Hilfe Diagnose: Reflux-Ösophagitis - was nun?

    Hallo zusammen.


    Habe vor einigen Wochen die Diagnose bekommen.


    Alles fing Anfang Juli 2017 an. Ich bekam Druck im Hals - mein Hausarzt teilte mir mit, es sei "Globusgefühl". Da fing die Fachärzte Rennerei an:


    1. HNO 1 - leichte Entzündung im Rachen, sonst keine Auffälligkeiten


    2. HNO2 - keine Auffälligkeiten


    3. Radiologe - Breischluck - keine Auffälligkeiten


    4. Ultraschall Schilddrüse - keine Auffälligkeiten


    5. Blutbild 1 - alle Werte sehr gut


    6. Blutbild 2 - alle Werte sehr gut


    7. Magenspiegelung - dann halt die Diagnose


    Erosiv Ulzeröse Refluxöseophagitis bei klaffender Kardianinsueffizienz - Arzt verschreibt Säureblocker 40 mg.


    Ich hatte dieses Jahr beruflich sehr viel Stress und ich weiß nicht ob das damit zusammen hängt, dass der Muskeltonus jetzt während der Zeit nachgelassen hat. Auf jeden Fall ist der Kardian klaffend. Mir wurde gesagt, dass der Kardian leicht offen steht und daneben befindet sich eine ulzeröse Verletzung der Speiseröhre. :( Aber halt keine Ulzera - war auf dem besten Wege eine zu werden. Ich bin ja auch mit der Entzündung fast 5 Monate herumgelaufen, weil keiner wusste was das ist. Auf den Termin zur Magenspiegelung habe ich fast 3 Monate gewartet und das war der schnellstmöglich, weil ich die vollgeflemmt habe.


    Ich muss es auch von der Seele heulen, dass diese Krankheit mich langsam fertig macht. Und nach dem ich jetzt diverse Literatur und Forenbeiträge durch habe, weiß ich ungefähr, das mich noch Einiges erwarten wird/kann - bis zu meinem Lebensende.


    Ich nehme seit ca. 4 Wochen omeprazol 40 mg. Und muss noch mindestens 4 weitere Wochen einnehmen. Dann langsam herunterfahren und in 5 Monaten nochmal zur Magenspiegelung. Die Tabletten helfen mir ganz gut, das Druckgefühl ist fast verschwunden. Aber ich merke halt, dass diese Klappe kaputt ist und dass mir Essen und Trinken immer wieder in den Mund kommen


    Folgendes habe ich von mir aus gemacht:


    - 6 kleine Mahlzeiten


    - nichts fettiges, kein Kaffee, kein Alkohol, kein Rauchen


    - nur noch basische Ernährung


    - so wenig stress wie möglich


    - 4 Stunden vor Schlafen nicht essen


    - Oberkörper hochschlafen


    - mache auch zwischendurch Kartoffelsaft trinken, Haferflockenschleim essen, Leinsamentee, Kamillentee usw. alles was irgendwie der Speiseröhre gut tun soll...


    Diese Lebensart ist sehr einschränkend / belastend und reduziert die Lebensqualität dramatisch :(


    Aber am meisten quält mich die Ungewissheit:


    -gibt es eine Wahrscheinlichkeit, dass ich von den Tabletten weg kommen kann? (Die Statistik sagt was anderes) Bei einer klaffenden Kardia muss ich das so oder so?


    - wäre es möglich, wenn ich die Diät von oben mein Lebenslang einhalte, dass ich dann auf die Tabletten verzichten kann, man liest in den Foren, dass "jeder 3 eine insuffiziente/klaffende Kardia hat" und nicht mal was davon bekommt. Ich hatte ja auch eigentlich kein Sodbrennen nur Druck am Kehlkopf (Globusgefühl)


    - ich bin jetzt 31 und müsste demnach noch einige Jahrzehnte (so Gott will) noch diese Tabletten einnehmen - die Nebenwirkungen scheinen aber auch keine gute Option zu sein


    - Wäre eine OP für mich sinnvoll? mein Arzt rät mir davon jetzt ab und sagt, dass es hinterher noch schlimmer werden kann als vorher - das macht mir Angst.


    - Hat einer Erfahrungen mit Linx Band oder Endostim gemacht? Das sind ja die derzeitigen Konkurrenten von der Fundoplicatio. Vor allen 3 hätte ich Angst, nicht vor der OP sondern vor den möglichen Folgen. Wobei Barett oder Karzinom auch keine Option darstellen können.


    - ich war früher immer gerne joggen und Krafttraining machen - darf ich das jetzt auch?


    Diese Krankheit macht mich jetzt schon fertig. Es wäre schön ein Feedback von Leidensgenossen zu bekommen, die auch einen ähnlichen Weg gehen müssen oder vielleicht schon gegangen sind.


    Danke schön

  • 32 Antworten

    Mein Mann, ebenfalls Sportler, plagte sich damit über 10 Jahre lang rum. Im September wurde er minimalinvasiv wegen Hiatushernie, Gastritis und Ösophagitis operiert. Seitdem gehören seine Beschwerden der Vergangenheit an. Er wurde von einem Magen-Spezialisten operiert und war nur zwei Nächte im Krankenhaus.

    Ich habe einen chronischen Reflux und an manchen Tagen spüre ich trotz Medikation auch, dass die Säure im Magen rumschwappt oder Magensäure mit Essensreste wieder hochkommt - manchmal bis in den Rachen. Aber ich komme klar, gibt Schlimmeres ;-)

    @ DiMa

    Zitat

    Ich muss es auch von der Seele heulen, dass diese Krankheit mich langsam fertig macht. Und nach dem ich jetzt diverse Literatur und Forenbeiträge durch habe, weiß ich ungefähr, das mich noch Einiges erwarten wird/kann - bis zu meinem Lebensende.

    Das Du im Moment ziemlich fertig bist, ist verständlich. Das Du dich informiert hast ist ok, allerdings muss es nicht immer so kommen wie überall geschrieben steht. Die Medizin entwickelt sich weiter und für alle ist der weitere Ablauf individuell. Vllt tröstet es dich iwann, wenn Du den Schock überwunden hast.

    Zitat

    Diese Lebensart ist sehr einschränkend / belastend und reduziert die Lebensqualität dramatisch :(

    Ich glaube nicht das Du dich auf Dauer so ernähren musst. Wenn Du für einige Zeit damit Besserung erfährst, ist es schon mal der Schritt in die richtige Richtung. Iwann kannst Du ja mit kleinen Portionen wieder anfangen, andere Nahrung zu dir zu nehmen. Wichtig ist halt, dass Du scharfe und zu fette Speisen vermeidest.

    Zitat

    ich war früher immer gerne joggen und Krafttraining machen - darf ich das jetzt auch?

    Intuitiv würde ich dir abraten, zumindest bis eine wesentliche Besserung eingetreten ist. Ich weiss ja nicht wie dein Krafttraining abläuft, aber es könnte gut sein das dir durch die Muskelanspannung alles wieder hoch kommt. Das Wichtigste ist mMn, dass Du alles vermeidest was zu einem Rückfluss führen könnte. Den Oberkörper hoch legen ist schon mal gut. Achte vllt auch mal darauf, ob Du dich nach vorne bückst. Das solltest Du unbedingt vermeiden, besser ist es, gerade nach unten in die Hocke zu gehen.

    Zitat

    Wäre eine OP für mich sinnvoll? mein Arzt rät mir davon jetzt ab und sagt, dass es hinterher noch schlimmer werden kann als vorher - das macht mir Angst.

    Hier würde ich dir raten noch eine oder zwei weitere Meinungen einzuholen. Wer hat denn die Diagnose gestellt? Wenn es kein Spezialist war, informiere dich wer dafür infrage kommen würde. Evtl. kann sogar ein Rheumatologe etwas dazu sagen - als Gedanke von mir.


    Und niemals aufgeben, immer die Hoffnung und den Wunsch nach Besserung in den Vordergrund stellen.


    Alles Gute für dich.

    Zitat

    Wäre eine OP für mich sinnvoll? mein Arzt rät mir davon jetzt ab und sagt, dass es hinterher noch schlimmer werden kann als vorher - das macht mir Angst

    höre auf deinen Arzt


    ich hab 2004 in Hamburg eine fundoplicatio nach Toupet machen lassen und bin seitdem erwerbsunfähig


    und ich bin nicht die einzige bzw. nicht in der Minderheit mit so einer op keinen erfolg hatte


    ich kenne per Forum und offline weitere fälle denen es nach der op zig mal schlimmer ging oder gar danach auch erwerbsunfähig waren


    und selbst wenn diese op mal erfolgreich durchgeführt wid, kommt der Reflux nach kurzzeit schon wieder nach ca. 2 bis 5 jahren, da das gewebe nachgibt


    von linx hab ich teils gutes nd teils schlechts gehört es gibt im magen- und darmforum einen speziellen linx faden


    du darfst aufkeinenfall scharf gewürztes essen


    allgemein mußt du an dir selber beobachten was du an kräuter und gewürzen verträgst


    frittiertes würde ich weglassen


    Kraftsport würde ich ebenso weglassen


    zumindest was Übungen mit den Oberkörper angeht


    Endostim las ich und hörte ich bisher positives, als auch negatives auch dazu gibt es einen seperaten faden


    hochschlafen ist das a und o


    ich selber schlafe auf der fußseite nicht auf der kopfseite weil ich meinen rücken beim schlafen nicht verbiegen möchte


    ich erhöhe die fußseite auf das Maximum und mein kopf liegt auch auf der fußseite.

    ich persönlich aus dem was ich selber erlebt und gehört habe, würde dir von einer fundoplicatio op und ener linx op abraten


    und empfehlen es mit der richtigen Ernährung, den Tabletten und!!!! den hochschlafen es in den griff zu kriegen.


    maximal würde nach vielen vielen jahren mich mit der endostimmethode beschäftigen falls es nicht besser wird.

    Zitat

    die Nebenwirkungen scheinen aber auch keine gute Option zu sein

    die Nebenwirkungen einer operation können um einiges schlimmer sein!


    Psyche einige jahre angeschlagen, fast verhungern am vollen tisch wenn man nicht schlucken kann, Job nicht mehr nachgehen können, durchfall im wechsel mit Verstopfung,bauchschmerzen einige Monate oder jahre ohne ende, verlust des Freundeskreises, schwindel, schmerzen überall, teilweise schlimmeren Reflux als vorher, einige Monate nicht stillsitzen können (es wird genau dort operiert wo der vagus nerv sitzt, siehe Wikipedia simpaticus und parasympaticus nerv), teilweiseinige Monate nicht richtig sprechen können ohne schmerzen, schulterschmerz, Rückenschmerz,schalflosigkeit und und und und


    vorallem wenn beir op die nerven gereizt werden, wasnicht selten der fall ist, weil genau dort operiert und genäht wird.

    Zitat

    - ich war früher immer gerne joggen und Krafttraining machen - darf ich das jetzt auch?

    Ich habe auch Magensäure-Rückfluss und bin auch Laufsportler. Sehr häufig hatte ich früher beim Laufen Sodbrennen. Meine Speiseröhre ist im unteren Bereich schon ziemlich verätzt, so dass ich manchmal Probleme habe, gewisse (harte) Speisen hinunter zu bekommen.


    Ich habe auch mehrere Jahre lang 4 mal pro Woche Pantoprazol genommen. Das habe ich jetzt wegen möglicher Nebenwirkungen abgesetzt. Ich achte jetzt darauf, dass zwischen Essen und Laufen mindestens 2 Stunden liegen. Dadurch habe ich (fast) kein Sodbrennen mehr.

    Zitat

    Das habe ich jetzt wegen möglicher Nebenwirkungen abgesetzt

    das würde ich nicht machen!


    ich selber hab auch keinen bock auf die ppis


    aber die anderen Nebenwirkungen Entzündungen und möglicherweise krebs sind schlimmer


    bei ppis sollte man nur darauf achten genügend eisen, Vitamin b 12 und genug calcium und Vitamin d in sich zu haben, evtl. alle ca. 2 jahre kontrollieren im blut und falls die Nahrung nicht ausreicht per Tabletten zuführen.

    Hallo,


    Du säuerst so viel, weil Du das Fasche isst. Ich würde die PPIs ausschleichen lassen, dazu die Ernährung KOMPLETT und ein Leben lang umstellen und auch mal zur Osteopathie gehen (Zwerchfell, Mageneingang).


    Siehe dazu Videos / Buch der "Ernährungs- Doc's" vom MDR. :-)

    du meinst vom NDR


    ppis ausschleichen würde ich nur unter ärztlicher kontrolle machen wenn überhaupt


    und ein Arzt sollte beratend zur zeite stehen


    nicht alle refluxfälle lassen sich mit haferbrei und den ernähungsdocs die sich im übrigen super finde bin ein großfer fan von denen, in den griff kriegen

    ppis ausschleichen würde ich nur unter ärztlicher kontrolle machen wenn überhaupt


    und ein Arzt sollte beratend zur zeite stehen


    Finde ich auch wünschenswert. :)^


    Nur leider haben Mediziner selten Ahnung von ihren heiß geliebten PPIs (Rebound, Nebenwikungen).


    Und von der Ernährung erst recht nicht. :-)

    Ich kann nur von mir sprechen: bei mir wurde vor schätzungsweise 8 Jahren auch eine Kardiainsuffizienz (zwar nicht klaffend, aber schließt auch nicht mehr richtig) festgestellt zusammen mit Entzündung Grad 1-2. Ich sollte auch lebenslang PPI nehmen, 40 mg. Ich hatte keine Ahnung von dem Thema am Anfang und machte das erstmal monatelang.


    Bis ich mich dann mehr mit der Thematik befasst habe und versucht habe die PPI abzusetzen... es war die Hölle (Rebound)! Es folgten ca 2-3 Jahre mit verschiedenen Absetzversuchen und furchtbarem Sodbrennen (kein Vergleich zu dem am Anfang) und allen möglichen Mittelchen, Schonkost etc.


    Irgendwann hab ich es dann doch geschafft, ich komme zwar nicht ohne Tabletten aus, aber nehme jetzt Ranitidin 150, was deutlich schwächer ist und (hoffe ich) auch weniger Nebenwirkungen hat.


    Klar, ich muss nach wie vor sehr aufpassen, was ich esse (v.a. am Abend; bzw. gehen gewisse Sachen wie zB Pizza, Scharfes, Fettiges, viele Kuchensorten, Frühctetees etc halt einfach nicht mehr). Das wird wahrscheinlich auch so bleiben. Aber daran gewöhnt man sich.


    Im großen und ganzen bin ich so beschwerdefrei.


    Ich hab mich auch lang mit den verschiedenen OPs befasst, würde das aber wirklich nur machen lassen, wenn es gar nicht anders geht. Klar gibt es viele erfolgreich Operierte, das hilft mir aber gar nix wenn ich nicht dazugehöre.


    Dir alles Gute @:)


    Entle

    leider vertragen nicht alle meschen ranitidin


    ich beispielsweise kriege davon Depressionen


    und muß zusätzlich heulen davon


    deshalb kann ich es nicht nehmen


    asonsten hab ich nie Depressionen und heule nie

    Sofia

    Du sprichst Dich gegen eine OP aus, was ich in Deinem konkreten Fall auch verstehe. Mein Mann litt gut 10 Jahre, ehe er sich operieren ließ. Möglich, dass es irgendwann wieder zu einer Verschlechterung kommt. Bisher sagt er aber: "um 200% besser". Eine solche OP sollte nur von jemandem durchgeführt werden, der diesbezüglich über sehr viel Erfahrung verfügt. Zufälligerweise ist der Primar der Chirurgischen Abteilung unseres Krankenhauses ein solcher. Die OP ist nämlich nicht ganz einfach.


    Offensichtlich wurdest Du von jemandem operiert, der dieses Spezialgebiet nicht wirklich beherrschte. Deine Erfahrung ist zwar echt bedauerlich, aber keinesfalls die Regel. Die dauerhafte Einnahme von Magensäureblockern ist nicht ohne, denn sie können erhebliche Folgeerkrankungen nach sich ziehen.


    Im Fall des TE sehe ich allerdings auch noch nicht die Notwendigkeit einer OP. Vieles lässt sich schon mit einfachen Maßnahmen lösen:


    - Verzicht auf Alkohol,


    - langsam essen und gut kauen und


    - wenig Fleisch, dafür viel mehr Obst und Gemüse.

    Monsti, nein ich spreche nicht aufgrund meines eigenen falles alleine sondern aufgrund zahlreicher fälle online hier im Forum, refluxfaden der seit ca. 16 jahren schon existiert und auch aufgrund von fällen die ich offline kennenlernen durfte.


    und mein chirug war bzw. ist ein experte auf den gebiet offiziell einer der erfahrensten chirugen auf diesem gebiet, was mir, noch anderen leuten die ich online kennenlernen durfte im forum hier und auch den Mitpatienten meines Hausarztes (seit dem schwerstgeschädigt, vom gleichen erfahrenen chirugen operiert worden wie ich im gleichen jahr) nichts positives einbrachte.


    das es deinem mann so gut geht ist sehr gut, jedoch nicht die regel, wir sehen es halt genau andersrum.


    betreff magensäureblocker: die brauche ich erst seit der op


    vor der op war mein Reflux nicht so schlimm wie nach der op


    ein Arzt sagte mir mal, daß ich wohl vor der op garnicht die richtige Refluxkrankheit hatte, sondern sie erst durchdie op erworben habe.

    p.s. auch eine Freundin die ich hatte, lernte sie hier im Forum kennen, sie war nicht operiert, wir unternahmen oft was zusammen hier in hamburg, wurden Freundinnen, sie ließ sich operieren im jahre 2009, fundoplicatio nach Toupet, allerdings nicht in Hamburg wie ich, nach der op traf ich sie nur noch 1 mal, wir saßen im cafe und sie konnte so gut wie nichts essen oder trinken obwohl die op eine Wochen her war, ich mußte sie zum bus begleiten alleine schaffte sie den weg, nur ca. 50 meter, nicht, ich mußte sie stützen auf meinen schultern


    vorher konnte sie nahezu alles essen und trinken


    tja...