ich brauche euren rat, möchte gerne wissen ob sie jemand wiedererkennt.


    seit mai leide ich an schwindel. ich fuhr mit dem auto in den urlaub, und dort angekommen stieg ich aus mit einem furchtbaren liftschwindel.


    ich dachte es könnte an meinen medikamenten liegen die ich einnahm. aber es wurde auch nach dem absetzen einfach nicht besser.


    ich habe eine angststörung, und auch in diesem zeitraum einiges zu verdauen. aber diesen dauerschwindel, den kannte ich nicht.


    daheim angekommen, stellte der arzt eisenmangel und b12 mangel fest. daran klammerte ich mich. es wurde besser für 4 wochen, nun ist der müll seit anfang august wieder da, und ich drehe durch.


    ich war schon beim hno, hörtest ok, belüftung im ohr (zumindest während der untersuchung ok) eeg ok, blutdruck auch.


    ich binn mit meinen untersuchungen noch nicht am ende, aber mit den nerven. ich würde gerne wissen ob ein psychischer schwindel solche symptome machen kann:


    beim autofahren gehen mir oft die ohren zu, der schwindel setzt ein. oft ist mir dann leicht übel.


    schlimmer wird es wenn ich den kopf oft drehe


    manchmal wenn ich den kopf nach vorne beuge dreht es sich für sekunden.


    der schwindel ist quasi den ganzen tag da, mal mehr mal weniger.


    panik macht es natürlich schlimmer.


    mein ohr fühlt sich verstopft an, druchausgleich ist aber meist möglich.


    druck im nacken (nebenhöhlen?)


    ich frage mich ob es eine mischung aus etwas körperlichem, mit einer psychischen komponente sein kann. steiger mich i alles prima rein. oder kennt ihr diese symptome auch bei pschogenem schwindel?


    was könnt ihr mir raten was ich an untersuchungen noch tun könnte um bescheid zu wissen? habt ihr erfahrunge mit der schwindelambulanz sinsheim? freue mich über ehrliches feedback.

    Zitat

    ...ich frage mich ob es eine mischung aus etwas körperlichem, mit einer psychischen komponente sein kann...

    Natürlich gibt es kombinierte Symptome, aber dauerhafter Schwankschwindel ist ein klassisches Symptom einer Angststörung.

    Zitat

    ich dachte es könnte an meinen medikamenten liegen die ich einnahm. aber es wurde auch nach dem absetzen einfach nicht besser.

    Was für Medikamente waren das und wie hast Du abgesetzt ?

    Zitat

    schlimmer wird es wenn ich den kopf oft drehe

    ... und wenn Du nur die Augen drehst (zur Seite) ?

    Zitat

    ... habt ihr erfahrungen mit der schwindelambulanz sinsheim?

    Warum ausgerechnet Sinsheim ?


    Es gibt an fast jeder Uni-Klinik eine erfahrene Schwindelambulanz - melde Dich bei der nahe gelegensten an.


    Viele Grüße :)*

    hallo lupo, und danke. sinsheim weil es bei mir um die ecke ist. zu anderen schwindelmbulanzen muss ich ewig weit fahren.


    die medikamente waren omeprazol (das ich schon jahre nehme ohne nebenwirkungen) und arixtra ein thrombosemittel.


    omep hatte ich schon mal vier tage weg, schwindel blieb. ich bin leider auch drauf angewiesen. ohne omep brennt mir nach drei tagen der rachen wie feuer (reflux).


    wenn du mich so fragst, schnelle bilder machen es auch schlimmer. also augenbewegungen auch.


    aber, es ist halt nicht immer gleich. deswegen die vermutung dass es eine kombination von beidem sein könnte und welche untersuchungen überhaupt noch sinn machen.


    ich möchte nicht die nächsten monate von arzt zu arzt pendeln und zeit verplempern mit unnötigen untersuchungen.

    Hallo Carina,


    also wenn Sinsheim um die Ecke ist, geht vielleicht auch Frankfurt oder Mainz - jeweils Uni-Kliniken.


    Sinsheim würde ich Dir nicht empfehlen - ist mehr oder weniger eine Privatpraxis, die sehr offensiv damit wirbt, eine körperliche Diagnose zu finden, die dann aber fast immer die gleiche ist (Vestibularisparoxysmie) - sehr zweifelhaft.


    Hattest Du auch Antidepressiva genommen bzw. evtl. abgesetzt ? Auch da treten manchmal solche Schwindelattacken - gerade bei Kopf- oder Augenbewegung auf.

    Zitat

    die dann aber fast immer die gleiche ist (Vestibularisparoxysmie)

    Es ist eben soo schön einfach. Patient ist zufrieden, denn er hat eine körperliche Diagnose, und empfiehlt Sinsheim fleißig in Foren weiter. Eine echte Goldgrube.


    Dabei erfolgt die Diagnose genau so, wie es 99% der Paniker von allen anderen Ärzten als "Verlegenheitsdiagnose" betiteln würden.


    Ich zitiere nochmal von https://schwindelambulanz-sinsheim.de/vestibularisparoxysmie.html, weil ich es so unfassbar finde:

    Zitat

    Die Vestibularisparoxysmie festzustellen ist nicht einfach. Man kann versuchen durch zu schnelles atmen eine Attacke auszulösen.

    Das ist schon wirklich extrem daneben. Schnelles Atmen ist Hyperventilieren. Durch gezieltes Hyperventilieren löst man natürlich Schwindel aus. Das hat mit Vestibularisparoxysmie nichts, aber auch gar nichts zu tun.

    Zitat

    Aber auch eine Kernspintomographie zusammen mit einer Gefäßdarstellung (Angiographie) kann notwendig sein, um zu sehen ob Gefäß-Nervenkontakt besteht. Allerdings kann dieser Kontakt auch bei vollkommen gesunden Personen bestehen.

    Aha, also es kann sein oder eben auch nicht. Genau das lassen Paniker bei der Diagnose "Psyche" auch nicht zu. Hier wird dreist damit gespielt, dass bei organischen Diagnosen, die man sich wünscht, nicht die meisten nicht so kritisch sind.

    Zitat

    Die Gabe von Medikamenten und damit Linderung der Symptome kann mitunter der einzige Hinweis sein, das die Diagnose richtig ist.

    :|N Welcher Paniker würde sich darauf einlassen? Wenn ein Arzt sagt "Ich habe keine Ahnung, aber nehmen Sie mal dieses Mittel gegen Angst, vielleicht gehts dann besser" wäre die Aufregung groß, weil "der will mich auf Psyche abschieben und mit Psychomedis vollpumpen!!!". Aber hier lässt man sich das gefallen!?


    Im Übrigen habe ich bei diesem Versuchskaninchen, die auf blauen Dunst Medikamente bekommen, bisher nie von einer Heilung gehört.




    Langer Rede kurzer Sinn: Ich rate von Sinsheim ab.

    Zitat

    omep hatte ich schon mal vier tage weg, schwindel blieb. ich bin leider auch drauf angewiesen. ohne omep brennt mir nach drei tagen der rachen wie feuer (reflux).

    Ist die Ursache für den Reflux bekannt? In vielen Fällen wird einfach immer wieder Omep verschrieben, obwohl die Möglichkeit bestünde die Ursache zu beheben und somit die Medikamentierung überflüssig zu machen.

    hallo mnef,


    ich leide nebenbei noch unter einer chronischen gastritis die leider nicht vollständig ausheilt, egal was ich esse. deswegen kann ich auf das omep nicht verzichten. verschiedene ärzte konnten mir nicht helfen.


    ich habe eine frage: der zusammenhang kiefer-schwindel, ist der ernst zu nehmen?

    Zitat

    ich habe eine frage: der zusammenhang kiefer-schwindel, ist der ernst zu nehmen?

    Hallo Carina,


    welche Probleme hast Du denn mit dem Kiefer ?


    Ein falscher Biss oder z.B. nächtliches Kiefer-Drücken/Knirschen kann sicherlich zu Verspannungen / Kopfschmerzen oder ähnlichem führen, aber zu - dauerhaftem - Schwindel eher nicht. :-/


    Nach meiner Einschätzung ist dieser Schwindel ein Symptom Deiner Angststörung und dort solltest Du ansetzen. Es ist behandelbar und auch heilbar.


    :)*

    Hallo meine Lieben,


    es tut mir leid, dass ich so lang mich nicht gemeldet habe. Habe zwar oft still mitgelesen aber hatte auch keinen großartigen Grund zu schreiben da es mir in der letzten Zeit wirklich gut ging. Vor zwei Wochen sind wir umgezogen was sehr anstrengend war. Als circa fünf Tage vergangen waren merkte ich wie plötzlich der Schwindel immer stärker wurde. Und jetzt obwohl es mittlerweile ruhiger wird ist er immer noch so schlimm. Heute war ich beispielsweise im Baumarkt und musste in den großen Regalen nach Sachen suchen. Dieses ständige Hin und Her sehen mit den Augen hat mir noch mehr Schwindel bereitet, es ist grausam. Fühle mich im Kopf auch wieder richtig duselig und habe das Gefühl nicht richtig scharf sehen zu können. Das mit dem sehen habe ich aber nur wenn der Schwindel so stark ist. Also was mir jetzt in den letzten Monaten aufgefallen ist dass mein Schwindel definitiv vom Stress abhängig ist. Klar der Umzug war anstrengend aber jetzt momentan selbst das kleinste was an Arbeit zu tun ist lässt meinen Schwindel enorm steigen. Momentan bin ich einfach nur deprimiert weil es mir vor dem Umzug so gut ging und dies auch für längere Dauer.


    Wie dem auch sei ich hoffe ihr seid mir nicht böse dass ich mich so lange nicht gemeldet habe.

    Zitat

    ich habe eine frage: der zusammenhang kiefer-schwindel, ist der ernst zu nehmen?

    Das kommt drauf an. Es gibt einen Zusammenhang und wenn der einem Beschwerden macht, ist das natürlich ernstzunehmen. Aber es ist nicht "ernst" im Sinne von einer schlimmen Krankheit, vor der mam Angst haben muss. Lästig, aber nicht tödlich.


    Wurde denn dahingehend etwas diagnostiziert?

    Hallo Sun,


    zunächst ist es mal gar kein Problem, sich hier nicht zu melden - viel wichtiger ist es, dass es Dir gut geht.


    Der aktuelle "Rückfall" lässt sich gut erklären. Einmal wirkt der Schwindel bei stressigen Zeiten gerne nach (ähnlich wie nach einer Karussellfahrt ;-)), weil man im akuten Stress gar keine Muse hat, sich dem zu widmen.


    Zusätzlich solltest Du bedenken, dass ein Umzug grundsätzlich eine große und wichtige Veränderung darstellt. Habe auch die Erfahrung gemacht, dass solche Veränderungen an sich (ohne Wertung, ob positiv oder negativ) eine gewisse Unruhe, Nervosität (eine Art "leichte Angst"?) erzeugen kann und auch das Symptom Schwindel dann zumindest zeitweise wieder auftreten kann.


    Das ist sicher eine temporär begrenzte Episode und wird sich wieder einpendeln, wenn alles wieder in seinen gewohnten Lauf kommt. Also nicht depremiert sein, das wird bestimmt wieder.


    Alles Gute :)*

    @ mnef

    Also ich kann deine Skepsis ggü. Sinsheim nur bedingt verstehen bzw. offen gesagt eigentlich gar nicht. Ich war dort, bekam dort ENDLICH eine UMFASSENDE Untersuchung. Muss voraus schicken, ich war vorher bei 4 HNO's, 4 Neurologen, 3 Orthopäden, unzählige Physios, Osteopathen, Fachärzte für physikalische Medizin etc. und hatte 3 Schädel-MRTs. Alles im Wesentlichen ohne Befund, einzig die HWS war immer verdächtig (Steilstellung, ev. hypermobil). Viel Sport, Reha, Kräftigungstherapie ... alles ohne Erfolg.


    Dann Sinsheim ... siehe da: Der Doc findet meinen Gleichgewichtsnerven auffällig und vermutet eine Zyste. Zusätzlich sind die meisten Untersuchungen auf der einen Seite auffällig bzw. zeigen eine Minderfunktion des Gleichgewichtsorgans. Wieder ins MRT. Radiologe sieht nichts, schließt eine Zyste sogar explizit aus. Gefäß-Nerv-Kontakt (und damit der Verdacht einer Vestibularisparoxysmie) besteht. Versuch mit Carbamazepin in geringer Dosis. Beschwerden werden weniger. Allerdings allergische Reaktion auf das Medikament. Dann ab zum Neurochirurgen. Der sieht sofort eine Zyste bei meinem Gleichgewichtsnerven. Werde ein paar Monate später dann operiert. Die Zyste hat den Nerven komplett umschlossen und eingewickelt. OP ist jetzt 3 Monate her und ich bin nach wie vor nicht beschwerdefrei. Lt. Neurochirurg wird das aber noch ein paar Monate dauern, da mein Nerv jahrelang irritiert war. (Das ganze dauert bei mir schon 3,5 Jahre ...). Zusätzlich habe ich tatsächliche HWS-Beschwerden (oftmalige Blockierungen der Kopfgelenke).


    Und bevor du Auszüge der Homepage von Sinsheim zitierst und unqualifiziert kommentierst, empfehle ich dir, dich mit den Leitlinien der DGN zu beschäftigen, dann wirst du sehen, dass die Angaben aus Sinsheim damit übereinstimmen (nur eben "verständlicher" geschrieben):


    http://www.dgn.org/leitlinien/2308-ll-48-2012-schwindel-diagnose#vestibularisparoxysmie


    http://www.dgn.org/leitlinien/2330-ll-49-2012-schwindel-therapie#vestibularisparoxysmie


    Maßgeblich für diese Leitlinien ist Dr. Strupp aus München; ich denke, er steht doch außer Zweifel.


    Ich sehe den Vorteil in Sinsheim darin, dass man mit einem ERFAHRENEN Doc sprechen kann, während man in Krankenhäusern oft auf junge, unerfahrene Ärzte trifft.


    Natürlich hat jeder, der mit Schwindel zu tun hat, irgendwann einen psychischen Knacks, das ist ja keine Frage. Aber ob die Psyche immer die Ursache ist, dass ist eben die Frage. Bei manchen sicher, aber sicherlich nicht bei allen. Dass sich Symptome unter Stress/Angst verstärken ist nur normal und das geht jedem so.


    Interessanterweise werden bei körperlichen Untersuchungen viele Dinge ausgeschlossen, schlägt man bei einem Psychiater auf, dann findet der meist immer was. Komisch, nicht? ;-)


    Ich will nicht abstreiten, das die Psyche für vieles verantwortlich ist und oftmals Beschwerden verstärkt.


    Ob jetzt die Zyste bei mir für alles verantwortlich ist oder nicht, kann ich noch nicht sagen, aber ich weiß nur, dass sie x-mal übersehen wurde. 4 x vom Radiologen (wobei ja meist 2 die Bilder ansehen, also 8x), dann von den HNOs, den Neurologen etc. die ja alle auch die Bilder gesehen haben.


    Fazit: Auch körperliche Ursachen können übersehen werden. Antidepressiva kann immer noch einwerfen ...