Prognose bei Rektum Karzinom

    Hallo.


    Bei meinem Vater wurde dieses Jahr ein fortgeschrittenes Rektumkarzinom diagnostiziert, was er ewig lang (trotz Beschwerden verschleppt hat) ??ich würde ihn dafür echt gerne verhauen??


    Da meine Eltern medizinisch nicht so bewandert sind, ich aber zu den Arztterminen aus diversen Gründen nicht mitkann, hab ich mir heute mal einen Arztbericht unter den Nagel gerissen. Ich dachte er hat Bestrahlung bekommen damit der Tumor operabel verkleinert werden kann, aber in dem Wisch steht jetzt was von palliativer Chemotherapie als Therapievorschlag. ??Erwähnte ich schon wie gerne ich den Sturkopf verhauen würde??


    Diagnose


    Lokal fortgeschrittenes, stenosierendes Rektumkarzinom; V.a. HCC Segment V


    Leverzirrhose im Stadium Child B


    Z.n. Anlage eines doppelläufigen Sigmoidostoma


    Therapie


    Restaging


    Verlauf


    reduzierter Allgemein- und Ernährungszustand


    erhöhte Entzündungswerte CRP 3,32 mg/dl (Ref < 0,8mg/dl) ohne Leukozystose


    erhöhte Tumormarker


    Bilirubin 1.61 mg/dl, Quick 56%


    CT Thorax/Abdomen/Becken .. lokal fortgeschrittenes Tumorwachstum im Bereich des Rektums


    Anhalt auf ein Hepatozelluläres Karzinom im Segment V


    Peritonealkarzinose ist nicht auszuschließen


    Ich bin grad ziemlich mitgenommen und wäre für allgemeinen Input dankbar.


    So eine Scheiße

  • 8 Antworten

    Eine Krebserkrankung kann einen schnell hinraffen oder eben langsam Fortschreiten.


    Wer sollte hier eine Prognose abgeben können?


    Und niemand weiß, ob eine Chemo wirklich das Leben verlängert und /oder mit einer einschränkenden Lebensqualität einhergeht oder nicht.


    Was will der Vater denn für sich entscheiden?


    Palliativstation könnte hilfreich sein, auch ein Hospiz. Ärzte dort sind, gerade auch was Schmerzmittel betrifft, wesentlich offener im Umgang als Ärzte in normalen Kliniken, wo man sich kaum persönlich um Patienten kümmern kann.

    Also ich verstehe das so, dass dein Vater operiert werden soll und ein Stoma bekommt (oder hat er schon eins?), danach wohl Chemo und dann eben eine dauerhafte Überprüfung.


    Aber das in Zusammenhang mit einer fortgeschrittenen Leberzirrhose ist wohl kein Zeichen für einen guten Ausgang :°_

    Zitat

    Wer sollte hier eine Prognose abgeben können?

    Die Beschränkungen dieses Mediums sind mir bewusst. Ich bin nur gerade sehr verzweifelt und möchte mich einfach mal umhören.

    Zitat

    Was will der Vater denn für sich entscheiden?

    Ich fürchte im Moment lässt er sich einfach hängen. Wir (ich + Schwestern) wollen schauen das wir ihn zusammen mit unserer Mutter noch soweit motiviert bekommen das es nächstes Jahr noch für einen Urlaub reicht.

    Zitat

    Palliativstation könnte hilfreich sein, auch ein Hospiz. Ärzte dort sind, gerade auch was Schmerzmittel betrifft, wesentlich offener im Umgang als Ärzte in normalen Kliniken, wo man sich kaum persönlich um Patienten kümmern kann.

    Das behalten wir im HInterkopf, Patientverfügung haben wir auch schon gemacht. Schmerzen hat er zum Glück bis jetzt noch nicht.



    Zitat

    und ein Stoma bekommt (oder hat er schon eins?),

    Das ist schon da

    Zitat

    Aber das in Zusammenhang mit einer fortgeschrittenen Leberzirrhose ist wohl kein Zeichen für einen guten Ausgang :°_

    Nee. Die Frage ist wohl jetzt nicht ob, sondern wann

    Zitat

    Nee. Die Frage ist wohl jetzt nicht ob, sondern wann

    Diese Frage lässt sich nicht beantworten!


    Ich kann deine Verzweiflung sehr gut nachvollziehen. Mein Vater ist in einer ähnlichen Situation mit einer anderen Krebserkrankung. Den Therapievorschlag der palliativen Chemo hat er abgelehnt. Wir müssen seine Entscheidung respektieren! Ich kann das ganz gut, bin selber vom Fach und verstehe, dass er die Strapazen einer Chemo nicht will...meiner Mutter fällt das aber sehr schwer. Wir wissen, dass sein Tod bevorsteht! Es ist aber kein Dauerthema! Mein Vater hat für sich alles geregelt, Palliative Pflege, Beerdigung etc.. Er versucht seine letzte Zeit bewusst zu genießen und sagt immer, dass seine Enkeltochter seine beste Chemo ist.


    Natürlich gibt es immer wieder sehr traurige Momente und er vergießt viele Tränen. Jetzt gerade ist für ihn die Vorweihnachts/ Weihnachtszeit immer wieder sehr emotional...denn natürlich könnte es seine letzte sein!


    Dein Vater ist schwer krank...unheilbar. Wie lange er noch bei euch sein wird, kann keiner sagen. Aber versucht die letzte Zeit gemeinsam zu genießen!

    Mein Vater ist am Donnerstag zuhause hingefallen und Freitag ins Krankenhaus. Eine gebrochene Rippe. Ein Lungenflügel etwas eingefallen


    Erstmal drin geblieben, Schmerzmittel damit er besser atmen kann.


    Heute ist er gestorben. Einfach weggeschlafen. Keine Schmerzen.


    :°(

    Mein Beileid :)-


    Ich habe meine Mutter die letzten Monate ihre Krebserkrankung begleitet. Auch wenn es gerade schwerfällt zu glauben: für deinen Vater war es vermutlich besser so.

    Ja. Rein sachlich betrachtet auf jeden Fall. Er hatte keinen Tag Schmerzen, das ist viel wert. Und wenn wir ehrlich sind gibt es keinen wirklich guten Tag dafür das Eltern sterben.