Benommenheitsschwindel

    Hallo zusammen,


    da die meisten Ärzte doch nur auf "ihr" Fach schauen, das sich in der Regel auf ein Organ beschränkt, bin ich langsam am Verzweifeln.


    Alles fing im Frühjahr 2014 an. Aus heiterem Himmel. Ich hatte Urlaub, saß rum. Merkte im Sitzen, dass er mir nicht sonderlich ging.. wollte aufstehen und hatte einen massiven Schwindel. Dazu Taubheitsgefühle im Mundwinkel, Schwäche im rechten Bein, Schüttelfrost. Ich habe mich auf den Boden gelegt - ich wäre sonst gestürzt.. nach 5min war der Spuk vorbei.. mir ging es hundeelend.. und es setzten fiese Schmerzen in der Stirn ein.


    Am nächsten Werktag schlurchte ich zum HNO-Arzt, weil beim Vorbeugen mein Kopf wie irre pochte. Er hörte sich alles an, hielt mal einen Ultraschallkopf drauf, verschrieb mir Antibiotikum. 2 Tage später war ich wieder topfit!


    4 Wochen später gingen die fiesen Kopfschmerzen und der Schwindel wieder los. Aber ohne alles andere. HNO-Arzt > alles okay mit den Nasennebenhöhlen.. trotzdem wegen der starken Schmerzen nochmal ein anderes Antibiotikum.. half nix. 2 Monate Ibuprofen. Dann wurde es langsam besser. Der Rest vom Jahr war alles bestens.


    2015 im Januar saß ich auf der Arbeit. Plötzlich sah ich seitlich ein Flimmern an meinen Augen. Und fühlte mich schwindelig. Das wurde immer schlimmer.. bis ich mich hinlegen musste. Hab beim Betriebsarzt Blutdruck und Blutzucker kontrollieren lassen. Alles in Ordnung. Ich beschloss, dass es wie beim letzten Mal auch wieder weggehen würde. Im Februar wurde es dann auch langsam besser. Im März war ich topfit und ich hatte den Sommer meines Lebens, machte viel Sport, viel Party, schöne Reisen.


    Bis Weihnachten 2015 kam. Ich fühlte mich schon 2 Tage davor etwas schwindelig. Hatte Schmerzen in der linken Schulter, Brustbein. Irgendwie fühlte ich mich nicht sonderlich gut. Das schlimmste war aber wieder der Schwindel. Also, Notaufnahme: EKG, Blut alles in Ordnung. Also, Weihnachten beruhigt weiterfeiern. Mit über 40 und nem "stressigen" Beruf, bekommen solche Termine mit der Familie irgendwie mehr Wert.


    Nach Weihnachten bin ich in Urlaub geflogen, Sonne genießen. Es ging mir mal so mal so.. der Schwindel war mal da, mal nicht. Ich fliege viel.. und im Flieger geht es mir besser als in der Wartelounge.


    Mitte Januar ging dann aber gar nichts mehr. Massivster Schwindel, kurz vor dem Kollaps. Krankenhauseinweisung :( Infarktausschluss... (EKG, Labor, Schädel-MR). Alles innerhalb von 1,5 Std. zackig gelaufen.. Aufklärungsgespräch begann mit: "Haben Sie Stress?".


    Ähm, ja, AAAABER ich der belastet mich eigentlich nicht. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn ich gestresst bin. Und dieser Zustand entspricht dem gar nicht. Habe ich keinen Schwindel, gehe ich joggen, tanzen, bin mit Leuten unterwegs, gelte als sehr gesellig und fröhlich. Und so bin ich auch, wenn es mir nicht schwindlig ist. Ich versuche ja sogar meinen Schwindel zu ignorieren.. OK.. ich freue mich, ich habe keinen Herzinfarkt, ich habe keinen Hirntumor, keinen Schlaganfall.. dann wird es schon wieder..


    Das war im Januar. Seit dem wurde nix mehr :(


    Die Beschwerden hielten bis Mai ! - dann hatte ich eine Woche, in denen ich gar eine "Symptome" hatte, den Rest der Zeit bin ich benommen in wechselnder Qualität und es kommen mehr und mehr Probleme dazu.


    Seit Mai kann ich keinerlei Sport mehr machen. Ich habe an Gewicht zugenommen, bin unfit und sehe keine Perspektive, dass es mit mir mal wieder besser wird.


    Neben dem massiven Benommenheitsschwindel - ich habe das Gefühl ich trete machmal ins Leere kommen


    Sehstörungen, Kopfschmerzen, Taubheitsgefühle Kopfhaut, Taubheitsgefühle beide Fersen, Außenseite Füße, Schmerzen Brustbein, Schulter links. Manchmal Übelkeit, Verdauungssprobleme etc. etc.


    Hm.. ja, und "langsam" bin ich gestresst.


    Irgendwie bin ich bisher klar gekommen, jetzt bin ich das erste Mal seit dem arbeitsunfähig. Ich kann keine 100m mehr laufen, kein Auto mehr fahren. Der Schwindel nimmt mir mein ganzes Leben.


    Nachdem ich die ganze Zeit auf Psycho behandelt wurde (nehme ich schon ernst, und habe auch das in Erwägung gezogen) und auch Antidepressiva geschluckt habe.. unter der die somatischen Beschwerden munter fortgeschritten sind.. habe ich den Arzt gewechselt.


    Jetzt habe ich einen neuen Befund:


    - Empty Sella


    Neurologe meint: Macht die Beschwerden nicht.


    Borreliose im Serum negativ.


    Jetzt ist die LUmbalpunktion gelaufen. Ergebnis steht noch aus. Ich habe noch einen Termin beim Endokrinologen gemacht.. auch wenn die Empty Sella wohl das nicht auslösen "sollte".


    Eine neue Erkenntnis habe ich nach der Lumbalpunktion: die Beschwerden durch die PUnktion sind die selben als ich sie so habe.. nur nochmal intensiver.


    So, lange Rede:


    Hat noch einer Ideen?


    Ich kann nicht mehr :(


    Gruß


    mipawege

  • 63 Antworten
    Zitat

    Merkte im Sitzen, dass er mir nicht sonderlich ging.. wollte aufstehen und hatte einen massiven Schwindel. Dazu Taubheitsgefühle im Mundwinkel, Schwäche im rechten Bein, Schüttelfrost. Ich habe mich auf den Boden gelegt - ich wäre sonst gestürzt.. nach 5min war der Spuk vorbei.. mir ging es hundeelend.. und es setzten fiese Schmerzen in der Stirn ein.

    Zitat

    4 Wochen später gingen die fiesen Kopfschmerzen und der Schwindel wieder los.

    Wurdest du auch mal aug Migräne Aura untersucht? Klingt sehr danach ...

    Hallo,


    kann man das diagnostisch irgendwie sichern?


    Vestibuläre Migräne .. das Stichwort fiel mal beim Neurologen. Hat er scheinbar ausgeschlossen und nicht weiter verfolgt {:(


    Ist das dann so eine Diagnose, wo man bisschen Medikamente ausprobiert und schaut, ob es was bringt?


    Danke schon mal für die schnellen Antworten. :)^

    mipawege


    Hast du dich beim Orthopäden mal durchchecken lassen.Ich kenne das alles hatte so starken Schwindel bis zum erbrechen.Bei mir kam das alles von der Wirbelsäule bzw Halswirbel.Mit Medikamenten Massage ein bischen Rückensport so wie es geht habe ich das jetzt in Griff.


    Das schlimmste war der Schwindel ich kann dich da gut verstehen.

    Bei vestibuläre Migräne ist Flunarizin geeignet, ggf Betablockers aber Betablockers beeinflussen die Puls und Kreislauf.


    Schlage deinen Arzt vor 5mg zu verschreiben und durchnehmen (dauert 2 Wochen zu wirken).


    Migräne kann man nicht ausschließen. Es gibt keine objektiven Tests dafür und es gibt x Formen.


    Flunarizine wirkt allgemeine gegen schwindel.

    Hallo mipawege ,


    Das Problem kenne ich ein Facharzt nach dem anderen schiebt es in ein anderes Fachgebiet.


    Habe bei mir aber das Wort Schwindel durch Benommenheit ersetzt, bei Schwindel müsste man eigentlich fallen, was nicht passiert.


    Denke es könnte bei mir die HWS sein.


    Gehe auch zum Augenarzt !!


    MfG *:) @:) :)* :)^

    Schwindel = schwankschwindel z.B. das Gefühl auf einem bewegende Schiff zu laufen.


    Vertigo = Drehschwindel, das kann einem umhauen. Vermute die Threaderöffnerin redet vom Vertigo


    (Das sind die Fachausdrücke)

    Hi,


    oh, so vielen Dank für die Antworten. @:)


    Ich kann es nicht mehr wirklich sagen, ob ich schwanke oder drehe.. Ja, ich habe manchmal schon das Gefühl, dass ich umfallen könnte. Umgefallen bin ich aber noch nie. Habe mich immer vorher selbst hingelegt. Es war aber tatsächlich schon mehrfach davor. Meine Beine werden dann auch zittrig. Ich kann da noch so ruhig in mich atmen und sagen, dass alles okay ist und nichts ernstes passiert... seit dem Ausschluss der Infarkte, weiß ich ja, dass es nichts akut bedrohliches ist.


    Visuell habe ich schon das Gefühl, dass ich "Wahrnehmungsstörungen" habe. Es wirkt auf mich alles irgendwie "anders". Die Bewegungen scheinen verzögert bei mir im Kopf anzukommen. Wenn ich in den Spiegel schaue, habe ich das Gefühl, dass ich mich dort "normal" sehe. Im Alltag wirkt der Rest aber alles anders. Und während es eben anfangs manchmal so war .. habe ich jetzt einen Dauerzustand. Nur im Liegen einigermaßen in Ordnung.


    Beim Augenarzt war ich auch. Habe mir im Frühjahr eine Lesebrille beim Optiker geholt, wegen der plötzlichen Sehstörungen. Der meinte, ich sei altersweitsichtig. MIt Brille las ich dann auch gut. Allerdings brauchte ich die eben auch nur manchmal. Der Augenarzt meinte vor 2 Wochen (sollte wegen der Empty Sella dorthin, weil auch Flüssigkeit um die Sehnerven war und eine Stauungspapille ausgeschlossen werden sollte), dass ich 100% Sehschärfe hätte. Und auch sonst alles in Ordnung... Gesichtfeld, keine Stauungspapille


    DAs einzige, was er feststellt, war eine "Irisatrophie". Das würde aber gar nix mit meiner Symptomatik zu tun haben.. und er könne sich da auch keinen Bezug zu irgendwas vorstellen, was meine Symptomatik auslösen könnte.


    Beim Osteopathen war ich vor 6 Monaten schon mal.. Ich bin schon bewegungseingeschränkt in der HWS. Aber Schmerzen habe ich keine argen im HWS-Bereich. Er meinte, dass ich schon im Bereich des Altas eingeschränkt bin - aber nicht so in mich hineinhören sollte. (Also: DAS ist eigentlich MEIN Spruch. ICH bin nämlich der Weltmeister im Ignorieren von Körpersignalen! und alles andere als jemand, der auf jedes Zipperlein reagiert!). Man fängt halt irgendwann mal damit an, Zusammenhänge zu suchen, um vielleicht mal eine Diagnose und Therapie zu kriegen, die wirkt.


    Was ich ja nun weiß.. ich habe eine ausgeprägte Osteochondrose im LWS-Bereich. Macht mir allerdings kaum Beschwerden. Hatte ich mal vor über 10 Jahren extreme Beschwerden nach dem Hausbau. Da hab ich mir scheinbar den Schaden zugezogen. Bin trotzdem danach viel gejoggt und habe immer recht wild getanzt. Naja.. würde ich alles noch machen. Joggen geht seit Frühjahr nicht mehr.. zum Tanzen konnte ich noch gehen, das letzte Mal so vor 4 Wochen.


    Ich kann mir halt nicht vorstellen, dass es mir SO schlecht geht und da nix offensichtliches gravierendes dahintersteht.


    Mittlerweile sind die Beschwerden von der Lumbalpunktion (wenigstens) abgeklungen. Aber der Schwindel ist jetzt so schlimm, dass ich heute nur 15min aus dem Bett war. Das ist wirklich ein trauriger Höhepunkt einer 2,5-jährigen Krankheitsgeschichte.


    Habe selbst bis vor 7 Jahren im Gesundheitswesen gearbeitet, im weitesten Sinne. Irgendwie hatte ich nie das Gefühl, dass bei anderen im trüben gefischt wurde, sondern immer ein genauer Plan dahinter stand. Mittlerweile sehe ich Woche für Woche vergehen.. und nix passiert, außer "körperlicher Verfall".


    Habe heute neidvoll aus dem Fenster geschaut und Menschen dort vorbeilaufen sehen... das war für mich auch immer so selbstverständlich :(


    Ich war 2 Tage jetzt krank zuhause und habe danach Urlaub genommen... der ist dann nächste Woche aufgebraucht und ich muss mich wohl weiter krank melden. Das ist in meinem Job nicht so einfach, aber ich kann wenigstens recht viel von zuhause aus regeln. Und das lenkt mich ab.


    Flunarizine wirkt allgemeine gegen schwindel.


    ~~~~


    Hat jemand Erfahrungen mit Topiramat? Mein Neurologe meinte, dass man das "probieren" könnte, wenn bei der Lumbalpunktion nix rauskommt. Bei "Probieren" habe ich da allerdings letzte Woche abgeschalten, weil ich ja auch schon Antidepressiva ausprobieren durfte.. und da weder was positives noch was negatives festgestellt habe - außer dass das mit dem Schwindel fort schritt.


    Topiramat klingt für mich GANZ schlimm zum "Probieren".


    Wenn ich meinen Bericht selbst so lese, erschrecke ich, bei wie vielen Ärzten ich in dem Jahr war.. bisher hatte ich nur einen Hausarzt zum Impfen. Sch****


    Nochmal danke den Lesern :)

    Mal ein Zwischenstand:


    die Ergebnisse der LP alle negativ. Also nix gefunden.


    Also werde ich jetzt auf eine Basiliar-Migräne behandelt seit 1 Woche mit Topiramat 25 anfangs mit 0-0-1, seit gestern mit 1-0-1. Und seit 3 Tagen geht es mir so gut wie seit mehreren Wochen nicht mehr. Aber ich will den Tag nicht vor dem Abend loben.

    Diesen Benommenheitsschwindel kenne ich zu gut, plage mich damit auch schon seit einem Jahr herum und auch die Taubheitsgefühle habe ich immer wieder.


    Das klingt ja sehr interessant. Wäre nett, wenn du öfter mal Updates zu deinem Zustand machen könntest!


    Ich wünsche dir alles, alles Gute!!


    Hoffentlich hast du deine Ursache gefunden :)^

    Mir geht es weiterhin besser. Noch nicht gut, aber deutlich besser.


    Das Topiramat nehme ich jetzt 1-0-2.


    Der ganze Stress der letzten Zeit ist mir leider sehr auf den Magen geschlagen. Könnte ja jetzt einfach zu schön sein..


    Aktuell läuft noch die endokrinologische Abklärung. Die Befunde stehen noch aus.


    Und die HWS wurde geröngt und eine Atlasblockade festgestellt. Für den Orthopäden steht es sogar fest, dass meine Beschwerden "mit Sicherheit" damit Zusammenhängen. Also, ganz ehrlich. sogar ich habe das auf dem Röntgenbild gesehen... habe jetzt mal gegoogelt und man könnte glatt mein Bild für die Wikipedia-Seite nehmen.. da sieht man es viel deutlicher und ohne, dass man was anmalen muss.


    Ich möchte vorsichtig optimistisch bleiben.


    Ich kann mir vorstellen, dass das zusammenhängt.. auch dass diese Blockade die Migränebeschwerden ausgelöst hat, wo das Topiramat jetzt gerade hilft..


    Ich lasse jetzt die Summe aus Topiramat, Physiotherapie, Atlastherapie usw. über mich ergehen... bin frohen Mutes, dass es nix ernstes ist und bemühe mich um die alte Fitness.


    Bleibt noch die Frage, warum die Füße taub sind... da wird nächste Woche bei der Neurologin was gemessen..


    n8