Sie ist mehrfach durchuntersucht worden das stimmt schon. Aber sie sagt ja, ihr gehe es immer schlechter, die Schwäche, die eigentlich nur von ihr als solche empfunden wird, nimmt immer mehr zu, etc.


    Deshalb von mir das Argument, sie solle einen Termin in der Muskelambulanz vereinbaren, damit ihr DORT gesagt wird, dass sie immernoch keine ALS hat.


    Ich vermute ja eher, dass hier die psychische Komponente sehr stark MITspielt.


    Nicht nur, das ist klar. Es bestehen sicherlich einige Symptome tatsächlich, aber objektiv sicherlich nicht in so starker Ausprägung.


    Deshalb ja meine Aussage, wenn die Beschwerden/Symptome objektiv so schlimm sind, wird ihr KEIN Neurologe die Überweisung in die Muskelambulanz verweigern.


    Und wenn sie da heute anruft und einen Termin für z.B. Januar vereinbart, dürfte das kein Problem sein, einen Termin zu bekommen.


    Anrufen, sagen, dass man z.B. am 4. Januar vom Neurologen die Überweisung erhält und Termin für danach vereinbaren.


    Bekommt man die Überweisung dann doch nicht, umgehend anrufen und den Termin absagen.


    Ich verstehe hier echt das Problem nicht.

    Ich dachte immer so welche Spezialambulanzen sind für welche da, wo ein begründete Verdacht besteht bzw. Komplizierte Fall und nicht um ein die ALS zu nehmen ":/ . Darum die Reglung, das nur jemand ein Termin erhält, wenn ein Arzt die Notwendigkeit bescheinigt und die auch die Notwendigkeit Prüfen . Ok wohl falsch verstanden. Dachte nur die haben mit den Komplizierten fällen schon genug zu tun.

    Zitat

    Bei muskelerkrankungen schlägt das EMG aus

    Nein, nicht unbedingt. In der Regel tut es das, aber so in der Absolutheit formuliert, stimmt es nicht.


    Es gibt ein paar Myopathien, bei denen das EMG gerade zu Beginn normal ausfallen kann. Das sind vor allem entzündliche wie metabolische Myopathien.


    Ein EMG kann immer viel sicherer einen neuronalen Schaden detektieren als einen primären Muskeldefekt. Die EMG-Befunde bei Myopathien sind i.d. Regel bis auf wenige Ausnahmen (Myotonie)) sehr unspezifisch und im Vergleich mit der Ausprägung der Schwäche eher gering. Dagegen sind Motorneuronerkrankungen bzw. Schädigungen des Axons sehr gut mittels EMG darstellbar, und es lassen sich auch spezifische Befunde (im Sinne des Schädigungsortes, nicht bezogen auf eine bestimmte Erkrankung) erheben.

    "Neurogener Umbau" bedeutet, dass einzelne Abschnitte der Muskulatur, die durch Ausfälle der betreffenden Nerven nicht mehr innerviert werden langsam anfangen das Muskelgewebe in Fett oder Bindegewebe umzubauen.


    Also zunehmende Muskelvolum ist nicht Muskel sondern andere Gewebe.


    Ist auch als Pseudohyperzrophie bekannt.


    Betrifft oft Bandscheibenpatienten.

    Neurogener Umbau ist NICHT gleich Pseudohypertrophie bzw. Umbau von Muskelgewebe in Fettgewebe. Pseudohypertrophie ist, wenn die Muskelmasse äußerlich verstärkt, also hypertroph erscheint, in Wahrheit jedoch eine Atrophie vorliegt, die jedoch durch eine starke Zunahme des Fettgewebes kaschiert wird.


    Neurogener Umbau ist ein elektromyographischer Befund oder ein Befund in der Muskelbiopsie.


    Normalerweise sind die Skelettmuskulaturfasern schachbrettartig angeordnet. Bei Pathologien kann es u.a. zur Gruppierung von Muskelfasertypen kommen, was dann als neurogener Umbau bezeichnet wird. Die dadurch veränderte Rekrutierung sieht man dann auch im EMG.

    Und eine Pseudohypertrophie ist vor allem charakteristisch für bestimmte Formen von Muskeldystrophie (Duchenne), vor allem in den Beinen.

    @ Luci

    Mir ist Folgendes schon öfters aufgefallen, deshalb spreche ich es jetzt mal an: du solltest dir einigermaßen sicher sein bzgl. der Korrektheit deiner Angaben/Erklärungen, bevor du sie hier schreibst. Einiges von dem, was du hier im Neueologie-Forum schreibst, ist entweder komplett falsch, leicht falsch zu verstehen für einen Laien, weil ungenau ausgedrückt, oder aber nur zum Teil richtig.


    Nur weil du ein Psychologie-Studium hinter dir hast, selbst neurologische Ausfälle hast und in einer neurologischen Praxis arbeitest, solltest du nicht davon ausgehen ein Experte in Sachen Neurologie zu sein sein.

    Ein chronisch neurogenen Umbau kann durch alles kommen. Durch sowohl einmalige Schädigung zum Beispiel durch n Bandscheibenvorfall genau wie durch Erkrankungen der Nerven. Auch bei motoneuronerkrankungen gibt es chronisch neurogenen Umbau, allerdings daneben meißt auch akut neurogene Veränderungen, wie positiv scharfe Wellen und fibrillationen. Wie Pelztier schon erklärt hat, ist ein chronisch neurogenen Umbau, wenn die innervation einzelner muskelbündel gestört worden und die Nerven anderer Versorgungsgebiete durch aussprossung ihrer fasern die nicht mehr versorgten muskelbündel mitversorgen. Dadurch steigt das elektrische Potential und das ist dann im emg sichtbar. Der Körper hat sich sozusagen selbst repariert. Das funktioniert aber immer nur bis zu einem gewissen Grad. Besteht eine Unterbrechung des nervös zu lange oder nimmt die Schädigung zu, kann der Körper das nicht mehr ausgleichen.