NA, Abscheu ist das falsche Wort. Ich würde mal eher Unverständnis sagen.


    Bis zu einem gewissen Grad hab ich ja Verständnis für Ängste, aber wenn jemand so hartnäckig an einem Gespenst, das mit der momentanen Symptomatik absolut nicht sein kann, dann kommt das Unverständnis in mir hoch.

    Ich war ja schon bei Psychotherapie damals


    Und sogar die hat gesagt ich solle mal zum Psychiater weil sie allein mir nicht helfen könne


    Ich war dann auch dort


    Ich schäme mich nicht Hilfe dafür in Anspruch zu nehmen


    Und alle die Mich kennen wissen davon


    Aber diese Angst ist leider ein Symptom unserer Erkrankung


    Leider

    Ich würde auch sagen: Abscheu ist das falsche Wort! Definitiv!


    Vielleicht kann ich das mit einem Beispiel verdeutlichen: Stellt euch vor, euer Partner / Bruder / Vater würde ab morgen felsenfest davon überzeugt sein, dass er eine Reinkarnation von Jesus ist. Letztlich würde er jedes Argument von euch mit (willkürlichen) Zitaten aus der Bibel kontern und wo die Argumente fehlen, würde euch einfach gesagt: "Das kommt daher, weil du des Teufels bist!"


    Bei meinen psychischen Problemen habe ich auch immer gehofft, dass der eine Mensch kommt und mir sagt: "Du bist richtig meschugge, richtig krank!" Durch die Blume haben mir das aber viele Leute gesagt, aber entweder ich war dann stinkendbeleidigt oder habe das nicht wirklich realisiert oder gaaaaanz weit von mir weggeschoben.


    Dass es nicht normal ist, wenn man sich bei einer verpassten Hausaufgabe oder verlorenen 50 Euro sofort daran denkt, dass man sich ja aufhängen kann (wirklich so passiert, dauernd, im Alltag!) das habe ich in meiner Verblendung einfach nicht gecheckt. Da gingen Jahre ins Land!


    Es ist also keine Abscheu, eher wie ein Kampf mit unsichtbaren Gegnern. Wo man unglaublich gerne helfen möchte und gleichzeitig einfach nicht kann. Deshalb auch meine klaren Worte.


    Ich erkenne mittlerweile meist nach einiger Zeit, wenn ich wieder "spinne". Gott sei Dank. Weil ich halt die Muster kenne, weil ich die Krankheit kenne, weil ich weiß, dass es extreme Ausschläge nach oben und nach unten bei mir gibt und ich deshalb am besten immer mit zeitlicher Verzögerung agiere. Nicht spontan in dem "Spinn-Muster", sondern, wenn ich eine Woche darüber geschlafen habe.

    Ich erkenne es auch


    Hab helle Momente


    Lebe gut und gerne


    Und das ist gerade wieder ein Tief welches ich durchleben muss


    ZB ist bei mir eben nur hängen geblieben dass es bei als nur minimale Zuckungen sind die nicht sichtbar sind


    Wie meine


    Dann erkläre ich mir selber dass ich dann eben diese Schwäche haben sollte die ich ja nicht habe


    Aber es siegt nach wie vor die angst

    PS: Ich habe mich sehr über meine Krankheit / mein Krankheitsbild informiert. Auf Seiten der Betroffenen, aber vor allem auf der Seite der fachlichen Meinung. Vieles war zutreffend, vieles auch nicht. Und sehr vieles davon war sehr schmerzhaft - das Eingeständnis, dass man in sich auch x und y sieht.


    Ich habe mich ca. 3 Jahre vor Therapiebeginn über gewisse Symptome per Google schlau gemacht. Alles verwies tendenziell auf ein gewisses Krankheitsbild. Und ich sah mich genau NULLKOMMANULL in diesem Krankheitsbild. Als ich mir therapeutische Hilfe gesucht habe, habe ich genau diese Diagnose bekommen. Ein Schock. :-o :-o :-o Selbstbild krass über den Haufen geworfen. :-o :-o


    Nach und nach konnte sah ich dann in der Therapie und durch eigene Fortbildung die Mechanismen dieser Störung in mir. Nicht alle, nicht alle stark ausgeprägt, aber die Diagnose trifft definitiv zu. Das war ein langer Prozess.


    Die Diagnose hat mir aber sehr bei der Selbsthilfe geholfen, v.a. über ein bestimmtes Selbsthilfe-Forum im Internet, aber auch über den Austausch hier.


    Erst seit Kurzem gibt es den Therapieansatz der "Psychoedukation", d.h. die genaue Diagnose und das Krankheitsbild wird mit dem Patienten erarbeitet. Und das wichtigste: Individuelle Strategien mit dem Therapeuten festlegen, woran man erkennt, dass man gerade wieder "spinnt", d.h. in der Krankheit gefangen ist und wann und wie man sich Hilfe suchen kann / soll. Ich bin intuitiv und auf eigene Faust diesen Weg gegangen, für mich war das total wichtig und richtig. Nur so als Hinweis. :)*

    Das ist doch schon soooooooooo viel wert! Wirklich! Dass du siehst, dass da am Ende des Tunnels auch irgendwann wieder Licht kommt :)^ :)=

    Zitat

    Aber es siegt nach wie vor die angst

    Sie siegt doch nur temporär, oder?


    Ich kann da nur für mich sprechen, weil ich nur mich als Referenzwert habe, aber mir geht es insgesamt gut. Trotzdem habe ich meine Höhen und Tiefen, trotzdem Zweifel und manchmal einfach nur blanke Angst. Das sehe ich als normal an.


    Ich habe mir als Kranke die Normalität immer schrecklich schön und rosa ausgemalt: Keine Ängste, keine Tiefs, keine Selbstzweifel. Heute sehe ich das differenzierter, weil ich mich auch mit vielen Gesunden unterhalten habe: Keinem scheint immer nur die Sonne aus dem Arsch, keinem geht alles leicht von der Hand, keiner ist komplett angstfrei. Nur die meisten schaffen es, Ängste und Probleme Stück für Stück und Schritt für Schritt anzugehen und abzubauen. Manche sind wahre Raketen und machen das alles nebenbei, andere sind halt Schnecken und müssen sich ganz langsam und fokussiert von Ziel zu Ziel schwingen. Mit einer psychischen Erkrankung ist man halt objektiv eingeschränkt, man ist manchmal langsamer oder das Wort Erfolg hat eine andere Bedeutung. Das heißt nicht, dass man minderwertig ist, dass man nicht genauso hart (oder noch härter) für Ziele kämpft oder sich verstecken und schämen muss. Es geht halt alles in anderen Dimensionen, anderem Tempo, anderen Blickwinkeln. Aber: Anders heißt einfach nur anders, und ist kein Synonym für schlechter. ;-)

    Ich weiß ja, dass Du, Joker, und die anderen recht haben! Aber dieses Zucken fühlt sich so falsch und unnormal an! Auch wenn neurologisch alles geklärt ist, stell ich mir doch die Frage, ob ich noch zu einem Mediziner mit anderer Fachrichtung gehen muss/soll! Und damit meine ich keinen Psychologen!


    Hätte ja die Hoffnung, dass das zucken unter der Einnahme von AD weggeht und somit klar ist, dass es psychisch bedingt ist

    Ich hätte auch beruhigt sein müssen nach der Neurologin


    ABER die Angst ist mal weg


    Dann zuckt es dann kommt die Angst dann lese ich etwas es beruhigt mich dann gedankenkreisen dann zerlegen des gelesenen und aufmerksames vergleichen mit meinen Symptomen und Übereinstimmung finden


    Und die Angst ist unermesslich groß wieder


    Dann beruhigen und alles von vorne

    Tally,


    Du hast die Gewissheit und wärst Du in Therapie, würdest Du das auch mal annehmen. Aber da Du Dich ja strikt weigerst in Therapie zu gehen, musst Du eben mit dieser völlig unnötigen, irrationalen Angst leben.


    Wir werden Dich jedenfalls nicht mehr versuchen zu beruhigen. Bringt ja eh nix bei Dir.