Nur noch extreme Übelkeit - tagtäglich

    Hallo zusammen,


    mich hat der Mut verlassen. Seit knapp einem Jahr, leide ich an einer, mittlerweile alltäglichen, Übelkeit. Diese ist meistens so stark, dass ich kurz davor bin mich zu übergeben, es bisher jedoch seit Erstauftreten nicht musste.


    Natürlich war ich damit beim Arzt. Wie oft? Unzählige Male:


    - Magenspiegelung

    - CT des Abdomen

    - Ultraschall

    - Blutuntersuchungen

    - Stuhluntersuchungen


    Alles ohne Befund. Nur bei der Magenspiegelung wurde eine abgeheilte Gastritis festgestellt. Medikamentös habe ich bereits ebenfalls so gut wie alles durch:


    - Doxepin

    - Citalopram


    Erfolglos!


    Mein Arzt tippt auf eine psychosomatische Ursache, bzw. er ist sich SEHR sicher. Ich habe so sehr versucht mich darauf einzulassen, wirklich. Seit Wochen befinde ich mich in ambulanter Therapie aber dort wird mir - mMn - überhaupt nicht weitergeholfen. Die Verzweiflung zuletzt war so groß, dass ich mich für einen stationären Aufenthalt in einem psychosomatischen KH entschied. Diesen habe ich aber bereits am ersten Tag abgebrochen, da man mir das, was ich dort bekommen hätte auch ambulant bieten kann. Noch dazu sehe ich mich in diesem Umfeld einfach überhaupt nicht, ich fühlte mich sehr unwohl. Ferner habe ich für mich selbst die Lösung gesehen. Ich muss mich umprogrammieren! Denn das ist das was man mir erklärt hat - diese Übelkeit könnte sich verselbstständigt haben!


    Nun habe ich Tage, an denen ich zusätzlich ein heftiges Völlegefühl habe, bzw Druck im Bauch, immensen Druck. Selten aber ab und an, habe ich Sodbrennen dazu und natürlich diese Übelkeit. In der Summe zeigen sich irgendwie dann doch Parallelen zu einer Gastritis.


    Diese Übelkeit ist völlig unabhängig vom Stress, den Mahlzeiten oder dem was ich trinke, manchmal wird es sogar ein wenig besser wenn ich etwas esse (ebenfalls ein Zeichen für eine Magenschleimhautentzündung) Lebensmittelunverträglichkeit daher ausgeschlossen weil Symptomatik durchgehend!


    Meine Frage ist letztendlich nur, ob jemand ein ähnliches Problem hat. Vielleicht auch, ob jemand dieses Problem überwinden konnte und wenn ja wie. Natürlich würde mich auch interessieren (wenngleich ich gerade versuche mich neu zu programmieren) ob eine 2t/3t Meinung eines anderen Schulmediziners Sinn machen würde?


    Besten Dank vorab

  • 20 Antworten
    JohnCrossaint schrieb:

    Diesen habe ich aber bereits am ersten Tag abgebrochen, da man mir das, was ich dort bekommen hätte auch ambulant bieten kann. Noch dazu sehe ich mich in diesem Umfeld einfach überhaupt nicht, ich fühlte mich sehr unwohl. Ferner habe ich für mich selbst die Lösung gesehen. Ich muss mich umprogrammieren! Denn das ist das was man mir erklärt hat - diese Übelkeit könnte sich verselbstständigt haben!

    Also ich kenne es von mir auch, das mir aus psychosomatischen Gründen schlecht ist, aber das vergeht dann auch wieder, also nicht so schlimm wie bei Dir.

    Nach einem Tag abgebrochen finde ich zu früh, wenn Du es durchgezogen hättest, wüsstest Du jetzt genau das es nicht psychosomatisch ist.

    Wie ist es den wenn Du Dich ablenkst, tritt die Übelkeit dann etwas in den Hintergrund?

    esta1 schrieb:
    JohnCrossaint schrieb:

    Diesen habe ich aber bereits am ersten Tag abgebrochen, da man mir das, was ich dort bekommen hätte auch ambulant bieten kann. Noch dazu sehe ich mich in diesem Umfeld einfach überhaupt nicht, ich fühlte mich sehr unwohl. Ferner habe ich für mich selbst die Lösung gesehen. Ich muss mich umprogrammieren! Denn das ist das was man mir erklärt hat - diese Übelkeit könnte sich verselbstständigt haben!

    Also ich kenne es von mir auch, das mir aus psychosomatischen Gründen schlecht ist, aber das vergeht dann auch wieder, also nicht so schlimm wie bei Dir.

    Nach einem Tag abgebrochen finde ich zu früh, wenn Du es durchgezogen hättest, wüsstest Du jetzt genau das es nicht psychosomatisch ist.

    Wie ist es den wenn Du Dich ablenkst, tritt die Übelkeit dann etwas in den Hintergrund?

    Mal so, mal so. Also es ist wirklich unterschiedlich. Ich kann eben kein festes Muster erkennen. Ein Beispiel. Vorgestern habe ich das Abendspiel der WM geschaut, mir war zwar leicht übel aber mir gings nachher wirklich gut, ich hatte urplötzlich sogar so einen Hunger, dass ich mir erstmal ne Pizza gemacht habe! ;) Das gleiche habe ich allerdings auch gestern versucht, ohne Erfolg.


    Es könnte also durchaus sein, dass sich die Übelkeit gar nicht ausblenden lässt, bzw. sich mir immer und immer wieder aufdrängt - weil mein Unterbewusstsein es für "normal" hält. Auf der anderen Seite kann ich die Übelkeit aber auch keiner Situation zuordnen. Egal ob ich total relaxed auf der Couch liege, am PC sitze, spazieren gehe oder oder oder. Auf der anderen Seite denke ich aber auch "Naja, vllt. ist das mit dem Unterbewusstsein auch eben nur ne Theorie und ich habe doch etwas körperliches".


    Vielleicht suche ich hier doch nochmal einen Spezialisten auf?

    JohnCrossaint schrieb:

    Auf der anderen Seite denke ich aber auch "Naja, vllt. ist das mit dem Unterbewusstsein auch eben nur ne Theorie und ich habe doch etwas körperliches".

    Deshalb wäre ich ja auch an Deiner Stelle in der Klinik geblieben.

    JohnCrossaint schrieb:

    Vielleicht suche ich hier doch nochmal einen Spezialisten auf?

    Das kann sicher nicht schaden.

    esta1 schrieb:
    JohnCrossaint schrieb:

    Auf der anderen Seite denke ich aber auch "Naja, vllt. ist das mit dem Unterbewusstsein auch eben nur ne Theorie und ich habe doch etwas körperliches".

    Deshalb wäre ich ja auch an Deiner Stelle in der Klinik geblieben.

    Ich bin dort durchgedreht. Und wenn mir selbst Therapeuten und Ärzte dort sagen, dass die ausgewählten Therapien eventuell gar nicht meiner Heilung zu Gute kommen, dann frage ich mich schon was ich dort soll. Besonders wenn ich nur eine Therapiestunde in der Woche habe.


    Aus dem Grund ist ein nochmaliger Ärztecheck wohl die deutlich bessere Variante um eine Antwort darauf zu bekommen.


    Danke aber für deine Antworten.

    An Glutenunverträglichkeit hab ich auch als erstes gedacht. Ich kenn jemanden, dem ist ne Woche lang schlecht, wenn er ein unpaniertes Schnitzel isst welches in einer Pfanne gebraten wurde, wo vorher panierte drin gebraten worden.

    JohnCrossaint schrieb:

    Diese Übelkeit ist völlig unabhängig vom Stress, den Mahlzeiten oder dem was ich trinke, manchmal wird es sogar ein wenig besser wenn ich etwas esse (ebenfalls ein Zeichen für eine Magenschleimhautentzündung) Lebensmittelunverträglichkeit daher ausgeschlossen weil Symptomatik durchgehend!


    Dann schreibe ich dir mal, wie das bei mir mit den Intoleranzen begann, da du ja meinst, das wäre ausgeschlossen. :=o


    Anfangs ausschließlich Übelkeit nach dem Erwachen und wenn ich auf der rechten Seite gelegen habe. Umdrehen oder aufstehen haben dagegen geholfen.

    Dann gelegentlich mal Durchfall, wenn ich Cola getrunken habe. Da habe ich einige Monate gebraucht, um den Zusammenhang zu erkennen. Cola weggelassen und es wurde - vorerst - besser.

    Später auch so Durchfall, ohne das ich ein Schema erkennen konnte. Stress hatte ich keinen, also konnte ich den ausschließen.

    Und dann der Supergau: Ich konnte von heute auf morgen nichts mehr bei mir behalten. Alles kam raus - egal was. Nur mit purem Reis und Kabeljau kam ich einigermaßen klar.


    Ich habe mich dann in eine Klinik einweisen lassen und wurde dort umgedreht. Magenschleimhautentzündung war vorhanden, aber nicht sehr stark. Dafür bin ich ganz eindeutig fruktoseintolerant. Und seit ich das weiß und mich entsprechend ernähre, ist mein Leben ein komplett Anderes. Mir ist morgens nicht mehr übel, ich habe nur dann Durchfall, wenn ich komplett falsch esse und ich bin nicht mehr bis mittags ans Haus gefesselt.


    Ich hätte mein Haus verwettet, dass Fruktose nicht der Auslöser für meine Probleme ist. Da wusste ich aber auch noch nicht, dass die Beschwerden nicht unmittelbar nach dem Essen oder Trinken auftreten müssen, sondern bis zu 72 Stunden verzögert auftreten können.

    kannst du denn normal aufs Klo?


    so magen darm Sachen sind tricky. da schieben einen die aerzte schnell auf die Psycho schiene. bin gerade auch am arztmarathon, hab vor einem jahr meine tochter bekommen und ein paar Monate spaeter gings los, Übelkeit, nebelhirn, schwaechegefühl. ein Arzt meint das autonome nervernsystem wurde da irgendwie beeinflusst. Übelkeit kann auch entstehen wenn es innerlich irgendwo "hängt", also Blockade. deshalb frag ob du normal aufs Klo gehen kannst. hast du da schon mal so nen test gemacht wo du so marker schlucken musst und die koennen dann sehen ob innerlich irgendwie die passagezeit verlangsamt ist? so täglich uebelkeit ist echt fies. hatte auch so Phasen wo ich dachte beim spazierengehen ich muss jetzt gleich gegen den naechsten baum brechen, schrecklich.

    Erstmal Danke für die Antworten:


    1. Sprue bzw. Zöliakie wurde ausgeschlossen. Dennoch weiß ich aus anderen Beiträgen, dass man selbst bei einem negativen Befund an Gluten Unverträglichkeit leiden könnte. Ich mache gerade den Selbsttest und werde einige Wochen auf Gluten verzichten.


    2. Ich werde einen entsprechenden Test machen, ebenfalls für Lactose. Muss allerdings dazu sagen, dass ich 2 Wochen auf Haushaltszucker verzichtet habe und die Problematik dennoch Bestand hatte.


    3. Ich kann normal auf Toilette. Einen Breischlucktest brauche ich lt Arzt nicht machen, da ich keine Schluckbeschwerden hätte. Wie hast du das Ganze denn gelöst annabanani . Das würde mich sehr interessieren!

    Den Selbsttest mit der Glutenfreien Ernährung finde ich sehr gut, denn so kannst du am besten herausfinden, ob du hier nicht trotz negativem Testergebnis eine Unverträglichkeit hast. Irgendwie habe ich im Hinterkopf, dass es zwischen echter Zöliakie und einer Unverträglichkeit noch Unterschiede gibt, aber ich bekomme es gerade nicht zusammen.


    Du hast auf Haushaltszucker verzichtet und schreibst das im Zusammenhang mit einer möglichen Lactose-Unverträglichkeit? Oder sollte das mit dem Haushaltszucker gar nicht in Zusammenhang mit der Lactose gebracht werden? Beides hat nämlich gar nichts miteinander zu tun. Aber ein Verzicht auf Zucker ist bei Magenbeschwerden generell eine sehr gute Idee :-)


    Ich hab selbst eine Lactose-Intoleranz. Bei mir kommt es dadurch zu kolikartigen Bauchkrämpfen und irgendwann dann Durchfall. Sobald alles "raus" ist, sind die Schmerzen vorbei. Aber ich kenne auch Menschen, denen es dadurch übel wird. Die Symptome bekomme ich meist so 7 - 8 Stunden nach dem Verzehr von Lactose, wenn ich nicht aufgepasst habe...


    Bezüglich der Übelkeit generell kenne ich es auch so, dass man da sehr gern und schnell auf die psychische Schiene geschoben wird. Das ist sicher auch oft ein Grund, aber eben nur oft, nicht immer. Vor allem das Sodbrennen und Völlegefühl spricht für mich eher nicht so sehr für die Psyche. Hattest du denn in der Vergangenheit viel Stress, eine belastende Situation o. ä., die das erklären könnte?

    Ich hatte mal einen ziemlich hartnäckigen Befall mit Helicobacter Pylori, der zweimal mit Antibiose behandelt werden musste, bis er endlich weg war. Sah man in der Magenspiegelung - ist bei dir also eher ausgeschlossen würde ich sagen. Da war mir auch ständig übel, ich hatte ein Völlegefühl, Aufstossen, Sodbrennen... Und anfangs wollte man mir auch einreden, es sei die Psyche. Ja, ich hab eh psychische Probleme, aber die wirken sich bei mir anders aus. Ich bin froh, dass ich hartnäckig blieb und die Ursache doch noch gefunden wurde. Also würde ich an deiner Stelle auch nochmal einen Spezialisten aufsuchen.


    By the way.. deine Schilddrüse ist gecheckt und ok?

    Schilddrüsenwerte wurden gecheckt. Das mit dem Haushaltszucker habe ich hinsichtlich einer möglichen FI gesagt.


    HP Befall wurde per Magenspiegelung und Stuhluntersuchung ausgeschlossen.


    Das was deine Symptome bei der LI sind, sind meine wenn ich bspw Süßstoff zu mir nehme ODER Zuviel Süßigkeiten esse. 1:1 das Gleiche!


    Ich werde einen Spezialisten aufsuchen, allerdings werde ich die psychische Komponente nicht ganz außer Acht lassen. Ich leide schon ewig an Emetophobie, allerdings hat sich das nie dadurch bemerkbar gemacht, dass mir selbst übel ist.

    Ok, das mit der Emetophobie ist natürlich spannend. Dafür muss es ja auch irgend einen Auslöser geben... Ist der dir bewusst?


    Ich finde deine Offenheit an der Stelle sehr gut und wichtig. Also, dass du dich durchchecken lässt, aber auch die Psyche nicht ganz bei Seite schiebst. Ich denke das ist der beste Weg um herauszufinden, was wirklich los ist - in dem man nichts ausschliesst und für alle Varianten offen ist, hauptsache die Ursache wird gefunden und man kann endlich behandeln / was tun.

    Mir war als junges Mädchen mal über Monate jeden Abend Speiübel. Ich sass mit einem Eimer im Bett und dachte, es geht jederzeit los. Die Ärztin war ratlos. Als meine Blutwerte sagten, dass meine Schilddrüse minimal (wirklich ganz minimal) aus dem Ruder läuft, wurde es darauf geschoben. Rückblickend bin ich mir heute zu 1000% sicher, dass das damals schon erste Rebellionsversuche meiner Psyche waren.


    Auf Süsstoff reagiere ich auch etwas empfindlich mit Durchfall...

    Es ist halt einfach nur super ekelhaft und wenn es denn mal passiert ist, fühlt man sich natürlich schon irgendwie so "machtlos". Also der viel umschriebene Kontrollverlust mag da mitschwingen, ich finde es aber halt einfach nur unbeschreiblich ekelhaft und auch unnötig. Der Magen verträgt Cola! Cola hingegen kann Metalle aufspalten!


    Ich bin im Grunde niemand, welcher der Psyche so viel Wert beimisst. Organische Symptome müssen körperliche Ursachen haben, basta. Allerdings weiß ich auch, dass man sein Gehirn programmiert und wenn das seit Monaten nur aus Übelkeit besteht ... dann kann ich mir vorstellen (da Übelkeit ja auch im Kopf stattfindet), dass sich sowas verselbstständigen könnte.


    Aus dem Grund beschäftige ich mich zur Zeit auch stark mit NLP - also der neurolinguistischen Programmierung und damit Einfluss auf sein Unterbewusstsein zu nehmen. Leider sind Meditationen für mich absolut wirkungslos, vermutlich auch, weil ich das im Vorfeld bereits für Schakra Klimbims gehalten habe - gut, dass es noch andere Möglichkeiten gibt.


    Das alles aber nicht nur wegen der Übelkeit. Ich denke, es lohnt sich für JEDEN! sich selbst zu programmieren.

    NLP ist eine ganz feine Sache, ich kenn mich damit auch ein wenig aus und ja.. ich gebe dir absolut Recht! Es ist für Jedermann irgendwo, irgendwie interessant und sinnvoll.

    Ich sage ja sowieso.. ich würde jedem Menschen empfehlen, mal eine tiefenpsychologische Therapie zu machen. Was ich da alles gelernt habe, ich bin sicher, das würde auch psychisch stabilen Menschen bei der weiteren Entwicklung ihrer Persönlichkeit helfen. Man lernt nie aus und hier lernt man sehr viel über sich selbst und kann reflektieren. Super Sache, finde ich :-)


    Im Zweifel würde mir sonst noch ein Endokrinologe für dich einfallen, wenn z. B. ein Internist nicht weiter weiß bezüglich Unverträglichkeiten. Selbst wenn sich die Übelkeit aus einem organischen Grund verselbständigt hat (Stichwort Schmerzgedächtnis), muss sie ja irgenwann eine Ursache gehabt haben. Und wenn nicht, dann vielleicht doch die Psyche. Und man kann natürlich auch Läuse UND Flöhe haben.