Schwindel körperlich oder psychisch?

    Hallo...


    ich leide seit Monaten unter Dauerschwindel. Dieser ist verbunden mit


    starkem Druck im Kopf, schlechteres Sehen, Druck auf den Ohren,


    Kieferschmerzen, Schmerzen auf dem Nasenrücken, Druck auf/hinter den Augen und er wird verstärkt durch Druck auf den


    Hinterkopf oder Nacken, Kieferbewegungen (reden,essen), Kopfbewegungen, und vor allem gehen, dann hüpft vor meinen Augen alles auf und ab und wenn ich stehenbleibe steigt der Druck im Kopf stark an und es kommen zusätzlich Schwindelattacken, die sich anfühlen wie Stromschläge. Mittlerweile sind permanente Kopfschmerzen dazugekommen.


    Dazu kommen noch starke Müdigkeit und Schwäche, Muskelschmerzen und Taubheitsgefühle und Atemstörungen, starkes Schwitzen.


    Der Schwindel ist immer da... und die Attacken kommen auch in jeder Situation, auch wenn ich alleine nur vor dem Ferseher sitze oder liege. Am Anfang hatte ich eine Atlaswirbelblockierung. Diese wurde gelöst und der Schwindel war weg, aber am nächsten Tag war er wieder da. Nun wurde eine instabiele Wirbelsäule und Kiefergelenk diagnostiziert. Dagegen werde ich mit Physiotherapie und Osteopathie behandelt. Aber es wird immer schlimmer. Angeblich ist diese "Talfahrt" normal. Aber seit 5 Monaten Behandlung nur Talfahrt? Nun hab ich vor 4 Tagen eine Kieferschiene bekommen und seitdem kann ich mich vor Schwindel kaum bewegen. Mein Osteopath sagt, das ist erstmal normal... kennt sich da jemand aus? Ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll. Zusätzlich hab vor ein paar Tage beschlossen, trotz allem zu meinem Freund zu ziehen. Ich freu mich auch drauf, aber ich hab auch tierisch schiß, daß der Schwindel nie wieder weg geht und ich meinen Rückzugsort (meine Wohnung) nicht mehr hab. Ich hab mich nämlich mittlerweile von allem zurückgezogen, weil ich den Schwindel und die Attacken einfach nicht aushalte, wenn jemand da ist. Mittlerweile sind die Kopfschmerzen auch dauerhaft da. Mein Hausarzt sagt, daß alles psychisch ist, aber ich hab das alles ja auch, wenn ich alleine zu Hause bin und sofort beim Aufwachen morgens. Wie kann das trotzdem psychisch sein? Ich bin 28 und hab das seit fast 3 Jahren und ich will da endlich raus. Ich bin nur noch zu Hause und kann auch noch kaum Besuch ertragen, telefonnieren geht auch nicht mehr, weil beim reden die Kopfschmerzen und die Schwindelattacken ansteigen. Am liebsten würde ich mich irgendwo einigeln, andererseits will ich doch nur wieder richtig Leben... ich weiß nich weiter...


    Ach, noch eins... ich versuche auch nun, trotz Schwindel unter Leute zu gehen, aber der Schwindel steigt immer nur an und geht nicht zurück und danach bin ich tagelang total fertig und der Schwindel ist auch sehr heftig. Und dann denke ich immer, daß das alles ja doch nix bringt, ich müßte doch auch mal Erfolg haben... bitte... kann mir jemand helfen, ob das wirklich psychisch ist und wenn ja, wie ich da endlich rauskommen kann?

    Hallo Sanni,


    warst du schonmal beim neurologen? hast du schonmal eine MRT oder CT machen lassen? kann man denn wirklich alle organischen erkrankungen, die schwindel auslösen können, ausschließen?


    Alles Gute und liebe GRüße,


    Jodie

    Und das was Luna1978 schreibt hat auch nichts mit Psyche zu tun. Ich will nicht ausschließen, dass ein Psychopharmaka zu einer Besserung führt, aber das ist ja schließlich auch eine körperliche Maßnahme (ist eine Tablette genauso wie Aspirin eine ist).


    Nur weil Ärzte zur Zeit mit Messgeräten nichts finden können, sollte man sich nicht verunsichern lassen: Solche Leiden haben körperliche Ursachen, speziell wenn ich höre: Leben war wunderbar und dann begann es von heute auf morgen.


    Viele Grüße


    Peter

    Hallo Sanni,


    aus deinem Schreiben kann man die typische Verzweiflung und tiefe Verunsicherung eines "Dauerschwindlers" herausspüren.


    Erstmal gehe ich davon aus, daß Du innerhalb dieser 3 Jahre Leidenszeit bei den zuständigen Fachärzten (Neuro, Kardio usw) warst und die keinen körperlichen Befund feststellten.


    Die Befunde Wirbelsäule / HWS / Kiefer sind meistens die einzigen objektiv feststellbaren, da eben die meisten Menschen unserer Zivilisation dort Fehlstellungen, Verspannungen usw. haben. Auch therapeutisch besteht hier oft der einzige Ansatzpunkt, an den sich die verzweifelten "Schwindler" dann klammern aber sehr oft enttäuscht werden. Schwindel und Verspannungen gehören übrigens zusammen. Man versucht, den ständigen Schwindel, die Verunsicherung, mit erhöhter Körperspannung auszugleichen, als eine Art Stabilisierung sozusagen. Die Verspannungen können dann wieder den Schwindel verstärken und auch zu den von Dir geschilderten Schmerzen / Druck im Kopf- und Gesichtsbereich führen - der erste Teufelskreis.


    Der 2. Teufelskreis in Zusammenhang mit Schwindel kann ANGST sein. Ich weiß, wie schwer es ist, das zu verstehen und zu akzeptieren, aber alle die von Dir geschilderten Symptome KÖNNEN wohl auch psychosomatischer Natur sein. Dabei geht es nicht nur um die Angst vor bestimmten Situationen, die dann Attacken auslösen, sondern auch um eine inzwischen generalisierte Angst. Diese "tierische Schiss" (Deine Worte), z.B. den Schwindel nie wieder loszuwerden oder evtl. eine schwere Krankheit zu haben, Angst, daß das schöne Leben vorbei ist, die ist auch morgens beim aufwachen da.


    Ich würde nie ganz ausschließen, daß das erste Schwindelerlebnis irgendeine der ca. 360 möglichen körperlichen Ursachen hatte, aber bei einem Dauerschwindel über Jahre mit diesen vegetativen Symptomen ist ein psychogene Begründung sehr wahrscheinlich. Welche körperliche Krankheit soll das sein, wo telefonieren oder unter Leute gehen Schwindel und Kopfschmerzen auslöst bzw. verstärkt, wo man 3 Jahre lang solche Beschwerden hat, ohne einmal umzufallen, ohnmächtig zu werden oder gar zu sterben ???


    Hier nun meine Tipps:


    1) Akzeptierung einer nicht körperlichen Ursache (...zumindest zu 95%). Evtl. Anmeldung bei der Schwindelambulanz einer Uni-Klinik, um diese Akzeptanz noch zu verstärken.


    (...auch das Lesen dieses Threads von Beginn an kann dabei helfen....)


    2) Arzt Deines Vertrauens, der um Deine Situation weiß und dennoch Dich, Deine Beschwerden und Symptome ernst nimmt.


    3) Psychotherapie (z.B.kognitive Verhaltenstherapie) - evtl. psychosomatische Reha


    4) Entspannungstraining (z.B. progressive Muskelentspannung oder autogenes Training)


    5) Sport (Ausdauersport, z.B. Joggen), verbessert sowohl die körperliche Situation als auch das Vertrauen in den eigenen Körper


    6) Vermeidungsverhalten - so wenig wie möglich (...lernt man z.B. in einer Verhaltenstherapie)


    7) Wenn garnix mehr geht - Antidepressiva - allerdings nur, wenn 1-6 auf Dauer keine Besserung bringen


    Und noch was, bitte stelle Dich darauf ein, daß es keine schnelle Heilung geben wird, gerade bei der inzwischen langen Dauer Deiner Beschwerden. Wichtig ist der richtige Weg, den es einzuschlagen gilt. Fang einfach an !


    Viel Kraft und Glück.


    Lupo

    Ich sehe eigentlich ganz andere Maßnahmen:


    1. Kohlenhydratarme Diät, ggf. auch Milchprodukte meiden, damit der Körper sich insgesamt stärkt und robuster wird. Also eine Diät durchführen, die aus einem eher Rambo denn Twiggy macht (damit einen nicht gleich alles umpustet).


    2. Ggf. Psychopharmaka. Es kann sich um Mikroverspannungen an irgendeiner Stelle handeln, die sich aber nicht von selbst lösen und die auch keiner findet. Von Rückenschmerzen kennt man das ja auch: Die Muskeln spannen und spannen immer mehr und da kann man auch nicht mit Psychotherapie gegen an sondern nur mit Medikamenten die die Muskeln wieder lösen.


    Ich kann nur davor warnen, Symptome wie Sanni8 sie beschreibt als psychisch erklären zu wollen. Ich finde damit tut tritt man Kranke mit Füßen: Man hat ein schweres Symptom und wünscht sich nichts mehr als dass das endlich weg geht, ansonsten ist man mit sich und der Welt eigentlich im Reinen, und durch dieses Symptom geht es einem jeden Tag schlechter und schlechter bis man sich am Ende nicht mehr aus dem Haus wagt, nur noch Ängste hat, die Beziehung mit dem Freund auch nicht mehr eingehen will und und und. Und dann kommt jemand und sagt: Ich merke dass Du panische Angst hast: Deine Krankheit ist psychisch.


    Na toll! kann ich dazu nur sagen.


    Viele Grüße


    Peter

    Sanni, Lupo, Peter

    Hallo Zusammen,


    wie Ihr ja wahrscheinlich schon gesehen habt, bin auch ich mit einigen Beiträgen innerhalb dieses Forums schon vertreten.


    Zunächst einmal möchte ich lupo049 dafür danken, daß er mir mit seinen wirklich hochqualifizierten Beiträgen immer wieder neuen Mut macht (nebenbei: wie geht es eigentlich lucylein ?).


    Ich leide ebenfalls seit nunmehr über 3 Jahren an Schwindel, Panik und all´den hier im Forum beschriebenen Symptomen, aber meine Lage hat sich seit einigen Wochen verbessert.


    Habe vor ca. 3 Monaten meine Psychotherapeutin gewechselt und siehe da, es geht langsam aufwärts, da ich an vielen Schrauben drehe, welche mein Leben beeinflussen (welche ich aber vorher nicht erkannt habe).


    Ich kann nur jedem raten, auch Dir Sanni, Lupo´s Ausführungen zu folgen, da ja anscheinend sämtliche körperlichen Ursachen ausgeschlossen werden konnten. Daran zu glauben (das nichts körperliches vorliegt) ist aber auch einer der schwersten Schritte überhaupt. Du mußt aber damit anfangen.


    Zu Peter:


    Danke natürlich auch für Deine Beiträge, doch ehrlich gesagt glaube ich nicht an Deine Ernährungstheorie. Mag´ ja sein, daß es bei Dir angeschlagen hat, doch vermute ich, daß der Glaube daran bei Dir der Knackpunkt zur Besserung war. Als Ergänzug kann es aber ganz bestimmt nicht schaden.


    Ich wünsche Euch allen noch einen "ertäglichen" Tag,


    S&P.

    Warum isst es eigentlich für viele so wichtig, dass Symptome wie


    "starkem Druck im Kopf, schlechteres Sehen, Druck auf den Ohren, Kieferschmerzen, Schmerzen auf dem Nasenrücken, Druck auf/hinter den Augen und er wird verstärkt durch Druck auf den Hinterkopf oder Nacken, Kieferbewegungen (reden,essen), Kopfbewegungen, und vor allem gehen, dann hüpft vor meinen Augen alles auf und ab und wenn ich stehenbleibe steigt der Druck im Kopf stark an und es kommen zusätzlich Schwindelattacken, die sich anfühlen wie Stromschläge. Mittlerweile sind permanente Kopfschmerzen dazugekommen.


    Dazu kommen noch starke Müdigkeit und Schwäche, Muskelschmerzen und Taubheitsgefühle und Atemstörungen, starkes Schwitzen..."


    eine psychische Ursache haben. Was sollte man sich darunter vorstellen? Was könnte bei einer Psychotherapie herauskommen? Welches Erlebnis oder welche Verhaltensweisen können so gravierend sein, dass man sich solche Symptome einhandelt, trotzdem ist die Sache so geheim, dass man nicht unmittelbar drauf kommt. Man könnte fast annehmen, die Psyche spielt kleine Spielchen mit einem: "Ich seh etwas was Du nicht siehst und das ist.... Nein, nein, das wär zu einfach, ich mach erst mal ein bisschen Schwindel dann darfst Du überlegen was es sein könnte."


    Glaubt Ihr ernsthaft, dass der Mensch so funktioniert?


    Zu der Ernährung:


    Nun Lupo schrieb ja was von Entspannungstechniken und Sport.


    Kohlenhydratarme Diäten wirken in der Regel aber viel viel substantieller als z. B. diese Maßnahmen. Schon mal gesehen was aus einem Indianer wird, der sich genau so ernährt wie wir das tun?: Ein schwächlicher Diabetiker mit den gleichen Problemen wie Ihr.


    Viele Grüße


    Peter

    Gegenfrage Peter, warum ist es für dich so wichtig, ja KEINE psychischen Ursache zu haben, was ist so beschämend daran ?


    Psychosomatik funktioniert so, nur, um es derb auszudrücken, den Durchfall vor einer wichtigen Prüfung kann man eben sehen im Gegensatz zu Schwindel.


    Dennoch, bitte, wir sollten die Sache nicht zur "Glaubensfrage" verkommen lassen, im Interesse der Betroffenen. Glaube mir, ich war genau in der von Dir beschriebenen Situation. Beim Arzt, mit extremem Schwindel und allem, was ein vegetatives Nervensystem an Sensationen zu bieten hat und der kommt mir mit Psychotherapie. Am liebsten hätt ich ihm den Tisch umgeworfen (...hätt ich aber auch gemacht, wenn er mir zu einer kohlenhydratarmen Diät geraten hätte). Man tritt Kranke nicht mit Füssen, wenn man Symptome "als psychisch erklärt". Die Symptome sind da, sind körperlich, daran zweifelt niemand. Sie sind nur psychisch verursacht, verstärkt oder chronifiziert. Die Psychosomatik an sich ist ja kein neuzeitlicher Hokuspokus, sondern durchaus auch medizinisch/wissentschaftlich erwiesen, zugegebenermaßen sehr schwer zu akzepztieren, wenn man unter starken körperlichen Symptomen leidet und man - wie ich persönlich auch - eigentlich nie etwas mit psychischen Störungen zu tun hatte.


    Es kann jeden unter bestimmten Vorraussetzungen von heute auf morgen erwischen und je nach dem, wie man gestrickt ist, unweigerlich in die Tiefe führen. Mir hat eine Kombination aus den von mir beschriebenen Punkten - und zwar alle 7 über einen Zeitraum von über 2 Jahren - aus dem Sumpf geholfen. 90 % meiner Symptome waren mit Wirkung des Antidepressivas verschwunden - ein ganz wichtiger Schritt, um daran zu glauben, dass Angst Schwindel verursacht.


    Peter, Dir hat anscheinend schon alleine die Umstellung der Ernährung geholfen - ein Riesenglück.

    Du schreibst:


    "90 % meiner Symptome waren mit Wirkung des Antidepressivas verschwunden - ein ganz wichtiger Schritt, um daran zu glauben, dass Angst Schwindel verursacht."


    Ich ziehe für mich eben daraus andere Folgerungen. Für mich ist ein Antidepressiva ein Medikament, eine körperliche Maßnahmen, wie das Aspirin gegen Kopfschmerzen. Daraus lässt sich überhaupt nicht ableiten, dass es sich um ein psychisches Problem handelt.


    Ich habe eben auch einen sehr konkreten Hintergrund: Ich habe sehr lange unter schwerster Migräne gelitten. Dazu gesellten sich mit der Zeit weitere körperliche und psychische Symptome (zu den letzteren gehörten: Schwindel, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Panikattacken, Ängste, häufige depressive Verstimmungen).


    Damals war die Auffassung der meisten Mediziner, dass Migräne eine psychische Erkrankung ist. Aus diesem Grund habe ich mehr als 10 Jahre Psychotherapie gemacht: Ohne irgendeine Wirkung. Es ist auch nie - auch nicht für eine Sekunde - mal eine Problem gestreift worden, was auch nur in Ansätzen die Probleme begründet hätte, unter denen ich litt. Probleme hat sicherlich jeder in der einen oder anderen Form, aber es gab nichts, wozu man nicht hätte sagen müssen: Hm, sowas haben doch viele.


    Heute hat sich das Blatt gewendet. Die Medizin ist praktisch übereinstimmend der Auffassung, dass es sich bei Migräne um eine körperliche Erkrankung handelt. Psychotherapie gilt gemäß den diversen Schmerzmanuals als wirkungslos, höchstens als sinnvoll, um dem Patienten Unterstützung bei seinen durch die Erkrankung ausgelösten psychischen Begleitsymptomen zu geben. Denn viele Migränepatienten sind u. a. erschöpft und depressiv.


    Eine kohlenhydratarme Diät befreite mich dann aber innerhalb kurzer Zeit von all meinen Symptomen. Binnen 2 Jahren verschwand sogar die sehr schwere Migräne vollständig.


    Deshalb bin ich immer geneigt, mich an ein einfaches Prinzip zu halten und nicht so sehr an Hokus Pokus zu glauben. Und dieses Prinzip sieht ungefähr so aus:


    Man setze sich für sich ganz still in die Ecke und überlege ganz ehrlich und ernsthaft (und ohne jegliche Tabus) für sich: Gibt es irgendetwas, wovor ich Angst habe, was mir Sorgen bereitet, was mal vorgefallen ist, was mir hochgradig peinlich ist usw. und was die Schwere meiner Erkrankung begründen könnte.


    Wenn binnen 30 Minuten nicht irgendetwas aufgetaucht ist, wozu man Ja sagen könnte, dann rate ich dazu, diesen Gedanken nicht weiter zu verfolgen, sondern stattdessen eine körperliche Ursache anzunehmen.


    Viele Grüße


    Peter

    Zu Peter60

    Guten Morgen Zusammen,


    mit Interesse habe ich gerade die 3 neuen Artikel zur Kenntnis genommen.


    Ich glaube wir werden hier nicht klären können, was genau die Psyche ist oder was nicht. Wichtig ist in meinen Augen ausschließlich Möglichkeiten aufzudecken, wie bestimmte Symptome vielleicht wieder gelindert werden können. Ob dies nun über Antidepressiva, Psychotherapie, Ernährung oder wie auch immer erfolgt ist letztendlich auch völlig egal. Wichtig ist doch nur, daß es Lösungsmöglichkeiten gibt! Welche vielleicht die "beste" ist, ist im Einzelfall wahrscheinlich eh´individuell verschieden.


    Insofern erscheint es mir daher wichtiger in dieser Diskussionsrunde Anregungen zu vermitteln statt Standpunkte verteidigen zu wollen.


    In diesem Sinne noch einen "beschwerdefreien" Tag,


    S&P.

    Zusatz

    Hallo noch einmal,


    ich wollte Euch noch von einem Erlebnis berichten, was ich kürzlich erlebt habe.


    Ich bin von der Arbeit zurückgefahren und wurde plötzlich absolut müde, der Schwindel (und einige Zusatzsymptome) wurde immer stärker und schlimmer. Im Grunde wollte ich mich einfach nur noch hinlegen und ein wenig die Augen schließen.


    Habe mich aber dann irgendwie dazu durchgerungen meine Golftasche zu schnappen, zur Drivingrange zu fahren und dort 100 Bälle zu schlagen.


    Ergebnis: Je mehr ich mich auf das schlagen der Bälle konzentriert habe und je weniger ich an die Müdigkeit, den Schwindel etc. gedacht habe, desto besser wurde es und irgendwann war es ganz verschwunden.


    Als ich dann ca. 1,5 Stunden später wieder nach Hause fuhr habe ich mich gewundert, wo denn plötzlich alle Symptome geblieben sind ?!


    Dies nur ein kurzer Erfahrungsbericht.


    Gruß,


    S&P.

    Hypoglykämie

    Hallo Peter,


    mein Krankheitsbild hat mit Hypoglykämie/Unterzuckerung überhaupt nichts zu tun, da mein Blutzuckerspiegel schon mehrfach untersucht und für absolut in Ordnung befunden worden ist.


    Die simple, wenn auch leider nicht einfach umzusetzende Erklärung ist aber in allen Beiträgen von Lupo049 und lucylein nachzulesen.


    Abschließend möchte ich daher sagen, daß Deine Ernährungstheorien - zu Deinem Glück - vielleicht bei Dir geholfen haben, die in diesem Forum Betroffenen sich aber vielleicht doch besser auf die Aussagen von qualifizierten Medizinern (samt deren Untersuchungsergebnissen) und Expertenaussagen verlassen sollten.


    Einen schönen Tag noch,


    S&P

    "Abschließend möchte ich daher sagen, daß Deine Ernährungstheorien - zu Deinem Glück - vielleicht bei Dir geholfen haben, die in diesem Forum Betroffenen sich aber vielleicht doch besser auf die Aussagen von qualifizierten Medizinern (samt deren Untersuchungsergebnissen) und Expertenaussagen verlassen sollten."


    Warum besuchen die Betroffenen dann ein Internetforum, wenn die qualifizierten Mediziner und Experten eine schlüssige Diagnose + Umsetzungsstrategie parat haben? Also ich würde mich dann in dieser Situation gar nicht mehr verzetteln wollen, sondern das machen, was die Experten sagen, und nur das.


    Viele Grüße


    Peter

    @ Peter

    Betroffene besuchen dieses Forum, um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, nicht unbedingt, um von Dir eine harrgenaue - und immer gleichlautende Diagnose (falsche Ernährung) - für all Ihre Beschwerden zu bekommen.


    Es gibt leider nicht für jedes Symptom eine medizinisch-körperliche Erklärung wie beim Puppendoktor, der das Beinchen wieder annäht. Ich bin extremer Realist und habe deshalb selbst auch etwas länger gebraucht, um dies zu kapieren.


    Kurze Rede - Langer Sinn. Peter, ich glaube, bei Deiner Diät ist tatsächlich der Placebo-Effekt eingetreten oder hat Dir mal jemand wissentschaftlich begründet, wie Kohlehydrate mit Migräne zusammenhängen ? Freu Dich trotzdem über Deinen Erfolg - das ist letztendich das einzig wichtige.


    Sorry, ich wollte die Grundsatzdiskussion eigentlich nicht ...

    sanni, schreib doch auch mal was dazu!

    ...ich finde die symptome von sanni sind schon ziemlich heftig dafür, dass sie psychisch sein sollen...dauerschwindel...ist ja noch im rahmen des vorstellbaren, den hatte ich ja auch monatelang... aber wie erklärt man sich denn starken kopfdruck, druck in den ohren, sehstörungen, taubheitsgefühle, schmerzen hinter den augen etc...als psychisch?? deshalb fragte ich sanni weiter oben schon ob sie denn schonmal eine MRT oder Ct gemacht hat...sanni, schreib doch mal was dazu...es müssen wirklich erst ALLE organischen ursachen ausgeschlossen werden, um von psychischen ursachen sprechen zu können...


    lg jodie

    mir gehts ahnlich wie euch

    Hallo erst mal,


    also ich habe seit ca. 2 jahren probl. mit schwankschwindel beim gehen und stehen(je länger ich stehe um so heftiger wird er).hinzu kommen nackenschmerzen höhe atlas die an manchen tagen bis in die bws gehen.Desweiteren habe ich auch Druck im kopf,sehstörung(vorallem beim lesen am PC oder Videotext) und ich fühle mich als ob ich immer 2 Bier hätte.Habe folgende untersuchungen durch und kann eigenlich nix organisches haben:Kernspinn Schädel,Hws(steilstellung),Blut Urin,Nervenwasseruntersuchng,Magenspiegelung,Stuhluntersuchung,EEG,EKG,DOPPLER,HNO,AUGENARTZ(vieles mehrmals) etc.,habe Krankengymnastik,vitalogie,Cranio Sacral,etc gemacht.Ich bekomme immer als antwort es wäre Verspannungen und die lösen den Schwindel aus,nur wenn ich morgens erwache gehts los.Schwindelgefühle und ich habe wieder schiß vor dem neuen Arbeitstag,weil ich da viel stehen und laufen muß.im laufe des Vormittags fängt dann wieder mein Nacken an und ich bekomme kopfschmerz und und und.Naja so wirklich weiß ich auch nicht was ich körperliches haben soll.OK ich habe leichten Bluthochdruck den ich aber mit Betablockern behandele,nur ich fühle mich so platt und kämpfe jeden tag rum.Mein Schwankschwindel meine ich immer kommt über die ganze Wirbelsäule(so fühlt es sich an).Hatte ne zeitlang schiß ich hätte einen Tumor in der WS(naja dann müßten ja schmerzen und ausfälle da sein-denke ich)nunja gegen die verspannugen bekomme ich Ortoton-hilft auch nicht wirklich.


    PS


    Wirbelrichten habe ich auch schon zig mal hinter mir,meine HWS Knackt schon jeden Tag von alleine.Vielleicht hat ja einer von euch ne Idee

    @jodie

    Das sehe ich auch so. Die Symptome sind viel viel zu heftig, als dass von einer psychischen Ursache ausgegangen werden kann.


    Betroffene besuchen dieses Forum, um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, nicht unbedingt, eine immer gleichlautende Diagnose (Psyche) für alle möglichen und z. T. sehr schwerwiegenden Beschwerden zu bekommen.


    Es gibt leider nicht für jedes Symptom eine psychische Erklärung. Ich bin extremer Realist und habe mehr als 10 Jahre Psychotherapie benötigt, um dies zu kapieren.


    Kurze Rede - langer Sinn, ich glaube dass bei vielen Psychotherapien hin und wieder ein Placebo-Effekt eintritt, oder hat irgendjemand mal wissentschaftlich begründet, was etwa Migräne oder Schwindel mit einem psychischen Leiden zu tun haben, wo doch z. B. die gesamte Migränemedizin es als erwiesen ansieht, dass Migräne eine körperliche Erkrankung ist?


    Freu mich trotzdem darüber, wenn andere damit Erfolg haben.


    Viele Grüße


    Peter

    @ANGEL5647

    Das wird sehr schwer, da was genaues rauszufinden, aber Du solltest da dran bleiben.


    Da Du Betablocker nimmst: Dies deutet doch schon darauf hin, dass etwas anderes im Körper nicht stimmt.


    Viele Menschen machen den Fehler, dass sie irgendein Symptom A haben und dagegen dann Medikament X nehmen und dann haben sie ein Symptom B und dagegen nehmen sie Medikament Y, meist sogar von unterschiedlichen Ärzten.


    In der Regel hängen die Krankheiten aber miteinander zusammen. Du solltest sie als eine gemeinsame Störung ansehen. Es gibt da etwas was den Blutdruck durcheinanderbringt und Deine Wirbelsäule anspannen lässt. Ich will nicht wieder mit Ernährung anfangen, aber meistens liegt der Grund dort und meistens ganz anders als es sich viele vorstellen. Oft hört man Dinge wie: Aber ich ernähre mich doch schon gesund, esse wenig Fett und kaum Fleisch, mache mir morgens mein Müsli: In der Regel alles grundverkehrt.


    Natürlich kannst Du, solange es nicht besser wird, niemals sicher sein, dass es nicht irgendetwas wirklich Schlimmes ist. Aber Du solltest Dich davon nicht verrückt machen. Die meisten dieser Erkrankungen gehen mit deutlichen Verschlechterungen und sonstigen Schmerzen einher.


    Deshalb noch einmal eine Anmerkung zur Psyche:


    Vor Jahren war im Spiegel mal ein Ausschnitt aus einem Buch eines Lehrers abgedruckt mit dem Titel "Von Arzt zu Arzt". Darin beschreibt dieser, wie er irgendwann während eines Türkeiurlaubs plötzlich leichte Schmerzen in der Wirbelsäule verspürt und denkt sich, da gehe ich in Deutschland bei Gelegenheit mal zum Arzt. Es beginnt dann eine Odyssee durch Deutschlands Wartesäle (Internisten, Neurologen, HNOs, Psychotherapeuten, Krankengymnasten,... einfach alles) und die Diagnose ist immer gleich: psychosomatisch. Derweil geht es ihm immer schlechter. Die Schmerzen sind am Ende so schlimm, dass er nur noch auf allen Vieren durch die Wohnung krabbeln kann. Trotzdem sind auch alle Freunde und selbst seine Lebensgefährtin überzeugt: Dies ist psychisch. Es kommen sukzessive weitere Störungen hinzu, irgendwann starke Schweißausbrüche, dann motorische Störungen, so dass er gefüttert werden muss und ihm läuft ständig der Sabber aus dem Mund. Es hilft nichts: Kein Arzt findet etwas und alle Bekannten, Verwandten und Freunde sind der Meinung: psychosomatisch. Nur er nicht. Am Ende kann er nicht mehr und lässt sich in eine psychosomatische Klinik einweisen, wie es ihm von allen Ärzten und seinen Freunden geraten wurde. Allerdings ist bei der Aufnahme in der Klinik der zuständige Oberarzt nicht da und es vertritt ihn ein Neurologe. Dieser liest sich die Unterlagen durch, klopft ihm den Rücken routinemäßig Wirbel für Wirbel ab und an der gleichen Stelle in der Nähe der Halswirbelsäule sagt dieser Patient wie bei allen anderen Ärzten: Au! Der Neurologe fragt: Tut es Ihnen hier weh? Genau hier? Er antwortet Ja. Worauf der Neurologe sagt: Sie sind hier falsch. Sie haben einen Tumor und zwar sehr weit fortgeschritten. Sie müssen operiert werden und zwar noch heute.


    Die Geschichte endet damit, dass er nach der Operation in seinem Bett liegt, seine Freunde besuchen ihn, er weiß nicht, ob er ggf. für den Rest seines Lebens querschnittsgelähmt bleiben wird (Anm.: Er blieb nicht, er hatte noch einmal Glück) und trotzdem triumphiert alles in ihm: Er hatte seine Würde wieder.


    Auch deshalb warne ich ein wenig vor der leichtfertigen Verbreitung der Psycho-These. Dies kann nicht nur verhindern, dass schlimmste Krankheiten aufgedeckt werden, sondern normalen und vorher sehr lebenslustigen Menschen wird manchmal suggeriert, es gäbe da etwas in der Psyche was sie selbst nicht wüssten aber alle andere möglicherweise schon und das ist so gravierend dass es in der Lage ist, mal eben den ganzen Körper zu zerstören. Und mehr noch, das suggeriert, dass derjenige sich lieber hilflos füttern lässt wobei ihm der Rotz aus dem Mund läuft als sich diesem kritischen Thema zu stellen.


    Viele Grüße


    Peter