• Benommenheitsschwindel

    Hallo zusammen, da die meisten Ärzte doch nur auf "ihr" Fach schauen, das sich in der Regel auf ein Organ beschränkt, bin ich langsam am Verzweifeln. Alles fing im Frühjahr 2014 an. Aus heiterem Himmel. Ich hatte Urlaub, saß rum. Merkte im Sitzen, dass er mir nicht sonderlich ging.. wollte aufstehen und hatte einen massiven Schwindel. Dazu…
  • 64 Antworten

    Ich reihe mich hier auch mal ein.


    Habe seit 16 Jahren diese Symptome..... Mich hat man auch auf die Psychoschiene geschoben, nehme seit ein paar Jahren Escitalopram und bin in der 2. Therapie.


    Ich glaube, dass sich aber bei mir in den letzten Jahren wirklich was psychisches eingeschlichen hat.


    Bei Menschenansammlungen wirds mir extrem schwindlig.


    Dieses forward head dingens...... muss ich mal googlen.

    @ a-Psycho:

    Und, hat das escitalopram was gebracht?


    Forward Head Posture nennt sich das:


    http://www.wikihow.com/Correct-Forward-Head-Posture


    http://www.koerpertherapie-zentrum.de/


    http://www.koerpertherapie-zentrum.de/behandelbare-beschwerden/fehlhaltungen/das-stoppmuster.html

    Hallo,


    mal ein kurzes Update. Ist einige Zeit vergangen.


    ich nehme weiterhin Zoloft. Mittlerweile 50 mg 1-0-0.


    Tavor habe ich abgesetzt. Danach kamen die Symptome wieder mehr. Aber nicht mehr in dem Ausmaß.


    Ich habe dann nur noch ab und zu (vielleicht 3mal in der Woche) 0,5 mg Tavor eingenommen, wenn ich merkte, dass es mich zu arg ausbremst.


    Ich habe für den Bedarfsfall Doxepin 50 verschrieben bekommen. Das sollte ich statt Tavor einnehmen. Das hatte aber nur die Wirkung, dass ich sehr müde war. Fast unerträglich müde. Ich habe das eine Mal sogar 12 Std. daraufhin am Stück geschlafen... war aber am nächsten Tag trotzdem nicht fit.


    Ansonsten habe ich exzessiv Sport gemacht. Die Fitness ist um 500% besser geworden, 4 kg abgenommen, und ich bin wirklich stundenlang symptomfrei. Mittlerweile mehr ohne Symptome als mit Symptomen.


    Daneben habe ich mich mit Entspannungsübungen (Progressive Muskelentspannung) beschäftigt. Das ist zwar nicht so meines, hat mich aber schon weiter gebracht.


    Für mich sehe ich das so:


    Anfangs hatte mein SChwindel eine organische Ursache. Die wurde damals behandelt und geheilt.


    Mein Hirn hat sich das aber als Warnsignal für mich gemerkt und auf jede Störung mit SChwindel reagiert.


    Das hat einen Teufelskreis in Gang gesetzt. Stress, Muskelverspannungen, Schonung, körperlicher und psychischer "Abbau", Schwindel.. und dann das alles wieder von vorne.


    Ich kann nur jedem raten, bei dem keine organische Ursache gefunden wird:


    lasst Euch zu einem Facharzt für Psychotherapie überweisen (also, keinem Psychologen, sondern einem Facharzt). Die Beschwerden bildet man sich nicht ein. Die hat man. Und man braucht so oder so Hilfe. Wenn man mit dem Schwindel leben soll benötigt man genauso Unterstützung als wenn der SChwindel eine psychische Ursache hat.


    Ich habe mich die letzten Wochen sehr um mich selbst gekümmert. Hätte auch eine stationäre Therapie machen können, habe ich aber vorerst abgelehnt. Habe zum Glück länger Überstundenfrei nehmen können - und Urlaub. Ansonsten hätte ich eine Krankmeldung in der ersten Zeit gebraucht. Ich werde auch meine Arbeitszeit befristet reduzieren.


    Für mich hat sich die Kombi aus Medikamenten, Sport und Entspannung als wirksam erwiesen.


    Ich kreise auch nicht mehr so sehr um meine Beschwerden.


    Der Anfang war aber wirklich nicht einfach. Sowohl der Beginn mit Zoloft (verstärkt Unruhe) als auch der Sport (verstärkt Schwindel - wenn kein Tavor). Aber da bin ich drüber. Lebensqualität die meiste Zeit jetzt TOP!


    Mal sehen, wie es dann übernächste Woche unter Arbeitsbedingungen wieder ist.

    Zitat

    Im ganzen Leben hätte ich das nicht für möglich gehalten.

    Hallo mipawege,


    diesen Satz habe ich auch mal so ausgesprochen und ich freue mich sehr über Deine "Erfolgsgeschichte".


    Habe Deinen "Werdegang" hier mitverfolgt, da es viele Parallelen zu meinem eigenen gibt - sowohl beim reinschlittern in den Teufelskreis als auch beim wieder umkehren desselben.


    Du bist jedenfalls auf dem richtigen Weg und dann ist es gar nicht mehr so wichtig, ob Huhn oder Ei bzw. wie viel Anteil von beidem.


    Weiterhin alles Gute und vor allem Geduld. Es kann schon eine Weile dauern, um aus so einer Krise rauszukommen und evtl. auch mal Rückschläge geben. Aber so lange die Richtung stimmt, wird es nur Dich nur kurz zurückwerfen. :)*


    *:)

    Update


    Das Arbeitsleben hat mich wieder voll im Griff. Bisher hat es richtig "Spaß" gemacht. Es läuft einfach wieder.


    Problem ist (natürlich), dass ich mein Fitness- und Selbstverwirklungsprogramm nicht durchziehen kann. Scheinbar die Quittung folgte auf dem Fuß am Samstag Morgen. Ich bin aufgewacht und hatte eine regelrechte Panikattacke. Den ganzen Tag habe ich gemerkt, wie sich mein Körper wieder beginnt zu verspannen. Mag ich jetzt auch mal unter Erfolg verbuchen, dass ich merke, was da gerade passiert.


    Mit Zoloft komme ich super klar. Doxepin kann ich nicht nehmen. Das knockt mich gut 15 Std. total aus. Hab jetzt noch als Notfallmedizin Pipamperon Saft verschrieben bekommen. Hab ich 1mal probiert, nur um meine Reaktion drauf zu testen abends. Hatte früh dann zwar auch einen leichten Überhang. Aber besser als bei Doxepin. Ob es in einer akuten Schwindelattacke dann wirklich hilft, weiß ich nicht. Gestern habe ich dann lieber zu Tavor gegriffen, weil ich noch Restbestand habe.


    Werde da eh mal mit meiner Psychotherapeutin reden, ob das nicht das bessere Medikament für mich ist. Das Suchtpotential ist riesig, aber ich bin bei maximal 1 Tablette pro Woche. Meine eigene Sorge vor einer Abhängigkeit besteht da ehrlich gesagt nicht mehr.


    Die Psychotherapie läuft.. naja. Reden ist schön. Ich weiß noch nicht, wo es hinführt. Keine Ahnung, warum ich diese Beschwerden habe... warum ich um 6 Uhr aufwache und mein Herz rast.. und ich total die Panik kriege... wenn ich sagen kann, dass ich 2 Wochen nicht die kleinste Sorge hatte.. - außer dass ich mein Sportprogramm nicht unterkriege...

    @ lupo

    ich kenne mittlerweile 2 langjährige Bekannte, die das gleiche durch haben. Die meisten gehen damit halt nicht hausieren. Letztendlich haben die mir das nur erzählt, weil ich so offen damit umgegangen bin. Somatoforme Störungen, die sich auch durch Benommenheitsschwindel ausdrücken sind scheinbar gar nicht so selten. Und die Leidenswege sehr ähnlich. "Es" hat sich halt auch wirklich für mich nie "psychisch" angefühlt.

    Zitat

    ich kenne mittlerweile 2 langjährige Bekannte, die das gleiche durch haben. Die meisten gehen damit halt nicht hausieren. Letztendlich haben die mir das nur erzählt, weil ich so offen damit umgegangen bin. Somatoforme Störungen, die sich auch durch Benommenheitsschwindel ausdrücken sind scheinbar gar nicht so selten. Und die Leidenswege sehr ähnlich. "Es" hat sich halt auch wirklich für mich nie "psychisch" angefühlt.

    das unterschreibe ich so. bei mir gehts auch seit anfang juni besser aber dennoch denk ich dass die eine oder andere episode auf eine migräne zuruckzuführen war...womöglich kommt das dann auch mal wieder vor, kann man wohl nicht ganz verdrängen.

    @ mipawege

    Halte uns bitte hier auf dem Laufenden. Zum Einen mag ich deinen Schreibstil ;-D und zum Anderen sehe ich doch ein paar Parallelen zu mir.


    Vor allem sehe ich die Gemeinsamkeit, eines "fallweise übertriebenen" Ehrgeizes, der uns vereint. Egal, was es ist, 100% sind nie genug, es muss immer mehr sein ... So lese ich zumindest zwischen deinen Zeilen und sehe hier eine Gemeinsamkeit mit mir.


    Und vielleicht ist das auch eine der Wurzeln des Übels. Ich denke schon, dass ich einige Stopptafeln, die mir mein Körper bereits hingehalten hat, rücksichtslos überfahren habe. Im Ignorieren von körperlichen Warnsignalen habe ich einen herzeigbaren Track-Record. ]:D

    @ Tintifax

    mach ich doch gerne :)


    Es geht mir wirklich mit jeder Woche besser. Obwohl das lt. Psychotherapie mir nur so vorkommt ;-)


    Wie kommt es zu dieser Aussage... (ich schreib jetzt einfach mal so, wie es mir gespiegelt wurde.)


    Ich bin ständig auf der Überholspur. Ist so. Das wirkt für mich als negative Ablenkung. Wochenende krieg ich dann in Ruhe die Quittung. Es ist wohl so, dass es mir unter der Woche genauso schlecht geht, ich mich aber eben mit viel Stress ablenke. Ich muss lernen, das "SChlecht-Fühlen" unter der Woche zuzulassen und Pausen einzulegen, damit es mich am Wochenende nicht so arg erwischt.


    Der Schwindel sei ein Zeichen meines Körpers, wenn ich halt überhaupt nicht mehr hören will. Dadurch werde ich gezwungen, einen Stopp einzulegen.


    Das nächste ist, an dem ich arbeiten soll, ist das Verarbeiten von Wut und Aggressionen (die ich gegen mich beruflich erlebt habe und erleben werde.) Das soll ich über Bewegung machen. Das Erleben von solchen Emotionen führt zu Muskelverspannungen. So sagt die Psychotherapie... und da wäre Ruhe kontraproduktiv.


    Medikamentös bin ich bei Zoloft 75 angelangt. Pipamperon oder wie das heißt, habe ich noch 2mal genommen. Für den Tag nicht so tauglich für mich. Aber schlafen kann ich damit wie ein Engelchen.

    Zitat

    "fallweise übertriebenen" Ehrgeizes

    Ja, das höre ich öfters mit verschiedenen Synonymen. Muss was dran sein. Mein Tempo soll einzigartig sein :-/ Dabei empfinde ich "Tempo" eigentlich viel befriedigender als wenn alles so gechillt ist.


    OK, nächste Schritte: PAUSE machen - aktiv.; Nach Konflikten am Arbeitsplatz BEWEGEN


    Parallel läuft Sportprogramm - naja, sehr sporadisch..


    Auch wenn es noch nicht perfekt ist - ich habe wieder einen Zustand erreicht, mit dem ich jetzt leben könnte.

    Zitat

    Im Ignorieren von körperlichen Warnsignalen habe ich einen herzeigbaren Track-Record

    Wette angenommen!! ;-)

    Update


    Mir geht es gut, merke aber, dass ich nicht stabil bin. Seit ich das tatsächliche Problem kenne, fühlt "es" sich irgendwie anders an. Schwindel und Schmerz sind so gut wie gar nicht mehr vorhanden. Ich spüre gelegentlich eher Unruhe.


    3mal die Woche Sport ist jetzt möglich.


    Ich hatte keinen Krankheitstag mehr.


    Zoloft nehme ich mittlerweile 100mg tägl.


    Zu Tavor greife ich max. 1mal in der Woche.


    Psychotherapie läuft. Ja, warum auch nicht.

    Benommenheit, Schwindel, Derealisation... das Gefühl, einen Herzinfarkt zu haben.


    Ich kann wirklich nur raten, dass man nach Ausschluss einer organischen Ursache die Therapie Richtung Panikattacke lenkt und sich einen Facharzt für Psychotherapie sucht.


    Mir geht es echt viel besser - und wenn mal nicht, kann ich immer besser damit umgehen.

    @ mipawege

    Bitte halt mich/uns hier weiter auf dem Laufenden :)^


    Lese hier schon länger gespannt mit und bin auch selbst betroffen.

    Hallo,


    nochmal ein Update, auch wenn nicht so viel passiert ist.


    Also für mich schon ;-) - ich hatte einen tolle Urlaub, bei dem ich mich das erste Mal seit langem "gesund" fühlte. Es sind zwar noch keine 100% erreicht, aber das wäre jetzt Gejammer auf hohem Niveau.


    Die Arbeit hat natürlich auch entdeckt, dass ich wieder "da" bin und schüttet mich zu. Ich passe aber gut auf und nehme mir erarbeitete Überstunden auch gleich wieder frei. Meinem Chef habe ich gesagt, dass ich eine ambulante Reha mache und mich das termlich zu arg stresst und ich ja meine Gesundheit erhalten muss. Das lief dann wirklich unkomplizierter als gedacht..


    Medikamente unverändert. Setralin. Tavor 0,5 habe ich immer in der Tasche für den Bedarf. Ist ist vielleicht so 1mal in der Woche. Ich habe zwar öfters mal so "leichte" Anflüge, wo ich nicht weiß, in welche Richtung es geht - aber das geht dann immer mit bisschen "Kopfarbeit" und Durchschnaufen wieder weg. Das Tavor nehme ich nur, wenn es in Situationen ist, wo ich eine Panikattacke wirklich überhaupt nicht riskieren kann. Das steht immer im Zusammenhang mit der Arbeit und vielen Menschen.


    Ja... da komm ich mal zur Psychotherapie. Ich bin eigentlich nicht der Typ, der auf sowas steht. Aber ich habe gsagt, dass ich mich auf alles einlasse. Ich möchte schließlich gesund werden. Also kramen wir in meiner Kindheit, dort sei der Grundstein gelegt, warum ich so bin wie ich bin und manche Verhaltensweisen habe.


    Demnach sind "wir" zu dem Schluss gekommen, dass ich als Kind zu viel alleine war und deshalb gelernt habe, einfach die Dinge auch "zu machen", wenn sich Probleme ergeben haben. Die hat niemand für mich gelöst. Und das sei wohl auch heute noch ein Kernproblem. Wenn eine Aufgabe oder ein Problem kommt, dann mache ich mich da einfach ran. Meine Grenzen nehme ich dabei nicht wahr.


    Egal, was nun der Auslöser ist, das Thema Achtsamkeit mit sich selbst ist für mich präsenter. Und wenn Beschwerden auftauchen, die eine Panikattacke heraufbeschwören könnten, halte ich inne, überlege was jetzt grad ursächlich sein könnte (komme aber meinstens nicht drauf) und sage mir, dass es "nur ein Gefühl" ist. Es ist keine echte Bedrohung.


    Was sich über Jahre entwickelt hat, geht halt auch nicht in 2 Wochen weg. Das braucht Geduld.. viel Geduld. Und auch die muss(te) ich jetzt lernen.