Benommenheit und andere Symptome - körperliche Erkrankung oder Psyche?

    Der Text ist ziemlich lang geworden, ich habe mich trotzdem versucht aufs Nötigste zu beschränken. Vielen Dank an alle, die ihn komplett durchlesen! :)^


    Hallo zusammen,


    mir gehts es leider seit mittlerweile fast 5 Monaten schlecht. Eines Abends im Januar kam ich nach einem langen Uni-Tag nach Hause, habe etwas zu Abend gegessen, noch mit meiner Mutter telefoniert und nach dem Telefonat, dürfte so 21 Uhr gewesen sein, merkte ich eine leichte Benommenheit. Ich ging davon aus, dass ich einfach erschöpft war und ging früh schlafen. Am nächsten Tag wurde sie leider nicht besser. An Symptomen kamen dazu Kopfschmerzen, manchmal ziemliche Abgeschlagenheit/Müdigkeit (auch schon vormittags), Konzentrationsstörungen (teilweise habe ich auch das Gefühl gepaart mit leichten Wortfindungsstörungen, aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein) und ab und zu auch ein wenig innere Unruhe (wobei das glaube ich von meinem ungewissen Zustand kommt). Bei der Benommenheit habe ich keinen Schwindel oder Ähnliches, ich habe vielmehr, dass Gefühl neben mir zu stehen, als wäre ich in einer Blase. Dazu kommt dann

    das Gefühl, als wäre mein Gehirn nicht richtig aufnahmefähig, ich habe das gegoogelt und "Brain Fog" trifft es eigentlich ganz gut.

    Die Kopfschmerzen treten meistens im Laufe des Tages auf, Anfangs waren sie so stark, dass ich mich Abends manchmal schon um 21 Uhr schlafen gelegt habe, weil sie so stark waren und Ibuprofen nicht geholfen hat. Am morgen waren sie dann wieder verschwunden. Mittlerweile habe ich das zum Glück nicht mehr so extrem. Aktuell habe ich vielleicht 1-2 Mal pro Woche richtige Kopfschmerzen und ich würde mal sagen so in 1/3 aller Male muss ich eine Ibu 400 nehmen, weil die Kopfschmerzen relativ stark sind, die hilft dann aber auch.


    Es gibt Tage/Phasen, da geht es mir insgesamt besser und es gibt aber auch häufig (tendenziell häufiger) auch Tage, wo es mir nicht gut geht und völlig neben mir stehe, manchmal kommen da auch Kopfschmerzen noch oben drauf. Das macht es kaum möglich, meinen Uni-Alltag, der aufgrund von Corona schon von Zuhause aus läuft, nachzugehen. Ich schaffe da aktuell wirklich nur das nötigste (max. 4 Stunden pro Tag) und wenn es wieder Tage gibt, wo ich völlig neben mir stehe, dann mache ich meistens gar nichts. Da ruhe ich mich meistens tagsüber viel aus und versuche den Tag über die Runden zu bringen. Ich merke auch häufig bei kognitiv anspruchsvollen Aktivitäten, wie z.B. Uni-Arbeit, dass die Benommenheit etwas zunimmt oder ich leichte Kopfschmerzen bekomme, die sich aber häufig auch wieder legen. Ich hatte seit dem Anfang dieser Symptomatik aber auch keinen Tag/Moment, wo ich das Gefühl hatte wieder komplett fit zu sein. So eine leichte Dauerbenommenheit bzw. eigentlich fast alle Symptome in abgeschwächter Form sind selbst an guten Tagen präsent. Das ganze schränkt schon meinen gesamten Alltag ein und ich habe ein wenig das Vertrauen in meinen Körper verloren.


    Zu meiner Person, ich bin 22 Jahre alt, 1,83 m groß und wiege 93 Kg. Die letzten drei Monate in 2019 kam ich dank Intervallfasten von 97 kg auf 93 kg runter und würde gerne noch ein wenig was runter bekommen. Sport mache ich leider nicht nach einem festen Plan, meistens aber so 2-3 Mal pro Monat (bevor das mit mir Anfang des Jahre los ging). Sonst versuche ich jeden Tag einen größeren Spaziergang von einer Stunde zu machen. Aktuell gehe ich ab und zu mal Joggen und mache täglich den Spaziergang. Manchmal geht es mir nach dem Joggen besser als vorher, manchmal aber auch etwas schlechter. Außerdem ernähre ich mich relativ gesund, viel Obst und Gemüse, versuche wenig Fleisch zu essen und einmal die Woche Fisch. Alkohol trinke ich in Maßen, mal ein Bierchen, wenn man mal mit Freunden unterwegs ist auch mal mehr, dass aber max. 1-2 Mal pro Monat. Seit ich mich nicht fit fühle, aber seltener. Raucher bin ich nicht. Seitdem ich 16 Jahre alt bin habe ich ab und an mit Freunden gekifft (max. vielleicht 4 Mal im Jahr), habe ich aber Anfang des Jahres aufgehört, weil ich es nicht mehr gut vertragen habe.


    Nun zu meinen bisherigen Behandlungen/Diagnosen (chronologisch):


    Januar:


    -Erste Station Hausarzt: Standard Durchcheck mit großen Blutbild, bis auf etwas erhöhten Cholesterin und etwas erhöhten Blutdruck (149/90 meine ich war es) Überweisung zum Kardiologen.


    -Über Freunde zum Glück relativ schnell einen ambulanten Termin bei einem Kardiologen im Krankenhaus bekommen: EKG, 24h Blutdruckmessung, Herz geschallt -> bis auf etwas erhöhten BD kein Ergebnis, die Kardiologin hatte die Vermutung, dass die Symptome daher kommen und hat einen Blutdruck Senker aufgeschrieben. Später auch nochmal Blut und Urinuntersuchung, ob der BD von der Nebenniere kommt.


    -Zur Abklärung der Kopfschmerzen wurde ich noch zum Neurologen, der gerade in der Notaufnahme Dienst hatte, vermittelt. Befragung mit Standardtests (mit verschlossenen Augen mit dem Zeigefinger Nasenspitze treffen usw.) und ein CCT um Blutungen o.Ä. auszuschließen -> Ergebnis bis auf einem DVA im CCT nichts gefunden, DVA meistens nichts schlimmes, zur Abklärung vorsichtshalber aber nochmal MRT.


    Februar:


    -Eine Woche später MRT mit Kontrastmittel -> vom Radiologen keine Auffälligkeiten gefunden


    Dann dachte ich, ich schaue erstmal ob es unter dem Blutdrucksenker besser wird, wurde es aber nicht wirklich. Das einzige was ich merkte, dass mich die Mittel müde machen. Auf Rücksprache den Senker nochmal geändert und Dosis minimiert, sodass ich unter der vorgesehen Minimaldosis war (Olmesartan 5mg).


    März (ab hier bei meinen Eltern in der Heimat):


    -Neurologische Praxis: hatte das Gefühl, der Neurologe hatte kaum Zeit und wollte mich schnell durchschleifen. Hat mich auch befragt und diese Standardtests, die der Neurologe im KH bereits gemacht hatte, gemacht. Dann nochmal sich den Befund vom MRT vom Radiologen angeschaut (nicht die Bilder selber gesichtet) und abschließen ein EEG. Ergebnis: er ist der Meinung, dass sei nichts organisches und ich sollte versuchen wieder etwas mehr am Leben teilzunehmen und meine Grenzen austesten. Seiner Meinung nach waren die Kopfschmerzen Spannungskopfschmerzen und er hat mir Amitriptylin 10 mg aufgeschrieben.


    -Ich war nochmal bei einem befreundeten Nephrologen im KH um nochmal die evtl. Ursache beim BD zu finden, der hat nochmal eine Blutuntersuchung, 24h BD-Messung und alle möglichen Organe im Oberkörper geschallt. Ergebnis: gute BD-Werte, sonst nichts. Man könnte sogar überlegen Olmesartan abzusetzen.


    April:


    -habe in Rücksprache mit meinem Hausarzt mein BD Senker (Olmesartan) und das Amitriptylin ausgeschlichen (bei mir zum Glück ohne Nebenwirkung). Das Amitriptylin hat mir zwar etwas gegen die Kopfschmerzen geholfen, die Benommenheit war aber weiterhin da und ich hatte das Gefühl, dass es mich sehr müde macht.


    -Ende April war ich dann noch bei einem Allgemeinmediziner, der auch TCM (Traditionelle chinesische Medizin) anbietet und hier in der Gegend einen sehr guten Ruf genießt. Er war der Meinung, dass sei Stressbedingt und bei mir herrsche ein Ungleichgewicht zwischen Sympathikus und Parasympathikus. Sein Rat innere Mitte finden durch Entspannungsübungen, wie z.B. Meditation und Yoga.


    Zu der Psychologischen/Psychosomatischen Komponente:

    Ich würde mich zwar nicht als übermäßig glücklichen/lebensfrohen Mensch bezeichnen, war aber eigentlich immer sehr zufrieden mit meinem Leben und hatte auch genügend glückliche Momenten in meinem Leben. Natürlich gab es mal Tage oder auch kurze Phasen, wo ich mal nicht ganz so zufrieden war (zum Beispiel, wenn man in einer Klausur in der Uni durchgefallen war), würde aber (zum Glück) nicht sagen, dass ich mal richtig depressive Phasen oder psychische Probleme hatte. Ich merke nur, dass mich mein Zustand zunehmend runterzieht. Mein Uni-Alltag, bevor das anfing, war immer relativ stressig. Ich studiere Informatik im 6. Semester, 500 km von Zuhause entfernt und die Umgewöhnung am Anfang war schon relativ anspruchsvoll und arbeitsintensiv. Ich würde auch Lügen, wenn nicht das gesamte Studium sehr arbeitsintensiv ist. Trotzdem habe ich eigentlich immer in mich und meine Fähigkeiten Vertrauen gehabt und wusste, dass ich alle Aufgaben meistern kann. Ich habe vor Ort einige wirklich gute Freunde gefunden, ich merke aber auch zunehmend, dass mich die weite Entfernung von meiner Heimat nervt. Es war aber nie so, dass ich da psychisch mit zu hadern hatte.

    Auf der einen Seite denke ich mir, sollte ich eigentlich zufrieden sein, da eigentlich bisher alle Ärzte gesagt haben, dass ich, bis auf ein paar Kleinigkeiten gesund bin. Auf der anderen Seite fühle ich mich aber nicht gesund.


    Nun frage ich mich so ein bisschen, wie ich weiter vorgehen soll um der Geschichte nachzugehen. Ich möchte bei einem Psychologen oder Psychosomatiker (bei mir in der Gegend schwer zu finden) Therapie anfangen, um einfach mal der Richtung nach zugehen. Meine Mutter ist Psychologin und sie hält das auch nicht für unwahrscheinlich, aber eine sichere Einschätzung, kann sie als meine Angehörige natürlich nicht geben. Ich würde mich einfach mal über eine Einschätzungen von euch als Außenstehende freuen. Gerne auch Anregungen, in welche Richtung man nochmal schauen sollte.

    Ich bin am überlegen ob ich nochmal zu einem Neurologen gehen soll, da ich mich bei dem oben beschriebenen Besuch in der letzten neurologischen Praxis nicht wirklich gründlich untersucht gefühlt habe. Auf der anderen Seite denke ich mir, wenn ich wirklich was ernsthaftes (neurologisches) haben sollte, hätte man das ja eigentlich im CCT, MRT bzw. EEG sehen sollen oder?


    Auf jeden Fall schon mal vielen Dank für eure Antworten!

  • 6 Antworten

    Achja, ich habe zwei Sachen noch Vergessen:

    Ende Mai war ich noch bei einer Nuklearmedizinerin zur Abklärung der Schilddrüse. Hintergrund Eltern und Verwandtenkreis haben einige Erkrankungen. Es wurde gemacht: Laboruntersuchung, Sonographie, Szintigraphie. Ergebnis: bis auf etwas vergrößerte Schilddrüse mit jeweils einem kleinen ungefährlichen Knoten pro Seite, woraus die Ärztin einen Jodmangel schloss, keine Auffälligkeiten. Wen das interessieren sollte bzw. wer die Laborwerte sich dazu anschauen will, kann unter meinen Beiträgen in das von mir dazu erstellte Thema schauen. Daher nehme ich aktuell seit gestern 200 Mikrogramm Jod täglich.


    Außerdem habe ich im Februar und März zusätzliche Test mit cerascreen (Bluttest für Zuhause zum Einschicken) gemacht: Eisenmangel Test, Mineralstoff Test, Vit. B12, Vit. D, Serotonin, Cortisol, Histamin-Intoleranz

    Ergebnis: lediglich Vit. D Mangel, supplementiere seit Februar. Keine Ahnung wie verlässlich aber die Tests sind ;-D

    Hyperion schrieb:

    Bist du in psychologischer Behandlung?

    Aktuell noch nicht, bin aber gerade dabei, es in die Wege zu leiten.

    Hallo ich habe 2017 genau den gleichen Beitrag hier rein gepostet zwecks Benommenheit / Schwindel / Kopfschmerzen ! Die Benommenheit bei mir ist immer noch da mal stärker mal weniger . Ich habe auch etliche Tests gemacht vom Hausarzt bis zum Neurologe- Kardiologe -radiologe - Schwindel Ambulanz .-Gott sei dank alles normal 🙌🏼!! Jetzt mach 3 Jahren mit den Symptomen kann ich sagen es kommt von dem Stress was dein Körper iwie nicht verarbeiten kann so zur Deutung bringt . Bei dir denke ich ist es die ganze Situation Uni Stress evtl auch gerade diese corona Zeit was für alle in einer Art und Weise um Unbewusster Stress ist . Ich habe auch damals alles durch gelesen weil ich einfach dieses Gefühl nicht richtig da zu sein los werden wollte . Bei sehr stressigen Wochen ist es kaum auszuhalten man ist wie in einem Traum das ist aber alles psychischer Stress was auf einem Lastet deswegen würde ich dir auch wie oben raten einen Psychologen aufzusuchen den mit reden und bestimmter Vorgehensweise bekommt man da sehr gut im Griff so dass man es garnicht mehr bemerkt im Alltag .
    bloß nicht unter kriegen lassen iwie bekommt man immer alles in Griff .

    :)*