Immer schlimmer werdende Verdauungsprobleme

    Hallo,


    schon seit 2013 nach einer starken Lungenentzündung und einem Monat mit zwei verschiedenen Antibiotika habe ich diverse Verdauungsprobleme symptomatisch nach "Reizdarm". In den letzten Jahren wurde es immer schlimmer.

    Ich habe mittlerweile mal auf Empfehlung das freiverkäufliche "Omnibiotica" probiert und seit dem habe ich fast nur noch Durchfall.


    Ich glaube mittlerweile eigentlich gar nicht mehr an psychosomatische Gründe (Therapie hat dahingehend schon das meiste behoben), jedoch immer mehr auf Fehlbesiedlung, da wie gesagt nach Einnahme der Bakterien alles nur viel schlimmer wurde.


    Fructose, Lactose und Zöliakie ist ausgeschlossen, wurde bereits negativ getestet. Weizenunverträglichkeit war eine Vermutung, aber selbst wenn ich nur Gemüse esse, bekomme ich immer wieder starke Schwankungen von Durchfall zu halbwegs normalem Stuhlgang (aber immer zu weich und flockig).


    Ich war schon so oft beim Gastroenterologen, jedoch kam nie was raus. Sämtliche Spiegelungen unauffällig, jedoch "leicht gerötet" teilweise.

    Gibt es irgendwas, was man noch machen kann? Irgendein Spezialist, der zu empfehlen ist? Langsam schlägt das immer mehr auf die Lebensqualität ... Mittlerweile habe ich immense Probleme mit Hämmorhoiden aufgrund des Nonstop Abwischens wegen Durchfall. Extrem unangenehm...


    Vielen Dank!

  • 4 Antworten

    Jau, hatte ich auch mal. Allerdings nicht nach Antibiotika-Einnahme, sondern eher psychosomatisch wg. starkem Stress und eventuell auch wegen Frühblüher-Alergie, bzw. der Hyposensibilisierung dagegen.


    Es gibt vielleicht einen weiteren Unterschied zu dir. Ich habe es immer als meine Aufgabe gesehen mich zu heilen. Ich war zwar deswegen beim meinem Hausarzt. Der meinte nur: "Au Darmgeschichte, das ist kompliziert, das kann sehr viele Ursachen haben." Und ob du es glaubst oder nicht, ich war ihm absolut nicht böse wegen seiner Aussage. Ich hatte nämlich absolut keinen Bock auf einen Spezialisten-Marathon.


    Ich habe es dann als meine Aufgabe angesehen mir zu helfen, zu mal ich auch der Mensch war, der unmittelbar gespürt hat, was mit seiner Verdauung los ist. Wobei ich zugeben muß, mir ging's auch öfter's so, dass ich Durchfall bekam und aber keinen Zusammenhang mit dem vorher Gegessenen herstellen konnte.


    Ich schreibe dir jetzt mal meine Maßnahmen hier auf:


    Möglichst keine Fertiggerichte oder sonst industriell hergestellte Sachen wegen:

    - künstlichen Aromen

    - Konservierungsstoffen,

    - Farbstoffen,

    - Geschmacksverstärker.


    Persönlicher Tick von mir: Ich kaufe möglichst Bio, nicht unbedingt wegen den Pestizidrückständen oder Abbauprodukten, sondern weil ich nicht will, dass für die Erzeugung meiner Nahrungsmittel das Zeugs auf die Felder gespritzt wird und wir jetzt z.B. das Problem mit den Bienen haben.


    Mein Brot backe ich überwiegend selber.

    Dann soltest du rausfinden welcher Darmbesiedlungtyp du bist. Es gibt bei gesunden Menschen drei verschiedene Typen. Je nach Typus ernähren sich die Menschen anders. Der eine Typ ernährt sich lieber von Kohlehydraten und der andere mehr eiweißhaltig. Google mal danach, ich habe jetzt keine Links parat.


    Dann Zucker meiden, bzw. ganz weg lassen. Ich ersetze ihn auch nicht durch Zuckerersatz-Stoffe. Heißt natürlich auch das ganze Getränke-Gedöns wie Cola & Co weglassen. Am besten Wasser ohne Kohlensäure und Tee. Kaffee geht bei mir auch, hat keine Auswirkungen.


    Dann habe ich zwei "Darmsanierungen" gemacht. Da gibt's verschiedene Hersteller. Die Kur, die ich gemacht habe, hat zwar auch Geld gekostet, aber hinter habe ich gesehen, dass andere Hersteller noch mehr dafür verlangen. Und ich gebe zu, dass es keinen unmittelbaren Effekt hatte. Also in dem Sinne: Kur gemacht und sofort danach wohlgefühlt. Das Prinzip so einer Darmsanierung ist die sogenannte "Verbrähmung" der unerwünschten Bakterien und danach der Aufbau durch proaktive Bakterien-Stämme.

    Du schreibst allerdings, dass sich bei dir durch die Einnahme von "Omnibiotica" deine Probleme verschlimmert haben. Nun dieses Mittel habe ich nie genommen, darum kann ich jetzt schwer abschätzen wie so eine Darmsanierung bei dir wirken würde.


    Dann kann ich noch Chlorella-Algen empfehlen. Die hatten einen merklichen Effekt.


    Und zu guter Letzt noch ein Tipp wg. Hämorrhoiden. Wenn du zu Hause bist, wische nur das notwendigste ab und mach' den Rest mit der Brause.

    Fehlbesiedlung kann aber nur kommen, wenn man sich falsch ernährt. Weil damit ein bestimmtes Milieu parat gestellt wird.


    Was genau wird denn gegessen?


    Ich rate immer wieder dazu, sich mal zu einem Spezialisten zu begeben. Haben die bisherigen Ärzte Ahnung vom Kochen gehabt? Speisepläne gemacht?


    Für so was gibt es mit Oekotrophologen zusammenarbeitende Ernährungsmediziner, die sowieso mehr Untersuchungen auf dem Schirm haben als der 08/15 Gastroenterologe um die Ecke.


    Keinerlei fertige Nahrung wird immer an oberster Stelle stehen, kein Zucker, Obst vielleicht nur gedünstet, Gemüse auch - und das vielleicht sogar lebenslang.....


    Und sich auf irgendwas von 2013 zu berufen, bringt eh nix. Wir haben 2019 und da muß geschaut werden, was Sache ist.

    Danke für die Tipps. Ich habe mich über die Jahre definitiv nicht gut ernährt, grad im Studium viel Fertigprodukte, usw.


    Mittlerweile ernähre ich mich weizenarm bis -los (aus Vermutung der zumindest leichten Unverträglichkeit), wobei selber backen nicht geht (zeitlich und einfach aus fehlenden Mitteln). Ich esse kein verarbeitetes Fleisch mehr, generell nur ca. 1-2x die Woche Fleisch, deutlich mehr Gemüse, mehr Fisch und Milchprodukte. Dadurch wurde es jedenfalls gefühlt etwas besser.


    Ich werd es wohl mal mit Chlorella-Algen und einer Darmsanierung probieren, schaden kann es sowieso nicht. Ich hoffe einfach nur auf Linderung oder bestenfalls Normalisierung :-/

    Noch'n Tipp. Ich vermute auch Kantinen-Essen als Auslöser bei mir. Das Essen wird zwar überwiegend frisch zubereitet, aber die Kantinen arbeiten auch sehr gerne mit Geschmacksverstärkern und anderen Zusatzstoffen.


    Noch zum Brot. Wenn du nicht selber backen kannst, dann such dir eine Bäckerei, die das Brot wie früher bäckt. Das können allerdings nur kleine Bäckereien. Die Großen mit den Backstraßen sind darauf angewiesen, dass sie ein "normiertes" Mehl verwenden, weil ansonsten ihre Backstraßen stehen bleiben würden. Der "kleine" Bäcker, der noch von Hand bäckt kann mit der unterschiedlichen Mehlqualität umgehen und kann ein Brot backen, das nur aus natürlichen Rohprodukten besteht. Trotzdem kaufen natürlich auch viele kleine Bäcker die Fertigmischungen, weil auch sie eine größere Produktpalette anbieten wollen.


    Und noch was zum Brot: Es gibt dort viele Zusatzstoffe, die gar nicht deklariert werden müssen. Die Verkäuferinnen unseres örtlichen Großbäckers können auf Wunsch zu jedem Brot die Inhaltsstoffe aus ihrer Kasse lassen. Das sieht auf den ersten Blick sehr gut aus. Nur sollte man wissen, dass es diese nicht deklarierpflichtigen Zusatzstoffe gibt.