Sigmaresektion überstanden

    Hallo an alle Divertikelgeplagten,


    ich bin seit heute mittag aus dem Krankenhaus zurück und wollte allen, die mir vorher so lieb Trost gespendet haben, nur sagen, dass alles gut gegangen ist.


    Der ausführliche OP-Ablauf für alle die, die es noch vor sich haben, folgt noch.


    Ganz liebe Grüße

  • 18 Antworten

    Freue mich!

    Hallo Scully , freue mich sehr von dir zu hören und wünsche dir alles Liebefür deine Rekonvaleszens.Würde mich über einen ausführlichen Bericht freuen,werde immer nervöser, je näher der Termin rückt! Grüße von Hanne

    Versprochener OP-Bericht

    da meine Eindrücke noch sehr frisch sind, hoffe ich, dass ich denen, die es noch vor sich haben, einige hilfreiche Infos geben kann.


    Am 22.11. bin ich morgens ins KH gegangen. An diesem Tag wurden aber nur harmlose Untersuchungen (Blutabnahme, EKG und Ultraschall)gemacht. Abends bekam ich dann ein Abführmittel, damit der Darm für den nächsten Tag halbwegs leer war. Am 23.11. kam dann die von cordu2 beschriebene Röntgenuntersuchung des Darms. Es war tatsächlich überhaupt nicht so schlimm, wie es sich vorher gelesen hatte. Die Assistentin und der Arzt waren super nett, so dass es überhaupt nicht so peinlich war, wie ich vorher befürchtet hatte. Der Druck auf den Darm war gut auszuhalten, die Untersuchung dauerte höchstens 10 min, und danach konnte man sofort auf eine naheliegende Toilette gehen. Den ganzen Tag über musste ich natürlich noch dauernd auf Toilette rasen, da ich am Nachmittag auch noch eine Flasche Fleet zum Abführen bekam. Es war ungefähr ein Kaffeebecher voll und schmeckte in der Tat schrecklich. Ich hatte mir allerdings schon in weiser Voraussicht einen Strohhalm (damit lassen sich scheußliche Flüssigkeiten besser trinken) und eine kleine Flasche Cola zum anschließenden Mundumspülen mitgebracht. Unangenehm fand ich, dass in meinem KH die Toiletten nicht auf dem Zimmer sondern auf dem Flur waren. Am 24.11. wurde ich um 9:30 Uhr für die OP vorbereitet. Ich bekam einen Peridual-Katheder, über den nach der OP die Schmerzmittel verabreicht werden sollten. Danach legte man mir noch einen Venenzugang in den Handrücken und schob mich in den OP. Um 14:00 Uhr erwachte ich auf der Intensivstation, auf der ich eigentlich eine Nacht bleiben sollte. Da aber ein Notfall eingeliefert wurde und es mir gutging, wurde ich gegen 15:00 Uhr doch schon in mein Zimmer geschoben. Ich fühlte mich wirklich gut und habe abends sogar meine lieblingssendung "Frauentausch" im TV geguckt;-). Was ich als unangenehm empfand, war der Urinkatheder, der mir auch erst montags abgemacht wurde. Die Infusionen bekommt man übrigens über einen Venenzugang im Hals. Gewöhnt man sich aber dran. Wichtig ist nur, dass man Schlafanzüge zum Knöpfen mitnimmt. Ich hatte leider nur einen dabei, den ich dann eine Woche anbehalten musste:-( In der Nacht nach der OP wurde mir dann über den Peridual-Katheder Schmerzmittel gespritzt. Leider musste ich mich davon am nächsten Morgen schrecklich übergeben. Samstag und Sonntag hatte ich dann einen "Krankenhauskoller". Ich konnte nicht mehr liegen, nicht schlafen, mich auf nichts konzentrieren (Lesen, TV etc.). Als am nächsten Tag der Urin-Kathederabgemacht wurde, war das wie eine Erlösung (bis dahin hatte ich immer noch das OP-Hemdchen an). Von da an schlurfte ich mit meinem Infusions-Ständer über den Flur. Donnerstags wurde ich auch von dem befreit. Vorher musste ich allerdings noch mal zum Röntgen, ob die Naht am Darm auch dicht ist. War sie:)^ Ab da durfte ich zum ersten Mal wieder was Festes essen. Nie hat mir eine Scheibe Weißbrot mit Käse bessergeschmeckt. Auch die Wund-Drainage wurde an diesem Tag gezogen. Am nächsten Tag hatte ich an dieser Stelle sehr,sehr starke Wundschmerzen, so dass ich schon befürchtete, es hätte sich was entzündet. War aber alles normal.


    Gestern bin ich dann mittags entlassen worden. Ich fühle mich sehr gut, der Stuhlgang klappt und ich habe schon Pizza und Tortellini mit Sahnesoße gegessen. Ich habe keinerlei Einschränkungen für meine künftige Ernährungsweise erhalten. Ich soll bloß die nächsten 8 Wochen blähende Speisen vermeiden und nichts Schweres heben. Der Arzt im Krankenhaus hat mich übrigens als einziger mal umfassend über Divertikel und die Entstehung von Entzündungen aufgeklärt. Zur Zeit habe ich Rückenschmerzen im Schulterblattbereich. Ich gehe mal davon aus, dass meine Rückenmuskeln erst wieder aufgebaut werden müssen. Mit der Abnahme war es leider nicht so berauschend:°( Durch die Infusionen bekommt der Körper alles was er braucht. Man hat auch überhaupt keinen Hunger, höchstens Appetit. Es sind leider nur 4 Kilo geworden. Naja, als Start in die nächste Diät geht es ja.;-)


    Falls noch Fragen bestehen, antworte ich gerne.


    Ganz liebe Grüße an alle

    Danke

    Hallo Scully,danke für deinen ausführlichen Bericht,jetzt weiß ich wenigstens ,was mich erwartet.Hast du jetzt zu Hause noch Schmerzen im Darm oder nimmst du noch Schmerzmittel?Musst du Abführmittel nehmen? Wie lange bist du krankgeschreiben?Musst du zur Nachuntersuchung zu einem Internisten zu Hause? Wie lang ist dein Schnitt und wo sitzt er? Wäre lieb,wenn du mir die Fragen beantworten könntest! Weiterhin gute Besserung wünscht dir Hanne*:)*:)^

    Hi Sculli,


    na bitte :)^, hat doch alles super geklappt! Schön, dass Du wieder da bist! Darf ich fragen, warum Dich der Blasenkatheter so gestört hat? Den merkt frau doch gar nicht - lästig ist er doch nur, weil mal halt stets mit dem "Handtäschchen" unterwegs ist.


    Liebe Grüße von


    Angie

    Sigmaresektion

    Hi Scully,


    vielen Dank für deine Antwort auf meinen Bericht. Ich glaub, ich hab meine Sache an falscher Stelle reingeschrieben. Freut mich, dass es dir so schnell wieder gutgeht.


    In den letzten Wochen (vor dem letzten Schub) hatte ich nachts Schweißausbrüche und fühlte mich tagsüber total müde. Hatte keine Lust mehr auch noch irgendwas zu machen. Hab mir sogar Ausreden einfallen lassen, um nicht mit Freunden um die Häuser zu ziehen. Auch mein LG hatte schon gesagt: "du schläfst nur noch"!!


    Solangsam gehts mir besser, werde aber wohl die OP doch machen lassen müssen. Wie lange dauert es denn, bis man im KH einen T. bekommt? Bin leider "noch" nicht privat versichert.


    Danke schonmal und alles Gute! Schäfle!

    Super Bericht!

    @ scully

    Ich bin Krankenpfleger und pflege auch relativ viele Patienten nach Sigmaresektionen.


    Dein Bericht aus der Patientenperspektive hat mir sehr gut gefallen. Und hat mich auch zum Nachdenken angeregt.


    :)^ LG reX

    @hanne-le

    Schmerzen habe ich so gut wie gar keine mehr, ein Glück! Nachdem am Donnerstag die Infusion (da sind auch immer noch Schmerzmittel drin) abgemacht wurde, hatte ich am Freitag, wie schon berichtet, ziemlich starken Wundschmerz an der äußeren Naht. Da ich das aber einordnen und somit besser damit umgehen konnte, habe ich mir nur für nachts ein Schmerzmittel geben lassen. Samstags hatte sich die Situation schon wieder um 50% verbessert. Ich habe also nie irgendwelche Schmerzmittel genommen. Die innere Naht spüre ich gar nicht. Abführmittel brauche ich auch keine, da ich sowieso nie unter Verstopfung gelitten habe. Man muss sehr viel trinken, um den Stuhl weich zu halten. Ich bekomme häufiger Blähungen (sehr unangenehm) und verspüre dann nach einiger Zeit den Drang auf Toilette zu gehen. Dort muss man dann einige Zeit sitzen und auf den Stuhlgang warten, denn drücken wäre nicht so gut. Aber normalerweise ist der Stuhl nach der OP sehr weich (Tolles Thema). Wie lange ich krankgeschrieben werde, weiß ich noch nicht. Die vom KH haben mich erst mal bis Donnerstag krankgeschrieben, dann gehe ich zum Hausarzt. Von Nachuntersuchung wurde mir im KH gar nichts gesagt. Die haben dort ja schon per Röntgenuntersuchung nachgeschaut, ob alles dicht ist. Ich habe zum Glück keinen großen Bauchschnitt bekommen. Im Bauchnabel und rechts und links davon sind kleine Schnitte, dann noch auf der rechten Seite im Unterbauch und mittig ein etwas größerer Schnitt (ca. 4-5 cm).

    @ Monsti

    Der Blasenkatheder hat mich wahrscheinlich nur psychisch gestört. Solange ich den drin hatte, muße ich das verhasste OP-Hemdchen tragen und konnte auch keine Unterhose anziehen (empfand ich als unangenehm). Außerdem habe ich eine verengte Harnröhre, so dass diese durch den Katheder immer gereizt wird.

    @Schaefle-1

    Ich habe wirklich etwas zu lange mit der OP gewartet. Damit habe ich mir so manchen Urlaub unnötig schwer gemacht, da ich immer die Angst hatte, es könnte was passieren. Den Termin im KH bekommst du relativ schnell. Ich denke mal 2 Wochen Wartezeit ist normal.

    @urorex

    Mich würde interessieren, in wieweit du zum Nachdenken angeregt wurdest. Das Pflegepersonal in meinem KH war wirklich optimal. Ich habe mich dort gut aufgehoben gefühlt. An die Situation, dass es jetzt auch Pfleger gibt, musste ich mich allerdings erst gewöhnen. Das letzte Mal war ich vor 16 Jahren im KH, und da war das noch nicht üblich.


    Liebe Grüße an alle

    Hi Sculli,


    als ich vor knapp 2 Jahren fast zwei Monate lang in der Klinik Innsbruck lag, fand ich unser männliches Pflegepersonal einfach nur genial. Wir hatten auf unserer Station immerhin 4 diplomierte Pfleger.


    In unserem 4-Bett-Zimmer unterhielten wir uns öfters darüber. Wir alle fanden die Krankenpfleger angenehmer als die meisten Krankenschwestern - einfühlsamer, humorvoller und auch eher bereit, mal kleine Sonderwünsche zu erfüllen. Wir kamen zum Schluss, dass (gilt natürlich bei weitem nicht für alle) für viele Frauen der Pflegeberuf sowas wie eine Notlösung ist, während Männer, die in diese vermeintliche Frauendomäne eindringen, von vornherein mehr Idealismus mitbringen.


    Wir hatten da einen Pfleger, Anfang 40, kahlköpfig, riesiger Kerl und immer eine Spur zu laut ("Griaß di Chefin, geh'ma etzta amoi gemeinsam dialysieren?") - aber megalieb und zu 99% gut drauf. Er machte oft Nachtdienst, kam abends ins Zimmer und verpasste uns neben dem Pflichtprogramm wohltuende Rückenmassagen, egal, wieviel auf der Station los war (außer bei Notfällen, auch klar). Wir waren immer happy, wenn er Dienst hatte, weil er so herrlich locker drauf und auf eine angenehme Weise persönlich war.


    Übrigens nochmals zum Blasenkatheter: Den hatte ich fast 2 Wochen lang. Klar, toll ist das Dingens nicht, aber es ist halt wichtig für die Bilanzierung bei parenteraler Zufuhr. Mich hat der Katheter nie gestört, hatte ich nebenbei ja auch noch den Drainageschlauch, mein neu angelegtes Ileostoma mit riesigem Drainagebeutel und 2 Urostomiebeutel über den zunächst noch kleinen Fisteln zum Sammeln des Eiters aus der Bauchhöhle. Da wäre mit Schlaf- oder Jogginganzug eh nix gewesen. Ich war froh, nach 10 Tagen Intensivstation mit 36 kg bei 168 cm Größe überhaupt mal wieder gescheit gehen zu können. Bademantel übers Nachthemd angezogen, die diversen Beutel und Flaschen in die geräumigen Taschen gestopft, den sauschweren Infusionsständer mit ca. 5 Flaschen plus der Schmerzpumpe als Stütze und ab zum Rauchen *gggg*.


    Zum Glück ist das alles flott vergessen - bei Deiner Schilderung fiel es mir aber wieder ein ...


    Erhol Dich gut! Liebe Grüße von


    Angie

    @ scully

    Es ist interessant, etwas was ich tagtäglich erlebe, aus anderem Blickwinkel zu sehen. Natürlich gehört das zum "Job", darüber nachzudenken. Aber es gibt Dinge, die für uns so selbstverständlich sind, dass wir sie gar nicht wahrnehmen.


    Ein Punkt war z.B. der Krankenhauskoller am Wochenende. Durch die Immobiliät? Durch "Langweile"? oder zu wenig Ruhe?


    Ein weiterer die von Dir empfundene Einschränkungen durch einen Blasenkatheter.


    Interessant fand ich z.B. in dem Zusammenhang auch, dass von Dir das so hingenommen wurde, dass Du Dein OP-Hemd wegen dem Katheter anbehalten musstest (solltest). Ich konnte nicht genau rauslesen, wann jetzt der Katheter wegkam.. ob am Samstag oder am Montag). Ein OP-Hemd trägt m.E. nicht zur psychischen Stabilität und einer schnellen Selbstständigkeit bei. Es ist lediglich praktisch und vermeintlich eine Arbeitserleichterung.


    ... aber ich will Dich jetzt nicht mit pflegerischen Details langweilen, das sind lediglich Kleinigkeiten, wo ich denke, dass man dort die Betreuung noch optimieren könnte.

    Zitat

    An die Situation, dass es jetzt auch Pfleger gibt, musste ich mich allerdings erst gewöhnen

    Ich arbeite jetzt seit 1988, und finde jetzt nicht unbedingt, dass es im Engagement einen Unterschied macht, ob männlich oder weiblich. Ich kenne leider auch sehr viele unmotiverte männliche Pflegekräfte.


    Als Pfleger kommt man aber durchaus bei den weiblichen Patienten manchmal besser an. D.h. aber nicht, dass die Pflege qualitativ besser deswegen ist. Als Patient legt man sicherlich oft auf andere Sachen wert.


    LG


    reX

    Eure Beschwerden vor der OP

    Hallo @all


    und @scully: vielen Dank für deinen Tipp. Werd wohl heut noch zum Doc und meine Papier fürs KH holen. Muss da aber wohl auch erstmal vorsprechen.


    Hattet ihr auch bevor die Schübe mit den Schmerzen kamen diese bleiernde Müdigkeit und nächtlisches Schwitzen ohne Ende?


    Danke schonmal.


    Bin jetzt auch nimmer sooo nervös vor der OP, weil bei scully ist ja auch alles so schnell und problemlos verlaufen. Haben nämlich schon für Mitte 04/05 wieder 10 Tage Fuerte gebucht. Will dort nicht mit nem Durchbruch im KH landen.


    Bis bald, Schäfle.

    Sigma OP

    @ Scully

    Danke noch einmal für deine ausführliche Antwort.Ich habe vorgestern meinen Chirurgen kennengelernt,er meinte,es sei ja bei mir alles nicht so schlimm,weil ich schlank sei und der Bauch im Moment weich. Die OP mit Laparoskopie wäre wesentlich leichter zu verkraften als ein langer Bauchschnitt. Ich lasse mir sofort den BLindarm mit rausnehmen, da ich jetzt von 2 Blinddarmdurchbrüchen in der Verwandtschaft und Bekanntschaft im ALter über 50 gehört habe und nicht das nächste Problem haben möchte.


    Gut, dass ich deinen Bericht vorher hatte, sonst hätte mich beim Lesen der Aufklärungsblätter die Panik ergriffen!!So weiß ich jetzt,es ist alles zu ertragen. Den Krankenhauskoller kenne ich von meiner Gebärmutterentfernung noch,ich werde mir dieses mal Hörbücher mitnehmen, da man nach einer Narkose sich schlecht auf Bücher konzentrieren kann.


    Liebe Grüße von Hanne


    Melde dich mal wieder und berichte wie deine Erholung fortschreitet, das gibt mir Mut!

    Divertikulis Ade!!!!!!!!

    Hallo Scully, Cordu2, Anne-le und alle die die Probleme mit Divertikeln


    haben, ich verfolge seit längerer Zeit eure Berichte im Forum.


    Ich habe mal gute , mal weniger gute Infos gelesen.


    Da ich seit über 4 Jahren an Divertikulitis gelitten habe, habe ich mich


    nach erneuten Starken Beschwerden, zu einer OP entschieden.


    Der Termin war zufälligerweise am Nikolaus-Tag .


    Nach einer erfolgreichen OP. wurde ich am 12. 12 aus dem KH entlassen und werde mich bis Jahresende davon erholen.


    Ich werde jetzt den Ablauf kurz beschreiben.


    Am 04.12 fing ich an mit dem mir verschribene Präparat "Delcoprep"


    meine Därme zu reinigen. Ich trank an diesem Tag 3 Liter und durfte


    nichts essen. Am 05.12 wurde ich Stationär aufgenommen, und musste wieder


    2 Liter des obengenannte Präparat trinken. Am abend wurde noch eine


    Röntgenaufnahme mit Kontrastmittel des Dickdarms gemacht um festzustellen wieviel Darm entfernt werden musste.Am 06.12 um 11:00 Uhr wurde ich operiert, die OP dauerte 2,5 Stunden. Es wurde mir 30 cm Darm entfernt. Ich verbrachte danach 24 Stunden auf der Wachstation. Im nachhinein kann ich allen Betroffenen raten


    sich ohne Ängste für eine OP zu entscheiden.


    ES HÖRT SICH SCHLIMMER AN ALS DAS ES IST.


    Grüsse an alle Ted52

    Hallo Ted 52

    danke für deinen Bericht. Wollte nur erwähnen, dass ich nicht divertikelgeplagt bin. Bei mir wurden 70 cm Dickdarm entfernt, weil ich unter einem Mega- und Dolichocolon gelitten habe (und leide). Das heißt, mein Darm ist viel zu lang (gewesen) und zu weit und deshalb hatte ich keinerlei Verdauung mehr. Also nix entzündliches oder Divertikel, einfach nur fehlgebildeter Darm.


    Dir wünsche ich noch gute Genesung, nimm dir die Zeit, wieder zu Kräften zu kommen, das dauert nämlich länger als man meint.


    :-D@:):-D@:)


    Viele liebe Grüße auch an alle anderen!

    Hallo an alle Ex- und noch Divertikelgeplagten

    *:)zur zeit erlebe ich meinen 4. schub und bin auf euere seite gestossen. mein 1.schub 97, 2.schub 03,3.schub 04 und jetzt 4.schub januar 05 und jetzt bekomme ich schiess. Verstopfung habe ich schon seit meinen Kindertagen, es folgten dann mit 25 jahren böse darmpolypen, die entfernt wurden, hämorrhoiden op mit 27 jahren und seit 88, im wege der alle 2 jahre stattfindenden kolloskopie wegen der bösen darmpolypen, die info divertikel im sigmabereich des darms. bin jetzt 56. ich habe angst vor so einer op und vielleicht kann mich der ein oder andere beruhigen von euch. ich esse so gerne und weiß jetzt nicht mehr, was ich danach essen soll, vor lauter angst, dass mir doch noch etwas passiert und dann mit not-op usw. ich wiege 58 kilo bei 173 größe und ich lese, ihr habt soviel abgenommen danach. ich ernähre mich eigentlich gut. anscheinend hat das nicht gereicht und ein problem ist auch, ich bin selbstständig, muss mit mir 4 menschen ernähren. wie lange kann ich nicht arbeiten nach der op? habe eine sitzende tätigkeit. wo bekomme ich adressen her von guten krankenhäusern/ärzten? mit welchen folgen habe ich zu rechnen? was kann ich überhaupt noch essen, jetzt und danach. was heißt das überhaupt ballaststoffreiche nahrung? habe sie meineserachtens immer zu mir genommen unterstützt mit mukofalk, indische flohsamen und trotzdem. es wäre schön, wenn ihr mich bei meinen entscheidungen, die ich zu treffen habe, unterstützen könntet.

    Ich (Gunter) schreibe gerade im Krankenhaus diesen Artikel, meine OP liegt exakt 5 Tage zurück und war am 19. Oktober. Vielleicht kann ich mit meinem Artikel auch noch wertvolle Tipps geben. Ich möchte dabei ganz von vorn anfangen, da die sage und schreibe 11 Jahre bis hin zur Entscheidung, sich operieren zu lassen, auch wichtig sind, zu erwähnen. Da der Artikel sehr lang ist, teile ich ihn in mehrere Teile auf.


    Die Zeit bis zur OP (11 Jahre)


    Damals lebte ich noch in Köln, vor 11 Jahren wurde ich in das Krankenhaus in Köln Holweide mit heftigen Schmerzen im linken Unterbauch eingeliefert, Diagnose Divertikulitis. Divertikulitis??? Was ist das denn? Nie gehört, eine Operation, ein Stück Darm wegnehmen? Um Gottes Willen, ich war völlig schockiert und lehnte eine OP ab. Warum? Weil ich einfach Angst vor so einer OP hatte, damals noch zu wenig über die Krankheit wusste und die Hoffnung hatte, das könne ich irgendwie in den Griff bekommen. Die erste Maßnahme war eine Ernährungsberatung bei einer Heilpraktikerin, ich nahm dann 10 Kilogramm ab, mied Anfangs bestimmte Speisen und mir ging es dann lange Zeit ganz gut. Fast 10 Jahre hatte ich keinen schweren Schub, und trotzdem merkte ich immer wieder, dass die Stelle entzündet war und hatte ständig Angst, dass es z.B. im Urlaub zu einem schweren Schub kommen würde. Das Schlimmste, was ich meinem V-Trakt zumuten konnte, waren gegrillte Fleischmassen oder Sahnekuchen, danach rastete mein V-Trakt regelrecht aus. Im letzten Jahr dann ein schwerer Schub, eine Woche im Euskirchener Krankenaus, dieselbe Empfehlung, "lassen Sie sich schnellstmöglich in einer reizlosen Phase operieren, Sie kommen daran nicht vorbei, außerdem war der Darm schon an einer Stelle verengt. Wenn ich jetzt einmal einen Zwischenvergleich mache, eine Woche Divertikulitisbehandlung im Krankenhaus und 1 Woche inkl. Op, dann empfand ich fast die Woche nur mit Behandlung unangenehmer, weil viele Untersuchungen, Schmerzen, aber nur Symptombehandlung.


    Über die Angst vor einer OP


    Ich war schon nahe dran, mich operieren zu lassen, tat es dann doch nicht, weil das Horrorgespenst "übergehender künstlicher Darmausgang" in meinem Geiste wuchs und dies in meiner Vorstellung unerträglich war. Ich sagte zu mir, lieber will ich sterben, als später einmal mit einer solchen Dauerlösung leben zu müssen, aber das ist halt nur die Angst, heute denke ich anders darüber. Suche im Internet nach Wundermittel, ich las Artikel über den Wirkstoff Mesalazin, bekam das Mittel auch. Dann vor 8 Wochen wieder ein heftiger Schub, Mesalazin konnte allein nicht helfen, daneben musste noch Antibiotika gegeben werden. Dann endlich die Entscheidung, noch einmal eine Spiegelung machen zu lassen und auf den Internisten zu hören. Gemacht, der Internist riet auch zu einer OP, die Entscheidung war so gut wie gefallen.


    In welchem Krankenhaus operieren lassen?


    Man kann natürlich in das ortsnahe Krankenhaus gehen, das wäre für mich Euskirchen gewesen, aber ich wollte es nicht. Nicht weil ich über das Krankenhaus eine schlechte Meinung habe, sondern ich wollte eine persönliche Empfehlung haben, die mir die Entscheidung erleichterte. In meiner Not habe ich mich an meine AOK gewandt und eine Beraterin bei der AOK in Düren kontaktiert, die mir schon damals bei der Pflege meiner Mutter Arme und Beine ausgerissen hatte. Sie erkundigte sich gründlich, gab mir Tipps und half mir sogar dabei, dass ich relativ schnell einen Termin im ST. Augustinus Krankenhaus in Düren. Dies hat meine Entscheidung, mich operieren zu lassen, sehr erleichtert. Die zweite Komponente war die Chirurgin selbst. Ich denke, zumindest für mich selbst, ist es wichtig, ein gutes Gefühl zu derjenigen oder demjenigen Arzt zu haben, der einen operiert.


    Vorbereitung auf die OP


    Für mich war es sehr wichtig, dass der Darm möglichst optimal für die OP vorbereitet war, d.h. reizlos sein sollte. Ich habe auf die Ernährung geachtet, und…,das habe ich völlig vergessen, eine sehr gute Erfahrung mit dem Mittel "Alkala N" gemacht. Das hatte mir meine Heilpraktikerin empfohlen, weil sie glaubte, dass mein Körper aufgrund Rauchen, Kaffee und Süßem übersäuert sei. Sie hatte recht. Aber wo ist der Zusammenhang zu meinen Magen-Darm-Problemen? Nach schwerem, fetten Essen hatte ich oft Übelkeit, ein Gefühl der Völle, Blähungen etc. Seit ich dieses Pulver nehme (verteile einen Messlöffel auf 2 Sprudelflaschen) hatte ich diese Symptome nicht mehr. Warum? Eine mögliche Antwort fand ich im Internet, dass sich eine Übersäuerung logischerweise auch auf die Magen- und Darmschleimhäute auswirkt, sie angreift. Anscheinend hat das Pulver einen positiven Einfluss auf die Verdauung.


    Da ich auch homöopathischen Mitteln gegenüber offen bin, nahm ich dann für die Zeit im Krankenhaus nach der OP 3 Mittel mit: Arnica D6 Kügelchen (gegen Verletzung), Nux Vomica D6 (Verdauung etc) und mein oft bei Entzündungen eingesetztes Wundermittel Wobenzym N 800 Stk. Nebenbei erwähnt kaufe ich mittlerweile alle Artikel im Internet, nutze dabei die Suchmaschine Medizinfuchs.de. Ich möchte bei diesem und dem nächsten Teil jedoch klarstellen, dass ich diese Empfehlungen aus eigener Erfahrung ohne Werbecharakter gebe.

    Teil 2


    Die OP


    Ich war relativruhig bei der Vorbereitung, aber je näher die Narkose kam, um so mehr ging mit durch den Kopf. Ein Katheter für die Wirbelsäule (nachträgliche Schmerzmittelgabe) funktionierte nicht, das war das letzte, was ich mitbekam und meine Hoffnung, hoffentlich klappt alles und bitte keinen künstlichen Ausgang. Danach Dunkelheit… Die erste bewusste Wahrnehmung nach der OP war eine kurze unangenehme, ich höre mich selbst sagen, mir ist so schlecht, ich habe Schmerzen, jemand bewegt meinen Körper, danach wieder für lange Zeit Dunkelheit. Montag um 11.00 Uhr wurde ich operiert, Dienstagnacht wache ich in der Intensivstation auf, mein erster Gedanke, ist alles gut gegangen. Ich bin noch zu schwach und zu ängstlich, meinen Körper zu betasten, ich warte noch Stunden, dann ein banges Abtasten. Ich fühle drei oder vier Pflaster, aber keine großen, das macht Mut, anscheinend und das stimmte auch, gelang die OP endoskopisch (laparoskopisch). Ich spüre ein unangenehmes Gefühl in der Nase, eine Magensonde tut mir weh, Sauerstoffzufuhr außerdem, dann ein Blasenkatheter, habe so etwas noch nie gehabt. Jemand beruhigt mich, am Mittag entscheidet man, ich kann die Intensivstation verlassen. Die Magensonde und der Blasenkatheter werden mir zur Erleichterung entfernt, man fährt mich auf das Zimmer, ich schlafe und schlafe, habe seltsame Albträume, denke, es kommt von der Narkose.


    Ergebnis


    Am anderen Tag Visite, die Ärzte zeigen sich zufrieden mit der OP, 16 cm weg, mir fallen tausend Steine vom Herzen, es hat geklappt, ich bin auch irgendwie stolz auf mich, dass ich es nun endlich gewagt habe, mich operieren zu lassen, dass ich es geschafft habe und danke meiner Chirurgin. Es ist der dritte Tag, ich fühle mich zwar sehr schwach, die Schmerzen halten sich in Grenzen, aber ich bin mental so gut drauf, es hilft mir. Jede Stunde oder immer wenn ich dran denke, nehme ich meine Mittel, also nicht nur 3 x täglich, sondern stündlich oder bei Wobenzym mindestens alle 2 Stunden 2 Tabletten. Ich bekomme am dritten Tag eine Suppe, am vierten schon Brot mit leichtem Aufschnitt, am nächsten Tag schon Fisch – heute ist Samstag, ich kann schon normal essen. Ich bin erstaunt, auch die Verdauung klappt schon ganz gut, das ganze nimmt zunehmend eine normale Konsistenz an, aber man hilft mir auch etwas mit Movicol nach, bis gestern habe ich auch noch Schmerzmittel genommen.


    Selbstmotivation , Entspannung und Heilung


    Eine wichtige bzw. sehr wichtige Rolle spielt die Fähigkeit, sich selbst zu motivieren, sich zu entspannen und Zeit für die Genesung zu haben. Ich hatte mir wohl überlegt, was ich ins Krankenhaus mitnehmen wollte. Vor allem meine Musik, denn Musik motiviert mich, bringt mich in Stimmung, kann mich entspannen. Kopfhörer nicht vergessen, so kann man ungestört Musik genießen. Vor allem ist jedoch wichtig, sich Ruhe und Zeit zu nehmen, gerade unmittelbar nach der OP. Ich habe in den ersten drei Tagen immer einen ähnlichen Rhythmus gehabt. Ich habe mich etwas bewegt, dann immer mehr (Spaziergänge, Treppensteigen), danach habe ich mich hingelegt, geschlafen oder meditiert. Meditiert? Ich habe ein kleines mobiles Entspannungssystem, das vorwiegend mit Lichtimpulsen arbeitet (einige nennen es Brainmaschine). Es hilft mir, in einen tiefen Entspannungszustand zu kommen, dabei aber auch Bilder zu sehen, d.h. ich visualisiere. Einige Bilder kommen automatisch, andere provoziere ich selbst. Dabei kommt mir meine enge Beziehung zur Natur zugute. In der Nähe des Krankenhauses ist ein Wald, dort fließt die Rur (Nomen ist hier kein Omen). Das Wasser ist für mich Sinnbild der Ruhe, aber auch der Bewegung und Reinigung. Ich stelle mir vor, wie die Mobilität in meinem Darm angeregt wird wie fließendes Wasser, das den Darm reinigt etc. Viele Bilder kann man hier nutzen. Wenn ich morgens im Krankenhaus aufwachte, legte ich meine Hände auf die Stellen, die schmerzten bzw. z.T. immer noch schmerzen. Ein wohliges Gefühl der Wärme breitet sich aus, ich stelle mir vor, wie die Narben heilen und Ähnliches. Zwischendurch mache ich Dinge, die ich mag, etwas lesen, Fernsehen schauen etc.


    Liebe und positiv denkende Menschen sind ganz ganz wichtig. So danke ich meiner Frau und meinen beiden Kindern, aber insbesondere auch meinem Vater und Freunden für deren Anteilnahme, Motivation und Aufmunterung. Die brauchte ich, denn wie schon gesagt, hatte ich vor der Op unglaubliche Selbstzweifel. Negativ denkende Menschen meiden, überhaupt sich nicht zu sehr mit Besuchern überfordern – in der Ruhe die Kraft finden. Viel Glück.


    Heute ist Montag, eine Woche nach der OP. Es geht mir erstaunlich gut, ich habe sogar Fleisch gegessen. Hier mein Fazit:


    1. OP gründlich überlegen, aber nicht zu lange warten, denn: Der Zustand verschlimmert sich meist und das angegriffene Darmteil spielt der Gesundheit übel mit


    2. Sich nach einem kompetenten Krankenhaus erkundigen (von Fachleuten)


    3. Mit dem Arzt, der einen operieren wird, vorher ein Gespräch führen


    4. Vor der OP alles dafür tun, dass der Darm reizfrei ist


    5. Meine pflanzl.und homööpath. Empfehlungen für nach der OP habe ich schon beschrieben


    6. Sich immer wieder selbst motivieren und sich die Zeit nehmen, gesund zu werden


    7. Seine Erkenntnisse und Lehren (Ernährung etc.) in die Tat umsetzen

    Du hast da einen tollen Bericht verfasst, der anderen bestimmt helfen wird.


    Die Ungewissheit über die Dinge die auf einen zukommen werden, ist meistens das schlimmste.


    Ich habe es übrigens auch seit Okt.08 hinter mir (35 cm Darm wurden entfernt).