Handelt es sich hierbei um eine neurologische Erkrankung?

    Hallo liebe Community,


    Ich schreibe jetzt hier in der Hoffnung, dass es jemanden gibt, der genau dieselben Symptome hat und mir vielleicht weiterhelfen könnte.

    Das Ganze wird jetzt ein etwas längerer Text, da ich eher dazu neige Arzt- und Klinikbesuche vor mir herzuschieben und sich jetzt mehrere Beschwerden über die Jahre angesammelt haben und ich nicht weiß ob sie zusammenhängen.

    Deshalb liste ich jetzt einfach einmal alles auf. Zu meiner Person, ich bin männlich und 32 Jahre alt.


    Zu den Symptomen:


    - Seit meiner Jugend (mit ca 13, 14 Jahren) habe ich manchmal über Wochen oder Monate Phasen leichter bis schwerer Müdigkeit gehabt, trotz genügend Schlaf. Die Intervalle wo die Symptome auftraten wurden immer kürzer je älter ich wurde. Mittlerweile ist es permanent

    - Ungefähr genauso lange habe ich phasenweise leichter bis schwerer Schwindel (als würde es im Kopf selbst drehen), der bei Konzentration intensiver wird. Mittlerweile ist dieser ebenfalls dauerhaft

    - Seit ca 9 Jahren habe ich einen Ausschlag an meinem rechten Schienbein, der sich vor ein paar Monaten am ganzen Körper ausgebreitet hatte, vorallem an den Extremitäten. Das Ganze wurde mit einer Creme behandelt, er kommt aber immer wieder

    - Seit ca 4 Jahren sehe ich doppelt und mein rechtes Auge hat angefangen nach innen zu schielen

    - Seit kurzem ein "Lähmungsgefühl" am ganzen Körper oder beim Schlucken, besonders aber bei den Extremitäten


    Die Symptome verschlimmern sich wenig bis extrem bei:


    - Körperlicher/mentaler Anstrengung jeglicher Art

    - Auto fahren

    - Zu wenig/zuviel Schlaf

    - Stress

    - Nach dem Essen

    - Komischerweise nach dem Konsum von Cannabis extrem, habe deshalb auch damit aufgehört


    Falls es etwas bringt, hier noch meine Allergien:


    - Laktose

    - Gluten

    - Soja

    - Sellerie


    Zu den Blutanalysen und Tests:


    - Starker Vitamin D Mangel - nehme seither Präperate, spüre aber keine großartige positive Veränderung

    - Es waren noch ein paar andere Werte zu niedrig/hoch, müsste das aber nochmal nachschauen. Laut Neurologe aber nichts dramatisches

    - Borreliosetest war negativ

    - AChR/Anti-MuSK war negativ (wegen Myasthenia Gravis)

    - CT/MRT war nichts aussergewöhnliches (wegen MS)

    - Schlaflabor steht noch aus (wegen Apnoe)


    Meine Ernährung ist ausgewogen, Sport betreibe ich seit etwas mehr als 1 Jahr nicht mehr aus oben genannten Gründen. Gehe dafür aber jetzt öfter spazieren.

    Medikamente ausser Vitamin D nehme ich keine. Habe von meinem Neurolen zwar vor kurzem ein Antidepressiva als Test verschrieben bekommen, musste es aber aussetzen, da ich davon Kopfschmerzen bekomme.


    Vielen Dank schonmal im vorraus für die Antworten.

  • 14 Antworten
    Hyazynthe schrieb:

    Wie lange hast du Drogen konsumiert und in welcher Intensität?

    Über einen Zeitraum von ca 4 Jahren, im Schnitt 3x die Woche. Das Ganze ist allerdings Jahre her, glaube das letzte Mal war mit 22 Jahren. Zeitgleich hatte ich ebenfalls mit dem Tabak rauchen aufgehört.

    Wenn alle körperlichen Ursachen ärztlicherseits ausgeschlossen sind,hast du schon einmal an eine Psychotherapie gedacht? Vielleicht hat es irgendwelche belastende Erlebnisse in deinem Leben gegeben,die du verdrängt hast. Eine Gesprächstherapie könnte dir helfen,die Wartezeiten sind allerdings sehr lange. Es gibt unterschiedliche Arten von Antidepressiva,wenn du von dem einen Kopfschmerzen bekommst ,braucht das bei einem anderen Medikament nicht zu sein. Es dauert einige Wochen,bis die volle Wirkung erreicht ist. Hast du dich schon einmal bei einem Augenarzt vorgestellt? Oder in einer neurologischen Ambulanz einer Universitätsklinik? Es gibt spezielle Schwindelambulanzen. Deine Beschwerden sind sehr komplex,schlecht zu beurteilen. Du klagst über Schlaflosigkeit seit der Kindheit,das hört sich nach psychomatischen Störungen an,durch Erlebnisse in deiner Kindheit,die du eventuell verdrängt hast,wäre eine Möglichkeit. Hat dein Neurologe dir noch keine Psychotherapie angeboten? Im Schlaflabor wird dein Schlaf mittels einer Polysomnografie überwacht. Sollte sich die Diagnose einer Schlafapnoe bestätigen,bekommst du eine nächtliche Cpap Therapie,d.h. man schläft mit Maske. Du gewöhnst dich sehr schnell daran. Aber du bist noch jung,da ist eine Schlafapnoe selten,es sei denn,du leidest unter erheblichem Adipositas - Übergewicht. Ich wünsche dir alles Gute und gute Besserung!

    Hyazynthe schrieb:

    Wenn alle körperlichen Ursachen ärztlicherseits ausgeschlossen sind,hast du schon einmal an eine Psychotherapie gedacht? Vielleicht hat es irgendwelche belastende Erlebnisse in deinem Leben gegeben,die du verdrängt hast. Eine Gesprächstherapie könnte dir helfen,die Wartezeiten sind allerdings sehr lange. Es gibt unterschiedliche Arten von Antidepressiva,wenn du von dem einen Kopfschmerzen bekommst ,braucht das bei einem anderen Medikament nicht zu sein. Es dauert einige Wochen,bis die volle Wirkung erreicht ist. Hast du dich schon einmal bei einem Augenarzt vorgestellt? Oder in einer neurologischen Ambulanz einer Universitätsklinik? Es gibt spezielle Schwindelambulanzen. Deine Beschwerden sind sehr komplex,schlecht zu beurteilen. Du klagst über Schlaflosigkeit seit der Kindheit,das hört sich nach psychomatischen Störungen an,durch Erlebnisse in deiner Kindheit,die du eventuell verdrängt hast,wäre eine Möglichkeit. Hat dein Neurologe dir noch keine Psychotherapie angeboten? Im Schlaflabor wird dein Schlaf mittels einer Polysomnografie überwacht. Sollte sich die Diagnose einer Schlafapnoe bestätigen,bekommst du eine nächtliche Cpap Therapie,d.h. man schläft mit Maske. Du gewöhnst dich sehr schnell daran. Aber du bist noch jung,da ist eine Schlafapnoe selten,es sei denn,du leidest unter erheblichem Adipositas - Übergewicht. Ich wünsche dir alles Gute und gute Besserung!

    Hallo Hyazynthe,


    Vielen Dank erstmal für die ausführliche Antwort!


    Eine Psychotherapie habe ich bereits in Erwägung gezogen, nur wüsste ich jetzt nicht direkt über was ich reden sollte, bis halt auf die üblichen Sachen die halt jeder erlebt hat (verstorbene Großeltern oder Trennung mit einer Ex z.B), also nichts dramatisches.

    Ich werde meinen Neurologen beim nächsten Termin aufjedenfall darauf ansprechen, dass er mir mal ein anderes Antidepressiva verschreiben soll.

    Eine Uniklinik wäre der nächste Schritt, falls die Tests im Schlaflabor und die neuen Antidepressiva nichts bringen.

    Schlafprobleme per se hatte ich eigentlich nie, wenn ich dem Wikipediaeintrag Glauben schenken darf. Die hat man ja, wenn man Ein- und Durchschlafprobleme hat und das ist wie oben beschrieben bei mir ja nicht der Fall, da die Symptome auftreten, ganz egal wieviel oder lange ich schlafe.

    Übergewichtig bin ich nicht, wiege ca 72 kg bei 1,78m. Schlafe allerdings gerne auf dem Rücken, also könnte eine Schlafapnoe wohl in Frage kommen?

    Und dann wäre da noch immer die Frage warum man anfängt zu schielen oder einen Ausschlag bekommt, wenn man eine Schlafapnoe hat?

    Plüschbiest schrieb:

    Wie sieht dein Vitamin B12 Gehalt im Blut aus?

    Der Vitamin B12 Gehalt war laut Blutanalyse normal: 416 pmol/L


    Ich kann die anderen Werte die zu niedrig oder zu hoch waren aber mal posten, vielleicht kann ja jemand damit etwas anfangen.


    Der erste Wert stammt von der Blutanalyse am 28.08.19.

    Der Zweite jeweils vom 17.01.19.


    Erythrozyten (zu hoch)

    5.98 x10⁶/µL

    5.69 x10⁶/µL


    Hämoglobin (zu hoch)

    17.3 g/dL

    16.5 g/dL


    Thrombozyten (zu hoch)

    380 x10³//µL

    398 x10³//µL


    INR (zu niedrig)

    <1.00


    Quick (zu hoch)

    >100 %


    Vitamin D3 (zu niedrig)

    7.9 ng/mL


    Vitamin B6 (zu hoch)

    36.4 µg/L


    Das was mich stutzig macht ist Vitamin B6. Mit den anderen Werten kann ich allerdings auch nichts anfangen. Eine Vitamin B6 Überdosierung ist ja nur durch Präperate erreichbar, allerdings ist das Einzigste, was ich über die Jahre täglich gegessen habe, wo auch Vitamin B6 drin war, zwei Bananen. Einmal morgens zum Frühstück und dann nochmal eine vorm Training.

    Aber wie kann das zu einem erhöhten Gehalt im Blut führen?

    Wurde dein Homocysteinwert bestimmt?

    Sollte der Wert erhöht sein, solltest du dich mal bei einem Endokrinologen vorstellen.


    Schwer zu sagen, ob es eine Verbindung zwischen deinen Allergien und den Vitaminen gibt. Die Vitamine die bei dir erhöht bzw. erniedrigt sind, könnten auf jeden Fall theoretisch alle Beschwerden erklären, sogar das mit dem Auge.

    Hallo Leon! Solltest du dich zu einer Psychotherapie entschließen,brauchst du nicht viel zu erzählen. Es reicht,wenn du deine ganzen gesundheitlichen Probleme schilderst. Ein guter Therapeut wird den richtigen Ansatz finden. In der Humanmedizin kann man nicht alles auf den Vitaminkomplex schieben. Dafür sind Heilpraktiker bekannt. Bei einem HP wird grundsätzlich jede Erkrankung auf Vitamindefizit abgewälzt und therapiert. Sogar maligne Tumore mit Metastasen werden mit Vitamin C und Aprikosenkernen !!! therapiert,obwohl in solchen Fällen ein FA für Palliativmedizin erforderlich wäre. Also,bitte keinen Heilpraktiker konsultieren. Diese verfügen nicht über ein Studium der Humanmedizin und eine Weiterbildung zum FA. LG

    Giganoid schrieb:

    Wurde dein Homocysteinwert bestimmt?

    Sollte der Wert erhöht sein, solltest du dich mal bei einem Endokrinologen vorstellen.


    Schwer zu sagen, ob es eine Verbindung zwischen deinen Allergien und den Vitaminen gibt. Die Vitamine die bei dir erhöht bzw. erniedrigt sind, könnten auf jeden Fall theoretisch alle Beschwerden erklären, sogar das mit dem Auge.

    Hallo Giganoid!


    Musste die beiden Begriffe erstmal googeln.


    Homocysteinwert wurde nicht bestimmt.

    Und jetzt da du es erwähnst, wäre ein Endokrinologe aufjedenfall eine gute Idee, da die Drüsen hinter den Ohren seit Jahren regelmäßig geschwollen sind. Dachte bis jetzt immer das wären Pickel... wieder was dazugelernt.


    Vitamin D ist ja, wie oben beschrieben, dank der Tabletten mittlerweile in Ordnung. B12 liegt im Normalbereich und bei B6 herrscht ja das genaue Gegenteil von einem Mangel, deshalb schließe ich das mal aus.

    Hyazynthe schrieb:

    Hallo Leon! Solltest du dich zu einer Psychotherapie entschließen,brauchst du nicht viel zu erzählen. Es reicht,wenn du deine ganzen gesundheitlichen Probleme schilderst. Ein guter Therapeut wird den richtigen Ansatz finden. In der Humanmedizin kann man nicht alles auf den Vitaminkomplex schieben. Dafür sind Heilpraktiker bekannt. Bei einem HP wird grundsätzlich jede Erkrankung auf Vitamindefizit abgewälzt und therapiert. Sogar maligne Tumore mit Metastasen werden mit Vitamin C und Aprikosenkernen !!! therapiert,obwohl in solchen Fällen ein FA für Palliativmedizin erforderlich wäre. Also,bitte keinen Heilpraktiker konsultieren. Diese verfügen nicht über ein Studium der Humanmedizin und eine Weiterbildung zum FA. LG

    Hallo Hyazynthe!


    Bin mittlerweile für alles offen, werde mich deshalb in den nächsten Tagen mal nach einem Psychotherapeut erkundigen und keine Angst, von Heilpraktiker halte ich sowieso nicht gerade viel.


    Falls sich in den nächsten Wochen/Monaten etwas ergeben sollte, melde ich mich nochmal hier im Thread.

    Cannabis kann auf einige neurologische Störungen einen sehr positiven Einfluss haben. Cannabis ist die älteste Heilpflanze der Welt mit über 500 wirksamen Bestandteilen.


    Ich habe das ganze jetzt nur überflogen aber bist du neurologisch gut durchgechekt ???


    Auch ein gravierender Vitamin B12 Mangel kann neurologische Störungen auslösen

    Nessaja68 schrieb:

    Cannabis kann auf einige neurologische Störungen einen sehr positiven Einfluss haben. Cannabis ist die älteste Heilpflanze der Welt mit über 500 wirksamen Bestandteilen.


    Ich habe das ganze jetzt nur überflogen aber bist du neurologisch gut durchgechekt ???


    Auch ein gravierender Vitamin B12 Mangel kann neurologische Störungen auslösen

    Hallo Nessaja68!


    Cannabis hatte die Symptome damals erheblich verschlimmert.

    Borreliose, MS und Myasthenia Gravis kann man mit großer Wahrscheinlichkeit ausschließen. Test wegen Verdacht auf Schlafapnoe steht noch aus.

    Vitamin B12 Gehalt normal.


    Ich habe mir gerade ein paar ähnliche Threads hier durchgelesen und bin auf einen User gestoßen, der dem Threadersteller als mögliche Ursache CFS (Chronic Fatigue Syndrome) vorgeschlagen hatte. Habe die Krankheit mal gegoogelt und es passt exakt in mein Krankheitsbild und vorausgesetzt, dass man alles Andere (körperlich wie psychisch) jetzt ausschließen kann, könnte es sich vielleicht darum handeln, es passt aufjedenfall in den Krankheitsverlauf?

    Hallo Leon! Genau diese Diagnose ist mir ebenfalls durch den Kopf gegangen,aber deine Beschwerden passen nicht alle dazu. Unter fatique leiden sehr viele Krebspatienten, auf Grund von Kachexie ( Kräfteverfall, Auszehrung), post Chemo und Strahlentherapie und die dadurch bedingte extreme Gewichtsabnahme ( kein Appetit, Ekel vor dem Essen, Entzündungen im Mund). Die Fatique kann dann chronisch werden. Mehr kann ich dir dazu auch nicht schreiben. Alles Gute!

    Hyazynthe schrieb:

    Hallo Leon! Genau diese Diagnose ist mir ebenfalls durch den Kopf gegangen,aber deine Beschwerden passen nicht alle dazu. Unter fatique leiden sehr viele Krebspatienten, auf Grund von Kachexie ( Kräfteverfall, Auszehrung), post Chemo und Strahlentherapie und die dadurch bedingte extreme Gewichtsabnahme ( kein Appetit, Ekel vor dem Essen, Entzündungen im Mund). Die Fatique kann dann chronisch werden. Mehr kann ich dir dazu auch nicht schreiben. Alles Gute!

    Hallo Hyazynthe!


    Hmmm das stimmt allerdings, es würde das mit dem Auge nicht erklären... alles andere würde aber zutreffen?

    Laut netdo****.de darf man allerdings die Fatigue die, wie du richtig gesagt hast, z.B Krebspatienten haben, nicht mit CFS verwechseln, da das zwei verschiedene Arten von Fatigue sind, auch wenn die Symptomatik ähnlich ist.
    Und auch wenn es jetzt vielleicht eigenartig klingen mag, denke ich aber, dass ein weiterer möglicher Anhaltspunkt der Cannabiskonsum wäre. Wieso? Weil es wohl nicht allzu viele neurologische Erkrankungen geben dürfte, die sich bei Cannabiskonsum um ein vielfaches verschlimmern. Damit könnte man das Ganze vielleicht noch einmal mehr eingrenzen?


    Ich danke Dir und jedem anderen der hier geantwortet hat aufjedenfall für die bis dato guten Ratschläge und Hilfe, wäre das nur in jedem Forum so!

    Hi Leon, nur weil die Antikörper nicht positiv sind heißt das noch nicht das du keine Myasthenia haben könntest ... vorallem das Problem mit den schlucken und deine Lähmungsgefühle passen da schon drauf. Doppelbilder auch und du meintest ja das die sich verstärken bei z.B Autofahren. Ich habe ähnliche Beschwerden allerdings keine Doppelbilder sondern das meine Augen beim Autofahren extrem schnell ermüden und ich kaum richtig nach vorne in die Ferne schauen kann. Zusätzlich Bein und Armschwäche ... leidest du auch evtl unter Harninkontinenz ?