Innerer Darmvorfall und Rektozele

    Hallo an Alle!


    Bei mir, weiblich, 56 Jahre alt, sind vor zwei Tagen zwei spezielle Untersuchungen gemacht worden, die bei chronischer Verstopfung gemacht werden können: Manometrie (Druckmessungen im After) und Defäkograhie (Röntgen während des Auspressens von Bariumbrei) Vor den Untersuchungen, die etwas komisch sind, hatte ich ziemliche Angst. Aber es war gar nicht schlimm. Mir war nur wichtig, dass ich vielleicht dadurch Hikfe bekommen würde. Nun zu den Diagnosen:


    vordere, recht große Rektozele (muss wohl so eine Art Ausbuchtung sein)


    und Intussuszeption (innerer Darmvorfall)


    Da ich bereits mehrfach am Darm operiert bin habe ich zusätzlich erhebliche Verwachsungen und hatte vor den o.g. Untersuchungen geglaubt, dass meine extreme Verstopfung von den Verwachsungen her zu begründen seien.


    Kann mir ein Leidensgenosse oder zufällig Fachkundiger zu den Diagnosen Rektozele und Intussuzeption aus seiner Erfahrung berichten? Eine Empfehlung von Ärzten und spezialisierten Krankenhaüsern zwischen Köln und Koblenz wäre mir natürlich auch sehr hilfreich.


    In der Hoffnung auf Antworten und mit Grüßen an alle


    Hedwig

  • 17 Antworten

    Hallo Hedwig,


    ich hatte mich ca 2 Jahre mit Rektocele, Cystocele befasst. Hierbei hat mich das Internet sehr unterstützt, kein Arzt hat mich so gut aufgeklärt. Eine Rektocele wird immer schlimmer wenn du gegen deine Verstopfungen nichts unternimmst. Durch ständiges pressen wird alles nur noch schlimmer. Ich weiß nicht wie weit deine Rektocele bereits fortgeschritten ist. Ich konnte Besserung erzielen weil ich meine Ernährung umgestellt habe. In erster Linie viel trinken, Tee ,Mineralwasser mal ein Glas Orangensaft, Flohsamenschalen (natürliche Quellstoffe aus der Apotheke) da mir Divertikulose zusätzlich das Leben erschwert. Wenn ich festen Stuhlgang habe kann ich meinem Darm die Arbeit erleichtern wenn ich mit der flachen Hand meinen Damm drücke. Ich habe von sehr vielen Frauen Erfahrensberichte gelesen die sich in die Scheide fassen müssen und den Darm unterstützen um überhaupt abführen zu können.


    Die Ursache für eine Rectocele ist meist eine Bindegewebeschwäche, schwere Geburten, schwere Kinder und schweres heben. Das ganze verschlimmert sich erheblich durch ständiges pressen wie ich bereits oben schon erwähnt hatte. Sprich ein ausgeleierter Beckenboden!


    Verwachsungen kann man heute per Laparoskopie entfernen aber meist entstehen durch jeden weitern Eingriff neue. Ich habe sogar schon mal gelesen dass man Darmschlingen was nichts anderes ist als eine Rectocele sortieren lassen kann!


    Die beste aber auch die teuerste Methode zur Diagnose einer Rectocele ist die "dynamische MRT" !!! Hierbei braucht man einen top Radiologen der mit einem wirklichen spezialisierten Gynäkologen oder Darmspezialisten gut zusammen arbeitet. Ich habe erfahren dass sogar Professoren mit einer ausgewerteten dynamischen MRT passen mussten weil sie damit nichts anfangen konnten.


    Google mit den Begriffen Beckenboden, Rectocele, dynamische MRT! Eine ausgezeichnete Adresse muss München Großhadern sein. Dort ist ein ausgezeichneter Radiologe.


    Du kannst bei http://www.Thieme.de ein Online Probeabo bestellen. Dort kannst du die besten Studien von Rectocelen nachlesen unter anderem auch die besten Kontaktadressen. Ich habe ein sehr gutes Buch gelesen mit dem Titel Gynäkologische Chirurgie des Beckenbodens von Dr. Franz Heinz und Prof. Dr. med Volker Terruhn. Beide praktizieren in Nürnberg und Fürth.


    Solltest du dich für eine Operation entscheiden überstürze nichts und scheue keine weiten Wege.


    Alles Gute


    Lea

    Wer kann einen Erfahrungswert einbringen bei Rektozele?

    Wer kann einen Erfahrungswert einbringen?


    Ich, Frau, 68 Jahre, habe eine große Rektozele im Dickdarm mit Stuhlentleerungsstörungen. Das wird bisher konservativ behandelt.


    Jahrelange Obstipation und Einnahme von Leinensamen bei parallel zu wenig Flüssigkeitszufuhr hat wohl zu diesem Zustand geführt!


    Vor kurzem wurde der Fehler abgestellt, aber um die Beschwerden erträglich zu halten, muss ich täglich Stuhlweichmacher bei viel Trinken einnehmen!


    Es steht jetzt die Entscheidung an:


    Weiter konservativ behandeln oder einem operativen Vorgehen in Form einer perinealen Beckenbodenplastik und Resektion der Rektozele zustimmen?


    Das Krankenhaus, das die Diagnose gestellt hat ( dabei besteht kein Rektumprolaps, kein Megakolon, keine Inkontinenz) und diese Operation ausführen will, macht das etwa 8 Mal im Jahr!


    Jetzt meine Frage an Menschen mit positiven und negativen Erfahrungswerten:


    Soll ich mich weiter konservativ quälen oder soll ich einer Operation zustimmen?


    Herzlichen Dank im Voraus!


    xyzSonnenschein

    @ anfritzi

    @ :) Schön,

    dass du antwortest! Klar, antworte bitte auf alles, was du kannst und willst, danke dir im Voraus !


    Hat man dich gerade operiert?


    Alles gute dafür und überhaupt ;-)


    Trilliani

    Hallo Trilliani,


    sorry, dass ich mich erst jetzt melde, aber es ging mir nicht so gut nach der Op.


    Bin jetzt seit einer Woche zu hause und hoffe auf langsame Besserung der Beschwerden.


    Meine Beschwerden gingen nach der Entfernung der Gebärmutter los ( 02/2010 )


    anscheinend haben die dort die Haltebänder durchtrennt.


    Seit dem litt ich unter starken Schmerzen im li. Unterbauch und massiven Verstopfungen ( Stuhlgang so alle 1 – 2 Wochen )


    Es war ein ziemlich langer Weg endlich kompetente Ärzte zu finden, die die Beschwerden auch ernst nahmen und Diagnosen stellen konnten.


    Dazu war ich in der DKD Klinik Wiesbaden – kann ich nur empfehlen.


    folgende Diagnosen wuirden bei mir gestellt : Rectocele, Enterocele, Intussuszeption, Cystocele, elongiertes Sigma,Rectumprolaps, Scheidenprolaps ( Scheidenstumpf ) ................ hm, ich hoffe ich hab nix vergessen


    somit musste ich mich einer kombinierten Op unterziehen, Gyn., Urologe und Proktologe führten die Op gemeinsam durch.


    Bei der 6 stündigen Op. wurden mir 50 cm Dickdarm entfernt, Enterocelenplastik, Rectopexie, Blasenanhebung nach Burch und Scheidenstraffung durchgeführt.


    also wer spezielle Fragen dazu hat – einfach fragen.


    auf jeden Fall habe ich keine Verstopfungen mehr ................ im Gegenteil, jetzt laufe ich bis zu 20 x am Tag auf die Toilette, alles tut noch weh und ich bin ziemlich platt.


    aber ich denke mal ( und hoffe es ), dass das jetzt nur eine Frage der Zeit ist und alles wieder gut wird


    Allen geplagten wünsche ich auf jeden Fall ganz viel Gesundheit fürs neue Jahr !!


    LG

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    Hallo, anfritzi,


    ich habe Deinen Beitrag vom 7.1.2011 erst heute gelesen. Ich müßte mich unbedingt einer Rektozelen-OP unterziehen, da ich unter diese ganzen unangenehmen Begleiterscheinungen leide.


    Wie geht es Dir heute, hast Du alles gut verkraftet und keine Beschwerden mehr? Da ich bei Wiesbaden wohne, kommt für mich wohl auch die DKD infrage.


    Ich wäre Dir für eine Antwort dankbar.


    LG

    Rektozele, Intussuszeption und Rektumprolaps II – III waren meine Diagnosen (zweifelsfrei nach Defäkographie festgestellt) vor gut 1 Jahr. Eine Sigmaresektion mit Rektopexie wurde vorgenommen und nach knapp 2 Wochen KH-Aufenthalt wurde ich nach Hause entlassen. Eine Reha schloss sich erst nach 3 Monaten an.


    Bis gut 3 Monate nach der OP Stuhldrang ohne Ende (bis zu 20 x tgl. minutenlange Stuhlgänge mit je mehreren kleinen festen Portionen), Austesten von verträglichem Essen, Stuhl neigt seit OP zur Festigkeit, schwieriges Auseinanderhalten von Winden bzw. Stuhl, Nachrutschen von Stuhl (z. B. ansteigender


    Darmast ist ja nicht mehr vorhanden und die physikalischen Gesetze gelten nunmal auch im Körper), gewünschte Normalisierung bis heute noch nicht eingetreten (obwohl chirurgisch alles einwandfrei ist).


    Was würde ich von vornherein anders machen bzw. aus meiner subjektiven Sicht empfehlen mit dem Arzt abzuklären?


    - Reha gleich nach KH-Aufenthalt; Ernährungsberatung ist dort sehr wichtig


    - Colonmassagen (sehr einfach auch selbst erlernbar)


    - morgens tgl. nach dem Frühstück und dem anschl. Zähneputzen Stuhlgang probieren


    - konsequente Beckenbodengymnastik incl. monatelanges Schliessmuskeltraining (evtl. auch Bio-Feed-Back)


    - Stuhlweichmacher verwenden (Mucofalk hilft bei mir, wobei ich persönlich auf eigene Gefahr das Pulver 5 Minuten einweichen muss, da ansonsten mein Stuhl noch fester wird – Achtung: lt. Packungsbeilage muss man Mucofalk jedoch anders einnehmen)


    - mind. 2 l täglich trinken


    - Mutaflor wegen Antibiotika nach OP und Nux vomica zur Beruhigung des Bauches nehmen (vorher aber erst zum Heilpraktiker gehen)


    - bei anhaltenden Beschwerden den Arzt gezielt auf Peristeen Anale Irrigation ansprechen bzw. mit Arzt abklären, ob nach dem Stuhlgang evtl. ein microklist verwendet werden soll


    Gute Besserung!

    Hallo Cervene

    Zitat

    gewünschte Normalisierung bis heute noch nicht eingetreten (obwohl chirurgisch alles einwandfrei ist).

    Würdest Du trotzdem sagen es ist jetzt mehr Lebensqualität als vor der OP??


    Bist Du arbeitsfähig?


    Kannst Du Deinen Alltagsaktivitäten und Hobbys nachgehen? Radeln? Schwimmen gehen?


    Oder bereust Du den Eingriff ?