Rückverlegung eines Ileostoma nach Polytrauma

    (Urspr. Titel: Rückverlegung eines Ileostoma nach Poliotrauma")




    Hallo liebe Forum Mitglieder, meine Mutter hatte am 15. August 2016 einen Verkehrsunfall. ( LKW durch die Leitplanke) . Jetzt hat sie seit diesem Unfall ein Ileostoma, ( und diverse andere Erkrankungen) das zurück verlegt werden soll! Durch den Unfall hatte sie unter anderem eine Darmperforation mit sogar Stuhlgang in der Lunge und eine 4 Quadranten Peritonitis mit septischem Verlauf! Ihre Überlebenschance lag bei 3%. Nach einer Vac Therapie mit offener Bauchdecke und viel Lebensmut hat sie überlebt. Jetzt möchte der Arzt das Ileostoma zurück verlegen, dabei war eigentlich nur geplant eine Fistel am Ausgang zu korrigieren! Jetzt meine Frage... hat jemand von euch Erfahrungen zu Verwachsungen?

  • 13 Antworten
    Zitat

    Jetzt möchte der Arzt das Ileostoma zurück verlegen, dabei war eigentlich nur geplant eine Fistel am Ausgang zu korrigieren!

    die Wünsche des Artes sind erstmal zweitrangig.... Was möchte deine Mutter? Besteht die Möglichkeit, das Stoma rückzuverlegen, ist es gut, das auch zu tun. Es ist ja ein deutlicher Gewinn an Lebensqualität!

    Also, es heißt übrigens Polytrauma. Polio ist eine Viruserkrankung.


    Nix für ungut.


    Zum Thema: Das werden die behandelnden Ärzte schon am besten wissen. In einem Laienforum da etwas spezielles zu dem Fall hören bzw. lesen zu wollen ist schlichtweg nicht möglich, da wir den Verlauf nicht kennen und hier auch größtenteils keine Ärzte anwesend sind. Und selbst wenn, diese keine "Ferndiagnosen" stellen, sofern sie kompetent sind. Und mit "könnte", "hätte", "würde" ist da sicher nicht geholfen.


    Zusätzlich ist das bei einem solchen Fall wie deinem geschilderten echt schwierig überhaupt was dazu zu sagen, wenn man weder Bildgebung kennt, noch Arztbriefe noch den Patienten... Noch sonst was.


    Zudem, was willst Du nun über Verwachsungen hören? Hat fast jeder nach größeren abdominalen Eingriffen. Das hat aber grad nix mit nem Ileostoma zu tun, das zurückverlagert werden soll!? Verwachsungen lösen --> zurück verlagern. Geht schon. Die Ärzte werden sich das bestimmt überlegt haben. Wenn Du dazu weitere Fragen hast, frag die behandelnden Ärzte.

    Meine Mutter ist unschlüssig, sie hat sich mit dem Stoma gut arrangiert. Obwohl sie erst 57 Jahre alt ist, außerdem hat sie durch den Unfall einen inkompletten Querschnitt und damit mal schnell auf "Toilette gehen" ist nicht mehr! Zudem hat sie sehr große Angst vor der Operation, was ich sehr gut nachvollziehen kann. Sie war über acht Monate im Krankenhaus, konnte sich zu Beginn überhaupt gar nicht bewegen ab dem Hals! Und erst jetzt geht es ihr langsam besser!

    Zitat

    die Wünsche des Artes sind erstmal zweitrangig.... Was möchte deine Mutter? Besteht die Möglichkeit, das Stoma rückzuverlegen, ist es gut, das auch zu tun. Es ist ja ein deutlicher Gewinn an Lebensqualität!

    Im Idealfall sollte das mit der Patientin besprochen werden und Vor-/Nachteile aufgezeigt werden. Absolute KI ist immer wenn der Patient etwas nicht will, da hast Du natürlich recht.

    @ pes anserinus

    Na das man die Verwachsungen lösen kann zum Beispiel hat uns der Arzt nicht erklärt! Das ist doch schon mal eine Info, worauf ich ihn nochmals ansprechen kann! Er hat nur erklärt, wenn der " Bauch bzw. der Darm nicht so gut aussieht " was immer das heißen mag... muss er sie nochmal komplett am Bauch aufschneiden... und davor hat meine Mutter die größte Sorge.

    Zitat

    Besteht die Möglichkeit, das Stoma rückzuverlegen, ist es gut, das auch zu tun. Es ist ja ein deutlicher Gewinn an Lebensqualität!

    Nein!!! Von mangelnder Lebensqualität wegen eines Stomas und einer Verbesserung derselben durch Rückverlegung kann keine Rede sein - außer, es ist noch ein Großteil des Dickdarms vorhanden.


    Ich habe seit 14 Jahren (ebenfalls nach einer septisch verlaufenden 4-Quadranten-Peritonitis) ein endständiges Ileostoma nach Kolektomie. Bis 2007 besaß ich noch einen mehrere Zentimeter langen, blind verschlossenen Rektumstumpf (= Hartmannstumpf). Bis zur Rektumamputation versuchten mich etliche Chirurgen trotz massivem Verwachsungsbauch von der Sinnfälligkeit einer Rückverlegung zu überzeugen - es waren vor allem aufstrebende Jungärzte, für die eine Pouch-OP etwas Feines in ihrem OP-Repertoire gewesen wäre. Als ich einem mal sagte, dass ich keine Lust habe, nach der Rückverlegung meinen Lebensmittelpunkt aufs Klo zu verlegen und aufgrund des aggressiven Dünndarmstuhls mit ständig entzündetem Pavianhintern rumzulaufen, wurde er direkt pampig. Seitdem mein Rektum weg ist und ich hinten zugenäht bin, habe ich diese nervigen Diskussionen zum Glück nicht mehr. Dass ich mich gegen eine Rückverlegung entschieden habe, habe ich nie bereut.

    Pes anserinus

    Zitat

    Zudem, was willst Du nun über Verwachsungen hören? Hat fast jeder nach größeren abdominalen Eingriffen. Das hat aber grad nix mit nem Ileostoma zu tun, das zurückverlagert werden soll!? Verwachsungen lösen --> zurück verlagern. Geht schon. Die Ärzte werden sich das bestimmt überlegt haben. Wenn Du dazu weitere Fragen hast, frag die behandelnden Ärzte.

    Wegen Ileus habe ich auch eine umfangsreiche Adhäsiolyse hinter mir. Sie erfolgte ein gutes halbes Jahr nach der Kolektomie/Ileostomie. Es war eine 8-stündige OP per Bauchschnitt vom Brust- bis zum Schambein. Nach ca. 6 Monaten waren die Verwachsungen erneut da. Nach einer 4-Quadranten-Peritonitis sind diese leider besonders extrem. Dank Osteopathie können meine daraus resultierenden Passagestörungen so in Schach gehalten werden, dass ich keinen Ileus und somit auch keine Bauch-OP mehr hatte.

    Poliotrauma1508

    Bitte holt unbedingt weitere Meinungen ein, vor allem von älteren und damit erfahrenen Chirurgen! Die Adhäsiolyse war eine schreckliche OP.

    @ Monsti

    Acht Stunden.... oh mein Gott... das schafft meine Mutter nicht! Sie hatte im April das letzte Mal eine Narkose zwecks Darmspiegelung gehabt und da haben die Ärzte große Schwierigkeiten gehabt sie Stabil zu halten...weil sie wohl währenddessen nur einen Puls von 29 hatte. Im Bericht stand was Bradykardie...

    Dann vermeidet bitte jede größere OP! Gerade am Bauch sollte Deine Mutter nur noch im lebensbedrohlichen Notfall (z.B. Ileus) operiert werden. Chirurgen, vor allem die jungen, denken oft nur vom OP-Tisch bis zur Kontrolluntersuchung nach ca. 3 Wochen. Wie es den Patienten langfristig geht, interessiert leider nur wenige. Du glaubst nicht, welch kurzsichtiger Mist mir von Chirurgen schon erzählt wurde.

    Also am Mittwoch ist erstmal Vorbesprechung, bis dahin telefoniere ich mal noch mit den Operateuren, die sie damals akut versorgt haben. Ihr BG Querschnittsarzt meinte damals nach der Verlegung auch schon zu ihr, von einer Rückverlegung sollte sie die Finger lassen, nachdem was er aus den ganzen OP Berichten gelesen hatte! Warum auch immer! Ich weiß nur, dass die Ärzte damals zwölf Operationen durchgeführt haben und dass sie diesen Vac von Anfang September bis Anfang November hatte.

    Bitte, bitte nimm ernst, was ich geschrieben habe! Ich habe ca. 40 OPs hinter mir und lasse längst nur noch jene zu, die unbedingt notwendig sind. Man sollte die Fistel ordnungsgemäß versorgen und derzeit nichts anderes.

    Zitat

    Ihr BG Querschnittsarzt meinte damals nach der Verlegung auch schon zu ihr, von einer Rückverlegung sollte sie die Finger lassen, nachdem was er aus den ganzen OP Berichten gelesen hatte!

    Guter Arzt!