Könnt ihr mir helfen? Anhaltende unklare Bauch/Darmbeschwerden

    Hallo,


    Ich muss der besseren Verständlichkeit vornweg sagen: ich habe hypochondrische Tendenzen - hoffentlich hilft das bei der Einschätzung meines Falls. Bitte lest euch das durch und diskutiert mit mir. Ein Austausch würde mir schon helfen!!


    Anfang des Jahres war ich einer ziemlichen psychisch-emotionalen Belastungssituation ausgesetzt, welches fortan meine Darm-Neurose (4 Jahre zuvor das gleiche Spiel nur mit Herz - Herzneurose) getriggert hat. Ich dachte nach einem Unfall, mein Darm sei jetzt ernsthaft verletzt.


    Wenige Tage nach diesem Vorfall ging es urplötzlich los mit heftigen Blähungen, Blähbauch und Druckschmerzen, sodass ich mehrmals abführen musste, danach schien der Druck weg zu sein. Ich spürte immer, sobald sich Stuhl im Darm sammelt, das war mit Druck- Bläh und Völlegefühl verbunden. Sobald ich auf der Toilette war, war zwar das Völlegefühl weg, dann hatte ich aber bis zum nächsten Stuhlgang immer ganz ganz leicht brennende Schmerzen unterhalb des Bauchnabels. Und so eine zeitlang immer im Wechsel: mal schmerzfrei, dafür Blähungen und Druckgefühl, dann Stuhlgangerleichterung und dafür leichtes anhaltendes Brenngefühl.


    4x Ultraschall (2x Hausarzt, 2x Gastroentologe): unauffällig, außer dass die Gastroentologin viel "Luft im Darm" im Ultraschall gesehen hat.

    1x Stuhlprobe auf Blut beim Hausarzt: negativ

    1x Stuhlprobe auf Entzündungsmarker (Calprotectin): steht noch aus

    2x großes Blutbild (1x Gastroentologin, 1x Gastroentologe): Blutbild 1 Januar: Vitamin D-Mangel & Vitamin B12-Mangel (nicht außerhalb der Grenzwerte, aber unterer Bereich). CRP-Wert unauffällig (Entzündungswert).


    Blutbild 2 April: keine Hinweise auf Entzündungen, keine Hinweise auf Heliocobacter. MCH 0,1 unterhalb des untersten Grenzwerts. (27,9 / 28-33), Eosinophile absolut 6 unterhalb des untersten Grenzwerts (24 / 30-380). CRP auch hier "unterhalb der Messbereichsgrenze des Verfahrens - Kein Hinweis auf akute Entzündung".


    Das erste Blutbild kommentierte die Gastroentologin als super, gegen Vitamin-D und B12 verschrieb sie Tabletten.

    Das zweite Blutbild schickte mir der zweite Gastroentologe via Post kommentarlos. Da musste ich erst in der Praxis anrufen, um nachzuhaken, was denn jetzt die 2 Werte außerhalb des Normbereichs bedeuteten, die auf Blutbild 1 nicht zu sehen waren. Die Arzthelferin meinte, es sei alles OK, sonst hätte der Arzt was gesagt.


    Ich habe nach wie vor ein konstantes "Unwohlsein-Gefühl" im Bauch, ich merke einfach, es ist nicht der Normalzustand. Auch habe ich immer noch Blähungen, zwar nicht mehr so heftig wie beim Ausbruch (oder aber ich habe mich inzwischen nur daran gewöhnt), aber ich muss öfters als vor dem Ausbruch Winde ablassen, das ist schon sehr auffällig. Auch gehen die Blähungen oft mit einem leichten Schmerz im linken Unterbauch einher, links schräg unterhalb des Nabels.


    Dort hat die Hausärztin auch einen Druckschmerz festgestellt, d.h., drückt man da leicht rein, tut es etwas weh. Auf der rechten Seite ist das nicht. Aber dieser Schmerz ist nicht konstant da, ich drücke oft auf dem Bauch herum, um ihn gezielt zu provozieren und eine Regelmäßigkeit festzustellen, aber er ist anscheinend nicht immer da. Eventuell nur, wenn die Blähungen besonders akut sind? Ich weiß es nicht. Meine Hausärztin meinte, es könnten auch Divertikel sein, war sich aber selber nicht so sicher. (Ich bin männlich 30 Jahre - hat man in dem Alter schon eine akute Divertikulitis, obwohl ich vor dieser Stressphase im Januar mein ganzes Leben lang noch NIE Magen/Darmprobleme jeglicher Art hatte???)


    Ebenso habe ich Rückenschmerzen bekommen und zwar nur im unteren Rückenbereich oberhalb des Pos. Googlen sagte mir, das sei oft typisch mit Darmbeschwerden, denn da würde die Darmwand (zum Beispiel bei Blähungen) so geweitet, dass sie auf die Rückenwand drückt.

    Eine zeitlang hatte und habe ich immer mal wieder auch leichte Schmerzen an der linken Hüfte, also dort, wo der Dickdarm entlang nach unten wandert, aber auch nicht konstant immer sondern sporadisch.


    Natürlich musste ich in meiner Angst viel rumgooglen und habe dadurch noch mehr Angst bekommen, vor allem, weil manche Anzeichen (aber nicht alle) auf so Dinge wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa passen, vor denen ich richtig Angst habe, die zu bekommen.


    Allerdings ist und war mein Stuhlgang IMMER regelmäßig und ich hatte auch nie Durchfälle, Blut im Stuhl oder krampfartige Schmerzen. Deshalb versuchte ich mich immer wieder zu beruhigen, dass es wohl keine CEDs sein können und zudem sprichen da doch auch die Blutbilder dagegen, wo nirgends Entzündungsmarker festgestellt wurden. Die Stuhlprobe habe ich vor 2 Wochen abgegeben, habe aber nichs von der Praxis gehört.


    Wenn im Stuhl Entzündungen vorhanden wären oder irgendetwas unnormales wäre, dann hätten sie sich doch sicher gleich gemeldet?


    Gastro 2 hat mir Angst gemacht, indem er meinte, dass heftige Stressphasen oder auch emotionale Phasen Morbus Crohn auslösen könnten und ich weiß, dass ich die Beschwerden erst ein paar Tage nach dieser Stressphase entwickelt habe. Aber er hält es selbst eher für unwahrscheinlich, meinte er. Wollte mir aber dann gleich eine Magen- UND Darmspiegelung verordnen (ich bin privatversichert, vermutlich riecht er da große Abrechnungschancen. Aber mir macht das als Angstpatient nur noch mehr Angst).


    Er meinte, von meiner Beschreibung her würde er auf psychosomatisch tippen, eben weil ich eine sehr ähnliche Phase 2016 mit dem Herz hatte (da konnte organisch auch nie was gefunden werden), einzig die Blähungen findet er "komisch", denn Blähungen "seien etwas chemisch, physisches, das muss irgendwo herkommen, die bildet man sich nicht ein und können nicht psychisch bedingt sein".


    Das hat mich stutzig gemacht, denn auch beim Reizdarm-Syndrom gibt es ein Blähungen-Profil und nur weil etwas psychosomatisch ist, muss es doch nicht eingebildet sein und kann trotzdem real vorhanden sein, oder? Mittlerweile hoffe ich, dass es wirklich "nur" ein Reizdarm ist und nichts ernteres. Aber meine Hausärztin mit ihrer Divertikulitis und der Gastro 2 mit seinem "könnte auch Morbus Crohn sein" haben mich sehr verunsichert und verängstigt.


    Nachts habe ich keine Beschwerden (da meinte der Gastro 2, das sei schonmal ein super Zeichen, denn ernste Sachen spüre man auch nachts). Aber sobald ich morgens am Aufwachen bin und das Gedankenkarusell angeht, dann krampft sich mein Bauch zusammen und ich merke, wie sich schon wieder Blähungen und Winde ausbreiten.


    Was meint ihr zu dieser komischen Geschichte? Ist das die gleiche Kacke wie damals mit der Herzneurose, nur jetzt eben Darm? Sprich, Richtung Reizdarm oder psychosomatisch? Es treffen auch komischerweise nicht die 100%igen Reizdarmsymptome zu, denn ich habe kein Durchfall und auch keine veränderte Stuhlfrequenz / konsistenz und auch keine heftigen Bauchschmerzen oder Krämpfe.


    Immer nur ein leichtes Unwohlsein im Bauch verbunden mit dem Blähgefühl und den vielen Blähungen, meist kurz nachdem ich etwas gegessen habe. Ich esse aber nicht anders als vor der Geschichte im Januar. War davor weder Lactose- noch Fructose- noch Glutenintolerant.


    Irgendwas muss in diesem emotionalen Ausnahmezustand passiert sein, was sich derart im Bauch/Darm niedergeschlagen und dort irgendwas aus dem Takt gebracht hat. Nur was?

  • 7 Antworten
    Kallisto90 schrieb:

    Anfang des Jahres war ich einer ziemlichen psychisch-emotionalen Belastungssituation ausgesetzt, welches fortan meine Darm-Neurose (4 Jahre zuvor das gleiche Spiel nur mit Herz - Herzneurose) getriggert hat. Ich dachte nach einem Unfall, mein Darm sei jetzt ernsthaft verletzt.

    Bist du in psychologischer Behandlung?

    Kallisto90 schrieb:

    Natürlich musste ich in meiner Angst viel rumgooglen

    Warum musstest (!) du das? Wer hat dich gezwungen?

    Kallisto90 schrieb:

    Gastro 2 hat mir Angst gemacht, indem er meinte, dass heftige Stressphasen oder auch emotionale Phasen Morbus Crohn auslösen könnten

    Ich denke, er wird folgendes gemeint haben: Wenn jemand MC hat (nachgewiesen), bei dem kann Stress einen Schub auslösen. Die Krankheit selbst wird nicht durch Stress ausgelöst.

    Kallisto90 schrieb:

    Er meinte, von meiner Beschreibung her würde er auf psychosomatisch tippen,

    Ja, dem schließe ich mich an.

    Kallisto90 schrieb:

    Das hat mich stutzig gemacht, denn auch beim Reizdarm-Syndrom gibt es ein Blähungen-Profil und nur weil etwas psychosomatisch ist, muss es doch nicht eingebildet sein und kann trotzdem real vorhanden sein, oder?

    Eingebildet sind die Symptome generell nie. Auch bei Angststörungen nicht. Die Wahrnehmungen sind echt, nur die Ursachen sind eben nicht physisch. Den Begriff "eingebildet" sollte man hierbei völlig weglassen.

    Kallisto90 schrieb:

    Ist das die gleiche Kacke wie damals mit der Herzneurose, nur jetzt eben Darm? Sprich, Richtung Reizdarm oder psychosomatisch?

    Davon ist erstmal auszugehen. Reizdarm ist allerdings eine Ausschlussdiagnose. Es müssen alle körperlichen Untersuchungen ohne Ergebnis ausgeschöpft sein um diese zu stellen.

    Ich rate daher in deinem Falle zu einer Darmspiegelung und Austestung von evtl. Unverträglichkeiten.

    Hyperion schrieb:
    Kallisto90 schrieb:

    Anfang des Jahres war ich einer ziemlichen psychisch-emotionalen Belastungssituation ausgesetzt, welches fortan meine Darm-Neurose (4 Jahre zuvor das gleiche Spiel nur mit Herz - Herzneurose) getriggert hat. Ich dachte nach einem Unfall, mein Darm sei jetzt ernsthaft verletzt.

    Bist du in psychologischer Behandlung?

    Nein, bisher noch nicht.

    Maerad schrieb:
    Kallisto90 schrieb:

    Gastro 2 hat mir Angst gemacht, indem er meinte, dass heftige Stressphasen oder auch emotionale Phasen Morbus Crohn auslösen könnten

    Ich denke, er wird folgendes gemeint haben: Wenn jemand MC hat (nachgewiesen), bei dem kann Stress einen Schub auslösen. Die Krankheit selbst wird nicht durch Stress ausgelöst.

    Bist du sicher? Das würde mir etwas Angst nehmen. Ich meine allerdings, gelesen zu haben, dass Stress und emotionale Ausnahmezustände einen MC auslösen kann. Das meinte mein Gastro auch.


    Ob das jetzt aber nur auslösen im Sinne von "aktivieren" ist, oder ob die Krankheit dadurch entstehen kann, kann ich jetzt nicht sagen.


    Ich weiß nur, ich hatte vor diesem ganzen Schlamassel NIE Probleme mit Bauch, Verdauung oder Darm.

    Ich hatte jahrelang unter Entzündungen meiner Divertikel gelitten, der CRP war dort immer deutlich über 150 (normal unter 5). Dein CRP ist null erhöht.


    Bei Blähungen würde ich mir zuallererst mein Ess- und Trinkverhalten ansehen, am Besten schriftlich für einige Zeit festhalten, genau aufschreiben was gegessen und getrunken wurde. So kann schneller ein Zusammenhang zu den Blähungen hergestellt werden.


    Kohlensäurehaltige Getränke verursachen Blähungen, genügend Lebensmittel verursachen Blähungen. Was isst und trinkst Du?

    HasiX schrieb:

    Ich hatte jahrelang unter Entzündungen meiner Divertikel gelitten, der CRP war dort immer deutlich über 150 (normal unter 5). Dein CRP ist null erhöht.


    Bei Blähungen würde ich mir zuallererst mein Ess- und Trinkverhalten ansehen, am Besten schriftlich für einige Zeit festhalten, genau aufschreiben was gegessen und getrunken wurde. So kann schneller ein Zusammenhang zu den Blähungen hergestellt werden.


    Kohlensäurehaltige Getränke verursachen Blähungen, genügend Lebensmittel verursachen Blähungen. Was isst und trinkst Du?

    Also die Stuhlprobe bezüglich Entzündung habe ich noch nicht, ich rufe da am Montag mal an und frage nach. Im Blutbild kam aber nichts bezüglich CRP raus.


    Ich trinke seit dieser Herzneurosen-Geschichte von 2016 nur noch stilles Leitungswasser, weil mir Sprudel (Kohlensäure) damals nicht guttat, bzw. ich glaubte, vom Sprudel noch mehr Herzstolperer zu haben. Vielleicht war das auch nur Einbildung, jedenfalls ist die Gewohnheit so geblieben. Ich trinke nur Leitungswasser. Auch keine Säfte mehr.


    Bezüglich Essen: wie schon geschrieben, da habe ich nichts anderes gemacht, wie all die Jahre zuvor auch. Mich würde es also wundern, dass es nun am Essen liegt, da ich bevor dieser Schlamassel losging, auch mit nichts Probleme hatte. Aber ich will demnächst nur der Vollständigkeit halber auch auf Fructose/Glucose, Lactose und Gluten testen lassen. Bin mir aber eigentlich sicher, dass es daran nicht liegt.


    Das kuriose ist: egal was ich esse, nach jeder Nahrungsaufnahme habe ich das Gefühl, dass es mich bläht und dass ich häufiger Winde lassen muss. Das war vorher nicht.


    Ich dachte schon an eine DDFB, Dünndarmfehlbesiedlung? Aber ob Stress sowas ausrichten kann? Irgendwas muss passiert sein, was jetzt die Verdauung so durcheinander gebracht hat...

    Wenn es unten furzt, hat man oben was reingegeben, was furzen läßt.


    Wie ernst setzt du natürliche Nahrung um, wie genau führst du Ernährungstagebuch?


    Würdest du bei den ErnhrungsDoc. in Behandlung sein, wäre das die erste Maßnahme, die man auferlegen würde. Haarklein und wenn man das nicht will, ist man auch nicht wirklich interessiert....


    Dazu keine industriellen Nahrungsmitteln, wie gesagt, alles muß aufgelistet werden.

    Vielleicht isst du auch so angeblich tolle Joghurts, die den Darm fördern sollen, dass sind aber Furzschleudern bei den meisten Leuten. Da werden künstliche Süßstoffe verzehrt, die auch förderlich sind, den Darm zu irritieren.


    Und es kommt vor, dass man einfach älter wird und die bislang ungesunde Ernährung einfach nicht mehr vertragen wird, weil der Stoffwechsel genau dadurch gestört wird....


    Bevor nicht ein eindeutiges Ernährungskonzept mit akribischer Tagebuchaufzeichnung geführt wird, stocherst du im Nebel nach der berühmten Nadel im Heuhaufen rum.


    Und das kannst auch nur du umsetzen.... Dein Körper, deine Nahrung... kannst auch mit niemandem vergleichen, im Grunde genommen....