Hausarzt um Krankenhauseinweisung bitten?

    Hallo zusammen.


    Ich möchte Euch hier einmal von meiner inzwischen schon recht langen Leidensgeschichte erzählen und habe im Anschluss noch eine Frage.

    Zunächst zu mir, bin 22 Jahre alt und männlich, beruflich in der Metallindustrie tätig. Im März diesen Jahres fing das ganze Dilemma an, wegen dem ich nunmehr am Verzweifeln bin.



    Anfangs hatte ich ein Engegefühl im Brustbereich, manchmal auch stechende/ziehende Schmerzen in der Brust (meist in der Herzgegend), die manchmal auch entlang der Rippen und in den Rücken ausstrahlten. Zeitgleich hatte ich oft das Gefühl, mein linker Arm fühlt sich schwer an, manchmal kribbelte es auch und die linke Schulter sei etwas "hochgezogen". Ich hatte auch oft fast undefinierbare Gefühle, ähnlich wie ein Jucken oder ein Fremdkörpergefühl im Bereich des Brustbeins. Dann machte ich mir starke Gedanken über evtl. Herzleiden, die mich nicht mehr los ließen und ich somit beim Internisten bzw. Kardiologen dahingehend untersucht und für herzgesund befunden wurde.


    Allerdings hörten die Symptome nicht auf, bzw. verlagerten sich. Jetzt (Ende März/Anfang April) hatte ich über den Tag verteilt immer wieder kurze, aber manchmal schon recht starke Nervenschmerz-Attacken. Das war dann immer ein pulsierender, stechender Schmerz der nach max. 30 Sekunden wieder weg war. Meistens in den Armen, Händen und Fingern, aber auch am Schlüsselbein, Unterkiefer, Hinterkopf, Nacken, Hals und manchmal auch in den Beinen. Zu dieser Zeit bemerkte ich auch Muskelzuckungen, beispielsweise am Augenlid oder der Schulter, denen ich damals allerdings noch keine große Aufmerksamkeit zukommen ließ.


    Ungefähr auch in der Zeit bemerkte ich, dass auf dem linken Auge meine Sehkraft bzw. die Sehschärfe, hauptsächlich bei kleiner Schrift in der Ferne, nachgelassen hatte. So kam ich irgendwie über eine Sehnerventzündung auf MS, und bekam Panik davor. Zwar hatte ich nicht die typischen Symptome wie Schleiersehen oder Augenschmerzen, aber ich gab nicht nach und so gab mir meine Hausärztin eine Überweisung zum Schädel-MRT.

    Der Befund des MRT zeigte eine feinste periventrikuläre Ausziehung, welche von der Lage her zu MS-Läsionen passt. Diese ist aber noch nicht beweisend für eine entzündliche ZNS-Erkrankung, da es mehrere Entzündungsherde braucht usw. Dennoch wurde eine Lumbalpunktion durchgeführt, deren Ergebnis unauffällig war, bis auf eine leichte Schrankenfunktionsstörung wegen leicht erhöhtem Eiweiß im Liquor (was auch nicht normal ist, laut Neurologe aber nicht spezifisch für irgendwas). Sprich keine oligoklonalen Banden, welche bei MS typisch wären, und eine normale Zellzahl.


    Etwa gegen Mitte April hatte ich dann Probleme mit meinen Füßen, die mir auf der Arbeit oft schmerzten, was wohl vom langen Stehen kam (Ich stehe 60-70% meiner Arbeitszeit). Das war eine Art Druckschmerz, als wären die Füße angeschwollen, was sie aber äußerlich nicht zu sein schienen.


    Zu der Zeit, in der ich den Liquorbefund bekam (Anfang Mai) hörte das dann auf, dafür machten die Beine Probleme. Ich hatte oft das Gefühl von Muskelkater bzw. Verspannungen in den Oberschenkeln, hauptsächlich hinten am Beinbeuger. Zudem bekam ich links am Kniegelenk so ein komisches Spannungs- bzw. Engegefühl, welches unter der Kniescheibe saß.


    Schließlich ließ auch dieses Gefühl langsam nach, allerdings bemerkte ich jetzt (Mitte-Ende Mai) Muskelzuckungen, hauptsächlich an den Waden und Oberschenkeln, aber gelegentlich auch an anderen Körperstellen wie Bizeps, Trizeps, Unterarmen, Schultern, Bauch. Diese Zuckungen kommen immer in "Schüben" über den Tag verteilt, mal zuckt es ein paar Minuten, dann ist für die nächste Stunde wieder Ruhe, nachts meine ich keine zu haben, bzw. sind morgens beim Aufwachen nur sehr wenige bis gar keine zu vernehmen.


    Zudem habe ich bis heute immer mehr das Gefühl, dass was mit meinen Beinen nicht stimmte. Die Zuckungen sind nach wie vor da. Jedenfalls das linke Bein fühlt sich manchmal schwer an bzw. nicht so schnell wie das rechte, und dieses Verspannungsgefühl hinten in den Oberschenkeln ist nach wie vor da, manchmal einseitig stärker, mal gleichmäßig. Es fühlt sich so an, als müsste das linke Bein sich mehr anstrengen, schon beim normalen Gehen oder Treppensteigen. Zudem habe ich das Gefühl, schon nach leichter Belastung Muskelkater im Beinbeuger und den Gesäßmuskeln zu haben. Dort und in den Waden sind die Zuckungen auch am intensivsten. Reicht von kleinen Faszikulationen bis hin zu Zuckungen größerer Muskelbündel oder eines ganzen Muskels.

    Außerdem kann ich berichten, dass meine Nackenmuskulatur extrem verspannt ist und wohl auch mein Rücken, wenn ich den Kopf nach vorne beuge, spüre ich die Anspannung entlang der Wirbelsäule, lege ich ihn in den Nacken, die Anspannung vorn am Hals und Schmerzen im Genick. Zudem habe ich nach Belastung Schmerzen in den Schultern und manchmal, meistens frühmorgens, bei bestimmten Kopfbewegungen einen sehr starken, einschießenden Schmerz im Bereich der Halswirbelsäule.

  • 177 Antworten

    So, jetzt mal zu den bisherigen ärztl. Diagnosen:

    -Untersuchung beim Hausarzt wg. der Thoraxbeschwerden ergab, dass es wohl von der Wirbelsäule käme, habe eine leichte Skoliose


    -Herzultraschall und Röntgenthorax ohne Befund, EKG und Blutwerte in Bezug aufs Herz unauffällig

    -Sehtest ergab links nur noch 85% (war schon immer mein schwächeres Auge), Auge und Sehnerv bei Untersuchung ohne Pupillenerweiterung unauffällig


    -Visuell evozierte Potenziale beim Neurologen normal

    -Schädel-MRT: "Nur feinste hyperintense Ausziehung periventrikulär in Höhe der Cella media rechts, ebenso äußerst diskrete Intensitätsanhebung punktuell zu den posterioren Abschnitten des Corpus callosum in Rechtsbetonung. - Diese Befunde sind noch nicht beweisend für eine initiale entzündliche ZNS-Erkrankung, es empfiehlt sich eine Verlaufskontrolle entsprechend der neurologischen Symptomatik."

    -Liquorbefund ergab keine Anzeichen einer Multiplen Sklerose, d. h. keine oligoklonalen Banden oder Zellzahlerhöhung, lediglich die "leichte Schrankenstörung" ist nicht ganz normal


    Somit besteht momentan seitens meines Neurologen lediglich die Diagnose (vielleicht) CIS, also klinisch isoliertes Syndrom. - Was mich hierbei allerdings verwirrt ist, dass die Definition eines CIS besagt, die neurologische Symptomatik müsse zu der Läsionslokalisation im MRT passen, allerdings hatte ich ja keine (nachweisbare) Sehnerventzündung und die periventrikulären Läsionen sollen ja "klinisch stumm" sein. Somit wäre diese Argumentation ja auch nicht beweisend für ein CIS.


    Außerdem diagnostizierte mir er eine hypochondrische Störung, durch die ich psychisch sehr am Ende war (bin) und nun mit Sertralin und Mirtazapin und ggl. Tavor behandelt werde - Die ich allerdings als "Ursache" all dieser Beschwerden im Rahmen einer psychosomatischen Symptomatik ausschließen würde, da es sich so verlagert hat und manche Symptome aufkamen, bevor ich in Erfahrung brachte, dass diese zu einer bestimmten Krankheit gehören könnten.





    Kurz das aktuelle Symptombild:

    Muskelzuckungen in Waden, Oberschenkeln, Gesäßmuskeln, Rückenmuskeln, Armen, Schultern, manchmal Gesicht und Hals, Bauchmuskeln. Verspannungsgefühl in den Beinen und an der Hüfte/am Gesäß und Hals/Nacken/Rücken. Muskelkatergefühl hinten an den Oberschenkeln und Gesäß, generelles leichtes Steifigkeitsgefühl in den Beinen. Linkes Bein fühlt sich schwächer bzw. langsamer an als das rechte. Vor allem bei längeren Wegstrecken oder Treppensteigen zu bemerken. Nachts oft eingeschlafene Hände/Finger manchmal bis in die Unterarme. Ich habe außerdem dauerhaft ein "Ohrensausen" bzw. leichten Tinnitus, manchmal habe ich so Tinnitus-Anfälle, als würde mir jemand kurz (ca. 5 sek) eine Stimmgabel neben das Ohr halten, die kommen so 2-3 mal am Tag völlig aus dem Nichts. Bei Belastung oft Schmerzen in den Schultern. Beim Tragen von "Oropax" auf der Arbeit habe ich etwa um die (Vor)Mittagszeit manchmal heftige Schmerzattacken von stechenden, sehr starken Schmerzen an den Ohren hinten bzw. dort am Hinterkopf aber nicht im Gesichtsbereich, die wirklich nur auftreten, wenn ich die Dinger trage und auch nach max. 1 Minute wieder verflogen sind. Nach Belastung durchfährt manchmal auch ein Schmerz mein ganzes linkes Bein. Außerdem habe ich bemerkt, dass beim Kopfdrehen von rechts nach links irgendetwas über meinen Adamsapfel "rutscht", das kann man auch im Spiegel sehen und es sieht aus wie eine Sehne oder ein Band oder so, ist deutlich fühlbar. Schleim habe ich eigentlich immerzu im Halse. Beim (zugegebenermaßen übertriebenen) Beobachten meiner Handmuskeln ist mir aufgefallen, dass der rechte Daumenballen praller und runder ist als der linke, was ich aber nicht einem etwaigen Muskelschwund zuordnen kann/könnte, zudem ich keine Probleme beim Greifen von Dingen etc. habe.


    Und nun abschließend, wie ich mich fühle und die Fragestellung.

    Im Moment bin ich psychisch ziemlich am Boden, weil diese ganzen Zuckereien und die anderen Beschwerden mich fertig machen. Es bleibt nicht aus, dass man dann nach Krankheiten "sucht", und es bleibt auch nicht aus, dass man dann bei ALS landet und sowieso bei MS, auf die es ja bei einem schon vielleicht Hinweise gibt.


    Momentan sieht es so aus, dass ich am 06.07. meinen Kontroll-MRT-Termin habe, und die Woche drauf die Besprechung mit meinem Neuro.

    Allerdings bin ich momentan, wie schon gesagt, psychisch so gut wie am Ende und rette mich nur mithilfe von Lorazepam (gelegentlich) in eine bessere Stimmung, soziale Tätigkeiten gehen ebenfalls nur mit Tavor, Bock habe ich eh auf nichts, auch nicht bei 30 Grad und Sonne. Auf der Arbeit denke ich immer daran, dass mir das früher doch alles mal Spaß bereitet hat und ich voll dabei war, inzwischen bin ich noch anwesend, führe meine Tätigkeit aus und rede mit Kollegen, um den Istzustand zu verschleiern. Glücklich war ich wohl das letzte mal entweder in einem Traum oder eben im März.


    Zudemwurde bisher kein spinales MRT gemacht, welches ja bei MS-Beschwerden in den Beinen ratsam wäre, außerdem könnte man da vielleicht auch andere Ursachen wie ein von der Wirbelsäule verursachtes neurologisches Problem finden. Ebenso wurden außer der VEP keine weiteren neurologischen Untersuchen durchgeführt wie ENG, EEG, EMG o.ä.




    Deshalb ist meine Frage an Euch:

    Würdet ihr es für "gerechtfertigt" empfinden, wenn ich zu meiner Hausärztin ginge, ihr meine momentane Situation sowohl physisch als auch psychisch schildere und bitte, mich in die Uni-Neurologie zum stationären Check zu überweisen? Oder empfindet ihr das als völlig überzogen und würdet mir eher raten zu warten, bis ich meinen Neuro wieder sehe oder ernsthafte Probleme bekommen sollte wie gar nicht mehr laufen können, stolpern, hinfallen, Sachen nicht mehr greifen können etc.?



    Ich bin für alle Antworten offen und dankbar.

    Ich kann auch den Standpunkt nachvollziehen, wenn jemand sagt, wenn es ALS wäre, wäre es doch eh wurscht, aber auch das will ich einfach wissen. Und sollte es die MS sein, dann ist das wohl die PPMS (chronisch fortschreitende Form) und muss sehr wohl behandelt werden.



    SO, jetzt ist aber Schluss :)z

    Vielen Dank für eure Leseausdauer und natürlich eure Antworten.


    Grüße Lukas

    Noch ein kurzer Nachtrag zu den Symptomen:

    Weil ich es gerade im Thread von Angstgegner gelesen habe: Schluckbeschwerden habe ich in de letzten Zeit auch bemerkt, wie schon erwähnt ständig verschleimten Hals, außerdem das Gefühl von einem langsameren Schluckvorgang. Wie schon gesagt fühlt sich generell meine Nacken-und Halsmuskulatur sehr verspannt an, dennoch macht mir das Thema, vor allem in Kombination mit den Muskelzuckungen überall etc., große Bedenken.


    Wie schon gesagt bin ich dankbar für eure Einschätzung auf meine oben genannte Fragestellung im Hinblick auf die ganze Situation! :-)

    Nach 26 Jahren MS ist bei mir noch nie ein spinales Kernspin(was immer das auch ist), nur Gehirn und HWS, obwohl ich langsam spastisch werde. EMG etc. wurde in den Anfangsjahren gemacht, seitdem nicht mehr. Der Nutzen ist wohl begrenzt.

    Lass mal die Kirche im Dorf und beruhige dich.

    Wenn MS mit einer chronischen Verlaufsform beginnt, sind das die extrem schnellen Verläufe. Das hast du nicht. Bei mir wechselt es evtl. gerade von schubweise auf chronisch-progredient, aber sehr langsam. Das gibt es auch.

    Ich würde dir eher eine Tagesklinik zur Bekãmpfung der Angst empfehlen.

    ich würde einfach deinen hausarzt dazu befrage. entweder er sagt ja, oder er sagt nein.


    das blöde an diesen einzelarztbesuchen ist ja irgendwie immer dass man da max 20 mins hat, und dann ist man schon wieder draussen. frag mich wie die das was feststellen wollen. hab gerad ein ähnliches problem (Also andere symptome), aber dieses ganze arztgerenne bringt mal so null.


    frag einfach deinen hausarzt. sag dass du leidest, und dass all das gerenne nix bringt. und die ärzte immer mit ihrem psychosomatisch. psychosomatisch aus dem mund eines arztes bedeutet für mich: arzt weiss nicht weiter.

    ms92

    Danke für deinen kleinen Bericht.

    Mit spinales MRT meine ich einfach eines von HWS und evtl. Noch BWS. Ich habe gelesen, dass bei der PPMS vorrangig Herde im Rückenmark zu finden sind. Und da ich eben einerseits schon diese eine periventrikuläre Läsion habe und andererseits jetzt Probleme mit meinen Beinen, kommt eben die Vermutung hierzu auf, da es ja in den meisten Fällen bei dieser Verlaufsform zu Beginn zu Problemen mit den Beinen kommt.


    Xirain

    Diese Vermutung ist ebenfalls ein Beweggrund für mich, ein spinales MRT zu wollen, ich bin prädestiniert für Rückenprobleme, mein Vater hatte schon immer Probleme damit, ebenso einen leichten Bandscheibenvorfall. Und ich habe mich zugegebenermaßen in den letzten Jahren nicht viel bewegt und war viel vor dem Laptop bzw. Fernseher gehockt. Ebenso der Verlauf bzw. die Verlagerung der Symptome lässt mich an den Rücken denken.


    Nur eben die Faszikulationen z. B. machen mir große Bedenken bezüglich einer schwerwiegenden Erkrankung. Und wie schon gesagt ist diese Ungewissheit ein wesentlicher Faktor bei dem psychischen Druck, der mich zur Zeit so quält.


    annabanani

    So werde ich es morgen auch tun. Ich habe das Glück, eine sehr gute Hausärztin zu haben, die einen auch ernst nimmt und einem entgegenkommt.



    Danke euch dreien.

    lodolu schrieb:

    ich bin prädestiniert für Rückenprobleme, mein Vater hatte schon immer Probleme damit, ebenso einen leichten Bandscheibenvorfall.

    Ich habe drei schwere operierte Bandscheibenvorfälle, obwohl in meiner Familiengeschichte keiner damit Probleme hatte. Vielleicht mal ein Hexenschuß durch falsches Heben oder Bewegen. Und wenn Du jahrelang vorm PC oder TV sitzt, ist es kein Wunder, dass sich Rückenprobleme einstellen.


    Ich schließe mich vollumfassend Sheilaghs Meinung an.

    Zitat

    ich bin prädestiniert für Rückenprobleme, mein Vater hatte schon immer Probleme damit, ebenso einen leichten Bandscheibenvorfall. Und ich habe mich zugegebenermaßen in den letzten Jahren nicht viel bewegt und war viel vor dem Laptop bzw. Fernseher gehockt.

    Da würde ich viel eher das Problem vermuten.


    Wie sieht dein Alltag aus? Sport? Bewegung? Ernährung?

    Bist du normalgewichtig?

    Mein Alltag enthält leider in der letzten Zeit nicht sehr viel Bewegung, Sport eigentlich gar nicht. Ernährung ist normal würde ich sagen, es geht wohl um einiges gesünder und ausgewogener.

    Ich wiege so um die 66KG bei 180cm und bin damit normalgewichtig. War aber auch zwischenzeitlich mal auf 63 unten und fast untergewichtig.


    Das mit der psychotherapeutischen Behandlung ist schon im Gange bzw. Planung. Aber es geht mir momentan psychisch so wegen den genannten köperlichen Geschichten bzw. dass ich deren Ursache nicht wirklich kenne. Deshalb strebe ich zunächst eine körperliche bzw. in dem Fall neurologische oder eben orthopädische Untersuchung an.

    Warum meinst du, dass deine Beschwerden eine Krankenhauseinweisung rechtfertigen? Eine Krankhenhauseinweisung, noch dazu heutzutage bei den zunehmend knappen Kapazitäten, sollte nur bei schwereren, akuten Krankheitsbildern oder einer schwereren akuten Verschlimmerung einer chron. Erkrankung sowie zur Diagnostik von bereits länger bestehenden, progressiven, zunehmend schweren Beschwerden und klinischen Befunden erfolgen. Nichts davon hast du. Für alle anderen Fällen ist die ambulante Versorgung da.

    Ich will dir nicht absprechen, dass du gerade sehr leidest, aber dieser Leidensdruck entsteht primär durch deine ziemlich angeknackste Psyche. Wenn man bei den aufgeführten Beschwerden nur noch an MS oder ALS denkt, auch wenn Dr. Google das vorschlägt, dann hat man ein Angstproblem und kann seine Beschwerden nicht mehr auch nur annähernd objektiv einschätzen.

    Du hast offenbar (glücklicherweise) keine Ahnung davon, was Missempfindungen, "Nervenschmerzen", Muskelschwäche, Schluckstörung, Krämpfe/Spastiken etc.pp. tatsächlich bedeuten. Das liest man alleine aus deinem Text und deinen Beschreibungen deiner Beschwerden heraus.

    Zitat

    Aber es geht mir momentan psychisch so wegen den genannten köperlichen Geschichten bzw. dass ich deren Ursache nicht wirklich kenne. Deshalb strebe ich zunächst eine körperliche bzw. in dem Fall neurologische oder eben orthopädische Untersuchung an.

    Dann zäumst du das Pferd von hinten auf. Niemand kann sagen, dass da körperlich gar nichts ist, aber man kann sagen, dass keine Erkrankung schwerer Ausprägung vorliegen kann. Und man kann sagen, dass dein Leidensdruck primär durch deine Psyche bedingt ist, und niemand, der eine gesunde Psyche hätte, würde bei den Beschwerden ernsthaft in Erwägung ziehen oder sogar Angst davor haben ALS oder MS zu haben.

    Im Übrigen besagt dieser MRT-Befund rein gar nichts. Sehr wahrscheinlich sind das gar keine Läsionen im eigentlichen Sinne, schon gar keine MS-Läsionen, allenfalls diskrete, nicht pathologische Mini-Mikrozirkulationsdefekte.

    pelztier86

    Also ich kann den Standpunkt absolut nachvollziehen, dass du bei mir keine Berechtigung für einen Krankenhausaufenthalt siehst. Ich selbst sträube mich innerlich dagegen, weil ich weiß, dass es viele Menschen gibt, denen es sehr viel schlechter geht, die viel eher auf diese Leistungen angewiesen sind als ich und diesen will ich durch hypochondrisches Verhalten keine Probleme bereiten, indem ich diese Leistungen in Anspruch nehme.


    Über diesen Schritt denke ich wie gesagt nur nach, da durch den psychischen Leidensdruck, der aber, zum wiederholten Male, durch körperliche Symptome ausgelöst wird, meine Lebensqualität stark abgenommen hat. Und ich zweifle nicht an, dass das primär an meinem Verhalten und meinen Handlungen in Bezug auf die oben genannten Krankheiten liegt. Allerdings sieht für mich die Sache folgendermaßen aus:

    Ich kann natürlich das Problem beim Schopf packen, indem ich die Psychotherapie mache, was ohnehin passieren wird. Allerdings ist die Wartezeit sowieso mehrere Wochen, also wird es auch eine Zeit dauern, bis mir in der Hinsicht geholfen werden kann, wahrscheinlich länger, als bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich meinen Neuro sowieso wieder sehe bzw. die Kontroll-MRT habe (06.07.) und im Zuge dessen auch weiteres geklärt werden kann.

    Zudem sind die bisherigen Befunde eben nicht unauffällig, natürlich auch nicht beweisend für irgendwas, aber dennoch scheint es hier einen Zusammenhang zu geben.


    Mir zu unterstellen, ich wüsste gar nicht, wie sich Missempfindungen etc. anfühlen, finde ich jetzt etwas unangebracht, ich habe mir das ja nicht eingebildet. Ich habe die besagten Symptome auch als Memo auf dem Smartphone notiert, deshalb kann ich diesen zeitlichen Verlauf zeichnen. Es ist ja nicht so, dass ich mir etwas einrede, und es dann wirklich habe. Und ich weiß nicht, wie man Schmerzen sonst nennen soll, die entlang einer Nervenbahn bzw. deren Ende auftreten, völlig unabhängig von Muskeln, Sehnen, Knochen oder Gelenken, in verschiedenen, voneinander unabhängigen Körperregionen. Deshalb habe ich die Worte so gewählt. Damit wollte ich nicht sagen, es seien unaushaltbare, grausame Schmerzen gewesen, aber sie waren eben deutlich spürbar, und so schnell sie gekommen waren, waren sie nach ein paar Tagen wieder verschwunden bzw. treten nur noch sporadisch auf.


    Zu den MRT-Befunden kann ich nur das wiedergeben, was mein Neuro gesagt hat bzw. was sowieso in der Beurteilung des Radiologen steht. Ich habe nie behauptet, es seien wirkliche MS-Läsionen, ich habe den Text rezitiert und nirgends findet sich dort diese Bezeichnung, allerdings ist die periventrikuläre Anordnung typisch für Multiple Sklerose.

    Auch der leicht erhöhte Eiweißwert im Liquor, der auf eine "leichte Schrankenstörung" hinweist, ist zwar unspezifisch, aber eben ein Zeichen dafür, dass etwas im ZNS nicht stimmt.



    Ich werde meine Hausärztin morgen nach Rat fragen. Mir geht es schlussendlich nur darum, möglichst zeitnah alles abgeklärt zu bekommen, auch, dass man ggf. in andere Richtungen (Orthopädie etc.) vorstoßen kann.


    Die jetzige Situation sieht eben nur das Kontroll-Schädel-MRT vor und dessen Besprechung am 12.07.


    Das gewünschte spinale MRT segnete mein Neuro zwar ab, hielt es aber für nicht nötig, da er die Wahrscheinlichkeit spinaler Entzündungsherde auf "ultra gering" einstufte, und somit soll erst das Ergebnis des Schädels abgewartet werden.

    Mein Wunsch danach basiert aber wie schon gesagt (neben dem evtl. Vorhandensein spinaler Läsionen) darauf, dadurch evtl. anatomische Probleme im Bereich der Wirbelsäule, die wiederum neurologisch in Erscheinung treten können, feststellen zu können.

    Zudem sollen die Zuckungen überprüft werden, die freilich nicht zwingend einen pathologischen Hintergrund haben müssen, aber in letzter Zeit definitiv vermehrt auftreten und deshalb denke ich doch, auch objektiv gesehen, einer Abklärung bedürfen.

    Zitat

    da durch den psychischen Leidensdruck, der aber, zum wiederholten Male, durch körperliche Symptome ausgelöst wird, meine Lebensqualität stark abgenommen ha

    Das macht keinen Unterschied bei der objektiven Beurteilung deiner Situation. Die Symptome, die du hast, sind objektiv gesehen geringe Beschwerden, wegen derer man keine Angst noch dazu vor bestimmten, schweren Erkrankungen entwickeln, ja sich nicht einmal ständig intensive Gedanken um seine Gesundheit machen müsste.


    Zitat


    Mir zu unterstellen, ich wüsste gar nicht, wie sich Missempfindungen etc. anfühlen, finde ich jetzt etwas unangebracht, ich habe mir das ja nicht eingebildet.

    Habe ich auch nie behauptet, dass du dir diese Empfindungen eingebildet hast. Natürlich hattest du die.

    Aber anhand deiner Beschreibungen kann ich dir sagen, dass du keine Ahnung von wirklichen, somatisch bedingten Missempfindungen, Nervenschmerzen, Krämpfen, Spastiken, etc.pp. hast.