweise 3-4 mal die Woche Sport(wenn es der Magen erlaubt!) - Intervall auf dem Crosstrainer und dann Cardio. Ich sollte eigentlich mit beiden Beinen fest im Leben stehen :°(


    Zur Zeit ist die Gastritis wieder so heftig, dass ich nach dem Essen im Oberbauch Krämpfe bekomme, als würde ich auch gleich Durchfall bekommen. Ich spüre regelrecht, wie mein Magen das Essen loswerden will. Die Portion vorhin war nur sehr klein, daher hab ich manchmal auch Glück, dass es nur bei den Krämpfen bleibt. Allerdings fühle ich mich danach trotzdem so, als würde mir jemand die Energie aus meinem Körper saugen, ich musste mich vorhin dann für 20 Minuten schlafen legen , da ich mich andernfalls kaum auf den Beinen halten kann.


    Wieso habe ich eine Gastritis? Wo stimmt das Zusammenspiel meines Verdauungstraktes nicht, sodass es zu Durchfall oder breiigem Stuhl kommt ?


    Vielen Dank schon mal im voraus für Ideen, Meinungen oder Anregungen! :-)


    LG N.

  • 1 Antwort

    Hallo!


    Das klingt ja wirklich nicht gut... von diesen Verlegenheitsdiagnosen wie "stressbedingter Reizdarm" habe ich auch die Nase voll! Man wird manchmal so angesehen, als wenn man übertreibt, und fühlt sich absolut nicht ernstgenommen. :(v


    Hast Du Dich schon einmal über Histaminintoleranz informiert? Einige Symptome, die Du schilderst, könnten darauf hinweisen. Natürlich enthalten alle Lebensmittel Histamine, aber manche eben mehr, andere weniger. Leider ist es nicht einfach, eine solche Intoleranz durch ärztliche Untersuchung festzustellen.


    Allerdings gibt es Enzyme (DiAminOxidase), die man bei Histaminintoleranz einnehmen kann, die den Magen und Darm bei der Verdauung histaminreicher Lebensmittel unterstützen können. Vielleicht kannst Du Dich mal in einer Apotheke informieren?


    Mir hat eine Freundin, die PTA ist, ein paar Proben dieses Enzyms vermacht. Das werde ich jetzt mal ausprobieren:


    Kapsel einnehmen


    Etwas essen, das normalerweise die üblichen Beschwerden auslöst


    Natürlich kann es auch etwas ganz anderes sein, das Deine Beschwerden auslöst...ich wünsche Dir, daß du bald eine Diagnose bekommst, damit du richtig behandelt werden kannst!

    @ :)