Spezialisten für Darm-Beschwerden gesucht

    Hallo Zusammen@:),


    habe mich neu hier angemeldet, um vielleicht hier ein paar neue Ansätze finden zu können.


    Habe seit zwei Jahren wiederkehrende Divertikulitis Typ 1b.


    Die ersten beiden Schübe waren die Stärksten, danach tendenziell stark schwächer werdend. Teilweise nur mit minimal erhöhtem CRP (7).


    Darmspiegelung war bis auf Divertikulose ohne Befund. Diverse CTs ebenfalls. In der Entzündungsphase konnte man auch nur diese erkennen.

    Mittlerweile mit hoher Wahrscheinlichkeit zusätzlich ein Reizdarm Syndrom.

    OP von allen Internisten abgelehnt und abgeraten nach neusten Leitlinien.

    Mehr negative Risiken als Erfolg.

    Chrirurgen sehen keine Indikation - es sei denn, ich will das.

    Ich habe habe zwei behandelnde Chefärzte in einem regionalen Klinikum - beide äußern sich in der Behandlung unterschiedlich . Arzt in der Ambulanz hat die dritte und mein Hausarzt letztlich die vierte Meinung.


    Einer sagt Antibiotika, der nächste nicht.

    Einer sagt Mucofalk, der nächste bloss nicht.

    Der andere sagt mutaflor....

    Einer sagt OP, der nächste rät dringend ab.


    Ich fühle mich mittlerweile sehr unsicher und unaufgehoben und suche dringend einen Spezialisten, der sich die Sache mal anschaut .


    Habt Ihr Empfehlungen für mich ?

    Entfernung und Kosten spielen keine Rolle.:-/

    Ich brauche so dringend eine straighten und zuverlässigen Weg, auf dem ich mich aufgehoben fühle.


    Viele Dank im Voraus @:)

  • 22 Antworten

    Zunächst: Divertikulose und Divertikulitis gehören zu den sog. Zivilisationskrankheiten und entstehen i.d.R. durch falsche Ernährung.


    Eine chirurgische Intervention findet meist nur dann statt, wenn sich die entzündlichen Schübe häufen bzw. verstärken, zwingend ist sie bei einer Perforation. Die Ärzte sind sich je nach fachlichem Schwerpunkt bezüglich der Vorgehensweise bzw. Notwendigkeit einer Therapie in der Tat nicht einig - besonders in einem vergleichsweise harmlosen Fall wie Deinem. Hier scheint mir eine ambulante konservative Therapie plus Ernährungsumstellung (wenig Fleisch, dafür mehr ballast- und quellstoffreiche Nahrungsmittel) ausreichend zu sein. Evtl. solltest Du Dich auch an eine Diätberatung wenden. Deshalb einen Spezialisten aufzusuchen, halte ich für übertrieben. In Deinem Fall wären Gastroenterologen die passenden Ansprechpartner - ansonsten natürlich der Hausarzt.

    Dann hast du eine fünfte Meinung. :-/ Wieso hast du überhaupt schon zwei behandelnde Chefärzte?!


    Wie werden die Meinungen denn begründet?

    Monsti

    Die Entzündung war in 2,5 Jahren 5 mal aufgetreten.

    Zwischen den Schüben habe ich oft Beschwerden. Ernährung wurde unter ärztlicher Aufsicht komplett umgestellt. Dennoch kommt keine Ruhe in den Darm.

    Ich bin 38 Jahre alt und leite eine mittelständisches Unternehmen. Ich bin nicht voll leistungsfähig und oft krankgeschrieben. Mein Wohlbefinden ist eingeschränkt und mein Alltag auch.

    Darum mein Wunsch endlich eine klare Linie zu verfolgen.

    Verhueter

    Hier wird Divertikulitis leider immer stationär behandelt.

    In dem Klinikum arbeiten Internisten und Viszeral-Chirurgen zusammen. Ich bin Privatpatient - aber bin mir nicht so sicher, ob das von Vorteil ist.

    In Exter (NRW) ist eine Darmklinik.

    Einfach mal googlen, Bekannte hatten dort super Erfahrung gemacht.

    In einem direkten Fall, es ging um meine 7 Monate alte Tochter, wurden wir unkompliziert beraten und an die richtigen Adressen weiter verwiesen.

    Allerdings ist das schon Jahre her.

    @Schlabberlatz007

    Zitat

    Darum mein Wunsch endlich eine klare Linie zu verfolgen.

    Das verstehe ich. Das mit den z.T. konträren Meinungen kenne ich aus eigener Erfahrung zur Genüge. Mir blieb irgendwann nichts anderes übrig, als mich zu meinem eigenen Spezialisten zu entwickeln. Der Körper sagt einem sooo viel. Kein Arzt dieser Welt kennt ihn so gut wie wir selbst - sofern wir ihn beachten, was leider allzu oft nicht der Fall ist!


    Manche der "klaren Linien" erfordern jede Menge Geduld und Konsequenz. Dies gilt insbesondere für die Divertikulose. Was in vielen Jahren falscher Ernährung entstanden ist, kann man nicht innerhalb weniger Monate wieder beseitigen.


    Zum chirurgischen Eingriff: Es werden dabei ca. 20-30 cm Dickdarm entfernt, die Darmenden per Anastomose miteinander verbunden. Da sich die Divertikel i.d.R. im Sigma befinden, heißt dies, dass ein Teil des Sigmas oder auch das Sigma selbst entfernt wird - je nach Ausmaß. Dies hat zur Folge, dass der Stuhl danach nicht mehr portionsweise an das Rektum abgegeben werden kann, so dass man häufiger kleinere Mengen Stuhlgang hat. Muss nicht sein, ist aber sehr oft so. Sofern noch keine anderen gröberen OPs im Bauchraum stattgefunden haben, ist der Eingriff minimalinvasiv möglich, d.h. man hat anschließend keine auffällige Bauchnarbe.


    Chirurgen machen diese OP alle Nas' lang, selbst in kleinen Krankenhäusern. Sie ist bezüglich der Durchführung kein großer Akt. Aber jeder chirurgische Eingriff in den Bauchraum hat Nachwirkungen - und wenn es nur ein paar Verwachsungen sind, die einem anschließend das Leben schwer machen.


    Überlege Dir das weitere Vorgehen wirklich gut!

    Zitat

    Ich bin Privatpatient - aber bin mir nicht so sicher, ob das von Vorteil ist.

    In diesem Fall ist dies eher kein Vorteil, weil die Ärzte dann gern alles ausschöpfen, was möglich ist (auch Unsinniges).

    Skolka

    Ich habe nun meine Stuhlbefunde von Anfang März endlich ausgehändigt bekommen.

    Hier ist u.a. auch der Calprotectin Wert aufgeführt.

    Calprotectin i. Stuhl <19.5 (Referenzwert <50).

    Scheint wohl i.O. zu sein.


    Dafür sind einige andere Wert aus dem Rahmen.

    Ich muss dazu sagen, dass ich mich Anfang März kurz nach einem leichten Schub befand (CRP 8) und auch nicht behandelt wurde damals.


    Laut Bericht sind folgende Befunde ausserhalb des Normbereichs:


    Allergie-Diagnostik:

    Histamin i. Stuhl 3121,7 ng/ml (Referenz <1425)


    Florastatus:

    Stuhl PH-Wert 6,0 (Referenz 5,5 - 6,5)


    Fäulnisflora:

    Eschericia coli 7x10^8 KBE/g Stuhl (Referenz 1x10^6-9x10^7)

    Klebsiella species 1x10^7 KBE/g Stuhl (Referenz <1x10^4)


    Säuerungsflora (Projektile Flora):

    Lactobaccilus species <1x10^3 KBE/g Stuhl (Referenz 1x10^5 - 9x10^7)

    Enterococcus species <1x10^4 KBE/g Stuhl (Referenz 1x10^6 - 9x10^7)


    Nachweis Verdauungsrückstände:

    Eiweiß i. Stuhl 1,2 g/100g (Referenz <1,0)


    Malabsorption/Entzündungen/Leaky Gut:

    Zonulin (Stuhl) 112,6 uU/g (Referenz optimal <60, leicht erhöht 60-104, erhöht >104)


    Nahrungsmittelallergie:

    Eosinophiles Protein X i. Stuhl 688,5 ng/ml (Referenz <360)


    Ich kann damit mal so gar nichts anfangen.

    Werde die Daten Montag meinem Hausarzt geben. Aber gegen irgendwas bin ich anscheinend allergisch.


    Lieben Gruß

    Da dies ein Laienforum ist, kann Dir zu diesen Befunden nur der Hausarzt oder ein Gastroenterologe etwas sagen.


    Bei Angaben des crP-Werts wäre die Einheit wichtig, d.h. mg/dl oder mg/l. Ein crP von 8 mg/l wäre in der Tat derart geringfügig erhöht, dass man den Wert ignorieren kann.

    hört sich nach meiner geschichte an. nach knapp einem jahr ständigen schmerzen habe ich ende november 2019 die operation machen lassen und intraoperativ war dann alles viel schlimmer als man bei mrt und zwei darmspiegelungen gesehen hat. alles verteitert und am ende waren knapp 40 cm, die raus mussten. so langsam geht es mir auch wieder besser, aber die zeit nach der op war kein spaziergang.