Bandscheibe - Welche Schmerzmedikamente kann man nehmen?

    Hallo Leute


    Ich schreibe euch im Namen meiner besten Freundin.


    Bei ihr wurde kürzlich ein Bandscheibenvorfall festgestellt zwischen L3 und L4. Sie hat wahnsinnige Schmerzen und hat mit ihrer Ärztin vereinbart, dass sie am 22.11. eine Kortisonspritze bekommt. Die Ärztin hat ihr aber gesagt, dass sie bis dahin keine Schmerzmittel mehr nehmen darf. Jetzt quält sie sich durch den Alltag und hat von Tag zu Tag mehr Schmerzen und Taubheitsgefühle im rechten Bein und kann kaum anständig laufen. Eine Krankschreibung liegt nicht drin da sie sonst den Job verlieren könnte (ja, ich weiss, Gesundheit geht vor, aber ihr Job ist ihr wichtig, sie hat 3 Kinder).


    Habt ihr irgendwelche Tipps, welche Schmerzmedikamten dass sie nehmen kann? Es kann doch nicht sein, dass sie sich bis dahin mit unerträglichen Schmerzen rumquälen muss... Das geht doch nicht... Ich kann das nicht mit ansehen....!!! :|N


    Danke für eure Hilfe. Ich schätze dies sehr!

  • 37 Antworten
    Zitat

    Die Ärztin hat ihr aber gesagt, dass sie bis dahin keine Schmerzmittel mehr nehmen darf.

    Da niemand hier weiß, was deine Freundin schon alles in der vergangenheit an Schmerzmitteln genommen hat, ob es Unverträglichkeiten gibt etc, ist es etwas leichtsinnig, irgendein Medikament zu empfehlen.


    Deine Freundin sollte entweder mit der fachärztin Rücksprache halten oder ihren Hausarzt konsultieren.


    Bekommt sie noch andere Therapien? ( Krankengymnastik, Physio, etc)

    Sie hat Ende August 2016 bereits vom Arzt Inflamac (Diclofenac) und Acetalgin verschrieben bekommen. Und zudem eine Physio welche die Schmerzen und Taubheitsgefühle nur noch schlimmer gemacht haben.


    Deswegen hat sie nun einen Termin bekommen für eine Kortisonspritze aber bis zum Termin am 22.11. darf sie keine Schmerzmittel mehr nehmen gemäss der Ärztin. Der Hausarzt sagt, sie solle sich an die Anweisung der Ärztin halten.

    Ich würde ihr dringend empfehlen etwas runterzuschrauben.


    Sie sollte es vermeiden zu heben, sie sollte immer wechseln zwischen sitzen, laufen und stehen.


    Sie sollte dringend Physiotherapie machen um Bauch und Rückenmuskulatur zu stärken.


    Mir hat Schlingentisch-Behandlung bei der Physiotherapie sehr gut geholfen. Dabei wird man aufgehangen im Becken und in den Beinen, die Wirbelsäule wird so etwas auseinander gezogen, der Nerv kann entklemmt werden.


    Im krankenhaus wurde ich regelrecht an den Beinen langgezogen um den Nerv zu befreien.


    Wenn sie NICHTS macht, kann es Langzeitschäden wie Inkontinenz (Harn UND Stuhl) geben.


    Auch TENS und Wärmetherapie hat mir geholfen.


    Spritzen halfen mir GARNICHT. Besser war bei mir der Aufenthalt im Krankenhaus zur Schmerzmitteleinstellung.


    Ich bekam eine Spritze, alles wurde nur schlimmer dadurch.


    Kam ins Krankenhaus, innerhalb einer Woche fanden wir eine Schmerzmittelkombination, die die Schmerzen zwar nicht ganz auslöschte, aber mich soweit mobiliesierte, dass ich Reha-Maßnahmen machen konnte.


    Das ist jetzt 1 1/2 Jahren her. Ich habe immernoch manchmal leichte Rückenschmerzen, aber ich nehme keine Medikamente mehr dagegen. Auch ist die Bandscheibe wieder in Ordnung.


    Allerdings! Meine Mutter hatte einen Bandscheibenvorfall in der HWS und bei ihr half nurnoch eine Versteifung. Sie kam einfach zu spät um es konservativ behandelt zu bekommen. Ihre Chancen gelähmt zu werden in den nächsten Jahren standen bei 50%!!!!


    Ich würde noch einmal sanft auf die Freundin einwirken. Arbeit ist wichtig ja, aber gerade beim Rücken besteht die langfristige Gefahr einer LÄHMUNG und dann kann sie auch nicht mehr arbeiten. Geschweigedenn so für ihre Kinder da sein, wie sie es gewohnt war.

    @ Xirain

    Danke für deine ausführliche Antwort. Ich werde ihr die Punkte weiterleiten.


    Ein MRT wurde gemacht und sie wurde dann an einen Neurologen weitergeleitet. Jetzt ist sie bei nem Schmerztherapie-Arzt in einer Klinik angemeldet für die Kortisonspritze.


    Ich weiss... Am liebsten würde ich sie direkt nach Hause schicken aber in diesem Jahr war sie öfter mal krank und hat gefehlt und unsere Chefin ist langsam nicht mehr so entspannt was eine Krankschreibung anbelangt. Es ist vieles schief gelaufen in vergangener Zeit und wenn sie jetzt auch noch den Job verlieren würde, dann würde es ihr komplett den Boden unter den Füssen wegziehen.


    Ich habe viel negatives über diese Kortisonspritze gelesen und gehört aus dem Bekanntenkreis. Ich weiss aber nicht, ob ich sie darüber informieren soll... Gleich wie OP sollte doch eine Kortisonspritze die allerletzte Möglichkeit bleiben oder?


    Es tut weh sie leiden zu sehen :°(

    Es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten.


    Ich bin mir nicht sicher, ob ich da vom gleichen spreche, da ich mich damals dagegen entschied. Mein Hausarzt schlug mir auch eine "Aufspritzung" vor zwischen die Wirbel unterm CT, aber das sei reine Schmerztherapie und keine Lösung.


    Wenn das diese Kortisonspritze ist...tja...


    Schmerztherapie, aber die Ursache nicht angegangen...dann muss man alle paar Monate unterm CT diese Spritze kriegen? War für mich (damals / letztes Jahr 25 Jahre alt) keine Dauerlösung. Zudem hatte ich Schiss jemanden an meine Wirbelsäule zu lassen...


    Wichtig ist, wenn sie die Spritze bekommt, dass sie die schmerzfreien Monate nutzt um Bauch und Rückenmuskulatur zu stärken! Eine Reha wäre wirklich anzuraten. Bauch und Rückenmuskulatur müssen ein ausgeglichenes Verhältnis haben ich glaube Rückenmuskulatur sollte ca. doppelt so stark sein wie die Bauchmuskulatur.


    Dadurch wird dann die Wirbelsäule stärker durch die Muskeln gestützt und weniger Last ist auf den Bandscheiben. Dann kann das auch abheilen, aber sie hat es seit Jahren, wenn ich es richtig verstanden hab... Das kann die Bandscheiben schon erheblich geschädigt haben (siehe Fall meiner Mutter, sie entschied sich für die Versteifung, da der Neurochirurg sagte, selbst mit konservativer therapie ist die Chance gelähmt zu werden bei 50%. Eine Operation war glaube ich 0,5-2% Risiko einer Lähmung. Ihr geht es gut, sie hat keine Ausfallerscheinungen mehr im Arm, kein Kribbeln, weniger Schmerzen.)


    Ich habe innerhalb von 5 Monaten verschiedene Therapien gehabt, letztendlich hat Sport geholfen gestützt durch schmerzlindernde Medikamente.

    Ich hab am Anfang auch irgendeine Spritze vom hausarzt bekommen, weiß bis heute nicht, was es war...nur hats alles schlimmer gemacht... Der Arzt sagte "Die hält jetzt 3 Tage" und 2 Stunden später konnt ich garnicht mehr aufstehen vom Sofa...


    Große Kacke... seit dem traue ich den "tollen Spritzen" einfach nicht mehr.


    Allerdings ist das unterspritzen unterm CT glaube ich was andres...

    Hallo! Erlaube mir bitte, Dir, bzw. Deiner Freundin als Rheumapatient folgendes ganz unverbindlich zu schreiben:


    Ich nehme seit 23 Jahren Kortison täglich. In diese Zeit sind auch immer wieder Tage gefallen, an denen ich ein Schmerzmittel nehmen musste (Kopfweh, Zahnweg, Zerrung). Ich persönlich habe das immer gut vertragen. GRUNDSÄTZLICH BESTEHT EINE WECHSELWIRKUNG ZWISCHEN KORTISON UND SCHMERZMITTEL; WEIL BEIDE DIE GEFAHR VON MAGENBLUTUNGEN ERHÖHEN!


    Ansonsten halte ich das von Dir erwähnte Diclofenac grundsätzlich als geeignet. jedoch rate ich, besonders dabei auf Magenprobleme zu achten, d.h., ob der Magen sich "meldet".


    Wenn Sie das nun nicht mehr nehmen darf, dann empfehle ich Wärmepflaster oder eine Wärmesalbe auf die schmerzende Stelle. Ihr Apotheker /-in berät sie gerne. Zusätzlich ein Heizkissen für den Rücken über Nacht.

    Bei Diclofenac oral muss man wirklich auf seinen Magen achten.


    Ich nahm eine Kombi aus Diclofenac, Novalgin und Flupirtinmaleat. Das half bei mir gegen die Schmerzen, ist aber sicher schon sehr viel Schmerzmittel und ob die dann wechselwirken mit Kortison, weiß ich nicht.


    Allein das Novalgin half bei mir garnicht ":/ Außerdem wird sie das kaum verschrieben bekommen, wenn die Ärztin sagt, sie soll keine Schmerzmittel nehmen.


    Wärmebehandlung kann ich aber auch nur empfehlen. Auch Rotlichtlampe, wäre eine Möglichkeit, die helfen kann.

    Ja zu den obengenannten Medis hat sie zusätzlich damals Ende August einen Magenschoner bekommen. Novalgintropfen hat sie zuhause von einer vorangegangenen medizinischen Geschichte.


    Ich verstehe nicht, wieso sie ihr 2 Wochen vor der Spritze sagt, dass sie keine Schmerzmedikamente nehmen darf. Reicht das nicht, wenn sie 1-2 Tage vor der Spritze nichts mehr nimmt? Dann sollte davon ja nichts mehr im Körper sein damit das Kortison keine unnötigen Wechselwirkungen auslöst... Sie geht wegen der Schmerzen echt fast zu Grunde...


    Zum Leid und zum Glück hat sie nen Job bei dem sie dauernd auf den Beinen ist. Gut, weil bei einem BSV viel bewegt werden muss aber schlecht, weil sie dadurch gerade kaum leistungsfähig ist... Es ist Fluch und Segen zugleich...


    Ich werde ihr die ganzen Sachen mal empfehlen. Danach kann sie für sich entscheiden wie es weitergehen soll. Ich danke euch schon mal herzlich für eure Antworten und Tipps! Bin jederzeit offen für weitere Tipps und euren Rat :-)

    Zitat

    Ich verstehe nicht, wieso sie ihr 2 Wochen vor der Spritze sagt, dass sie keine Schmerzmedikamente nehmen darf. Reicht das nicht, wenn sie 1-2 Tage vor der Spritze nichts mehr nimmt? Dann sollte davon ja nichts mehr im Körper sein damit das Kortison keine unnötigen Wechselwirkungen auslöst... Sie geht wegen der Schmerzen echt fast zu Grunde...

    Schmerzmittel brauchen länger als 2 Tage um aus dem Körper zu kommen. Manche gehen auf die Leber, andre auf die Nieren.


    Langzeiteinnahme von Schmerzmitteln sollte immer mit dem Arzt besprochen werden und sollte nicht einfach auf die leichte Schulter genommen werden.


    Nach 4 Monaten Einnahme, hatte ich bereits leichte reversible Leberschäden, die in der Reha meinten "Wir müssen UNBEDINGT AUSSCHLEICHEN". Ich so "Jo deswegen bin ich ja hier... ich will wieder ohne Schmerzmittel leben können..." "Ach na dann sind wir ja einer Meinung"


    Viele glauben, dass es keine Schäden anrichtet, aber das tuts...


    Deswegen sollte man auch eine dauerhafte Lösung anstreben anstatt reiner Schmerzbehandlung... ":/

    Bei sehr starken Schmerzen ist es durchaus üblich, zu einem schwächeren Opioid z.B. Tramal zu greifen.


    Tramal greift den Magen nicht an, im Gegensatz zu Diclofenac.


    Tramal verträgt sich aber nicht mit SSRI (Seotonin-Wiederaufnahmehemmer).


    Das muss man beachten.

    Hmm... Dann sind folgende Szenarien das weitere Vorgehen:


    - Schmerzmittel nehmen, weiter arbeiten können aber Kortison-Verabreichung gefährden


    - Kein Schmerzmittel nehmen, täglich mehr Schmerzen aushalten, Kortison-Verabreichung ist nicht gefährdet


    - Krankschreiben lassen, damit den Job riskieren, Kortison-Verabreichung ist nicht gefährdet


    Das sind wahrlich keine rosigen aussichten... Mist


    Für die Aufbau-Physio muss sie wohl erst die Schmerzen loswerden. Somit ist eine Kortisonspritze oder anderweitige Schmerzmedis unumgänglich... :-(