Aja, und Lupos Bedenken gegen Sinsheim resultieren wahrscheinlich aus seinem Besuch in diesem Forum:


    http://www.med1.de/Forum/Neurologie/721616/


    Ist halt ein "Vestibularisparoxysmie-Forum" und es sind fast nur Sinsheimer dort. Wobei nicht alle Sinsheimer mit einer Vestibularisparoxysmie diagnostiziert wurden. Aber ja, die Mehrzahl schon. Wir sprechen hier aber von 20 bis 30 Leuten. Sinsheim hat im Jahr ca. 2.000 Patienten.

    Zitat

    Aja, und Lupos Bedenken gegen Sinsheim resultieren wahrscheinlich aus seinem Besuch in diesem Forum:http://www.med1.de/Forum/Neurologie/721616/

    In der Tat - aber nicht ausschließlich...


    Größere Bedenken bekam ich eigentlich durch die Aufmachung und Aussagen von diversen Internet-Seiten dieser "Schwindelambulanz"... ":/

    Zitat

    Sinsheim hat im Jahr ca. 2.000 Patienten.

    ... und durch die enorme Geschäftstüchtigkeit ... :-/.


    Es ist ja nicht nur mir aufgefallen, dass rund um Sinsheim eine Vestibularisparoxysmie-Epedemie ausgebrochen sein soll, während anerkannte Schwindelambulanzen von Uni-Kliniken diese Ursache bei 3-4% sehen.


    Aber OK - ich respektiere, dass die Betroffenen sich in dem Faden "ungestört" austauschen wollen und habe ziemlich früh entschieden, deshalb da nicht zu schreiben.


    Alles Gute natürlich für alle Betroffenen und Gute Besserung ! :)*

    Ein paar Zeilen noch, dann lass ich es eh, ich will keinen belehren, aber so manches will ich auch nicht so stehen lassen.


    Ad Aufmachung/Aussagen dieser Schwindelambulanz:


    https://schwindelambulanz-sinsheim.de/


    Ich weiß nicht, was daran so schlecht sein soll. Ja, sie suchen in erster Linie nach körperlichen Ursachen. Ich glaube auch, dass sie eine sehr gründliche Diagnostik betreiben. Zumindest habe ich gleiches noch nirgends erlebt. D. h. ja nicht, dass da unbedingt was rauskommen muss. Leider werden in vielen Arztpraxen nur sehr oberflächliche Untersuchungen gemacht. Bei mir war meistens die zweite Frage: "Haben Sie viel Stress?". Wie gesagt, Sinsheim war die erste Adresse (nach zig Ärzten), die in meinem Fall eine Zyste vermutet haben. Zusätzlich haben sämtliche Untersuchungen ebenfalls auf eine Störung hingedeutet. Sinsheim hatte recht, die Zyste wurde schlussendlich operiert.


    Ad Geschäftstüchtigkeit:


    Naja, wenn das Jahr 52 Wochen hat und von mir aus eine durchschnittliche Arztpraxis 40 Wochen à 4 Tage die Woche offen hat, dann sind das 160 Arbeitstage. 2.000/160 = 12,5. Dann sind das im Schnitt 12,5 Patienten pro Tag. Ist das so viel? Es arbeiten dort 3 Ärzte. Ein HNO bei dem ich war, der vergibt die Termine im 10-Minuten-Takt. Mein Orthopäde im 15-Minuten-Takt. Sinsheim hat den gesamten Ablauf aus meiner Sicht sehr gut standardisiert. Die Untersuchungen machen die Assistentinnen, auf die Ergebnisse/Bilder schaut der Doc. Gespräch dauert 10 bis 15 Min. Alles in allem schätze ich 20 bis 30 Minuten pro Patient.


    Ad Vestibularisparoxysmie-Epidemie: Ich glaube, leichtfertig wird diese Diagnose nicht gestellt. Die Frage ist, ob die 3-4% wirklich der Realität entsprechen oder ob diese Zahl nicht zu gering ausfällt. Es ist nun mal so, dass sich Gefäße (die für die Paroxysmie verantwortlich sind) nun mal meist im fortgeschrittenen Alter verändern. Naja, die Diagnose "Altersschwindel" ist dann oft nicht weit.


    Ich glaube, dass die Diagnose VP oft in Sinsheim gestellt wird, hat eher "statistische Ursachen". Die Grundgesamtheit in Sinsheim ist schon gefiltert, da ja offensichtlichere Schwindelursachen ja vorher schon beim HNO, Neurologen etc. rausgefischt werden. In Sinsheim landen oft schwierigere Fälle bzw. "Verzweifelte". Ich zähl mich da auch dazu. Dazu kommt, dass Vestibularisparoxysmien relativ neu sind und eigentlich auch ein wenig umstritten. Immerhin gibt es ja keinen einzigen beweisenden Befund dafür. Nur eben Indizien: Gefäß/Nerv-Kontakt, Ansprechen auf Carbamazepin.


    Allerdings gilt für den HWS-Schwindel dasselbe. HWS-Schwindel ist eine Ausschlussdiagnose, für die es keinen beweisenden Befund gibt. Und ich glaube, HWS-Schwindel wird extrem oft diagnostiziert.


    Aber ja, ich nehme mal an, dass auch Antidepressiva bei Vestibularisparoxysmien helfen. Alles was ablenkt, hilft :)^ .


    Mir hat mal ein HNO geraten, wenn wir nichts finden, dann soll ich den Schwindel vergessen. Na schönen Dank für diesen guten Rat. Dass auch er meine Zyste übersehen hat, das ist eine andere Geschichte ...


    In diesem Sinne, alles "Schwindligen" gute Besserung!

    Hallo, ich bin neu hier und leide auch seit nun 10 Jahren an Dauerschwankschwindel, der wohl psychosomatisch bedingt ist. Die ersten 2 Jahre waren die Hölle und reiner Siechtum. Weiss gar nicht wie ich die Zeit überstanden habe. Bin seitdem in Erwerbsminderungsrente. Die letzten 8 Jahre konnte ich durch Medikamente "relativ" gut damit umgehen. Aber der Schwindel war immer da und steigerte sich im Tagesverlauf und war nur durch Ruhepausen wieder zu dämpfen.


    Jetzt ist er leider seit 3 Monaten so heftig zurückgekommen (4 Wochen nach Trennung von meiner Freundin), dass ich mit Krankenwagen ins Krankenhaus musste. Es folgte ein 8 wöchiger psychosomatischer Klinikaufenthalt, der jedoch keine Besserung brachte (es war eine Qual). Im Gegenteil, jetzt habe ich auch noch mit Angst- und Panikattacken, starker innerer Unruhe, Übelkeit, Geräuschempfindlichkeit etc. zu kämpfen. Ich kann momentan kaum aus dem Haus gehen. Alles ist mir zu viel. Das Leben läuft komplett an mir vorbei...


    Da ich in den letzten 2 Wochen oft hier in diesem Forum gelesen habe, habe ich gestern mit Escitalopram (5mg) begonnen und lege große Hoffnungen in das Medikament, da es einigen von euch so gut geholfen hat. Ich habe ziemliche Angst davor, dass es jetzt erstmal noch schlimmer wird, so wie es euch auch ergangen ist. Muss dazu sagen, dass ich damals vor 10 Jahren Versuche mit Paroxetin und noch ein anderes SSRI nach 3 Tagen abgebrochen habe, weil sich der Schwindel so stark verschlechterte, dass ich es nicht aushalten konnte.


    Ich werde berichten, wie ich nun auf Escitalopram reagiere....

    Ja, körperlich alles untersucht und ausgeschlossen. Ich war bei so vielen Ärzten, Physiotherapeuten und Heilpraktikern und dabei jede Menge Geld gelassen. Auch in einer Schwindelambulanz war ich damals aber die konnten mir auch nicht helfen ("es wird schon wieder weg gehen" sagten sie damals)...

    Aus eigener Erfahrung kann ich dir das hier empfehlen:


    https://schwindelambulanz-sinsheim.de/


    Will keine Werbung machen, aber ich war auch bei vielen Ärzten. Sinsheim war am gründlichsten und hat einiges zu Tage gebracht, was andere übersehen haben.

    Zu Beginn gelegentlich. Meist in Kombi mit Kopfbewegungen. Im Liegen, Sitzen kaum Beschwerden. Wurde mit der Zeit immer schlechter. Am Schluss dann irgendwie Dauerschwindel bzw. extrem häufige Beschwerden.


    Wenn Du Dauerbeschwerden hast, dann würde ich eventuell mal in Richtung Nahrungsmittelunverträglichkeit nachdenken. Fruchtzuckerunverträglichkeit ist ein sehr guter Ansatzpunkt.

    Hallo Charly & Willkommen !


    Die meisten psychosomatischen Schwindler haben einen ähnlichen Leidensweg wie Du, aber die Dauer von 10 Jahren ist schon heftig ... :)*

    Zitat

    Die letzten 8 Jahre konnte ich durch Medikamente "relativ" gut damit umgehen.

    Welche Medikamente waren das ?

    Zitat

    Es folgte ein 8 wöchiger psychosomatischer Klinikaufenthalt, der jedoch keine Besserung brachte (es war eine Qual).

    Warum eine Qual ? - Würde mich interessieren.


    Eine Klinikaufenthalt bringt nicht immer eine Heilung, aber normalerweise zumindest ein Stück vorwärts ... ":/

    Zitat

    ... jetzt habe ich auch noch mit Angst- und Panikattacken, starker innerer Unruhe, Übelkeit, Geräuschempfindlichkeit etc. zu kämpfen.

    War das vorher nicht der Fall ?


    Das sind - neben Dauerschwindel - ja klassische Symptome bei Angststörungen.

    Zitat

    ... habe ich gestern mit Escitalopram (5mg) begonnen und lege große Hoffnungen in das Medikament, da es einigen von euch so gut geholfen hat.

    Hast Du das selbst - also ohne ärztliche Begleitung - entschieden ?


    Deshalb auch die Frage - welche Medis hatten Dir vorher geholfen ?


    Und die letzte Zeit ganz ohne Medikamente ?

    Zitat

    Ich habe ziemliche Angst davor, dass es jetzt erstmal noch schlimmer wird, so wie es euch auch ergangen ist.

    Ja, das ist leider gut möglich, aber vielleicht hilft es, wenn man das vorher weiß und es eben eine Zeit lang durchstehen muss, bis dann tatsächlich spürbare Besserung eintritt.


    Viele Grüße !

    Hallo Lupo,


    schön, dass Du antwortest :-)


    Ich habe damals viele ADs probiert, die aber alle den Schwindel noch stärker gemacht haben. Irgendwann wann Moclobemid an der Reihe (ein MAO-Hemmer), welches mir zumindest etwas geholfen hatte. Dann habe ich es mit einem anderen MAO-Hemmer versucht (Selegilin, was eigentlich ein Antiparkinsonmedikament ist, in den USA aber auch eine Zulassung für Depressionen hat) und habe dadurch noch mal einen Schritt nach vorne gemacht. Anschließend bin ich dann auf den MAO-Hemmer Azilect (eigentlich auch ein Antiparkinsonmittel) umgestiegen, wodurch es mir dann viel besser ging. Leider nicht so gut, dass ich wieder berufsmäßig Fuss fassen konnte, aber immerhin war es dadurch 5 Jahre lang erträglich. Konnte wieder alles machen, allerdings in meinem Tempo und nicht so lange. Bin meinem Neurologen dankbar, dass er so viele Medikamente mit mir getestet hat und mich nicht aufgegeben hat.


    Die psychosomatische Klinik war deshalb eine Qual, weil es mir sehr schlecht ging/geht und ich bei allen Aktivitäten noch stärkeren Schwindel bekommen habe (z.B. bei den Spaziergängen), der dann stundenlang anhielt ehe er wieder auf ein erträgliches Mass runter gegangen ist. Außerdem habe ich in der Zeit noch Angst und Panikattacken vom allerfeinsten bekommen. Das habe ich in all den Jahren zu vor nie gehabt.


    Wegen des Escitaloprams habe ich mit meinem Neurologen gesprochen, der auch gleich bereit war, es mir zu verschreiben.


    Nächste Woche fange ich zudem mit einer Psychotherapie an. Ich hatte vor 8 Jahren schon mal eine (25 Sitzungen VT), die aber leider nicht so richtig angeschlagen hat.


    Viele Grüße!

    Ich habe 3 Wochen Tavor genommen als Überbrückung zwischen Neurologie und Psychosomatischer Klinik. Es hat meinen Schwindel ganz gut weggedrückt. Nur leider kann/darf man das nicht als Dauermedikation nehmen, da es abhängig macht.

    Hallo Charly,


    ich habe in meinem Leben genau eine (!) Tavor bekommen - interessanter weise während einem Besuch in einer psychiatrischen Notfall-Ambulanz, in die ich mich begeben hatte, weil nach 3 Wochen Einnahme von Paroxetin (SSRI) sich meine Symptome nur verschlimmert hatten.


    Diese Pille wirkte wie ein Wunder - nach gut 6 Monaten hatte ich das erste mal keine Angst und auch keine Symptome mehr. Das war eine Art Wendepunkt, denn ab dem nächsten Tag wirkten offenbar die ADs - es ging mir spürbar und dauerhaft besser - sozusagen war ich da erst "therapierbar".

    Zitat

    Ich habe 3 Wochen Tavor genommen als Überbrückung zwischen Neurologie und Psychosomatischer Klinik

    Und in der Klinik dann gar nichts mehr ? ":/ - das würde allerdings Dein schlechtes Befinden dort mehr als erklären ...


    Im Prinzip ist ein SSRI und eine Verhaltenstherapie in Kombination die einzig erfolgversprechende "Dauerbehandlung" bei solchen Störungen.


    Also, versuche, die Anfangszeit durchzustehen - auch mit Hilfe von Arzt und Therapeut - die sollten da mit ein Auge darauf haben.


    :)*

    Hallo Lupo,


    verstehe ich das richtig, dass du erst nach 6 Monaten Einnahme von Paroxetin eine Verbesserung Deines Schwindels hattest?


    In der Klinik wurde Tavor langsam runterdosiert. Hab dann nur Promethazin zur Beruhigung bekommen. Das hat aber keine Verbesserung meines Schwindels gebracht. Erst als ich meine Angst und Panikattacken bekam, wurde mir Mirtazapin und Perazin gegeben (nehme ich immernoch). Das half dann ein wenig.


    Seit gestern nehme ich nun Escitalpram in einer Dosis von 10mg. Bis jetzt habe ich noch keine deutliche Verschlechterung meines Schwindels bemerkt (aber viel schlechter geht auch gar nicht... :-( ) Ich versuche bei dieser Dosis die nächsten 2 Wochen zu bleiben.