Faszikulationen im ganzen Körper - Angst vor ALS

    Hallo zusammen, ich habe momentan eine echte Downphase. Seit 5 Wochen mache ich mich verrückt, weil ich seitdem Faszikulationen im gesamten Körper habe. Erst fing es am Augenlid an und nach ca. 5 Tagen war es überall im ganzen Körper. Es ist immer nur an einer Stelle und wechselt manchmal schnell von Wade zum Ellenbogen, dann zum Kopf oder Fuß usw. Es sind immer nur kurze Zuckungen, also es zuckt 1 oder 2 mal. Ein paar mal hatte ich es vielleicht eine oder zwei Minuten in der Wade (habe ich auch gefilmt). Eigentlich bemerke ich die Zuckungen nur im Sitzen oder Liegen und die Zuckungen konzetrieren sich immer Zeitweise auf verschiedene Bereiche. Momentan am meisten in den Waden und rechter Ellenbogen, das Auge kaum noch. Eigentlich habe ich keine Weiteren Beschwerden, außer dass ich ab und zu einen leichten Schmerz in der Wade spüre. Ich bin übrigens männlich und 29 Jahre alt. Einmal bin ich auch Nachts wach geworden und mir war übel, hatte das Gefühl ich bekomme einen Herzinfarkt und habe am ganzen Körper extrem gezittert (wie Schüttelfrost). Das wiederholte sich eine Woche später, als ich auf der Couch lag und eine Cola Flasche kaum heben konnte (hatte dann Panik wegen MS/ALS?). Vielleicht auf Grund meiner Position auf der Couch, habe die ganze Zeit meinen Kopf mit dem Arm abgestützt und mich dann hingesetzt...


    Ich habe es erst mit Magnesium, Kalzium, Kalium, Vitmanin B12... versucht, aber es hilft nichts. In der Apotheke hat man mir Tabletten zur Nervenstärkung empfohlen, auch keine Wirkung. Dann bin ich zum Hausarzt und mir wurde Blut abgenommen --> Blutergebnisse seien normal hieß es. So wurde alles auf "Stress" geschoben. Da ich zu beginn der Zuckungen keinen Stress hatte und bisher auch schlimmere Zeiten erlebt habe, weiß ich eigentlich, dass ich mit Stress umgehen kann.


    Aufgetreten sind die Proble allerdings NACH einer etwas anstregenden Zeit: Ich kam von einer 9-tägigen Dienstreise wieder und erfuhr, dass meine Mutter im Krankenhaus sei (Herzprobleme) und einen Tag später war mein Schwager im Krankenhaus (Lebensgefahr). Nach einer Woche war quasi alles wieder "gut", alle haben es überstanden. Drei Tage danach fing es dann im Auge zu zucken an. Der Fluch geht momentan weiter, denn bei einem engen Familienmitglied (erst 13 Jahre jung!) wurde Krebs diagnostiziert, zudem habe ich jetzt auch noch unglaubliche Angst vor ALS oder MS! Eigentlich steht dieses Jahr auch unsere große Hochzeit an, diese werden wir aber scheinbar verschieben müssen.


    Ich war gestern beim Neurologen, er hat übliche Tests mit dem Hämmerchen gemacht und ich sollte mit meinen Augen seinem Finger folgen, zudem hat er sich meine Zunge ganz kurz angesehen (meiner Meinung nach zuckt sie beim Rausstrecken etwas). Bei den Tests sagte er immer nur "OK, gut...Ok...gut", bei den Waden hat er aber angemerkt, dass die rechte Wade besonders zuckt (leicht, scheinbar ständig) und die linke leicht bzw. weniger. Er fragte mich auch, ob es Angstörungen in der Familie gibt -> Ja, bei meiner Mutter --> Am Ende hat er mit LASEA Tabletten verschrieben gegen Angststörungen (keine Wirkung, bisher aber nur zwei eingenommen).


    Er sagte, dass er weder MS noch ALS bei mir vermute, sondern eher gutartige Faszikulationen (BFS). Es könne Monate dauern oder sogar chronisch werden. Er hat mir auch ein EMG angeboten, wobei er es aber nicht für nötig halte und es sei äußerst unangenehm. Ich lasse es nächste Woche machen und bin deshalb extrem nervös. Ich fragte ihn am Ende noch, was er zu meinen Blutwerten sagt und er meinte es sei alles OK. Dann fragte ich, wie es mit dem CK Wert aussieht (ich habe mich im Internet belesen). Er druckste etwas rum und meinte nur, bei mir wäre bis zu 400 normal, da ich Kraftsport mache. Ich sagte, dass ich zu dem Zeitpunkt der Blutabnahme, aber eine Woche kein Krafttraining bzw. Sport gemacht habe. Danach behauptete der Arzt, dass es an meiner Statur liegen würde (bin kräftig gebaut, da ich seit 15 Jahren Kraft- und Boxsport ausübe). Warum hat weder meine Hausärztin noch der Neurologe, diesen Wert von sich aus angesprochen? Erhöhte Werte können Anzeichen auf Herzinfarkte oder auch Muskelerkrankungen sein. Ich bin Ärzten gegenüber etwas misstrauisch geworden und empfinde manchmal, dass sie einen nicht ganz ernst nehmen und nicht richtig gründlich untersuchen. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass bei einer engen Freundin vor 2 Jahren erst der dritte Arzt ihren Krebs entdeckt hatte. Nur weil sie so hartnäckig war und zu verschiedenen Ärzten gegangen war, hat sie sich vermutlich "selbst" das Leben gerettet. Der Besuch beim Neurologen war für mich also überhaupt nicht beruhigend. Ich mache mich momentan extrem verrückt wegen des kommenden EMGs und des CK Wertes. Ich lese jetzt immer von Symptomen wie Muskelschwäche, -schwund, -schmerzen usw. Aber nie ist es klar definiert was es genau bedeutet. Ist es eine Schwäche, wenn ich statt 140Kg Kniebeugen nur noch mit 100kg schaffe oder würde ich dann keine Kniebeuge mehr schaffen? Wie schnell passiert es? Sind die Zuckungen bei ALS immer da oder auch nur kurz bzw. temporär in verschiedenen Muskeln? Lassen sie sich durch beklopfen auslösen? Ist das Auge bei ALS wirklich NICHT betroffen? Kann ALS nur mit Zuckungen im ganzen Körper anfangen oder erst wenn die Muskelschwäche fortgeschritten ist? Was genau sind Schluckbeschwerden? -> Mein Kehlkopf knackt beim Schlucken seit 2 Jahren (Kein Arzt weiß nicht warum, angeblich wegen meiner ausgeprägten Brustmuskulatur; Nein ich bin kein "verformter", aufgepumpter Bodybuilder, der mit Mittelchen nachhilft!..) Es stellen sich mir noch mehr Fragen, die der Arzt nicht beantworten kann oder keine Zeit hat. Immer wird man total schnell abgefertig (Kassenpatient...). Da ich die letzten Tage auch noch erkältet war, konnte ich seit 3 Wochen nicht zum Sport und möchte morgen eigentlich wieder hin. Habe aber Angst vor irgendwelchen Symptomen...werde meine Beine trainieren.

    Ich weiß momentan nicht was ich machen soll, ich kann nicht mehr warten. Es macht mich verrückt. Ich bin den Ärzten gegenüber misstrauisch und habe fast das Gefühl ich bekäme hier bzw. im Internet bessere Hilfe. Ich kann auch nicht länger ins Krankenhaus bzw. zur Untersuchung, da ich im Oktober die Firma gewechselt habe und hier sehr zufrieden bin. Probezeit ist zwar um, aber trotzdem möchte ich nicht ausfallen. Kann jemand was zu den Symptomen sagen? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich ALS oder MS habe?

  • 30 Antworten

    Die Wahrscheinlcihkeit für ALS oder MS ist eher gering. Du hast wohl gerade eine schwierige Phase mit viel emotionaler Belastung, das tut mir leid denn ich kenne das aus eigener Erfahrung. Da drehen Körper und Nerven leicht mal am Rad ... hier würde ich mir an Deiner Stelle zuerst einmal Unterstützung suchen - mir hat es jedenfalls geholfen. Aber ein Hinweis auf spezielle Krankheiten ist das alles erst einmal nicht.

    Wieso denkst du da gleich an Als?

    Ich bin mir sehr sicher dass du das nicht hast.

    Ich habe einige Berichte über Als Erkrankte gelesen und niemand von denen hat von Faszikulationen berichtet.

    Vadero schrieb:

    Aufgetreten sind die Proble allerdings NACH einer etwas anstregenden Zeit: Ich kam von einer 9-tägigen Dienstreise wieder und erfuhr, dass meine Mutter im Krankenhaus sei (Herzprobleme) und einen Tag später war mein Schwager im Krankenhaus (Lebensgefahr). Nach einer Woche war quasi alles wieder "gut", alle haben es überstanden. Drei Tage danach fing es dann im Auge zu zucken an. Der Fluch geht momentan weiter, denn bei einem engen Familienmitglied (erst 13 Jahre jung!) wurde Krebs diagnostiziert, zudem habe ich jetzt auch noch unglaubliche Angst vor ALS oder MS! Eigentlich steht dieses Jahr auch unsere große Hochzeit an, diese werden wir aber scheinbar verschieben müssen.


    Vadero schrieb:

    Er fragte mich auch, ob es Angstörungen in der Familie gibt -> Ja, bei meiner Mutter --> Am Ende hat er mit LASEA Tabletten verschrieben gegen Angststörungen (keine Wirkung, bisher aber nur zwei eingenommen).


    Wenn du noch nicht in psychologischer Behandlung bist, dann würde ich vorschlagen das du dir auch psychologische Hilfe holst.

    Krankheitsangst oder die Angst eine schlimme Krankheit zu haben geht meist nicht von selbst wieder weg und um da wieder raus zu kommen, braucht es fachliche Hilfe.

    Sprich mit deinem Arzt darüber und das du dir auch Hilfe bzw einen Termin bei einem Psychologen machst.

    Moin Moin,


    Hänge ja seit 9 Monaten ca. Durch (mit anderen Beschwerden) , auf Psyche wird man sehr schnell abgestellt, in meinem Fall nach 2 Wochen und ein paar lapidaren Untersuchungen.


    Naja worauf ich hinaus will, habe auch gut gepumpt immer, an dem Tag als ich zusamm brach abends wurde im Krankenhaus auch CK wert gemessen, der lag da bei mir über 3000, wollten mich erst da behalten, fragten dann ob ich Sport mache. Mein Sport lag da 2 Tage zurück, hatte aber gut Muskelkater, also diese Werte sind wirklich normal und ALS geht wohl eher so los das zB ein arm permanent schwächer wird usw.


    LG

    Hallo zusammen, vielen Dank für eure Rückmeldungen und dass ihr euch die Zeit genommen habt diesen langen Beitrag zu lesen! :)

    In der Tat sind die letzten 2 Jahre sehr zahlreich an Todesfällen und schweren Erkrankungen im nahen Freundeskreis und Familie. Ich wurde in meinem Leben bisher nie mit diesen Themen konfrontiert und ich dachte mir immer, dass es meine Familie nie treffen wird. Nun hat sich mein Denken umgedreht und ich habe Angst, dass noch mehr passiert, es will auch einfach nicht aufhören...

    Auf ALS bin zugegeben durch Dr. Google gekommen, ich habe einiges gefunden was passt, wie z.B. ein leicht erhöhter CK Wert (Meiner lag bei genau 262, also leicht erhöht). Ich frage mich wirklich, warum kein Arzt von sich aus darauf eingegangen ist?!


    An psychologische Hilfe hab ich eigentlich nicht gedacht. Irgendwie glaube ich nicht an "sowas". Ich bin ein Mensch, der nur an praktische, wissenschaftliche Dinge glaubt. Also entweder Medizin oder physische Eingriffe. Wobei Stress im Körper auch Hormone freisetzt, die den Körper erst pushen, aber auf Dauer schaden können.


    Die Tatsache, dass der CK Wert bei mir z.B. nicht auf ALS hinweisen kann, würde mich mehr beruhigen als ein Psychologe, denke ich. Genau das fehlt mir beim Arzt, logische Begründungen. Der Neurologe ist übrigens auch Psychiater, er hatte mir gesagt, dass es nicht vom Stress kommen würde, sondern bei manchen "einfach so käme".

    Wie gesagt mein CK wert war brutal hoch, wenn du die Woche vorher schön Bank drücken etc gemacht hast hast du ne Woche später immer noch hohe Werte.

    Hallo, ich dachte mir ich könnte mal ein Statusupdate geben. Nach meinem letzten Post im Januar, wurde ein EMG gemacht und es wurde nichts auffälliges gefunden. Der Arzt hat sich viel Zeit genommen und mit den Nadeln überall auf mich eingestochen :D Die Kurven seien "wie im Bilderbuch" gewesen, in der linken Wade konnte irgendwie nicht richtig gemessen werden, weil ich scheinbar zu unentspannt war? Auf jeden Fall sagte er mir nochmals, dass es BFS sei und evtl. psychische Ursachen haben könnte. Seitdem lebe ich damit, mache weiterhin normal Sport und es gibt Tage, an denen ich die Zuckungen komplett vergesse und garnicht merke. Momentan habe ich wieder eine ziemlich stressige Phase bei der Arbeit und auch die Zukcungen sind nun viel stärker geworden. Gestern konnte ich nur schlecht einschlafen, weil meine rechte Schulter so extrem gezuckt hat, sodass ich die Zuckungen/Vibrationen im Kissen hören konnte! Meine Freundin hat dann meine Schulter massiert und ich habe durch Bewegungen versucht es weg zu bekommen, aber nichts hat geholfen. Auch ist es aktuell wieder im Gesicht und in den Waden sehr präsent...Ich werde es wieder mit den Lasea Tabletten versuchen...Denkt ihr es hängt tatsächlich mit dem Stress zusammen (auch wenn es nie ganz weg war) oder kann es irgendein Schub mit Krankheitscharakter sein??? Die Zuckungen habe ich ja mittlerweile seit über einem halben Jahr, ohne andere Symptome...

    Vadero schrieb:

    Hallo, ich dachte mir ich könnte mal ein Statusupdate geben. Nach meinem letzten Post im Januar, wurde ein EMG gemacht und es wurde nichts auffälliges gefunden. Der Arzt hat sich viel Zeit genommen und mit den Nadeln überall auf mich eingestochen :D Die Kurven seien "wie im Bilderbuch" gewesen, in der linken Wade konnte irgendwie nicht richtig gemessen werden, weil ich scheinbar zu unentspannt war? Auf jeden Fall sagte er mir nochmals, dass es BFS sei und evtl. psychische Ursachen haben könnte. Seitdem lebe ich damit, mache weiterhin normal Sport und es gibt Tage, an denen ich die Zuckungen komplett vergesse und garnicht merke. Momentan habe ich wieder eine ziemlich stressige Phase bei der Arbeit und auch die Zukcungen sind nun viel stärker geworden. Gestern konnte ich nur schlecht einschlafen, weil meine rechte Schulter so extrem gezuckt hat, sodass ich die Zuckungen/Vibrationen im Kissen hören konnte! Meine Freundin hat dann meine Schulter massiert und ich habe durch Bewegungen versucht es weg zu bekommen, aber nichts hat geholfen. Auch ist es aktuell wieder im Gesicht und in den Waden sehr präsent...Ich werde es wieder mit den Lasea Tabletten versuchen...Denkt ihr es hängt tatsächlich mit dem Stress zusammen (auch wenn es nie ganz weg war) oder kann es irgendein Schub mit Krankheitscharakter sein??? Die Zuckungen habe ich ja mittlerweile seit über einem halben Jahr, ohne andere Symptome...

    Magnesiummangel evtl.

    Hyperion schrieb:

    Bist du in psychologischer Behandlung?

    Hyperion  
    Nein bin ich nicht und ich sehe es nicht als notwendig bzw. ich glaube nicht, dass man mir dort helfen kann. Ich meine, all die Krankheiten momentan im nahen Umkreis (hatte ja oben bereits darüber geschrieben und es geht einfach immer noch so weiter...) und den Stress bei der Arbeit usw. wird mir kein Psychologe abnehmen können.

    Tobias 90  
    Habe ich schon genommen, auch Vitamin B usw...alles durch. Vor einiger Zeit hatte ich mal einen leichten Eisenmangel, was aber laut Arzt zu vernachlässigen war. Hatte mich aber damals sehr gewundert, da ich sehr viel Fleisch und Gemüse esse.


    Was mir in den letzten paar Monaten aufgefallen ist: ich habe an meiner Zunge, am linken Zungenrand, immer wieder eine entzündete Fläche (ca. 1cm Durchmesser), welche nach wenigen Tagen abzieht und nach 1 oder 2 Wochen wieder da ist. Meine HNO Ärtzin meinte es sei auf einen spitzen Zahn zurückzuführen und dass ich zum Zahnarzt gehen solle. Dieser hat den Zahn etwas abgeschliffen und meinte es könne jetzt nicht mehr daran liegen...
    Nach kurzer Recherche vorhin, habe ich natürlich wieder was tolles gefunden, anscheinend kann meine Zunge auch ein Hinweis auf Nervenkrankheiten sein. Besonders Zungenbrennen und das hatte ich tatsächlich schon 2 oder 3 Mal gehabt :/

    Ich habe ehrlich gesagt keine Lust ständig zum Arzt zu laufen, es nimmt einfach kein Ende. Beim Orthopäden bin ich auch schon in Behandlung, wegen einer kaputten Schulter. Ich habe noch nichtmal die 30 geschafft!!!

    Vadero schrieb:

    und den Stress bei der Arbeit usw. wird mir kein Psychologe abnehmen können.

    Stress reduzieren und schau das du mit einem Psychologen über deine Krankheitsangst sprichst, also Angst vor ALS und Angst vor MS.


    Ohne psychologische Hilfe kommst du aus der Angst nicht raus und steigerst dich da immer weiter hinein.

    Vadero schrieb:

    Ich bin ein Mensch, der nur an praktische, wissenschaftliche Dinge glaubt.

    Psyche oder psychische Erkrankungen sind praktisch und wissenschaftlich erwiesen ;-)


    Psyche wie ANgststörungen, Hypochondrie, Depressionen lösen auch körperliche Beschwerden aus oder verschlimmern bestehende Beschwerden.



    Schon mal Prüfungsangst gehabt?

    Wie oft warst du da auf dem Klo? ;-D]:D

    Das ist Psyche, schön zu sehen was die so auslösen kann, also von Durchfall bis Erbrechen oder Ohnmacht