Übelkeit. Ärzte finden nichts

    Hallo zusammen, ich weiß nicht ob mein konkreter Fall bereits hier mal geschildert wurde aber ich habe jedenfalls nichts gefunden. Ich bin männlich und 25 Jahre alt, nicht übergewichtig, nicht unsportlich und nehme keine Drogen, trinke zwar Alkohol aber nicht täglich.


    Ich leide seit 4 Monaten unter Magen-Darm Beschwerden. Angefangen hat es mit bauchkrämpfen und etwas häufigerem flüssigen Stuhl. Dazu kam Übelkeit, die in der Stärke variierte. Es wurde schließlich ein campylobacter gefunden und die Symptome darauf zurückgeführt.


    Allerdings hat es sich nicht wirklich gebessert, zwar gingen Durchfall und Krämpfe weitestgehend weg aber der Darm ist unruhig (Verstopfung und Gefühl unvollständiger Entleerung) und die Übelkeit ist nach wie vor vorhanden. Es gibt Tage an denen ist es besser und zum Teil normal, an anderen Tagen ist mir durchgehend übel.


    Ich habe zwar das Gefühl, dass Nahrung etwas verändert, aber der Auslöser ist es nicht, ich wache morgens auf und mir ist bereits schlecht.


    Alle untersuchen waren unauffällig. Stuhlproben auf Pathogene keime und Entzündungen. Kleines Blutbild, Ultraschall vom Bauch, Magen- darmspiegelung, mrt vom Oberbauch und Unverträglichkeitstest auf lactose und fructose.


    Hat irgendjemand eine Ahnung was es noch sein könnte? Alle Ärzte meinen ich soll abwarten und es wird sich schon bessern. Aber das macht mich fertig.

    An Medikamenten habe ich Sachen gegen einen Reizdarm genommen, iberogast und bei bedarf mcp und vomex (wobei mcp nicht so hilft).


    Dazu kommt dass ich (sicherheitshalber) die letzten Monate pantoprazol genommen habe und das gerne absetzen würde. Jedoch habe ich das bereits versucht, aber wird mir dabei so sehr übel dass ich es immer wieder aufgenommen habe. Mein Arzt meinte das kann vorkommen und ich soll es ausschleichen. ich habe es aber jetzt erst 48 Stunden nicht genommen und mir ist so schlecht dass ich die Nacht kaum schlafen konnte. Jetzt weiß ich nicht was ich tun soll, zumal ich Angst habe dass die verstärkte Übelkeit nicht durch das absetzen des pantoprazols kommt, sondern von meiner unentdeckten Krankheit, die jetzt die nächste stufe erreicht..


    Hat irgendjemand noch Ideen was es sein könnte? Beziehungsweise Beruhigungen dass wirklich alles kritische abgeklärt ist? Ich bin absolut verzweifelt, mir fehlt es zurzeit an jeglicher Lebensqualität...


    Ich wäre über jede Hilfe dankbar

    Gruß Max

  • 19 Antworten

    Hallo Max,


    also, dass bisher schon so viele Untersuchungen (inklusive Magen- und Darmspiegelung) gemacht wurden und dabei nichts herauskam, ist einerseits doch schonmal sehr super und beruhigend!! Das sagt dir nämlich, dass du schonmal nichts lebensbedrohliches oder ernsthaftes haben kannst.


    Ist dir denn mittlerweile bloß nur noch übel, oder hast du auch immer noch Beschwerden im Bauch/Darm? Sprich Schmerzen, Blähungen etc?


    Auch wenn das die Leute nicht immer gerne hören, aber es gehört einfach dazu, deswegen muss man fragen: könnte es psychosomatisch bedingt sein? Ich hatte Anfang 2020 bestimmt für 5, 6 Monate täglich furchtbare Blähungen und konstant einen Schmerz im linken Unterbauch. Wurde auch alles untersucht wie bei dir, bis auf Darmspiegelung und Magenspiegelung, weil mir das zu invasiv war, aber Stuhlprobe, Blutwerte, Nahrungsmittelunvertrtäglichkeiten, etc war alles unauffällig.


    Letztlich war es bei mir alles psychisch bedingt aufgrund großen Stresses und Sorgen. Sobald das besser wurde, waren auch die Beschwerden von einem Tag auf den anderen wie weggeblasen und kamen bis heute nicht mehr. Dabei war das alles so real und echt, dass ich überzeugt davon war, ich muss jetzt irgendne Darm- oder Magenkrankheit haben. Die Psyche kann ein richtiges Arschloch sein und dir Dinge herbeizaubern, die realer nicht sein könnten.

    Max9555 schrieb:

    Jetzt weiß ich nicht was ich tun soll, zumal ich Angst habe dass die verstärkte Übelkeit nicht durch das absetzen des pantoprazols kommt, sondern von meiner unentdeckten Krankheit, die jetzt die nächste stufe erreicht..


    Beziehungsweise Beruhigungen dass wirklich alles kritische abgeklärt ist?

    Das hier ist eigentlich ein starker Indikator für meine Hypothese bezüglich psychischen Beschwerden. Leidest du zufällig schon seit längerem (oder auch erst seit kurzem) unter eine Angsterkrankung, etwa Angst vor Krankheiten / Hypochondrie?


    Meine Darmbeschwerden waren nämlich aufgrund Hypochondrie... Das kann ich nun, da sie genauso plötzlich weg gingen, wie sie gekommen waren und man nie was in Untersuchungen gefunden hat, ziemlich genau sagen, rückblickend.

    Ich sehe es wie wie Sternenlicht- wenn bisher nichts gefunden wurde, ist da zumindest nichts akut lebensgefährliches, allerdings würde ich nicht sofort von der Psyche ausgehen. Wenn es einem Menschen 5 Monate schlecht ist, macht er sich halt Sorgen und hat Angst.


    Wurde nur ein kleines Blutbild gemacht- sinnvoller wäre ein großes....

    Wurde eine Biopsie bei der Magenspiegelung gemacht? (Zöliakie und Untersuchungsmaterial Heliobakter)


    Sicher das der campylobacter weg ist?


    Hast du es schon mal versucht eine Weile magenschonend zu essen?


    Bis du vielleicht in letzter Zeit umgezogen, Hast neue Möbel oder wurde an der Arbeit renoviert? (Umweltgifte)


    Magenschoner müssen aus-geschlichen werden- da gibt es viele Beiträge im Forum dazu.


    Alles Gute dir!

    Hey danke erst mal für die Antworten :) dass es psychisch sein könnte habe ich mir auch schon gedacht, allerdings sehe ich dafür keinen Auslöser. Im Gegenteil, in Situationen in denen ich zum Teil extrem gestresst bin, ist die Übelkeit mit einem Mal weg. Dafür kommt sie in Situationen zurück in denen ich mich an sich sehr wohl fühle..


    Ich habe auch noch Darmbeschwerden, jedoch halten sich diese im Vergleich zur Übelkeit in Grenzen, also lediglich unregelmäßiger Stuhlgang beziehungsweise das Gefühl dass ich muss etc. Damit könnte ich klarkommen.


    Ich bin definitiv etwas hypochondrisch veranlagt allerdings fühlt es sich tatsächlich nicht so an als hätte es hiermit etwas zu tun..:/

    was könnte das heisse Blutbild denn ergeben? Habe gelesen dass dort eher genauere Unterteilungen möglich sind aber keine neuen Parameter mehr untersucht werden?


    ja auf zöliakie bzw helicobacter wurde getestet - negativ


    ich habe nach 4 Wochen eine erneute stuhlprobe gemacht, dort wurde der campylobacter nicht mehr gefunden. Zumal der ja hauptsächlich Durchfall und dergleichen auslöst und nicht direkt Übelkeit


    umgezogen bin ich nicht und auch sonst habe ich keine großen Veränderungen vorgenommen


    ich habe allgemein versucht mich die letzten Monate gesund zu ernähren und habe daher auf fast food und Alkohol weitestgehend verzichtet..


    Ich hoffe auch dass diese akute Übelkeit jetzt vom absetzen des pantoprazols kommt und schnell wieder weggeht. Habe jetzt mcp dagegen genommen, wie lange dauert es denn in der Regel bis die Nachwirkungen des säurehemmers abklingen?

    Hallo! Zunächst will ich mal sagen, dass jeder den campylobacter genau wie den heliobacter in sich trägt, beide aber nur dann Probleme machen, wenn sie im Darm die Überhand gewinnen. Wurde denn der campylobacter mit Antibiotika behandelt - 2 verschiedene davon sind m.E. die übliche Behandlung. Dann schwört mein Sohn auf dieses Iberogast, das Gutes hat, aber auch auf Dauer nicht ohne ist (enthält giftige Schachtelhalme).

    Aber egal. Dein Darm wurde durch Medikamente - über die man streiten kann - und Untersuchungen wie Magen- und Darmspiegelungen so sehr strapaziert, dass seine "Flora" wieder aufgebaut werden muss. Frage bitte mal Deinen Apotheker*in nach Medis für eine Darmsanierung und esse viel, also 1 täglich Naturjoghurt. Gute Besserung!

  • Hyperion

    Hat den Titel des Themas von „Übelkeit sehr Ärzte finden nichts“ zu „Übelkeit. Ärzte finden nichts“ geändert.
    Max9555 schrieb:

    dass es psychisch sein könnte habe ich mir auch schon gedacht, allerdings sehe ich dafür keinen Auslöser. Im Gegenteil, in Situationen in denen ich zum Teil extrem gestresst bin, ist die Übelkeit mit einem Mal weg. Dafür kommt sie in Situationen zurück in denen ich mich an sich sehr wohl fühle..


    Ich bin definitiv etwas hypochondrisch veranlagt allerdings fühlt es sich tatsächlich nicht so an als hätte es hiermit etwas zu tun..:/

    Ja, so dachte ich bei mir auch. Ich will dir nicht zwanghaft einreden, dass es psychischer Natur sein MUSS, allerdings weiß ich aus eigener Erfahrung, dass die Psyche ein richtiges Arschloch sein kann. Die macht dir Beschwerden, so real und echt (nicht verwechseln: psychosomatische Beschwerden bedeutet NICHT, dass dies eingebildet und vom Kopf käme, wie man landläufig immer meint. Psychosomatische Beschwerden sind durchaus ECHTE körperliche Beschwerden, nur eben ohne erkennbare organische Ursache), dass du wirklich glaubst, irgendwas echtes, ernstes muss dahinterstecken.

    Dass es bei dir gerade DANN kommt, wenn du in Ruhe bist, ist ein weiteres starkes Indiz dafür. Psychosomatische Beschwerden kommen selten, wenn du durch irgendwas wirklich abgelenkt bist und zu tun hast, sondern eigentlich immer in Ruhemomenten, wenn der Kopf wieder langsam frei wird und dann weiß "ach ja, da war doch was mit diesen Beschwerden, wird mal Zeit, dass ich die wieder hervorbeschwöre".


    Alles, was du hier schreibst, deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen und lässt stark auf psychosomatische Zusammenhänge schließen.


    Wurde mal noch auf Heliocobacter untersucht? Ansonsten wurde diagnostisch aber nun echt alles gemacht, was man machen kann. Eventuell noch Glucose-Test? Lactose und Fructose hast du ja schon. Du hast sogar noch Magen- und Darmspiegelung hinter dir, das hatte selbst ich nicht damals. Irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht, was untersucht werden kann und spätestens dann solltest du dir vor Augen führen: Beschwerden sind da, aber ohne organische Ursache.


    Dann suchst du bei Google, was es bedeutet, wenn Beschwerden keine organische Ursache haben und du wirst..... tada.... bei dem Gebiet der Psychosomatik landen.

    Darmsanierung ist nie verkehrt - wurde mal eine Mikrobiom-Analyse durchgeführt, sprich, wie es um deine Darmflora bestellt ist? Wobei Übelkeit eher vom Magen kommt als vom Darm. Aber egal, wie schon gesagt, es ist nie verkehrt, Darmsanierung zu betreiben. Kauf dir OmniBiotec10. Jeden Tag einen Beutel in Wasser auflösen und trinken.

    Plüschbiest schrieb:

    Eine Mikrobiom Analyse zahlt man immer selbst.

    Ich denke, das Geld kann man sich sparen.

    Und nur weil es von den Kassen nicht gedeckt ist, ist es deshalb eine nutzlose Diagnostik?? Es gibt so manches, was (noch) nicht von den Kassen gedeckt wird, was aber nicht unbedingt diagnostisch wertlos sein muss. Die Schulmedizin ist lediglich evidenz-basierend tätig. Sprich: sie behandelt nur Dinge, für welche sie eine klare Ursache ausmachen kann.


    So funktioniert allerdings der menschliche Körper nicht. Jede körperliche Beschwerde hat irgendwo eine biochemische, körperliche Ursache. Entweder hormoneller Art, neurologischer Art, biochemischer Art... Deswegen sollte Medizin immer ganzheitlich erfolgen und ein ganzheitlicher Ansatz schließt eben andere Bereiche nicht aus, sondern mit ein. Mikronährstoffanalyse z.B.: wie ist der Mikronährstoffhaushalt im Körper? Der Hormonhaushalt? Darmflora?


    Die traditionelle Schulmedizin sagt: wir haben in unserem kleinen Fachbereich namens Gastroentologie kein Magen- und auch kein Darmkrebs festgestellt, auch sonst keine Entzündungen. Ergo sind Sie gastroentologisch gesund.


    Dass nun aber die Beschwerden vielleicht von einer Disbalance im Mikrobiom herrühren, oder von einer Hormonstörung, oder Störung im Elektrolythaushalt, oder bei den Mikronährstoffen, das interessiert dann die Schulmedizin nicht mehr weiters und so bleiben viele Beschwerden ungeklärt bzw. werden eben aus schulmedizinischer Sicht irgendwann in die "Residualkategorie" namens "Psychosomatik" abgeschoben.


    Nun habe ich dies oben selber vermutet bzw. vorgeschlagen und das soll nun nicht heißen, dass bei dir keine psychosomatischen Ursachen vorhanden wären, aber sicher kann man das erst sagen, wenn du auch diese anderen ganzheitlichen Aspekte mit eingeschlossen hast.


    Zum Glück arbeiten immer mehr Schulmediziner in Richtung ganzheitliche Medizin, sprich auch orthomolekular-basiert, aber leider sind das bislang immer noch wenige... Dass der menschliche Körper aber nicht in strikt voneinander abgetrennte Kompartements eingeteilt werden kann, so wie es die verschiedenen Fachbereiche der Schulmedizin suggestieren, dass sollte jedem klar sein.


    Gesundheit ist ganzheitlich, nie fachspezifisch.

    Hyperion schrieb:

    Wie ernährst du dich denn so?

    vor der ganzen Sache normal für mein Alter würde ich sagen. Also hin und wieder fast Food, auch häufiger Alkohol aber alles soweit in Maßen.


    Seit das losging habe ich normal bis gesund gegessen. Also quasi kein fast Food oder Alkohol, allerdings Fleisch und Pommes etc. Immer abhängig davon wie es mir ging. Wenn es einigermaßen gut war habe ich schon auch mal ein Stück Kuchen oder so gegessen